Alkoholvergiftung Symptome: Warnzeichen, Stadien und Erste Hilfe

Aktualisiert am 01.10.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Eine Alkoholvergiftung zeigt sich durch Erbrechen, Verwirrtheit, kaum noch Ansprechbarkeit, kalte Haut und flache Atmung. Ab etwa 2,5 Promille drohen Bewusstlosigkeit und Atemstörungen. Wer nach Alkohol nicht mehr weckbar ist, braucht sofort den Notruf 112 und die stabile Seitenlage.

Kurzantwort: Nicht ansprechbar, wiederholtes Erbrechen, flache Atmung und Bewusstlosigkeit nach Alkohol sind Warnzeichen einer Vergiftung. Dann sofort 112 wählen, stabile Seitenlage anwenden und nie allein lassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kaum ansprechbar, Erbrechen und flache Atmung sind die wichtigsten Warnzeichen.
  • Ab etwa 2,5 Promille drohen Bewusstlosigkeit, ab 3,5 Promille Lebensgefahr.
  • Erste Hilfe: Notruf 112, stabile Seitenlage, wärmen, nie allein lassen.
  • Kein Erbrechen auslösen, weil Erstickungsgefahr besteht.

Woran sich eine Alkoholvergiftung zeigt

Vom Vollrausch bis zur Alkoholvergiftung ist es nur ein kleiner Schritt. Rasche Hilfe ist nötig, wenn jemand nach dem Trinken nur noch vor sich hindämmert und nicht mehr ansprechbar ist. Weitere Warnzeichen sind wiederholtes Erbrechen, verwaschene Sprache, Orientierungslosigkeit, kalte und blasse Haut sowie langsame oder unregelmäßige Atmung. Wer sich nicht wecken lässt, braucht sofort den Notruf.

Stadien nach Blutalkoholkonzentration

Die Wirkung von Alkohol hängt vom Promillewert ab. Die folgende Übersicht zeigt, was bei welchem Wert auftreten kann.

Promille Typische Wirkung
ab 0,2 Verlangsamte Reaktionen, verringerte Aufmerksamkeit
ab 0,5 Deutlich verminderte Reaktionsfähigkeit, erhöhte Reizbarkeit
ab 0,8 Gleichgewichtsstörungen, Tunnelblick
ab 1,0 Sprach- und Sehstörungen
ab 1,5 Schwere Koordinationsstörungen, verworrene Sprache, Desorientierung
ab 2,5 Lähmungserscheinungen, Bewusstseinstrübung
ab 3,0 Kreislaufversagen, Atemstörungen, Bewusstlosigkeit
ab 3,5 Gefahr einer tödlichen Atemzentrumslähmung

Die Werte sind Richtgrößen. Geschlecht, Körpergröße, Alter und Gewicht beeinflussen die Wirkung. Wer regelmäßig trinkt, entwickelt eine Toleranz, sodass Auswirkungen später eintreten. Kinder und Jugendliche reagieren wesentlich empfindlicher.

Kurzantwort: Nicht ansprechbar, Erbrechen im Liegen, flache Atmung oder Bewusstlosigkeit nach Alkohol sind Notfälle. Sofort den Notruf 112 wählen und die Person nicht allein lassen.

Die vier Stadien im medizinischen Überblick

Fachleute unterscheiden vier Stadien. Im ersten Stadium zwischen 0,2 und 2,0 Promille kommen Enthemmung, Redseligkeit, gerötete Augen und undeutliche Sprache vor. Das zweite Stadium zwischen 2,0 und 2,5 Promille bringt Koordinations- und Sehstörungen, Gedächtnislücken und Erbrechen. Im dritten Stadium zwischen 2,5 und 4,0 Promille droht Bewusstlosigkeit mit Schockzustand. Über 4,0 Promille droht ein tiefes Koma mit möglichen tödlichen Folgen.

Welche Gefahren besonders lebensbedrohlich sind

  • Atemlähmung und Kreislaufversagen können zum Tod führen.
  • Erbrochenes kann in die Atemwege gelangen, weil die Schutzreflexe nachlassen.
  • Unterkühlung kommt häufig vor, vor allem draußen.
  • Unterzuckerung droht, weil Alkohol den Zuckerhaushalt stört. Mehr zu Werten liefert die Tabelle der Blutzuckerwerte.

Erste Hilfe: So handeln Ersthelfende richtig

  • Person ansprechen und Atmung prüfen.
  • Bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung in die stabile Seitenlage bringen.
  • Notruf 112 wählen, Ort und Lage schildern, Rückfragen abwarten.
  • Person mit einer Decke wärmen und nie allein lassen.
  • Kein Erbrechen herbeiführen, denn Erstickungsgefahr.
  • Keine Getränke, kein Kaffee, keine kalte Dusche.

