Fingergelenke: Anatomie und Aufbau einfach erklärt

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Jede Hand besitzt 14 Fingergelenke. Jeder der vier langen Finger hat drei davon: das Grundgelenk, das Mittelgelenk und das Endgelenk. Der Daumen hat zwei. Die Gelenke verbinden die Mittelhandknochen und die Fingerglieder. Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln halten sie zusammen und bewegen sie.

Kurzantwort: Die Fingergelenke heißen MCP (Grundgelenk), PIP (Mittelgelenk) und DIP (Endgelenk). Das Grundgelenk der Langfinger ist ein Kugelgelenk, Mittel- und Endgelenk sind Scharniergelenke.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pro Hand gibt es 14 Fingergelenke und 14 Fingerglieder.
  • Die Mittelgelenke beugen sich um etwa 100 Grad, die Endgelenke um etwa 70 Grad.
  • Ringbänder halten die Beugesehnen dicht am Knochen.
  • Arthrose trifft am häufigsten die End- und Mittelgelenke.

Fingergelenke im Überblick: Namen und Lage

Fachleute benennen die Gelenke nach ihrer Position. Die Abkürzungen stammen aus dem Lateinischen und Englischen und tauchen in Arztbriefen regelmäßig auf.

Gelenk Kürzel Lage Gelenktyp
Grundgelenk MCP zwischen Mittelhandknochen und erstem Fingerglied Kugelgelenk (Daumen: Scharniergelenk)
Mittelgelenk PIP zwischen erstem und zweitem Fingerglied Scharniergelenk
Endgelenk DIP zwischen zweitem und drittem Fingerglied Scharniergelenk

Der Daumen besitzt nur zwei Glieder. Deshalb hat er ein Grundgelenk und ein einziges Endgelenk. Das Daumensattelgelenk am Handgelenk kommt zusätzlich dazu. Es macht das Greifen und Opponieren erst möglich.

Aufbau und Bewegung der Fingergelenke

Das Grundgelenk der Finger zwei bis fünf gilt als Kugelgelenk. Wegen der straffen Bänder bewegt es sich aber wie ein Eigelenk. Es beugt, streckt und spreizt die Finger. Drehbewegungen fallen klein aus.

Mittel- und Endgelenke sind Scharniergelenke. Beide beugen und strecken nur in einer Ebene. Laut Wikipedia beugt sich das Mittelgelenk um etwa 100 Grad und das Endgelenk um etwa 70 Grad. Diese Kette aus Gelenken erlaubt die Faust genauso wie den feinen Pinzettengriff.

Bänder, Kapseln und Sehnen

Jedes Gelenk steckt in einer Gelenkkapsel. Seitenbänder stabilisieren es nach links und rechts. Palmarbänder verstärken die Kapsel auf der Handflächenseite und verhindern ein Überstrecken.

Die Beugesehnen verlaufen in Sehnenscheiden an der Handflächenseite. Ringbänder mit den Bezeichnungen A1 bis A5 halten sie am Knochen. Ohne diese Bänder würden die Sehnen bei jeder Beugung wie eine Bogensehne abstehen. Kreuzbänder mit den Bezeichnungen C1 bis C3 sitzen zwischen den Ringbändern und erhalten die Beweglichkeit. Die Strecksehnen laufen über den Handrücken.

Auf der Gelenkfläche sitzt eine dünne Knorpelschicht. Mehr dazu steht im Beitrag über den Knorpel. Einen Überblick über Knochen und Muskeln bietet der Artikel zur Anatomie der Hand.

Typische Beschwerden und Erkrankungen

Die kleinen Gelenke tragen bei jedem Griff Last. Entsprechend häufig treten Beschwerden auf.

  • Heberden-Arthrose: Verschleiß der Endgelenke. Typisch sind knotige Verdickungen. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.
  • Bouchard-Arthrose: Verschleiß der Mittelgelenke. Laut Wikipedia zeigt sie sich bei etwa 18 Prozent älterer Menschen mit spindelförmiger Schwellung und eingeschränkter Beweglichkeit.
  • Skidaumen: Riss des Seitenbands am Daumengrundgelenk, oft nach einem Sturz.
  • Gelenkkapselentzündung: Die gereizte Kapsel schwillt an und schmerzt. Eine Erklärung bietet der Beitrag zur Gelenkkapselentzündung am Finger.

