Inhalt
Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Eine Blutung aus dem Ohr hat meist eine lokale Ursache, etwa ein verletztes Trommelfell, eine Verletzung des Gehörgangs oder eine Mittelohrentzündung. Nach einem Unfall oder Sturz mit Kopfverletzung kann sie auf einen Schädelbasisbruch hinweisen. Dann zählt jede Minute. Der Notruf 112 ist in diesem Fall richtig.
Kurzantwort: Blut im Ohr nach einer Kopfverletzung ist ein Notfall und gehört sofort in den Rettungsdienst. Ohne Unfall sollte eine HNO-Praxis die Ursache zeitnah abklären.
Das Wichtigste in Kürze
- Häufige Ursachen sind ein verletztes Trommelfell und Entzündungen im Ohr.
- Wattestäbchen, Druckwechsel und laute Knalle können das Trommelfell verletzen.
- Blut und Flüssigkeit aus dem Ohr nach einem Unfall sprechen für einen Schädelbasisbruch.
- Die meisten Trommelfellrisse heilen innerhalb von Wochen bis Monaten.
Blutung aus dem Ohr: Mögliche Ursachen
Das Ohr besteht aus Gehörgang, Trommelfell, Mittelohr und Innenohr. Blut kann aus jedem dieser Abschnitte stammen. Der häufigste Grund ist ein Trommelfellriss, die Perforation. Daneben kommen Verletzungen der Haut im Gehörgang und Entzündungen vor.
| Ursache | Typische Begleitzeichen |
|---|---|
| Riss im Trommelfell | Plötzlicher Schmerz, Hörminderung, Ohrgeräusch |
| Mittelohrentzündung | Ohrenschmerz, Fieber, eitriger Ausfluss |
| Verletzung des Gehörgangs | Kratzer durch Wattestäbchen oder Fremdkörper |
| Druckschaden (Barotrauma) | Flug oder Tauchen mit Druckschmerz |
| Schädelbasisbruch | Kopfverletzung, Blut und klare Flüssigkeit, Hämatom hinter dem Ohr |
Trommelfellriss als häufigster Auslöser
Ein Trommelfellriss ist ein Loch oder ein Riss im Trommelfell. Er entsteht durch Infektionen, plötzliche Druckunterschiede, laute Explosionen oder spitze Gegenstände. Auch Wattestäbchen können das Trommelfell durchstoßen. Häufig setzt ein heftiger Schmerz ein, der innerhalb von zwei bis drei Tagen nachlässt.
Zusätzlich treten Hörverlust, Ohrgeräusche, Schwindel und ein Druckgefühl auf. Aus dem Ohr tropft Blut oder Eiter. Die meisten Risse heilen innerhalb weniger Wochen bis Monate von selbst. Nur große Löcher erfordern eine Operation in Vollnarkose. Der Eingriff verschließt das Trommelfell mit einem Transplantat oder einer Silikonfolie.
Mittelohrentzündung und Gehörgang
Bei einer Mittelohrentzündung steigt der Druck hinter dem Trommelfell. Es kann platzen, danach läuft Sekret ab. Der Schmerz lässt dann oft nach. Hinweise zur Behandlung bieten die Beiträge zu Ohrentropfen bei Mittelohrentzündung und zu Ohrenschmerzen und Ohrentropfen. Bei einer Blutung oder einem Loch im Trommelfell dürfen Tropfen nur nach ärztlicher Untersuchung ins Ohr.
Auch die Haut im Gehörgang ist empfindlich. Kratzer entstehen leicht beim Reinigen. Wie eine schonende Pflege aussieht, zeigt der Beitrag zum Ohr reinigen. Ohrenschmalz reinigt das Ohr von selbst. Stäbchen schieben ihn tiefer und verletzen die Haut.
Wann die Blutung ein Notfall ist
Nach einem Sturz oder Unfall bedeutet Blut aus dem Ohr Lebensgefahr, bis das Gegenteil bewiesen ist. Ein Schädelbasisbruch zeigt sich oft durch Blut und klare Hirnflüssigkeit aus Ohr oder Nase. Dazu kommen Blutergüsse um die Augen, sogenannte Brillenhämatome, sowie ein Bluterguss hinter dem Ohr. Mögliche Folgen sind Hirnhautentzündung und Hirndruck.
Weitere Alarmzeichen sind Bewusstseinsstörung, Erbrechen, Lähmung im Gesicht und starke Kopfschmerzen. In diesen Fällen wählen Helfende sofort die 112. Die verletzte Person bleibt liegen, der Kopf wird leicht erhöht gelagert. Eine offene Wunde am Kopf deckt man locker ab.
