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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Bupropion hemmt die Wiederaufnahme der Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin im Gehirn. Dadurch steigt deren Konzentration im Nervensystem. Der Wirkstoff ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Er dient zur Behandlung von Depressionen und zur Raucherentwöhnung. In einer Kombination mit Naltrexon ist er außerdem bei Übergewicht zugelassen.
Kurzantwort: Bupropion wirkt als Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer. Eingesetzt wird er bei Depression, zur Raucherentwöhnung und in Kombination mit Naltrexon zur Gewichtsabnahme. Das Mittel gibt es nur auf Rezept.
Das Wichtigste in Kürze
- Bupropion beeinflusst vor allem Noradrenalin und Dopamin. Serotonin spielt kaum eine Rolle.
- In Deutschland gibt es Präparate gegen Depression (Elontril) und zur Raucherentwöhnung (Zyban).
- Die häufigsten Beschwerden sind Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Übelkeit.
- Bei Krampfanfällen in der Vorgeschichte ist der Wirkstoff nicht geeignet.
Bupropion Wirkung: Wie der Wirkstoff arbeitet
Nervenzellen geben Noradrenalin und Dopamin in den Spalt zwischen zwei Zellen ab. Danach nehmen sie die Botenstoffe wieder auf. Bupropion bremst diese Wiederaufnahme. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Wirkstoff die Botenstoffe zusätzlich freisetzt. Serotonin beeinflusst Bupropion kaum. Deshalb unterscheidet sich das Nebenwirkungsprofil von dem vieler anderer Antidepressiva. Zum Vergleich lohnt ein Blick auf Venlafaxin oder auf Amitriptylin.
Wofür Bupropion eingesetzt wird
| Anwendung | Präparat (Beispiel) | Hinweis |
|---|---|---|
| Depression | Elontril, in Deutschland seit 2007 | Verordnung durch Ärztin oder Arzt |
| Raucherentwöhnung | Zyban Retard | Rezeptpflichtig, meist mit Verhaltenstherapie |
| Gewichtsmanagement | Mysimba, seit 2018 | Kombination mit Naltrexon |
Bei Depressionen setzt die Wirkung meist erst nach einigen Wochen ein. Den Zeitplan bei der Raucherentwöhnung legt die Praxis fest. Die Behandlung beginnt in der Regel schon vor dem geplanten Rauchstopp. Körperliche Begleiter einer Depression beschreibt der Beitrag Depression: körperliche Symptome.
Wie gut hilft Bupropion beim Rauchstopp?
In Studien blieben etwa 19 Prozent der Behandelten sechs Monate rauchfrei. In der Placebogruppe waren es rund 10 Prozent. Die großen Sicherheitsstudien mit über 8.000 Teilnehmenden zeigten, dass Bupropion, Vareniclin und Nikotinpflaster die Erfolgsrate ungefähr verdoppeln. Wie stark der Wirkstoff wirkt, hängt auch von genetischen Faktoren ab. Die Datenlage zu Bupropion ist weniger vollständig als bei Vareniclin, weil Hersteller nicht alle Studiendaten offengelegt haben. Nikotinpflaster und Kaugummis sind rezeptfrei erhältlich und bilden eine Alternative. Welche Option passt, klärt die Praxis im Gespräch. Der Hintergrund des Nikotinkonsums steht im Beitrag zu Nikotinabusus.
Kurzantwort: Bupropion kann die Chance auf einen Rauchstopp etwa verdoppeln. Er wirkt allerdings erst in Kombination mit dem festen Entschluss aufzuhören und einer begleitenden Unterstützung.
Nebenwirkungen von Bupropion
Zu den häufigen Beschwerden zählen Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit sowie Übelkeit und Erbrechen. Der Blutdruck kann steigen. Die ernsteste Nebenwirkung ist der Krampfanfall. Er tritt bei etwa 0,1 Prozent der Behandelten auf. Das Risiko wächst bei höheren Dosen deutlich. Seelische Nebenwirkungen sind selten. In den Sicherheitsstudien traten bei Menschen ohne psychische Vorerkrankung schwere seelische Beschwerden in rund 3 Prozent der Fälle auf, auch unter Placebo. Bei Menschen mit psychischer Vorerkrankung lag der Anteil unter Bupropion bei etwa 12 Prozent und unter Placebo bei etwa 10 Prozent.
