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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Schmerzen im Ellenbogen beim Strecken entstehen meist durch einen Tennisarm, eine Schleimbeutelentzündung oder eine gereizte Trizepssehne. Lässt sich der Arm gar nicht mehr ganz strecken, kann auch Arthrose, ein freier Gelenkkörper oder ein Bruch dahinterstecken. Die meisten Ursachen heilen mit Geduld und gezielten Übungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Ort des Schmerzes verrät oft schon die Ursache.
- Etwa 2 von 100 Menschen haben einen Tennisarm.
- 80 Prozent der Betroffenen sind innerhalb eines Jahres schmerzfrei.
- Nach einem Sturz mit Streckdefizit ist ein Röntgenbild nötig.
Wo genau schmerzt es?
„Strecken“ kann zweierlei bedeuten. Gemeint ist entweder das Strecken des Arms im Ellenbogen oder das Strecken von Handgelenk und Fingern. Beides belastet unterschiedliche Strukturen. Der Schmerzort hilft bei der Einordnung.
| Schmerzort | Häufige Ursache |
|---|---|
| außen am Ellenbogen | Tennisarm |
| innen am Ellenbogen | Golferarm, gereizter Ellennerv |
| hinten an der Spitze | Schleimbeutelentzündung, Trizepssehne |
| tief im Gelenk | Arthrose, freier Gelenkkörper, Gelenkentzündung |
Tennisarm: Schmerz außen beim Strecken
Beim Tennisarm sind die Sehnen der Unterarmstrecker am äußeren Knochenvorsprung gereizt. Diese Muskeln strecken Handgelenk und Finger. Deshalb schmerzt es beim Greifen, beim Anheben einer Tasse oder beim Drehen eines Schlüssels. Auch das Strecken des Handgelenks gegen Widerstand tut weh.
Laut Gesundheitsinformation.de haben etwa 2 Prozent der Bevölkerung einen Tennisarm. Meist sind Menschen zwischen 40 und 60 Jahren betroffen. Tennis ist nur selten der Auslöser. Häufiger stecken einseitige Belastungen dahinter, etwa Handwerk, Computerarbeit oder Gartenarbeit. Eine länger bestehende Sehnenreizung ohne echte Entzündung heißt Tendinose.
Kurzantwort: Schmerzt der Ellenbogen außen beim Strecken von Hand und Fingern, ist ein Tennisarm die häufigste Ursache. Rund 80 Prozent sind innerhalb eines Jahres beschwerdefrei.
Einfache Selbsttests zur Einordnung
Zwei kleine Tests helfen, die Beschwerden grob einzuordnen. Sie ersetzen keine Untersuchung.
- Tassentest: Eine volle Tasse mit gestrecktem Arm anheben. Schmerzt es außen am Ellenbogen, passt das zum Tennisarm.
- Streckprobe: Beide Arme nebeneinander ganz durchstrecken. Bleibt ein Arm deutlich gebeugt, liegt ein Streckdefizit vor.
- Drucktest: Mit dem Finger die Spitze des Ellenbogens abtasten. Eine weiche, schmerzhafte Schwellung spricht für den Schleimbeutel.
Wer so ein Ergebnis bemerkt, kann es beim Arzttermin gleich schildern. Das spart Zeit bei der Diagnose.
Schleimbeutelentzündung und Trizepssehne
An der Spitze des Ellenbogens liegt ein Schleimbeutel. Er entzündet sich laut Orthinform häufig durch ständiges Aufstützen. Auch ein Stoß kann ihn reizen. Typisch sind Schwellung, Druckschmerz und manchmal Rötung und Wärme. Beim Strecken und Beugen spannt die Haut und es schmerzt.
Wichtig ist die Frage nach einer Infektion. Bakterien, oft Staphylokokken, brauchen eine Behandlung mit Antibiotika. Eine heiße, rote Schwellung mit Fieber gehört deshalb rasch in ärztliche Hände.
Die Trizepssehne setzt ebenfalls an der Ellenbogenspitze an. Sie reizt sich bei Liegestützen, Wurfsportarten oder Hammerarbeiten. Der Schmerz tritt dann beim kräftigen Strecken auf.
Wenn der Arm sich nicht ganz strecken lässt
Manchmal kommt zum Schmerz eine echte Blockade hinzu. Der Arm lässt sich dann nicht mehr vollständig durchstrecken. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Arthrose: Abgenutzter Knorpel und Knochenanbauten bremsen die Streckung.
