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Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion
Kurzantwort: Vomex A enthält Dimenhydrinat, ein Antihistaminikum der ersten Generation gegen Übelkeit und Erbrechen. Sehr häufig, also bei mehr als einem von zehn Anwendern, nennt die Fachinformation Schläfrigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen und Muskelschwäche, vor allem zu Beginn der Behandlung und teils noch am Folgetag. Häufig sind Mundtrockenheit, Herzrasen, erweiterte Pupillen, verstopfte Nase und Probleme beim Wasserlassen. Für Kinder ist eine Überdosierung lebensbedrohlich.
Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Setze ein Medikament nie eigenmächtig ab und ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache. Bei Krampfanfällen, Herzrasen mit Bewusstseinstrübung, heißer geröteter Haut mit Halluzinationen oder einer Einnahme durch ein Kleinkind gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.
Vomex A gibt es als Dragees mit 50 mg, als Retardkapseln, Sirup, Zäpfchen und
Injektionslösung. Die Dragees sind apothekenpflichtig. Die Angaben unten stammen aus der
Fachinformation der Dragees (Klinge Pharma, Dezember 2020) und gelten sinngemäß für die
anderen oralen Formen.
Was Dimenhydrinat im Körper macht
Dimenhydrinat ist ein Salz aus Diphenhydramin und 8-Chlortheophyllin. Die Wirkung geht
vom Diphenhydramin aus, das den Histamin-H1-Rezeptor blockiert, anticholinerg wirkt und
ausgeprägt dämpfend auf das Zentralnervensystem. Genau diese Kombination erklärt, warum
Übelkeit nachlässt und gleichzeitig Müdigkeit und Mundtrockenheit auftreten.
Zugelassen ist Vomex A zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen
unterschiedlicher Ursache, insbesondere bei Reisekrankheit. Zur alleinigen Behandlung von
Übelkeit unter Chemotherapie ist Dimenhydrinat laut Fachinformation nicht geeignet. Die
Wirkdauer beträgt im Allgemeinen drei bis sechs Stunden.
Schläfrigkeit, Benommenheit, Kopfschmerz
Die Fachinformation stuft Somnolenz, Benommenheit, Kopfschmerzen und Muskelschwäche als
sehr häufig ein, also bei mehr als einem von zehn Anwendern. Sie treten
besonders zu Beginn der Behandlung auf und können noch am folgenden Tag beeinträchtigen.
Häufig (1 bis 10 von 100) sind Sedierung und erweiterte Pupillen.
Für die Fahrtüchtigkeit heißt das: Schläfrigkeit, Gedächtnisstörungen und verminderte
Konzentration können das Autofahren und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen, laut
Fachinformation besonders nach zu wenig Schlaf, zu Behandlungsbeginn und in Verbindung
mit Alkohol. Alkohol soll während der Einnahme ganz vermieden werden, weil er die Wirkung
unvorhersehbar verstärkt.
Mundtrockenheit, Herzrasen, Blase
Die anticholinerge Wirkung zeigt sich an mehreren Stellen. Häufig
nennt die Fachinformation Mundtrockenheit, Tachykardie, eine verstopfte Nase
und Störungen bei der Entleerung der Harnblase. Gelegentlich
(1 bis 10 von 1.000) kommt es zu einem erhöhten Augeninnendruck.
Deshalb ist Vomex A bei Engwinkelglaukom und bei Prostatavergrößerung mit
Restharnbildung kontraindiziert. Weitere Gegenanzeigen sind ein akuter Asthmaanfall,
Phäochromozytom, Porphyrie, Krampfanfälle und Herzrhythmusstörungen wie das
Wolff-Parkinson-White-Syndrom.
Gelegentliche und seltene Nebenwirkungen
Gelegentlich nennt die Fachinformation eingeschränktes Erinnerungsvermögen,
Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Aufmerksamkeits- und Koordinationsstörungen,
Verwirrtheit, Halluzinationen, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit und Myasthenie.
Ältere Menschen sind davon häufiger betroffen. Selten (1 bis 10 von
10.000): Nesselsucht, Ödeme, anaphylaktische Reaktionen, Angst, verminderte Sehschärfe,
Orthostase-Syndrom, Unruhe, Zittern, Verstopfung, Hautausschlag und Angioödem.