Wann Bupropion nicht geeignet ist
Bei Krampfanfällen oder Epilepsie in der Vorgeschichte kommt der Wirkstoff nicht infrage. Das gilt auch bei Essstörungen und beim Alkohol- oder Beruhigungsmittelentzug. Die Kombination mit MAO-Hemmern ist ausgeschlossen. Bupropion hemmt außerdem das Leberenzym CYP2D6. Dadurch steigen die Blutspiegel mancher anderer Medikamente. Betroffen sind unter anderem trizyklische Antidepressiva, SSRI und Antipsychotika. Die Praxis prüft deshalb vor dem Start alle Medikamente. Wer Bupropion bereits einnimmt, stimmt jede Änderung mit der Ärztin oder dem Arzt ab.
Bupropion im Alltag: Alkohol, Verkehr, Schwangerschaft
Alkohol kann die Krampfschwelle zusätzlich senken. Unter Bupropion wird er deshalb stark eingeschränkt oder gemieden. Schlafstörungen, Schwindel und Unruhe können die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Auch Konzentration und Reaktionsfähigkeit leiden mitunter. In Schwangerschaft und Stillzeit wägt die Praxis Nutzen und Risiko sorgfältig ab. Ein eigenmächtiges Absetzen ist keine gute Idee. Ärztinnen und Ärzte besprechen jeden Schritt mit den Betroffenen. Der Beipackzettel enthält alle Hinweise zu Wechselwirkungen mit Alkohol und zu weiteren Medikamenten.
Wie lange Bupropion im Körper bleibt
Die Halbwertszeit im Blutplasma beträgt etwa 9 bis 25 Stunden. Die Leber baut den Wirkstoff ab. Dabei entstehen wirksame Abbauprodukte. Deshalb hält die Wirkung länger an, als die Halbwertszeit vermuten lässt. Für Lebererkrankungen gelten besondere Vorsichtsregeln. Auch bei Nierenerkrankungen und im höheren Alter prüft die Praxis die Verträglichkeit genau. Der Blutdruck wird während der Behandlung regelmäßig kontrolliert, weil der Wirkstoff ihn erhöhen kann. Bei Bluthochdruck gehört diese Kontrolle zum Standard.
Fazit
Bupropion wirkt über Noradrenalin und Dopamin. Der Wirkstoff hilft bei Depressionen und beim Rauchstopp. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Mundtrockenheit. Das Krampfrisiko verlangt eine sorgfältige ärztliche Auswahl. Dosis und Dauer legt ausschließlich die Praxis fest.
FAQ – Häufige Fragen
Wie wirkt Bupropion im Gehirn?
Es hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin. Beide Botenstoffe bleiben länger im Spalt zwischen den Nervenzellen.
Ist Bupropion ein Antidepressivum?
Ja. Es ist in Deutschland zur Behandlung von Depressionen zugelassen, etwa als Elontril.
Braucht Bupropion ein Rezept?
Ja. Alle Präparate mit Bupropion sind in Deutschland verschreibungspflichtig.
Wie schnell wirkt Bupropion?
Bei Depression zeigt sich die Wirkung meist erst nach einigen Wochen. Beim Rauchstopp beginnt die Behandlung vor dem Stichtag.
Macht Bupropion abhängig?
Der Wirkstoff ersetzt die Wirkung von Nikotin, erzeugt aber selbst keine Sucht.
Welche Nebenwirkungen treten am häufigsten auf?
Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen.
Wie gefährlich sind Krampfanfälle?
Sie sind selten, aber ernst. Das Risiko beträgt etwa 0,1 Prozent und steigt bei hohen Dosen.
Wer sollte Bupropion nicht einnehmen?
Menschen mit Krampfanfällen, Essstörungen oder Alkoholentzug sowie bei MAO-Hemmern. Die Praxis prüft das vor der Verordnung.
Wechselwirkt Bupropion mit anderen Medikamenten?
Ja. Es hemmt das Enzym CYP2D6 und erhöht dadurch die Spiegel mancher Antidepressiva und Antipsychotika.
Kann Bupropion beim Abnehmen helfen?
In Kombination mit Naltrexon gibt es ein zugelassenes Präparat zur Gewichtsregulation. Die Verordnung erfolgt ärztlich.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Quellen
- Wikipedia: Bupropion
- Gesundheitsinformation.de: Medikamente zur Raucherentwöhnung
- Deutsches Ärzteblatt: FDA schwächt Warnungen für Vareniclin und Bupropion ab

Paul liest Studien, bevor er schreibt, und übersetzt sie in Sätze für den Küchentisch. Seine Themen: Wirkstoffe, Dosierungen, Wechselwirkungen.
