Dislozierte Femurfraktur: Bedeutung, Behandlung und Verlauf

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Eine dislozierte Femurfraktur ist ein Bruch des Oberschenkelknochens, bei dem sich die Bruchenden gegeneinander verschoben haben. Der Knochen sitzt dann nicht mehr in seiner Achse. Am Schenkelhals nahe dem Hüftgelenk erfordert ein solcher Bruch in der Regel eine Operation, die in Deutschland innerhalb von 24 Stunden erfolgen soll.

Kurzantwort: Disloziert heißt verschoben. Die Bruchstücke liegen nicht mehr richtig aufeinander. Am Schenkelhals folgt meist eine Operation innerhalb von 24 Stunden, bei älteren Menschen häufig mit einer Hüftprothese.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dislokation bedeutet Verschiebung oder Achsenfehlstellung der Bruchstücke.
  • Die Garden-Einteilung von I bis IV beschreibt Brüche am Schenkelhals.
  • Bei Garden III und IV ist eine Operation erforderlich.
  • Die Mobilisation beginnt häufig schon am ersten Tag nach der Operation.

Dislozierte Femurfraktur: Was Dislokation heißt

Der Femur ist der Oberschenkelknochen, der längste Knochen des Körpers. Bei einem Bruch kann er an mehreren Stellen brechen, zum Beispiel am Schenkelhals nahe der Hüfte oder am Schaft. Als disloziert gelten Brüche, bei denen sich die Fragmente verschoben haben. Sichtbar wird das oft an einer Achsenfehlstellung, etwa wenn der Fuß in die falsche Richtung zeigt.

Disloziert oder nicht disloziert: der Unterschied

Merkmal Nicht disloziert Disloziert
Lage der Bruchstücke Liegen noch aufeinander Sind verschoben
Mögliche Behandlung Konservativ oder Verschraubung Meist Operation
Beschwerden Teils nur gering Meist starker Schmerz

Mehr zu Brüchen ohne Verschiebung steht im Beitrag zur nicht dislozierten Fraktur.

Garden-Einteilung beim Schenkelhalsbruch

Der Schenkelhalsbruch ist die bekannteste Form der Femurfraktur nahe der Hüfte. Die Einteilung nach Garden reicht von Stadium I bis IV.

Stadium Beschreibung Prognose
Garden I Bruch ohne Dislokation Gut
Garden II Leichte Einstauchung, keine echte Dislokation Gut bei früher Versorgung
Garden III Adduktionsfraktur mit starker Dislokation Ungünstig
Garden IV Komplette Dislokation, Gefäße durchtrennt Schlecht

Kurzantwort: Bei Garden I und II genügen teils konservative Behandlung oder eine Verschraubung. Bei Garden III und IV ist eine Operation erforderlich.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Fraktur entsteht meist durch einen Sturz auf die Seite. Höheres Alter und Osteoporose erhöhen das Risiko. Frauen sind wegen des Knochendichteverlusts häufiger betroffen. Schon Stürze aus geringer Höhe reichen dann aus. Bei jüngeren Menschen braucht es meist eine starke Gewalteinwirkung.

Symptome: Woran ein Schenkelhalsbruch erkennbar ist

Typisch sind starke Schmerzen in der Leiste und ein verkürztes, nach außen gedrehtes Bein. Bei manchen nicht verschobenen Brüchen bleiben die Beschwerden gering. Betroffene können zunächst sogar noch gehen. Jeder Sturz mit anschließendem Hüftschmerz gehört deshalb ärztlich untersucht.

Diagnose beim Verdacht auf einen Bruch

Im Krankenhaus steht zuerst das Gespräch über den Sturzhergang. Danach folgt die körperliche Untersuchung von Hüfte und Bein. Ein Röntgenbild zeigt, ob der Knochen gebrochen ist und wie weit sich die Bruchstücke verschoben haben. Bei unklarem Befund kommen weitere Bildgebungen infrage, die das Team im Einzelfall festlegt.

Behandlung: Operation innerhalb von 24 Stunden

Nach den Vorgaben in Deutschland soll die Operation innerhalb von 24 Stunden erfolgen, wenn keine ernsten medizinischen Gründe dagegen sprechen. Zur Wahl stehen zwei Wege.

