Inhalt
Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Das Beck-Depressions-Inventar II besteht aus 21 Aussagegruppen. Jede Gruppe ergibt 0 bis 3 Punkte, die Summe liegt zwischen 0 und 63. Bis 13 Punkte gilt das Ergebnis als unauffällig. Ab 14 Punkten sprechen Fachleute von einer depressiven Symptomatik, ab 29 Punkten von einer schweren.
Kurzantwort: Die Auswertung des BDI-II läuft über die Summe aller 21 Antworten. 0 bis 13 Punkte sind unauffällig, 14 bis 19 leicht, 20 bis 28 mittelschwer und ab 29 schwer. Der Test misst den Schweregrad und stellt keine Diagnose.
Das Wichtigste in Kürze
- Der BDI-II hat 21 Items und einen Punktebereich von 0 bis 63.
- Er fragt nach den vergangenen zwei Wochen.
- Die Schweregrade folgen der Nationalen Versorgungsleitlinie.
- Eine Diagnose stellen nur Ärztinnen oder Psychotherapeuten.
Was der BDI-II misst
Der BDI-II ist ein Fragebogen zur Selbsteinschätzung. Er erfasst, wie stark depressive Beschwerden ausgeprägt sind. Die Fragen beziehen sich auf die vergangenen zwei Wochen. Dazu gehören Traurigkeit, Schlaf, Antrieb, Appetit und Interesse an früher geliebten Dingen.
Kliniken und Forschung nutzen den Test weltweit. Besonders geeignet ist er, um den Verlauf einer Behandlung zu verfolgen. Er zeigt, ob die Beschwerden über die Wochen abnehmen oder gleich bleiben.
BDI-2 Auswertung Schritt für Schritt
Die Berechnung ist einfach. Wer den Bogen ausfüllt, kreuzt pro Gruppe die zutreffende Aussage an. Die Aussagen sind von 0 bis 3 nummeriert.
- Pro Gruppe die Zahl der angekreuzten Aussage notieren.
- Sind mehrere Aussagen angekreuzt, zählt die höchste Zahl.
- Alle 21 Zahlen addieren.
- Die Summe in der Tabelle einordnen.
Punktwerte und Schweregrade im Überblick
| Summe | Einordnung |
|---|---|
| 0 bis 13 Punkte | Keine oder klinisch unauffällige Depression |
| 14 bis 19 Punkte | Leichte depressive Symptomatik |
| 20 bis 28 Punkte | Mittelschwere depressive Symptomatik |
| 29 bis 63 Punkte | Schwere depressive Symptomatik |
Ein Beispiel verdeutlicht die Rechnung. Wer auf 21 Gruppen im Schnitt 1 Punkt kommt, erreicht 21 Punkte. Das liegt im mittelschweren Bereich. Der Wert ist ein Hinweis und kein Urteil. Dieselbe Summe kann aus sehr unterschiedlichen Antworten entstehen.
Grenzen der Auswertung
Ein hoher BDI-Wert allein rechtfertigt keine Depressionsdiagnose. Der Bogen fragt nach Gefühlen und Verhalten, aber er prüft keine Ursachen. Auch körperliche Erkrankungen verändern Antworten zu Schlaf, Appetit und Kraft. Körperliche Beschwerden können bei einer Depression ebenfalls auftreten, wie der Beitrag zu körperlichen Symptomen bei Depression erklärt.
Hinzu kommt die Tagesform. Wer den Bogen an einem besonders schlechten oder guten Tag ausfüllt, erhält ein verzerrtes Bild. Saisonale Stimmungstiefs wie beim Thema Winterdepression und Lichtmangel schlagen sich ebenfalls in den Punkten nieder.
Kurzantwort: Ein hohes Ergebnis ist ein Anlass für ein ärztliches Gespräch und keine Diagnose. Fachleute verbinden den Fragebogen immer mit einem Gespräch und einer Untersuchung.
Woran sich eine Depression zeigt
Als Hauptzeichen nennt gesundheitsinformation.de gedrückte Stimmung, Verlust von Interesse und Freude sowie Erschöpfung und Antriebslosigkeit. Hinzu kommen oft Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme. In schweren Fällen treten Gedanken an Selbstverletzung auf. Halten mehrere dieser Zeichen über Wochen an, ist ein Arztbesuch angebracht.