Sehr selten (weniger als 1 von 10.000): Veränderungen des Blutbilds
wie Leukopenie, Thrombozytopenie und hämolytische Anämie sowie extrapyramidale
Bewegungsstörungen. Ohne abschätzbare Häufigkeit: Übelkeit, Oberbauchschmerzen,
Leberfunktionsstörungen mit Gelbsucht, Lichtempfindlichkeit und eine Verlängerung des
QT-Intervalls im EKG. Bei Kindern beschreibt die Fachinformation paradoxe Reaktionen wie
Unruhe, Erregung, Schlaflosigkeit und Zittern.
Wechselwirkungen und Abhängigkeit
Dimenhydrinat verstärkt sich gegenseitig mit anderen dämpfenden Mitteln, etwa
Schlafmitteln, Psychopharmaka und starken Schmerzmitteln. Mit MAO-Hemmern darf es nicht
kombiniert werden; die Fachinformation warnt vor lebensbedrohlicher Darmlähmung. Mit
anderen Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, etwa bestimmten Antiarrhythmika,
Antibiotika oder Neuroleptika, soll es nicht zusammen eingenommen werden. Diphenhydramin
hemmt außerdem das Enzym CYP2D6, über das viele Antidepressiva und Betablocker abgebaut
werden.
Vomex A ist für die kurzzeitige Anwendung vorgesehen. Nach längerer täglicher Einnahme
können beim Absetzen vorübergehend Schlafstörungen auftreten; die Fachinformation schließt
eine Medikamentenabhängigkeit bei Dauertherapie nicht aus. Spätestens nach zwei Wochen
soll geprüft werden, ob die Einnahme noch nötig ist.
Kinder, Schwangerschaft, Überdosierung
Vomex A Dragees dürfen bei Kindern unter sechs Jahren oder unter 30 kg nicht angewendet
werden; dafür gibt es niedriger dosierte Formen. Die Fachinformation nennt als Grenze
5 mg Dimenhydrinat pro Kilogramm Körpergewicht und Tag und warnt, dass eine Überdosierung
besonders bei Kindern unter drei Jahren lebensbedrohlich sein kann. Für Erwachsene nennt
sie höchstens 400 mg pro Tag bei mindestens sechs Stunden Abstand; die Dosis für dich legt
die Ärztin fest.
In der Schwangerschaft soll Vomex A nur eingenommen werden, wenn andere Maßnahmen
nicht helfen; in den letzten Wochen kann es vorzeitige Wehen auslösen. Dimenhydrinat geht
in die Muttermilch über. Eine Überdosierung zeigt sich durch Bewusstseinstrübung, weite
Pupillen, Herzrasen, heiße gerötete Haut, Halluzinationen und Krampfanfälle bis hin zu
Atemlähmung.
Häufige Fragen
Wie lange macht Vomex müde?
Die Wirkdauer beträgt laut Fachinformation drei bis sechs Stunden, die Müdigkeit kann aber noch am folgenden Tag beeinträchtigen, vor allem zu Behandlungsbeginn.
Darf ich nach Vomex Auto fahren?
Die Fachinformation warnt, dass Schläfrigkeit und verminderte Konzentration die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Wer merkt, dass er benommen ist, sollte nicht fahren.
Ist Vomex in der Schwangerschaft erlaubt?
Nur, wenn nichtmedikamentöse Maßnahmen und sicherere Mittel versagt haben. In den letzten Schwangerschaftswochen soll es wegen möglicher Wehenauslösung nicht eingenommen werden.
Kann Vomex abhängig machen?
Bei längerer Anwendung schließt die Fachinformation eine Abhängigkeit nicht aus. Nach plötzlichem Absetzen können vorübergehend Schlafstörungen auftreten.
Ab welchem Alter dürfen Kinder Vomex bekommen?
Die Dragees ab sechs Jahren und über 30 kg. Für jüngere Kinder gibt es Sirup und Zäpfchen mit geringerer Dosis; unter 6 kg Körpergewicht ist Dimenhydrinat verboten.
Quellen
- Fachinformation Vomex A Dragees 50 mg (Klinge Pharma, Stand Dezember 2020), Abschnitte 4.2 bis 4.9 — abgerufen am 10. September 2026
- Fachinformation Vomex A Retardkapseln (Stand Juli 2024) — abgerufen am 10. September 2026
- Fachinformation Vomex A Suppositorien (Stand Februar 2025) — abgerufen am 10. September 2026
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Nebenwirkungen melden — abgerufen am 10. September 2026
Redaktion gesundheitscenter.net — hier wird zusammengetragen, was Fachinformationen, Leitlinien und Behörden zu einem Thema sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
