Halsschmerzen beim Stillen: Was erlaubt ist und was hilft

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Bei Halsschmerzen dürfen stillende Mütter in aller Regel weiterstillen. Gegen Schmerzen und Fieber gelten Paracetamol und Ibuprofen in der Stillzeit als Mittel der Wahl. Dazu helfen warme Getränke, Ruhe und Gurgeln mit Salzwasser. Bei hohem Fieber, eitrigen Belägen oder Atemnot gehört der Gang in die Praxis dazu.

Das Wichtigste in Kürze

  • Weiterstillen ist bei Erkältung und Halsschmerzen meist möglich.
  • Paracetamol und Ibuprofen gelten in der Stillzeit als gut verträglich.
  • Einnahme am besten direkt nach dem Stillen.
  • Große Mengen Salbei- und Pfefferminztee eher meiden.

Halsschmerzen in der Stillzeit: Darf man weiterstillen?

Die meisten Halsschmerzen entstehen durch Erkältungsviren. Wenn die ersten Beschwerden auftreten, hatte das Baby meist schon Kontakt mit den Erregern. Eine Stillpause schützt es deshalb kaum. Die Muttermilch liefert dagegen Abwehrstoffe, die das Kind bei der eigenen Abwehr unterstützen. Deshalb raten Fachleute in der Regel zum Weiterstillen.

Einfache Hygiene hilft trotzdem. Vor dem Stillen die Hände waschen. Nicht direkt ins Gesicht des Babys husten oder niesen. Bei starkem Husten kann eine Maske beim Stillen sinnvoll sein.

Kurzantwort: Bei Halsschmerzen darf man in der Regel weiterstillen. Die Milch gibt dem Baby sogar Abwehrstoffe mit.

Welche Schmerzmittel sind beim Stillen erlaubt?

Das Beratungszentrum Embryotox der Charité bewertet Arzneimittel für Schwangerschaft und Stillzeit. Zwei rezeptfreie Wirkstoffe schneiden dort besonders gut ab.

Wirkstoff Übergang in die Muttermilch Bewertung in der Stillzeit
Ibuprofen weniger als 0,6 Prozent der mütterlichen Dosis Mittel der Wahl, bevorzugtes Mittel unter den Entzündungshemmern
Paracetamol höchstens etwa 2 Prozent pro Mahlzeit Mittel der Wahl gegen Schmerzen und Fieber

Ibuprofen wird schnell abgebaut. Seine Halbwertszeit liegt bei 1,8 bis 3,5 Stunden. Bei gestillten Kindern wurden in mehreren Untersuchungen keine Nebenwirkungen beobachtet. Paracetamol wird sogar bei Frühgeborenen und Neugeborenen eingesetzt. Beide Mittel sollten trotzdem so kurz und so niedrig wie möglich genommen werden. Die Packungsbeilage und die Apotheke geben die passende Menge vor.

Ein praktischer Tipp: das Mittel direkt nach dem Stillen nehmen. Bis zur nächsten Mahlzeit ist dann schon ein Teil abgebaut.

Lutschtabletten und Sprays

Lutschtabletten und Rachensprays wirken vor allem lokal. Viele Präparate sind in der Stillzeit unproblematisch. Die Unterschiede liegen im Detail. Manche enthalten betäubende Wirkstoffe, andere ätherische Öle. Die Apotheke kennt die Einstufung einzelner Produkte. Einfache Pastillen mit Isländisch Moos oder Hyaluronsäure legen einen schützenden Film über die Schleimhaut. Auch zuckerfreie Bonbons regen den Speichelfluss an und befeuchten den Hals.

Hausmittel gegen Halsschmerzen beim Stillen

  1. Viel trinken: Stillende brauchen ohnehin mehr Flüssigkeit. Warmes Wasser, Kamillen- oder Fencheltee sind gut geeignet.
  2. Gurgeln: Ein halber Teelöffel Salz in einem Glas warmem Wasser beruhigt die Schleimhaut.
  3. Honig: Ein Löffel Honig in Tee lindert das Kratzen. Für die Mutter ist er unbedenklich, dem Baby unter einem Jahr gibt man keinen Honig.
  4. Halswickel: Warme Wickel oder ein Schal tun vielen gut.
  5. Luft befeuchten: Trockene Heizungsluft reizt den Hals zusätzlich.
  6. Ruhe: Wenn möglich, Hilfe für Haushalt und Nachtschichten organisieren.