Hilfreich ist ein Termin mit Vorbereitung. Wer den ausgefüllten Bogen mitbringt, erspart dem Gespräch viel Zeit. Notizen zu Schlaf, Appetit und Stimmung der letzten Wochen geben zusätzlich Orientierung.
Was nach einem hohen Ergebnis folgt
Wer auf 14 oder mehr Punkte kommt, sollte mit der Hausarztpraxis sprechen. Dort folgt ein Gespräch über Beschwerden und Dauer. Auch körperliche Ursachen lassen sich prüfen, etwa Schilddrüse oder Mangelzustände. Wie eng Körper und Psyche zusammenhängen, zeigt zum Beispiel der Beitrag zu Kaliummangel und Psyche.
Die Behandlung stützt sich auf Psychotherapie mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie sowie auf Antidepressiva. Viele Menschen spüren innerhalb von 3 bis 6 Monaten eine Besserung. Rückfälle betreffen etwa die Hälfte der Behandelten, deshalb zählt die Nachsorge. Im Laufe des Lebens erkranken etwa 16 bis 20 von 100 Menschen an einer Depression, Frauen häufiger als Männer.
Item 9 des Fragebogens fragt nach Suizidgedanken. Kreuzen Betroffene dort eine Aussage über 0 an, sollte sofort Hilfe folgen. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 kostenfrei erreichbar. Im akuten Notfall hilft der Notruf 112.
Fazit
Die Auswertung des BDI-II lässt sich mit Addition und einer kleinen Tabelle erledigen. Die Einordnung braucht dagegen fachliche Erfahrung. Der Bogen zeigt einen Schweregrad und hilft beim Verfolgen einer Behandlung. Für die Diagnose führt der Weg über Gespräch und Untersuchung. Wer unsicher ist, wendet sich an die Hausarztpraxis und bringt den Bogen mit. Die Praxis ordnet das Ergebnis ein und bespricht die nächsten Schritte.
FAQ – Häufige Fragen
Wie viele Punkte hat der BDI-II höchstens?
Der Höchstwert liegt bei 63 Punkten. Jede der 21 Gruppen bringt 0 bis 3 Punkte.
Ab wie vielen Punkten liegt eine Depression vor?
Der Test stellt keine Diagnose. Ab 14 Punkten spricht die Leitlinie von einer leichten depressiven Symptomatik.
Was bedeuten 20 Punkte im BDI-II?
20 Punkte gehören zum mittelschweren Bereich von 20 bis 28 Punkten. Ein Gespräch mit Fachleuten ist dann ratsam.
Auf welchen Zeitraum beziehen sich die Fragen?
Die Fragen beziehen sich auf die vergangenen zwei Wochen einschließlich des Tages der Beantwortung.
Wie wird der Test ausgerechnet?
Zahlen der angekreuzten Aussagen addieren. Bei mehreren Kreuzen in einer Gruppe zählt die höchste Zahl.
Lässt sich der BDI-II allein auswerten?
Die Rechnung gelingt allein. Die Bedeutung des Ergebnisses klärt besser eine Fachperson.
Ersetzt der BDI-II den Arztbesuch?
Nein. Der Bogen ergänzt das Gespräch und die Untersuchung.
Wofür nutzen Kliniken den BDI-II?
Sie nutzen ihn vor allem, um den Verlauf einer Behandlung zu beobachten.
Wie häufig sind Depressionen?
Etwa 16 bis 20 von 100 Menschen erkranken im Laufe des Lebens einmal. Frauen sind häufiger betroffen.
Wo gibt es schnelle Hilfe bei Suizidgedanken?
Die Telefonseelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111 erreichbar. Im Notfall gilt die Nummer 112.
Hinweis: Dieser Text ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit hilft die Hausarztpraxis weiter.
Quellen

Paul liest Studien, bevor er schreibt, und übersetzt sie in Sätze für den Küchentisch. Seine Themen: Wirkstoffe, Dosierungen, Wechselwirkungen.
