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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Typische Symptome bei Wundstarrkrampf (Tetanus) sind eine Kieferklemme, ein starres, verzerrtes Lächeln, Schluckbeschwerden und schmerzhafte Krämpfe der Rumpf- und Rückenmuskulatur. Die Beschwerden beginnen meist 3 Tage bis 3 Wochen nach einer Verletzung. Tetanus ist ein Notfall und muss sofort im Krankenhaus behandelt werden. Eine Impfung schützt zuverlässig.
Das Wichtigste in Kürze
- Erstes Zeichen ist oft die Kieferklemme: Der Mund lässt sich kaum öffnen.
- Inkubationszeit laut RKI meist 3 Tage bis 3 Wochen.
- Auch mit Intensivtherapie sterben 10 bis 20 Prozent der Erkrankten.
- Eine Auffrischimpfung alle 10 Jahre schützt.
Was ist Wundstarrkrampf?
Wundstarrkrampf ist eine Vergiftung durch das Bakterium Clostridium tetani. Seine Sporen stecken laut Robert Koch-Institut (RKI) im Erdreich und im Kot von Pferden, seltener von Rindern und anderen Tieren. Sie gelangen über Wunden in den Körper, oft zusammen mit Holzsplittern, Nägeln oder Dornen. Dort bildet der Erreger ohne Sauerstoff ein starkes Gift, das Tetanospasmin. Es wandert entlang der Nerven zum Rückenmark und stört die Steuerung der Muskeln.
Von Mensch zu Mensch ist Tetanus nicht ansteckend. In Deutschland zählt das RKI weniger als 15 Fälle pro Jahr, meist bei älteren Erwachsenen. Vor 1970 waren es noch weit über 100.
Symptome bei Wundstarrkrampf im Überblick
Die häufigste Form ist der generalisierte Tetanus. Er beginnt laut RKI meist ohne oder mit nur leichtem Fieber. Typisch ist diese Reihenfolge:
| Symptom | Fachbegriff | Was passiert |
|---|---|---|
| Kieferklemme | Trismus | Die Kaumuskeln verkrampfen, der Mund lässt sich kaum öffnen. |
| Starres Lächeln | Risus sardonicus | Die Gesichtsmuskeln ziehen sich zusammen, das Gesicht wirkt wie zu einem Grinsen erstarrt (Teufelsgrinsen). |
| Schluckbeschwerden | Dysphagie | Die Rachenmuskeln sind betroffen. |
| Überstreckter Rücken | Opisthotonus | Rücken- und Nackenmuskeln krampfen, der Körper biegt sich nach hinten. |
| Krampfanfälle | klonische Krämpfe | Plötzliche, sehr schmerzhafte Krämpfe ganzer Muskelgruppen. Schon Geräusche, Licht oder Berührung können sie auslösen. |
| Atemnot | Laryngospasmus | Der Kehlkopf verkrampft, die Atmung ist gefährdet. |
Das Bewusstsein bleibt dabei erhalten. Die Betroffenen erleben die Krämpfe also bei vollem Bewusstsein. Arme und Beine bleiben laut RKI meist weniger beteiligt. Die Krämpfe können so stark sein, dass Wirbel brechen.
Kurzantwort: Wundstarrkrampf zeigt sich zuerst meist durch eine Kieferklemme und ein starres Lächeln. Danach folgen Schluckbeschwerden, Rückenkrämpfe und Atemprobleme.
Frühe Anzeichen nach einer Verletzung
Am Anfang sind die Zeichen oft unscheinbar. Laut Wikipedia ähneln sie einer Grippe:
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Unruhe und Gliederzittern
- Mattigkeit und Muskelschmerzen
- Schweißausbrüche
Erst danach folgen Kieferklemme und Teufelsgrinsen.
Eine Kieferklemme hat viele harmlose Ursachen. Im Zusammenhang mit einer frischen, verschmutzten Wunde und fehlendem Impfschutz sollte sie aber sofort ärztlich abgeklärt werden. Mehr zu anderen Ursachen erklärt der Beitrag zur Kieferklemme.
Inkubationszeit: wann Tetanus ausbricht
Nach Angaben des RKI liegen zwischen Verletzung und ersten Symptomen in der Regel 3 Tage bis 3 Wochen. In Ausnahmen kann es ein Tag oder mehrere Monate dauern. Je kürzer die Inkubationszeit, desto mehr Gift ist im Körper und desto ungünstiger ist die Prognose. Deshalb ist die kleine Wunde von vor zwei Wochen oft längst vergessen, wenn die ersten Krämpfe beginnen.