Kurzantwort: Blut aus dem Ohr nach Sturz, Schlag oder Unfall ist ein Notfall mit Notruf 112. Ohne Verletzung klärt eine HNO-Praxis die Ursache am selben oder nächsten Tag.
Was bis zum Arzttermin zu beachten ist
- Das Ohr nicht spülen und keine Tropfen einträufeln.
- Keine Wattestäbchen und keine Fremdkörper verwenden.
- Das Ohr locker mit einer sauberen Kompresse abdecken, ohne es zu verstopfen.
- Wasser fernhalten, beim Duschen einen Ohrenschutz nutzen.
- Nicht schwimmen gehen, bis die Praxis es erlaubt.
Rotlicht und Hausmittel kommen bei einer Blutung erst nach ärztlicher Klärung in Frage. Zum Hintergrund siehe Ohrenschmerzen und Rotlicht. Bei einer Platzwunde an der Ohrmuschel lohnt der Blick in den Beitrag zur Platzwunde.
Wie die Ärztin die Ursache findet
Die HNO-Praxis schaut mit dem Otoskop in den Gehörgang. Das Gerät beleuchtet und vergrößert das Trommelfell. So zeigt sich, ob ein Loch besteht oder die Haut verletzt ist. Ein Hörtest misst, wie stark das Hören gelitten hat.
Nach Unfällen folgt die Bildgebung. Die Computertomografie hat das Röntgen des Schädels weitgehend abgelöst. Ein Labortest kann nachweisen, ob Hirnflüssigkeit im Sekret steckt. In der Notaufnahme entscheidet das Team, ob operiert werden muss.
Vorbeugen
Mittelohrentzündungen sollten früh behandelt werden. Beim Fliegen hilft Druckausgleich durch Schlucken oder Gähnen. Bei Lärm schützt Gehörschutz. Spitze Gegenstände gehören nicht ins Ohr.
Fazit
Eine Blutung aus dem Ohr erfordert immer Aufmerksamkeit. Meist steckt ein Trommelfellriss oder eine Entzündung dahinter. Nach einer Kopfverletzung geht es dagegen um einen Notfall. Wer das Ohr schont, keine Tropfen nutzt und schnell eine HNO-Praxis aufsucht, handelt richtig.
FAQ – Häufige Fragen
Woher kann Blut im Ohr kommen?
Blut stammt meist aus einem Trommelfellriss, aus verletzter Haut im Gehörgang oder bei einer Mittelohrentzündung.
Wann ist eine Ohrblutung ein Notfall?
Nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf. Dann wird der Notruf 112 gewählt.
Kann ein Wattestäbchen das Trommelfell verletzen?
Ja. Wattestäbchen können das Trommelfell durchstoßen. Ärzte raten, sie nicht ins Ohr einzuführen.
Wie lange heilt ein Riss im Trommelfell?
Die meisten Risse heilen innerhalb weniger Wochen bis Monate von selbst.
Braucht ein Trommelfellriss eine Operation?
Nur bei schweren Fällen. Dann erfolgt der Eingriff in Vollnarkose.
Darf das Ohr bei Blutung geduscht werden?
Wasser bleibt draußen. Beim Duschen schützt ein Ohrenschutz, Schwimmen ist zu vermeiden.
Dürfen Ohrentropfen bei Blutung verwendet werden?
Erst nach ärztlicher Untersuchung. Bei einem Loch im Trommelfell sind nicht alle Tropfen geeignet.
Woran erkennt man einen Schädelbasisbruch?
Typisch sind Blut und Flüssigkeit aus Ohr oder Nase, Brillenhämatom und ein Bluterguss hinter dem Ohr.
Welcher Arzt ist zuständig?
Die HNO-Praxis untersucht das Ohr mit dem Otoskop. Bei Unfällen übernimmt die Notaufnahme.
Wie lassen sich Ohrblutungen vorbeugen?
Mittelohrentzündungen rechtzeitig behandeln, bei Lärm Gehörschutz tragen und keine spitzen Gegenstände ins Ohr stecken.
Hinweis: Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Blut im Ohr klärt eine HNO-Praxis die Ursache, nach Unfällen hilft der Notruf 112.
Quellen

Sebastian schreibt über Vorsorge und Alltagsgesundheit, ohne Alarm zu schlagen. Seine Beiträge enden mit einem klaren nächsten Schritt.
