Brennende Fußsohlen: Mögliche Ursachen und Abklärung

Aktualisiert am 01.10.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Brennende Fußsohlen deuten häufig auf eine Schädigung der Nerven in den Füßen hin. Fachleute sprechen von einer Polyneuropathie. Zu den häufigen Auslösern zählen Diabetes, Alkoholmissbrauch, Vitamin-B12-Mangel und eine chronische Nierenschwäche. Dauert das Brennen an, gehört es in ärztliche Hände.

Kurzantwort: Brennende Fußsohlen entstehen oft durch geschädigte Nerven (Polyneuropathie). Häufige Gründe sind Diabetes, Alkohol, Vitaminmangel und Nierenschwäche. Anhaltendes Brennen in beiden Füßen sollte ärztlich abgeklärt werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Brennen, Kribbeln und Taubheit beginnen oft an den Zehen beider Füße.
  • Diabetes, Alkohol, Vitamin-B12-Mangel und Nierenschwäche zählen zu den häufigen Ursachen.
  • Die Abklärung umfasst Reflexe, Nervenleitmessung und Blutwerte.
  • Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.

Brennende Füße: So zeigt sich die Nervenschädigung

Eine Polyneuropathie beginnt häufig mit unangenehmen Missempfindungen an den Zehen. Sie treten meist auf beiden Seiten auf. Betroffene beschreiben Kribbeln, Brennen oder ein taubes Gefühl.

Mit der Zeit kann sich die Zone ausdehnen. Die Verteilung ähnelt oft einem Socken. Fachleute sprechen deshalb von einer sockenförmigen Empfindungsstörung.

Diabetes als häufiger Auslöser

Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten Ursachen einer Polyneuropathie. Dauerhaft erhöhte Zuckerwerte schädigen mit den Jahren die feinen Nervenfasern. Wer seine Werte kennen möchte, findet Orientierung in der Übersicht zu Blutzuckerwerten nach dem Essen. Diagnose und Einstellung übernimmt die Hausarzt- oder Diabetespraxis.

Bei bekanntem Diabetes gehört die tägliche Kontrolle der Füße dazu. Druckstellen, Risse und Rötungen fallen so früh auf.

Alkohol, Vitaminmangel und andere Gründe

Langjähriger Alkoholmissbrauch schädigt Nerven. Auch ein Mangel an Vitamin B12 kann eine Polyneuropathie auslösen. Wer den Verdacht hat, lässt den Wert im Blut bestimmen. Mehr dazu steht im Beitrag über die Vitamin-B12-Spritze.

Ein Mangel an Pantothensäure (Vitamin B5) ist selten. Nach drei bis vier Monaten Unterversorgung kann das sogenannte Burning-Feet-Syndrom mit Kribbeln, Taubheit und Brennen entstehen. Die empfohlene Zufuhr liegt bei 6 Milligramm am Tag. Sie wird mit normaler Ernährung meist gedeckt. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Eier, Nüsse und Pilze enthalten viel davon.

Weitere Ursachen sind eine chronische Niereninsuffizienz, bestimmte Chemotherapeutika und Autoimmunerkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom.

Ursachen und typische Abklärung im Überblick

Mögliche Ursache Typische Abklärung
Diabetes mellitus Blutzucker, HbA1c
Vitamin-B12-Mangel Vitamin-B12-Wert im Blut
Chronische Nierenschwäche Nierenwerte im Blut
Alkoholmissbrauch Ärztliches Gespräch, Leberwerte
Chemotherapie Rücksprache mit dem onkologischen Team

Kurzantwort: Hinter brennenden Füßen steckt oft eine Polyneuropathie. Die Ursache ordnet eine Ärztin oder ein Arzt anhand von Untersuchung und Blutwerten ein.

Untersuchung bei der Ärztin oder beim Arzt

Zuerst folgt ein Gespräch über Beginn, Verlauf und Vorerkrankungen. Danach testet die Praxis Reflexe und Empfindung. Mit einem Monofilament prüft sie die Berührungswahrnehmung. Eine Stimmgabel misst das Vibrationsempfinden.

Die Elektroneurographie misst die Nervenleitgeschwindigkeit. Im Labor stehen Blutzucker-Langzeitwert, Leber- und Nierenwerte und Vitamin B12 im Fokus. In seltenen Fällen kommt eine Gewebeprobe des Nervs hinzu.

Behandlung: Ursache zuerst

Die Therapie setzt an der Ursache an. Bei Diabetes steht die Blutzuckereinstellung im Vordergrund. Bei Alkoholmissbrauch hilft der Verzicht. Ein nachgewiesener Vitaminmangel wird ärztlich ausgeglichen.