Weitere Formen des Tetanus
- Lokaler Tetanus: Selten. Die Krämpfe bleiben auf die Muskeln rund um die Wunde begrenzt.
- Neugeborenen-Tetanus: Tritt bei Kindern ungeimpfter Mütter auf, wenn der Nabel unhygienisch versorgt wird. Zeichen sind Steifheit, Trinkschwäche und Krämpfe in den ersten zwei Lebenswochen. In Deutschland ist er dank Impfung kaum noch ein Thema.
Wie gefährlich ist Wundstarrkrampf?
Sehr. Laut RKI sterben selbst mit moderner Intensivmedizin 10 bis 20 Prozent der Erkrankten. Ohne Intensivtherapie liegt der Anteil deutlich höher. Häufigste Todesursachen sind Atemversagen und Herz-Kreislauf-Komplikationen. Das Gift wirkt auch auf das vegetative Nervensystem. Laut RKI zeigt sich das an Blutdruckschwankungen, Durchblutungsstörungen und Schweißausbrüchen.
Im Krankenhaus bekommen Erkrankte ein Gegengift aus Antikörpern (Tetanus-Immunglobulin). Die Wunde wird chirurgisch gründlich gereinigt. Dazu kommen Antibiotika, Medikamente gegen die Krämpfe und oft eine künstliche Beatmung. Bereits gebundenes Gift lässt sich nicht entfernen. Die Heilung dauert deshalb Wochen.
Kurzantwort: Tetanus endet laut RKI auch unter Intensivtherapie bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten tödlich. Bei Verdacht sofort den Notruf 112 wählen.
Vorbeugen: Impfung und Wundversorgung
Die Impfung ist der einzige verlässliche Schutz. Eine überstandene Erkrankung macht nicht immun. Das RKI empfiehlt nach der Grundimmunisierung eine Auffrischung alle 10 Jahre. Erwachsene sollen die nächste fällige Impfung einmalig als Kombination mit Diphtherie und Keuchhusten (Tdap) erhalten.
Nach einer Verletzung gilt:
- Wunde gründlich mit sauberem Wasser ausspülen.
- Fremdkörper wie Splitter entfernen oder entfernen lassen.
- Impfpass prüfen: Liegt die letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurück oder ist sie unbekannt, ärztlich vorstellen.
- Tiefe, verschmutzte Wunden und Bisse immer ärztlich versorgen lassen.
Das RKI betont, dass auch Bagatellverletzungen ein Einfallstor sein können. Gemeint sind etwa Dornen im Garten oder eine kleine Platzwunde. Besonders wichtig ist der Schutz für ältere Menschen und für Menschen mit Durchblutungsstörungen oder Diabetes.
Fazit
Die Symptome bei Wundstarrkrampf sind unverwechselbar, wenn sie voll ausgeprägt sind: Kieferklemme, starres Lächeln, Schluckbeschwerden und schmerzhafte Muskelkrämpfe bei klarem Bewusstsein. Sie beginnen meist Tage bis Wochen nach einer Verletzung. Tetanus ist lebensgefährlich. Eine Impfung alle 10 Jahre verhindert ihn fast vollständig.
FAQ – Häufige Fragen
Was ist das erste Anzeichen von Wundstarrkrampf?
Meist eine Kieferklemme. Der Mund lässt sich nur noch schwer öffnen.
Wann treten die Symptome auf?
In der Regel 3 Tage bis 3 Wochen nach der Verletzung.
Hat man bei Tetanus Fieber?
Zu Beginn meist nicht oder nur leicht erhöhte Temperatur.
Ist man bei Tetanus bei Bewusstsein?
Ja. Das Bewusstsein bleibt erhalten, was die Krämpfe besonders belastend macht.
Ist Wundstarrkrampf ansteckend?
Nein. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es nicht.
Wie häufig ist Tetanus in Deutschland?
Laut RKI gibt es weniger als 15 Fälle pro Jahr, meist bei älteren Menschen.
Welche Wunden sind besonders riskant?
Tiefe, verschmutzte Wunden mit Erde, Holzsplittern, Nägeln oder Dornen sowie Bisse.
Wie oft muss man gegen Tetanus impfen?
Nach der Grundimmunisierung alle 10 Jahre eine Auffrischung.
Schützt eine überstandene Erkrankung?
Nein. Auch nach Tetanus ist eine Impfung nötig.
Was tun bei Verdacht auf Tetanus?
Sofort den Notruf 112 wählen. Die Behandlung gehört auf eine Intensivstation.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Quellen

Johanna interessiert sich für das, was der Körper einem sagen will. Sie schreibt über Symptome, Ursachen und wann man handeln sollte.