Bei Atemstillstand beginnt die Wiederbelebung, bis der Rettungsdienst eintrifft. Die Leitstelle gibt am Telefon Anweisungen.

Behandlung im Krankenhaus

Bei schwerer Vergiftung ist oft die Überwachung auf der Intensivstation notwendig. Die Behandlung konzentriert sich auf die Erhaltung der Atmung und des Kreislaufs. Ab etwa 2 Promille steht die Schockbekämpfung im Vordergrund. Bei Unterzuckerung bekommen Betroffene eine Glucoselösung. Ständige Absaugbereitschaft sichert die Atemwege bei Erbrechen.

Langfristige Folgen regelmäßigen Trinkens

Wiederholte Vergiftungen belasten Leber, Bauchspeicheldrüse und Gehirn. Regelmäßiger hoher Konsum kann zu Leberentzündung und Zirrhose führen. Ein Überblick über Verlauf und Folgen steht im Beitrag zu den Stadien der Leberzirrhose. Auch die Bauchspeicheldrüse kann erkranken, Hintergründe stehen bei den Ursachen der Bauchspeicheldrüsenentzündung. Wer Medikamente einnimmt, beachtet Wechselwirkungen, etwa beim Thema Tamsulosin und Alkohol.

Vorbeugung und Hilfe bei Abhängigkeit

Wer Alkohol trinkt, isst vorher etwas, wechselt mit alkoholfreien Getränken ab und kennt seine Grenze. Jugendliche sind besonders gefährdet, weil ihr Körper Alkohol schlechter verarbeitet. Gelegentliche Rauschzustände sind ein Warnsignal. Beratungsstellen und Hausarztpraxen bieten Unterstützung bei Suchtproblemen. Beim Feiern hilft es, aufeinander zu achten. Wer eine betrunkene Person schlafen legt, prüft regelmäßig die Atmung und lässt sie nicht auf dem Rücken liegen. Das gilt auch für Menschen, die scheinbar nur ausschlafen. Auch am Morgen danach kann der Alkoholspiegel noch hoch sein, deshalb gehört Autofahren an diesem Tag nicht dazu.

Fazit

Eine Alkoholvergiftung ist ein medizinischer Notfall. Wer nach dem Trinken nicht mehr ansprechbar ist, erbricht oder flach atmet, braucht sofort den Rettungsdienst. Stabile Seitenlage, Wärme und ständige Begleitung überbrücken die Zeit bis zur Hilfe. Die Promillewerte dienen nur der Orientierung, denn die Wirkung schwankt stark von Mensch zu Mensch.

FAQ – Häufige Fragen

Ab wie viel Promille ist eine Alkoholvergiftung lebensgefährlich?

Ab etwa 3,0 Promille drohen Kreislaufversagen und Atemstörungen, ab 3,5 Promille Atemzentrumslähmung. Die Wirkung schwankt individuell.

Welche Symptome hat eine Alkoholvergiftung?

Erbrechen, Orientierungslosigkeit, verwaschene Sprache, kalte Haut, flache Atmung und Bewusstlosigkeit.

Wann muss der Notruf gewählt werden?

Sobald die Person kaum ansprechbar ist, nicht mehr aufwacht, flach atmet oder wiederholt erbricht.

Was gehört in die stabile Seitenlage?

Bewusstlose Menschen mit normaler Atmung, damit Erbrochenes abfließen kann und die Atemwege frei bleiben.

Soll man Erbrechen auslösen?

Nein, betrunkene Menschen können beim Erbrechen ersticken, weil ihre Reflexe nachlassen.

Hilft Kaffee oder eine kalte Dusche?

Nein, beides senkt den Alkoholspiegel nicht und kann bei Vergiftung schaden.

Wie lange dauert es, bis Alkohol abgebaut ist?

Der Abbau dauert lange und hängt von Körpergewicht, Geschlecht und Leberfunktion ab. Das Tempo lässt sich nicht beschleunigen.

Warum droht Unterkühlung?

Alkohol erweitert die Blutgefäße und stört die Wärmeregulation, besonders im Freien.

Sind Jugendliche stärker gefährdet?

Ja, Kinder und Jugendliche reagieren wesentlich empfindlicher auf Alkohol.

Wie verläuft die Behandlung im Krankenhaus?

Sie sichert Atmung und Kreislauf, bei Bedarf auf der Intensivstation. Bei Unterzuckerung gibt es eine Glucoselösung.

Mehr zum Thema

    Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

    Quellen

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