Efluelda Impfstoff: Hochdosis-Schutz gegen Grippe ab 60

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Efluelda ist ein Hochdosis-Impfstoff gegen die saisonale Grippe. Er enthält mehr Antigen als ein Standardimpfstoff und soll das schwächere Immunsystem älterer Menschen besser anregen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt ihn allen Personen ab 60 Jahren. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Kurzantwort: Efluelda ist ein Hochdosis-Grippeimpfstoff für Menschen ab 60 Jahren. Er wirkt geringfügig, aber messbar besser als ein Standardimpfstoff und ist eine Kassenleistung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung für alle Menschen ab 60 Jahren.
  • Hochdosis-Impfstoffe wirken bei Älteren geringfügig, aber signifikant besser als Standardimpfstoffe.
  • Lokale Reaktionen und leichtes Fieber kommen etwas häufiger vor und klingen von selbst ab.
  • Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten ab 60 Jahren.

Was Efluelda ist

Efluelda gehört zu den inaktivierten Influenza-Impfstoffen. Er enthält keine vermehrungsfähigen Viren. Der Impfstoff enthält pro Virusstamm etwa viermal so viel Antigen wie ein Standardimpfstoff. Diese hohe Menge soll eine stärkere Immunantwort auslösen. Bei älteren Menschen reagiert das Immunsystem mit dem Alter schwächer auf Impfstoffe.

Die Zusammensetzung wird jedes Jahr an die zirkulierenden Grippeviren angepasst. Die Weltgesundheitsorganisation gibt dafür die Virusstämme vor. Deshalb gilt die Impfung nur für eine Saison. Sie wird als Spritze in den Oberarmmuskel gegeben.

Für wen die STIKO die Impfung empfiehlt

Die STIKO empfiehlt die jährliche Grippeimpfung allen Personen ab 60 Jahren. Für diese Altersgruppe rät sie seit der Saison 2025/2026 zu einem Hochdosis-Impfstoff oder zu einem MF-59-adjuvantierten Impfstoff. Sie hält beide für gleichwertig. Beim adjuvantierten Impfstoff verstärkt ein Wirkverstärker die Reaktion des Immunsystems.

Darüber hinaus empfiehlt die STIKO die Impfung auch jüngeren Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangeren und Beschäftigten im Gesundheitswesen. Dort kommen Standardimpfstoffe zum Einsatz.

Kurzantwort: Die STIKO empfiehlt Menschen ab 60 Jahren einen Hochdosis-Impfstoff wie Efluelda oder einen MF-59-adjuvantierten Impfstoff. Beide gelten als gleichwertig.

Wie gut wirkt der Hochdosis-Impfstoff

Der Standardimpfstoff schützt bei Menschen ab 65 Jahren je nach Saison etwa zu 40 bis 60 Prozent vor einer Grippeerkrankung. Die Wirkung schwankt von Jahr zu Jahr.

Der Hochdosis-Impfstoff zeigte in Studien bei Personen ab 60 Jahren eine geringfügig, aber signifikant bessere Wirksamkeit als Standardimpfstoffe. Gegenüber dem MF-59-Impfstoff ergeben sich nur geringe, statistisch nicht signifikante Unterschiede. Kein Impfstoff schützt vollständig.

Impfstoff Besonderheit
Standard Übliche Antigenmenge, Empfehlung für jüngere Risikogruppen
Hochdosis (Efluelda) Höhere Antigenmenge, ab 60 Jahren empfohlen
MF-59-adjuvantiert Mit Wirkverstärker, ab 60 Jahren empfohlen

Nebenwirkungen nach der Impfung

Der Hochdosis-Impfstoff hat eine leicht erhöhte Reaktogenität. Das heißt, er löst etwas häufiger Reaktionen aus als ein Standardimpfstoff. Dazu zählen Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle sowie Fieber und Kopfschmerzen. Diese Reaktionen klingen in der Regel von selbst ab. Eine Ruhepause am Impftag und leichte Kühlung der Einstichstelle lindern die Beschwerden meist.