- Freier Gelenkkörper: Ein Knorpel- oder Knochenstück blockiert plötzlich das Gelenk.
- Gelenkentzündung: Eine entzündete Gelenkinnenhaut, die Synovialitis, lässt das Gelenk anschwellen.
- Bruch: Nach einem Sturz auf den Arm bricht oft das Speichenköpfchen. Das Strecken ist dann schmerzhaft eingeschränkt.
Kribbeln bis in den kleinen Finger
Kribbeln oder Taubheit in Ring- und kleinem Finger deuten auf den Ellennerv hin. Er verläuft ungeschützt an der Innenseite des Ellenbogens. Langes Beugen reizt ihn, etwa beim Telefonieren oder Schlafen. Mehr dazu steht im Beitrag zum Sulcus-ulnaris-Syndrom.
Was hilft bei Schmerzen im Ellenbogen beim Strecken?
- Belastung anpassen: Tätigkeiten meiden, die den Schmerz auslösen.
- Übungen: Beim Tennisarm helfen Dehn- und Kräftigungsübungen, besonders langsames Absenken gegen Widerstand.
- Kühlen: Bei frischer Reizung oder Schwellung.
- Polster: Den Ellenbogen nicht mehr direkt auf harte Flächen stützen.
- Schmerzmittel: Entzündungshemmer lindern kurzfristig.
- Kortisonspritzen: Sie lindern beim Tennisarm kurzfristig, können aber die Heilung stören.
Geduld gehört dazu. Gesundheitsinformation.de schreibt, dass die Beschwerden manchmal nach wenigen Wochen verschwinden. Oft dauert es einige Monate.
Kurzantwort: Eine heiße, rote Schwellung mit Fieber oder ein Streckdefizit nach einem Sturz gehört schnell in ärztliche Hände. Die meisten anderen Ursachen bessern sich mit Schonung und Übungen.
Wann zum Arzt?
Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn die Schmerzen nach zwei bis drei Wochen nicht besser werden. Das gilt auch, wenn sich der Arm nicht mehr ganz strecken lässt. Rasch zum Arzt sollte, wer nach einem Sturz Schmerzen hat oder eine heiße Schwellung mit Fieber bemerkt. Auch Taubheit und Kraftverlust in der Hand sind ein Grund.
Fazit
Schmerzen im Ellenbogen beim Strecken haben meist gut behandelbare Ursachen. Außen spricht vieles für einen Tennisarm, hinten für Schleimbeutel oder Trizepssehne. Lässt sich der Arm nicht mehr strecken, braucht es eine genaue Untersuchung. Übungen, Schonung und Geduld sind die wichtigsten Bausteine der Behandlung.
FAQ – Häufige Fragen
Warum tut der Ellenbogen beim Strecken weh?
Meist wegen gereizter Sehnen wie beim Tennisarm. Auch ein entzündeter Schleimbeutel ist häufig.
Wo schmerzt ein Tennisarm?
Außen am Ellenbogen, oft mit Ausstrahlung in den Unterarm.
Wo schmerzt ein Golferarm?
Innen am Ellenbogen.
Wie lange dauert ein Tennisarm?
Oft einige Monate. Etwa 80 Prozent sind nach einem Jahr schmerzfrei.
Was tun, wenn der Arm sich nicht mehr ganz strecken lässt?
Ärztlich untersuchen lassen. Mögliche Gründe sind Arthrose, ein freier Gelenkkörper oder ein Bruch.
Ist eine Schleimbeutelentzündung gefährlich?
Meist nicht. Mit Rötung, Wärme und Fieber kann aber eine bakterielle Infektion vorliegen.
Hilft eine Bandage beim Tennisarm?
Manche empfinden eine Epicondylitis-Spange als entlastend. Übungen sind aber wichtiger.
Welcher Arzt ist zuständig?
Die Hausarztpraxis oder die Orthopädie.
Darf man mit Ellenbogenschmerzen Sport machen?
Nur ohne Schmerzen. Auslösende Bewegungen sollten eine Weile pausieren.
Können Schmerzen im Ellenbogen von der Bizepssehne kommen?
Ja, besonders vorn in der Ellenbeuge. Mehr dazu im Beitrag zur Bizepssehne.
Dieser Text dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Behandlung.
Quellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Tennisarm und Golferarm
- Orthinform (BVOU): Schleimbeutelentzündung

Paul liest Studien, bevor er schreibt, und übersetzt sie in Sätze für den Küchentisch. Seine Themen: Wirkstoffe, Dosierungen, Wechselwirkungen.

