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Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion
Kurzantwort: Sehr häufig — also bei mehr als einem von zehn Behandelten — nennt die Fachinformation zu Entresto drei Nebenwirkungen: zu viel Kalium im Blut, niedrigen Blutdruck und eine nachlassende Nierenfunktion. In der Zulassungsstudie traten sie bei 11,6 %, 17,6 % und 10,1 % der Erwachsenen auf. Ein Angioödem, also eine Schwellung von Gesicht, Zunge oder Rachen, wurde bei 0,5 % beschrieben und ist die gefährlichste der gelisteten Reaktionen.
Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Setze ein Medikament nie eigenmächtig ab und ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache. Bei Schwellungen an Lippen, Zunge oder im Hals, Atemnot, Ohnmacht oder plötzlich nachlassender Urinausscheidung gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.
Entresto enthält zwei Wirkstoffe: Sacubitril und Valsartan. Verschrieben wird es bei
chronischer Herzinsuffizienz, wenn die linke Herzkammer zu schwach pumpt. Zugelassen ist
es für Erwachsene und für Kinder ab einem Jahr.
Was unten steht, stammt aus der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, die
die Europäische Arzneimittel-Agentur veröffentlicht. Das ist das Dokument, aus dem auch
deine Ärztin arbeitet. Es beschreibt, was beobachtet wurde — nicht, was bei dir passieren
wird.
Was Entresto im Körper macht
Sacubitril bremst den Abbau der natriuretischen Peptide. Das sind körpereigene
Botenstoffe, die dafür sorgen, dass Natrium und Wasser über die Niere ausgeschieden
werden und sich die Gefäße weiten. Valsartan blockiert den Rezeptor für Angiotensin II,
ein Hormon, das die Gefäße eng stellt und den Blutdruck hebt.
Beide Wirkungen zielen auf dasselbe: weniger Last für ein Herz, das ohnehin schon zu
wenig Kraft hat. Beide erklären auch, warum der Blutdruck fällt und die Niere reagiert.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind der Preis des Wirkprinzips.
Die häufigsten Nebenwirkungen in Zahlen
Die Fachinformation ordnet jede Nebenwirkung einer festen EU-Kategorie zu. Sehr häufig
heißt: bei mindestens einem von zehn Behandelten. Häufig heißt: bei einem von hundert bis
einem von zehn. Gelegentlich: bei einem von tausend bis einem von hundert.
Sehr häufig sind erhöhte Kaliumwerte, niedriger Blutdruck und eine
eingeschränkte Nierenfunktion.
Häufig sind Blutarmut, zu niedriges Kalium, Unterzuckerung,
Schwindel, Kopfschmerzen, kurze Ohnmachten, Drehschwindel, Blutdruckabfall beim
Aufstehen, Husten, Durchfall, Übelkeit, Magenschleimhautentzündung, Nierenversagen,
Müdigkeit und Schwäche.
Gelegentlich treten Überempfindlichkeitsreaktionen auf, außerdem zu
niedriges Natrium, Schwindel beim Lagewechsel, Juckreiz, Hautausschlag und das
Angioödem. Selten sind Halluzinationen und Schlafstörungen,
sehr selten Verfolgungsideen und ein Angioödem des Darms.
Angioödem — das Warnsignal, das keinen Aufschub duldet
In der Zulassungsstudie PARADIGM-HF trat ein Angioödem bei 0,5 % der Behandelten auf,
unter dem Vergleichsmittel Enalapril bei 0,2 %. Bei Schwarzen Patientinnen und Patienten
lag der Anteil höher: 2,4 % unter Sacubitril/Valsartan gegenüber 0,5 % unter Enalapril.
Schwillt die Zunge, der Rachen oder das Gesicht an, kann die Luftröhre eng werden. Das
ist ein Notfall. Wer das bemerkt, ruft den Notruf und nimmt das Medikament nicht weiter
ein.
Kalium, Nieren und Blutdruck werden kontrolliert
In PARADIGM-HF hatten 19,7 % der Behandelten Kaliumwerte über 5,4 mmol pro Liter. Zu
viel Kalium kann den Herzrhythmus stören, und man merkt es nicht unbedingt. Deshalb
gehören Blutkontrollen zur Behandlung.