  • Hüftendoprothese: häufig bei älteren Menschen, weil das Risiko einer Hüftkopfnekrose hoch ist.
  • Schraubenfixation: eher bei jüngeren Menschen, um das eigene Gelenk zu erhalten.

Bei jeder Operation spielen die Narkose und die Blutgerinnung eine Rolle. Hintergründe liefern die Beiträge zu Narkose-Nebenwirkungen und zur Blutgerinnung. Bei Brüchen anderer Abschnitte des Oberschenkels stellt die Reposition die richtige Lage wieder her, geschlossen oder offen. Die Osteosynthese fixiert die Fragmente mit Platten, Schrauben oder Marknägeln.

Mögliche Komplikationen

Bei stark verschobenen Brüchen reißen Gefäße. Der Hüftkopf wird dann schlechter durchblutet. Es droht eine Femurkopfnekrose. Nach der Operation gehören Wundheilungsstörungen, Thrombosen, Lungenembolien und Druckgeschwüre zu den möglichen Komplikationen.

Nach der Operation: Mobilisation und Reha

Ziel ist die frühestmögliche Mobilisation. Patientinnen und Patienten stehen häufig schon am ersten Tag nach dem Eingriff auf. Das beugt Komplikationen durch Bettruhe vor. Wie lange die Reha dauert und welche Hilfsmittel nötig sind, hängt vom Alter, vom Bruchtyp und von der Ausgangslage ab.

Stürze vermeiden und Knochen schützen

Da Alter und Osteoporose das Risiko erhöhen, lohnt sich die Vorbeugung. Dazu zählen gut sitzende Schuhe, gute Beleuchtung und das Entfernen von Stolperfallen wie losen Teppichen. Kraft- und Gleichgewichtstraining erhöht die Standsicherheit. Wer den Verdacht auf eine Osteoporose hat, lässt die Knochendichte ärztlich prüfen.

Wann der Notruf nötig ist

Nach einem Sturz mit starken Hüft- oder Leistenschmerzen, verkürztem oder nach außen gedrehtem Bein und Belastungsunfähigkeit wählen Angehörige den Notruf 112. Der Verletzte bleibt liegen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Fazit

Eine dislozierte Femurfraktur bedeutet, dass die Bruchstücke verschoben sind. Am Schenkelhals gilt: schnell operieren, meist innerhalb von 24 Stunden. Je nach Alter und Bruchtyp kommt eine Prothese oder eine Verschraubung zum Einsatz. Frühe Mobilisation und die Vorbeugung von Komplikationen bestimmen den Verlauf.

FAQ – Häufige Fragen

Was bedeutet disloziert?

Die Bruchstücke haben sich gegeneinander verschoben oder stehen in einer Achsenfehlstellung.

Was ist der Unterschied zur nicht dislozierten Fraktur?

Bei einer nicht dislozierten Fraktur liegen die Bruchstücke noch aufeinander. Die Behandlung fällt oft weniger aufwendig aus.

Wie wird eine dislozierte Femurfraktur behandelt?

Meist operativ. Am Schenkelhals kommt eine Hüftprothese oder eine Schraubenfixation in Betracht.

Wann muss operiert werden?

In Deutschland soll die Operation am Schenkelhals innerhalb von 24 Stunden erfolgen, wenn nichts Ernstes dagegen spricht.

Was bedeutet Garden III und IV?

Es sind Brüche mit starker oder kompletter Dislokation. Hier ist eine Operation erforderlich.

Warum wird bei älteren Menschen oft eine Prothese eingesetzt?

Weil bei verschobenen Brüchen das Risiko einer Hüftkopfnekrose hoch ist.

Was ist eine Femurkopfnekrose?

Das Absterben des Hüftkopfs durch eine gestörte Durchblutung, etwa nach Verletzung der Gefäße.

Welche Komplikationen sind möglich?

Wundheilungsstörungen, Thrombosen, Lungenembolien und Druckgeschwüre.

Wann darf nach der Operation aufgestanden werden?

Häufig schon am ersten Tag. Die Klinik legt den Ablauf individuell fest.

Woran wird ein Schenkelhalsbruch erkannt?

An starken Leistenschmerzen sowie einem verkürzten und nach außen gedrehten Bein nach einem Sturz.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Quellen

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