Nach einer Grippeimpfung treten bei etwa 13 Prozent der Geimpften Nebenwirkungen auf. Meist sind es leichte Symptome wie Gliederschmerzen oder Fieber, die ein bis drei Tage anhalten. Schwere Nebenwirkungen wurden für den Hochdosis-Impfstoff nicht berichtet. Bei Impfstoffen gegen andere Erreger gelten eigene Hinweise, etwa im Beitrag zu Hepatitis-B-Impfstoff Nebenwirkungen und zu Rotaviren-Impfung Nebenwirkungen.

Kosten und Kassenleistung

Für Personen ab 60 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten des Hochdosis-Impfstoffs. Die Praxis rechnet direkt mit der Kasse ab. Privatversicherte klären die Erstattung vorab mit ihrem Versicherer. Auch andere Schutzimpfungen sind teils Kassenleistung. Wie es bei der RSV-Impfung aussieht, zeigt der Beitrag zu den Kosten der RSV-Impfung.

Der richtige Zeitpunkt für die Impfung

Auf der Nordhalbkugel bietet sich die Impfung vor allem im Oktober und November an. Der Schutz baut sich nach der Impfung innerhalb von ein bis zwei Wochen auf.

Bei einer akuten Erkrankung mit Fieber verschiebt die Praxis die Impfung meist. Ein leichter Schnupfen ist in der Regel kein Hindernis. Die Unterscheidung von Erkältung und Grippe fällt nicht immer leicht. Typisch für die Grippe ist der plötzliche Beginn mit hohem Fieber und starken Gliederschmerzen. Bei anhaltendem Halsweh hilft der Beitrag über lange Halsschmerzen.

Wer nicht geimpft werden sollte

Bei bekannter schwerer Allergie gegen einen Bestandteil des Impfstoffs verzichtet die Praxis auf die Impfung. Das gilt auch nach einer schweren allergischen Reaktion auf eine frühere Grippeimpfung. Vor der Impfung fragt die Ärztin nach Allergien, Vorerkrankungen und aktuellen Beschwerden. Im Zweifel klärt ein Gespräch in der Hausarztpraxis, ob der Hochdosis-Impfstoff geeignet ist. Dort lässt sich auch besprechen, welche weiteren Impfungen sinnvoll sind.

Fazit

Efluelda ist ein Hochdosis-Grippeimpfstoff für Menschen ab 60 Jahren. Er wirkt geringfügig besser als ein Standardimpfstoff und ist laut STIKO einem MF-59-adjuvantierten Impfstoff gleichwertig. Nebenwirkungen sind meist leicht und klingen nach ein bis drei Tagen ab. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten.

FAQ – Häufige Fragen

Was ist Efluelda?

Ein inaktivierter Hochdosis-Impfstoff gegen die saisonale Influenza für Menschen ab 60 Jahren.

Ab welchem Alter wird der Hochdosis-Impfstoff empfohlen?

Die STIKO empfiehlt ihn allen Personen ab 60 Jahren.

Ist Efluelda besser als der Standardimpfstoff?

In Studien zeigte er bei Älteren eine geringfügig, aber signifikant bessere Wirksamkeit.

Was unterscheidet Hochdosis und MF-59-Impfstoff?

Der Hochdosis-Impfstoff enthält mehr Antigen, der MF-59-Impfstoff einen Wirkverstärker. Die STIKO hält beide für gleichwertig.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Schmerz, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, Fieber und Kopfschmerzen. Sie klingen meist nach wenigen Tagen ab.

Zahlt die Krankenkasse den Impfstoff?

Ja, für Personen ab 60 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.

Wann ist der beste Zeitpunkt?

Auf der Nordhalbkugel meist Oktober und November.

Muss die Impfung jedes Jahr erfolgen?

Ja, weil sich die Grippeviren verändern und der Impfstoff jährlich angepasst wird.

Kann die Impfung eine Grippe auslösen?

Nein, der Impfstoff enthält keine vermehrungsfähigen Viren. Leichte Impfreaktionen sind möglich.

Wer sollte nicht geimpft werden?

Menschen mit schwerer Allergie gegen einen Bestandteil oder mit akutem Fieber. Die Praxis klärt das vorab.

Mehr zum Thema

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Medikamenten hilft die Hausarztpraxis oder die Apotheke weiter.

Quellen

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