Bei zwei beliebten Tees ist Vorsicht angebracht. Salbei und Pfefferminze gelten traditionell als Mittel, die die Milchmenge senken können. Eine Tasse schadet meist nicht. Größere Mengen über mehrere Tage sollte man in der Stillzeit aber meiden.

Kurzantwort: Warme Getränke, Gurgeln mit Salzwasser und Honig helfen gut. Salbei- und Pfefferminztee besser nur in kleinen Mengen trinken.

Wann Halsschmerzen in die Praxis gehören

Die meisten Halsschmerzen klingen nach wenigen Tagen ab. In folgenden Fällen sollte eine Ärztin oder ein Arzt draufschauen:

  • Fieber über 39 Grad oder Fieber länger als drei Tage
  • starke Schluckbeschwerden oder Probleme beim Trinken
  • weiße oder gelbe Beläge auf den Mandeln
  • stark geschwollene Lymphknoten am Hals
  • Atemnot, Speichelfluss oder eine kloßige Stimme
  • Beschwerden, die nach einer Woche nicht besser werden

Steckt eine bakterielle Mandelentzündung dahinter, kann ein Antibiotikum nötig sein. Viele Antibiotika sind mit dem Stillen gut vereinbar. Die Praxis sollte aber immer wissen, dass die Patientin stillt.

Wenn das Baby auch krank wird

Trotz Stillen kann sich das Baby anstecken. Meist verläuft die Erkältung dann mild. Eine verstopfte Nase stört vor allem beim Trinken. Häufigeres, kürzeres Anlegen hilft dem Kind oft. Kochsalz-Nasentropfen für Säuglinge machen die Nase frei. Bei Babys unter drei Monaten gilt Fieber immer als Grund für einen sofortigen Besuch in der Kinderarztpraxis. Auch Trinkschwäche, auffällige Müdigkeit oder schnelle Atmung sollten ärztlich abgeklärt werden.

Fazit

Halsschmerzen sind in der Stillzeit häufig und meist harmlos. Weiterstillen ist in der Regel richtig und gibt dem Baby Abwehrstoffe mit. Paracetamol und Ibuprofen gelten als gut verträglich, Hausmittel ergänzen die Behandlung. Bei Warnzeichen hilft ein schneller Termin in der Praxis.

FAQ – Häufige Fragen

Darf man mit Halsschmerzen stillen?

Ja, in der Regel schon. Die Milch enthält Abwehrstoffe für das Baby.

Welches Schmerzmittel ist in der Stillzeit erlaubt?

Ibuprofen und Paracetamol gelten als Mittel der Wahl.

Wann nimmt man das Schmerzmittel am besten?

Direkt nach dem Stillen. Bis zur nächsten Mahlzeit ist ein Teil schon abgebaut.

Sind Lutschtabletten beim Stillen erlaubt?

Viele ja. Die Apotheke hilft bei der Auswahl eines geeigneten Produkts.

Darf man Salbeitee in der Stillzeit trinken?

In kleinen Mengen meist schon. Größere Mengen können die Milchmenge senken.

Kann sich das Baby anstecken?

Möglich ist das. Meist hatte es aber schon vor Beginn der Beschwerden Kontakt mit den Erregern.

Hilft Honig bei Halsschmerzen in der Stillzeit?

Ja, für die Mutter ist Honig unbedenklich. Babys unter einem Jahr bekommen keinen Honig.

Wann sollte man zum Arzt?

Bei hohem Fieber, eitrigen Belägen, starken Schluckbeschwerden oder Atemnot.

Sind Antibiotika mit dem Stillen vereinbar?

Viele Antibiotika ja. Die Praxis wählt passende Wirkstoffe aus.

Wo findet man verlässliche Infos zu Medikamenten in der Stillzeit?

Bei Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité, und in der Apotheke.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Vor der Einnahme von Arzneimitteln in der Stillzeit ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen.

Quellen

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