Die Nierenfunktion verschlechterte sich bei 10,1 % — unter Enalapril bei 11,5 %, also
in ähnlicher Größenordnung. Ein niedriger Blutdruck wurde bei 17,6 % dokumentiert. Werte
unter 90 mmHg systolisch mit einem Abfall von mehr als 20 mmHg gegenüber dem Ausgangswert
traten bei 4,76 % auf.
Wann Entresto nicht gegeben werden darf
Die Fachinformation nennt klare Gegenanzeigen. Entresto darf nicht zusammen mit einem
ACE-Hemmer eingenommen werden. Wird von einem ACE-Hemmer umgestellt, müssen mindestens
36 Stunden dazwischen liegen. Wer früher unter einem ACE-Hemmer oder Sartan schon einmal
ein Angioödem hatte, bekommt Entresto nicht. Dasselbe gilt bei erblichem oder
unerklärtem Angioödem.
Weitere Gegenanzeigen: die gleichzeitige Einnahme von Aliskiren bei Diabetes oder bei
einer geschätzten Nierenleistung unter 60 ml/min/1,73 m², eine schwere
Leberfunktionsstörung, eine biliäre Zirrhose, ein Gallestau sowie das zweite und dritte
Schwangerschaftsdrittel.
Wie die Dosis gefunden wird
Die Fachinformation nennt als übliche Anfangsdosis für Erwachsene eine Tablette
49 mg/51 mg zweimal täglich und als Zieldosis 97 mg/103 mg zweimal täglich, erreicht
durch Verdopplung nach zwei bis vier Wochen. Wer vorher keinen ACE-Hemmer oder Sartan
genommen hat oder nur eine niedrige Dosis, beginnt mit 24 mg/26 mg zweimal täglich.
Begonnen wird nicht bei Kaliumwerten über 5,4 mmol pro Liter oder einem systolischen
Blutdruck unter 100 mmHg.
Welche Dosis für dich richtig ist, entscheidet deine Ärztin. Verträgst du sie
schlecht, sieht die Fachinformation ausdrücklich vor, die Begleitmedikamente anzupassen
oder die Dosis vorübergehend zu senken — nicht, das Mittel eigenmächtig abzusetzen.
Häufige Fragen
Muss ich Entresto lebenslang nehmen?
Das entscheidet die behandelnde Ärztin. Die Fachinformation nennt keine feste Behandlungsdauer, sondern beschreibt eine Dauertherapie bei chronischer Herzinsuffizienz.
Warum steht Husten in der Liste, obwohl Entresto kein ACE-Hemmer ist?
Husten ist in der Fachinformation als häufige Nebenwirkung geführt, also bei bis zu einem von zehn Behandelten. Über die Ursache trifft das Dokument keine Aussage.
Darf ich Entresto in der Schwangerschaft nehmen?
Im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel ist Entresto laut Fachinformation kontraindiziert. Wer schwanger ist oder werden möchte, spricht das ärztlich an.
Was bedeutet die Angabe „sehr häufig“ genau?
Die EU-Kategorien sind festgelegt: sehr häufig ab 1/10, häufig 1/100 bis unter 1/10, gelegentlich 1/1.000 bis unter 1/100, selten 1/10.000 bis unter 1/1.000, sehr selten unter 1/10.000.
Gibt es Entresto auch für Kinder?
Ja. Die EU-Zulassung umfasst Kinder ab einem Jahr mit symptomatischer chronischer Herzinsuffizienz und linksventrikulärer systolischer Dysfunktion. Für Kinder unter 40 kg gibt es Granulat statt Tabletten.
Kann ich eine vergessene Dosis nachholen?
Die Fachinformation sagt dazu, dass die nächste Dosis zum geplanten Zeitpunkt eingenommen werden soll. Eine doppelte Dosis ist dort nicht vorgesehen.
Quellen
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Entresto, Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Abschnitte 4.2, 4.3, 4.8) — abgerufen am 10. September 2026
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Entresto — Übersicht zum Arzneimittel — abgerufen am 10. September 2026
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Nebenwirkungen melden — abgerufen am 10. September 2026
Redaktion gesundheitscenter.net — hier wird zusammengetragen, was Fachinformationen, Leitlinien und Behörden zu einem Thema sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
