Ellenbogenschmerzen innen: Ursachen, Golferarm und Therapie

Aktualisiert am 01.10.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens kommen am häufigsten vom Golferarm. Dabei reizt eine Überlastung die Sehnenansätze der Handgelenks- und Fingerbeuger am inneren Knochenvorsprung. Bei Taubheit im Klein- und Ringfinger steckt dagegen oft ein eingeengter Ellennerv dahinter, das Sulcus-ulnaris-Syndrom.

Kurzantwort: Innen am Ellenbogen schmerzt meist der Golferarm, erkennbar an Schmerzen beim Beugen des Handgelenks und beim Faustschluss. Kribbeln oder Taubheit in Klein- und Ringfinger deuten auf den Ellennerv hin.

Das Wichtigste in Kürze

  • Golferarm betrifft weniger als 1 Prozent der Bevölkerung, meist zwischen 40 und 60 Jahren.
  • Etwa 80 Prozent der Betroffenen sind innerhalb eines Jahres schmerzfrei.
  • Taubheit in Klein- und Ringfinger spricht für eine Nervenengstelle am Ellenbogen.
  • Schonung und gezielte Kräftigung der Unterarmmuskeln bilden die Basis der Behandlung.

Ellenbogenschmerzen innen: Die häufigsten Ursachen

Der innere Ellenbogen enthält Sehnenansätze, Bänder, Knochen und einen oberflächlich verlaufenden Nerv. Jede dieser Strukturen kann Beschwerden auslösen. Die Tabelle ordnet die wichtigsten Ursachen ein.

Ursache Typische Zeichen
Golferarm (mediale Epikondylitis) Schmerz innen, stärker bei Handgelenkbeugung und Faustschluss, Druckschmerz am Knochenvorsprung
Sulcus-ulnaris-Syndrom Kribbeln oder Taubheit in Klein- und Ringfinger, Kraftverlust beim Greifen
Bänderverletzung Schmerz nach Sturz oder Wurfbewegung, Instabilitätsgefühl
Arthrose oder Rheuma Steifheit, Schwellung, Bewegungseinschränkung
Ausstrahlung von Hals oder Schulter Schmerz wechselt mit Kopf- und Nackenhaltung

Golferarm erkennen

Der Golferarm betrifft die Innenseite. Der Tennisarm sitzt dagegen außen. Beim Golferarm schmerzt vor allem das Beugen des Handgelenks. Auch Faustschluss, Händeschütteln und Tragen schwerer Taschen tun weh. Auslöser sind wiederholte Belastungen wie Gartenarbeit, Handwerk, Schreibtischarbeit oder Sport. Der Fachbegriff Epikondylitis klingt nach einer Entzündung. Tatsächlich liegt meist eine Überlastung der Sehne vor, die Fachleute auch als Tendinopathie bezeichnen. Der Tennisarm tritt mit etwa 2 Prozent häufiger auf als der Golferarm. Die Diagnose stellt die Praxis meist durch Untersuchung. Bildgebung ist nur nötig, wenn andere Ursachen vermutet werden. Zur Sehnenüberlastung allgemein informiert der Beitrag zur Tendinose.

Kurzantwort: Beim Golferarm schmerzt die Innenseite des Ellenbogens bei Beugung des Handgelenks. Er heilt meist ohne Operation, oft erst nach Monaten.

Nervenengpass: Das Sulcus-ulnaris-Syndrom

Der Ellennerv verläuft am inneren Ellenbogen in einer Rinne dicht unter der Haut. Dort kann er eingeengt werden, etwa durch Druck oder wiederholtes Beugen. Typisch sind Kribbeln, Taubheit und Kraftverlust in Ring- und Kleinfinger. Begünstigend wirken Diabetes, Übergewicht, rheumatische Erkrankungen und frühere Verletzungen. Die Praxis misst häufig die Nervenleitgeschwindigkeit. Mehr dazu steht im Beitrag zum Sulcus-ulnaris-Syndrom. Anhaltende Taubheit oder Schwäche gehört zeitnah in ärztliche Abklärung, damit der Nerv keinen dauerhaften Schaden nimmt.

Weitere mögliche Ursachen

Nach einem Sturz oder bei Wurfsportarten kann das innere Seitenband gereizt oder verletzt sein. Auch Arthrose, Gelenkentzündungen und Verkalkungen sind möglich. Schmerzen, die vom Nacken in den Arm ausstrahlen, beschreibt der Beitrag zur Cervicobrachialgie. Schmerzen in der Armmuskulatur behandelt der Artikel Oberarmmuskel-Schmerzen. Eine Sehne an der Vorderseite des Ellenbogens behandelt der Text zur Bizepssehne.