Bei der Bouchard-Arthrose genügt meist eine einfache Behandlung. Kleine Schienen oder Tape-Verbände entlasten das Gelenk. Gelegentlich spritzen Ärztinnen und Ärzte Kortison in das Gelenk. Eine Operation bleibt selten und kommt bei anhaltendem Schmerz und Instabilität infrage.

Kurzantwort: Geschwollene, steife oder knotig verdickte Fingergelenke gehören in die ärztliche Abklärung. Rheuma und Arthrose lassen sich nur durch Untersuchung und Bildgebung unterscheiden.

Abklärung: wann zum Arzt

Kurze Schmerzen nach ungewohnter Belastung klingen oft von selbst ab. Auch Verletzungen wie ein verstauchter Finger heilen meist ohne Folgen. Eine Untersuchung ist sinnvoll, wenn Schwellung, Rötung oder Steifigkeit über mehrere Tage anhalten. Gleiches gilt für Schmerzen in Ruhe, für Fehlstellungen und für Taubheit. Die Praxis tastet die Gelenke ab, prüft die Beweglichkeit und veranlasst bei Bedarf ein Röntgenbild. Bei Schmerzen an einzelnen Fingern hilft der Beitrag zum Mittelfinger beim Beugen und Strecken.

Gesunde Fingergelenke im Alltag

Jede Hand führt im Laufe eines Tages Tausende Greifbewegungen aus. Schreiben, Tippen, Kochen und Handarbeit beanspruchen die Gelenke stetig. Ein Wechsel der Tätigkeiten und kurze Pausen entlasten sie.

Regelmäßige Bewegung hält die Gelenke geschmeidig. Kleine Übungen helfen, etwa das sanfte Öffnen und Schließen der Faust oder das Berühren der Fingerspitzen mit dem Daumen. Wärme lockert steife Gelenke am Morgen. Bei Schmerzen bestimmt die Ärztin oder der Arzt, welche Übungen passen.

Fazit

Die Fingergelenke bestehen aus Grund-, Mittel- und Endgelenken mit jeweils eigener Aufgabe. Kapseln, Bänder und Sehnen sorgen für Stabilität und Beweglichkeit. Verschleiß trifft vor allem die End- und Mittelgelenke. Anhaltende Beschwerden sollten ärztlich geprüft werden.

FAQ – Häufige Fragen

Wie viele Fingergelenke hat eine Hand?

Eine Hand hat 14 Fingergelenke. Die vier langen Finger haben je drei, der Daumen hat zwei.

Wie heißen die drei Fingergelenke?

Die Bezeichnungen lauten Grundgelenk (MCP), Mittelgelenk (PIP) und Endgelenk (DIP).

Welcher Gelenktyp sind die Fingergelenke?

Mittel- und Endgelenke sind Scharniergelenke. Das Grundgelenk der Langfinger ist ein Kugelgelenk mit eingeschränkter Drehung.

Warum hat der Daumen kein Mittelgelenk?

Der Daumen besteht nur aus zwei Fingergliedern. Dadurch fällt das Mittelgelenk weg.

Wie weit lassen sich die Fingergelenke beugen?

Das Mittelgelenk beugt sich um etwa 100 Grad, das Endgelenk um etwa 70 Grad.

Was sind Ringbänder am Finger?

Ringbänder sind Bandschlaufen, die die Beugesehnen am Knochen halten. Die Bezeichnungen lauten A1 bis A5.

Was ist der Unterschied zwischen Heberden- und Bouchard-Arthrose?

Die Heberden-Arthrose betrifft die Endgelenke, die Bouchard-Arthrose die Mittelgelenke.

Woher kommt das Knacken in den Fingergelenken?

Häufig entstehen Geräusche durch Gasbläschen in der Gelenkflüssigkeit oder durch gleitende Sehnen. Schmerzfreies Knacken gilt meist als harmlos.

Wann sind dicke Fingergelenke ein Warnzeichen?

Bei anhaltender Schwellung, Rötung, Wärme oder Morgensteifigkeit sollte die Praxis nach der Ursache suchen.

Können Fingergelenke ersetzt werden?

Künstliche Fingergelenke existieren. Selten kommen sie zum Einsatz, weil Lockerungen und fehlende Langzeitdaten die Bilanz trüben.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Quellen

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