Gegen die Schmerzen selbst setzen Ärztinnen und Ärzte bei Bedarf bestimmte Arzneimittel ein, darunter Antikonvulsiva oder Antidepressiva. Auch die transkutane elektrische Nervenstimulation kommt infrage. Die Auswahl und Dosierung legt die Praxis fest. Ergänzende Ideen bündelt der Beitrag zu Hausmitteln bei Nervenschmerzen.

Nerven im Alltag schützen

Nervenschäden lassen sich nicht immer verhindern. Manche Risikofaktoren liegen aber in der eigenen Hand. Bei Diabetes zählen regelmäßige Kontrollen der Zuckerwerte. Wer Alkohol trinkt, begrenzt die Menge oder verzichtet ganz. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Vollkorn, Hülsenfrüchten und Eiern liefert B-Vitamine. Gut sitzende Schuhe und eine sorgfältige Fußpflege helfen, kleine Verletzungen früh zu erkennen.

Vorbereitung auf den Arzttermin

Gute Notizen beschleunigen die Abklärung. Hilfreich sind diese Angaben:

  • Seit wann das Brennen besteht und ob es schlimmer wird.
  • Zu welcher Tageszeit es auftritt, etwa abends oder nachts.
  • Welche Stellen betroffen sind: Zehen, Fußsohlen, Fersen oder Unterschenkel.
  • Welche Vorerkrankungen bestehen, vor allem Diabetes oder Nierenprobleme.
  • Welche Arzneimittel regelmäßig zum Einsatz kommen.
  • Wie viel Alkohol im Alltag konsumiert wird.

Mit diesen Angaben lässt sich die Liste möglicher Ursachen schneller eingrenzen. Die Praxis entscheidet dann, welche Untersuchungen nötig sind.

Wann schnelle Hilfe nötig ist

Sofort ärztlich abklären lassen sich plötzliche Schwäche oder Lähmung in Fuß oder Bein. Das gilt auch für offene Stellen, Überwärmung und starke Rötung am Fuß bei Diabetes. Schmerzen, die den Schlaf rauben oder nach Wochen nicht nachlassen, brauchen ebenfalls einen Termin.

Fazit

Brennende Fußsohlen haben viele Gesichter, doch oft steckt eine Polyneuropathie dahinter. Diabetes, Alkohol, Vitaminmangel und Nierenschwäche stehen weit vorne. Eine ärztliche Untersuchung mit Reflexprüfung und Blutwerten findet die Ursache. Die Behandlung richtet sich danach. Wer früh abklären lässt, schützt die Nerven vor weiteren Schäden.

FAQ – Häufige Fragen

Was bedeutet Brennen an den Fußsohlen?

Häufig zeigt es eine Reizung oder Schädigung der Nerven an. Fachleute sprechen von Polyneuropathie.

Welche Erkrankung steckt oft dahinter?

Eine Polyneuropathie, zum Beispiel durch Diabetes, Alkohol, Vitamin-B12-Mangel oder Nierenschwäche.

Kann Diabetes brennende Füße verursachen?

Ja. Erhöhte Zuckerwerte über Jahre gehören zu den häufigsten Ursachen einer Polyneuropathie.

Kann ein Vitaminmangel Brennen auslösen?

Ja. Ein Mangel an Vitamin B12 kommt infrage. Ein Mangel an Vitamin B5 ist selten, kann aber nach drei bis vier Monaten ein Burning-Feet-Syndrom verursachen.

Welche Lebensmittel enthalten Vitamin B5?

Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Eier, Nüsse und Pilze enthalten viel Pantothensäure.

Kann Alkohol brennende Füße auslösen?

Ja. Langjähriger Alkoholmissbrauch zählt zu den bekannten Ursachen einer Polyneuropathie.

Welche Untersuchungen sind üblich?

Reflexprüfung, Test mit Monofilament und Stimmgabel, Nervenleitgeschwindigkeit und Blutwerte wie HbA1c, Nierenwerte und Vitamin B12.

Welche Fachrichtung ist zuständig?

Meist beginnt die Abklärung in der Hausarztpraxis. Bei Bedarf folgt eine neurologische Untersuchung.

Wie wird die Erkrankung behandelt?

Nach der Ursache. Zusätzlich gibt es ärztlich verordnete Mittel gegen Nervenschmerzen und die Nervenstimulation.

Wann ist Brennen an den Füßen ein Notfall?

Bei plötzlicher Schwäche, Lähmung oder bei Wunden, Überwärmung und starker Rötung am Fuß von Menschen mit Diabetes.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Quellen

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