Was bei Schmerzen innen am Ellenbogen hilft

Zuerst gilt es, schmerzauslösende Bewegungen zu meiden. Danach können gezielte Kräftigungsübungen für Unterarm und Handgelenk helfen. Fachleute nennen das exzentrisches Training. Physiotherapie leitet die Übungen an. Bei akuten Beschwerden können rezeptfreie Schmerzmittel nach Packungsbeilage kurzzeitig entlasten. Bandagen und Schienen entlasten die Sehnenansätze im Alltag. Bei einem eingeengten Nerv kommen Schiene, Ruhe und entzündungshemmende Behandlung zum Einsatz. Reicht das nicht, kann eine Operation den Nerv entlasten. Bei hartnäckigem Golferarm prüft die Praxis weitere Verfahren. Dazu gehören Physiotherapie mit manuellen Techniken und in Einzelfällen Injektionen. Die Entscheidung trifft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach Abwägung von Nutzen und Risiken.

Belastung im Alltag anpassen

Wer den Ellenbogen entlasten will, verändert zuerst die Belastung. Schwere Taschen wandern besser in den Rucksack. Bei Bildschirmarbeit helfen eine entspannte Handgelenkhaltung und regelmäßige Pausen. Handwerker wechseln wenn möglich die Greifhaltung. Im Sport zählt eine saubere Technik, etwa beim Golf oder beim Werfen. Nach einer Pause steigt die Belastung langsam wieder an. Aufwärmen vor dem Training schützt die Sehnenansätze. Den Nerv schont ein Polster, wenn der Ellenbogen lange auf harter Fläche aufliegt. Schlafen mit dauerhaft stark gebeugtem Arm kann Nervenbeschwerden verstärken.

Wann ein Arztbesuch nötig ist

Einige Zeichen verlangen zeitnah eine ärztliche Abklärung:

  • Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust in den Fingern
  • Schwellung, Rötung oder Überwärmung des Gelenks
  • Fieber oder Schmerzen nach einem Sturz
  • Beschwerden, die trotz Schonung mehrere Wochen anhalten

Wie lange die Beschwerden dauern

Manche Menschen bessern sich nach einigen Wochen. Häufig dauert es länger. Rund 80 Prozent der Betroffenen sind nach einem Jahr schmerzfrei. Wer trotz Schonung wochenlang Schmerzen behält, lässt die Ursache abklären.

Fazit

Ellenbogenschmerzen innen gehen meist auf einen Golferarm zurück. Taubheit in den Fingern spricht für den Ellennerv. Schonung, Kräftigung und Geduld führen bei der Mehrzahl der Betroffenen zum Erfolg. Bei Taubheit, Schwäche, Schwellung oder Fieber gehört der Ellenbogen sofort in ärztliche Hände.

FAQ – Häufige Fragen

Was bedeuten Schmerzen innen am Ellenbogen?

Meist steckt ein Golferarm dahinter. Seltener sind Nervenengpass, Bänderverletzung oder Arthrose die Ursache.

Wie unterscheiden sich Golferarm und Tennisarm?

Beim Golferarm schmerzt die Innenseite, beim Tennisarm die Außenseite des Ellenbogens.

Wer bekommt einen Golferarm?

Am häufigsten Menschen zwischen 40 und 60 Jahren. Männer und Frauen sind ähnlich oft betroffen.

Wie wird ein Golferarm festgestellt?

Meist genügt die körperliche Untersuchung. Bildgebung ist nur bei Verdacht auf andere Ursachen nötig.

Wie lange dauert ein Golferarm?

Manche bessern sich in Wochen. Etwa 80 Prozent sind innerhalb eines Jahres schmerzfrei.

Was deutet auf den Ellennerv hin?

Kribbeln, Taubheit und Kraftverlust in Klein- und Ringfinger.

Hilft Schonung?

Ja. Schmerzauslösende Bewegungen werden zunächst vermieden. Danach folgt schrittweise gezieltes Training.

Helfen Bandagen?

Sie können die Sehnenansätze entlasten. Sie ersetzen weder Training noch die ärztliche Abklärung.

Wann ist eine Operation nötig?

Beim Nervenengpass, wenn konservative Behandlung nicht ausreicht. Beim Golferarm selten.

Wann gehört der Ellenbogen zur Ärztin oder zum Arzt?

Bei Taubheit, Schwäche, Schwellung, Fieber, Sturz oder wenn Schmerzen über Wochen anhalten.

Mehr zum Thema

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

Quellen

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