Hautentzündungen am Körper: Ursachen, Formen und Behandlung

Aktualisiert am 01.10.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Hautentzündungen am Körper gehen meist auf ein Ekzem zurück. Darunter fallen Neurodermitis, Kontaktekzem und seborrhoisches Ekzem. Sie äußern sich durch Rötung, Juckreiz, Schuppung oder Bläschen und sind nicht ansteckend. Seltener stecken Infektionen, Psoriasis oder Rosacea dahinter. Die richtige Behandlung hängt von der Ursache ab.

Kurzantwort: Ein Ekzem ist die häufigste Hautentzündung am Körper. Es juckt, rötet die Haut und ist nicht ansteckend. Eine Hautärztin oder ein Hautarzt klärt die genaue Form und legt die Behandlung fest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ekzem ist der Sammelbegriff für akute und chronische Hautentzündungen mit Juckreiz.
  • Neurodermitis betrifft etwa 10 bis 20 Prozent der Kinder und 2 bis 5 Prozent der Erwachsenen.
  • Kontaktekzeme entstehen durch Reizstoffe oder Allergene wie Nickel.
  • Fieber, rasch wachsende Rötung oder Eiter gehören sofort in ärztliche Hände.

Hautentzündungen am Körper: Die wichtigsten Formen

Hautentzündungen unterscheiden sich in Aussehen, Lage und Ursache. Die Tabelle ordnet die häufigsten Formen ein.

Form Typische Merkmale Häufige Stellen
Atopisches Ekzem (Neurodermitis) Trockene, stark juckende, gerötete Haut, verdickte Stellen Ellenbeugen, Kniekehlen, Gesicht bei Babys
Kontaktekzem Rötung, Bläschen, Juckreiz nach Hautkontakt mit Reizstoff Stelle mit Kontakt, etwa Hände, Hals, Handgelenk
Seborrhoisches Ekzem Gerötete oder helle Flecken mit gelblichen, fettigen Schuppen, meist wenig Juckreiz Kopfhaut, Augenbrauen, Nasenfalten, Brust
Psoriasis Scharf begrenzte, silbrig schuppende Herde Ellenbogen, Knie, Kopfhaut
Infektiöse Hautentzündung Überwärmung, Schwellung, Schmerz, teils Fieber Überall, oft nach kleinen Wunden

Neurodermitis: Die häufigste chronische Form

Neurodermitis ist eine chronische, nicht ansteckende Hauterkrankung. Sie beginnt meist zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat. Am Anfang steht eine gestörte Hautbarriere. Erbliche Faktoren wie Veränderungen im Filaggrin-Gen spielen mit. Auch allergische Reaktionen etwa auf Hausstaubmilben können beteiligt sein. Typisch ist quälender Juckreiz. Viele Kinder bessern sich mit der Zeit. Rund 80 Prozent zeigen innerhalb von zehn Jahren eine deutliche Besserung oder sind beschwerdefrei. Rückfälle im Erwachsenenalter sind möglich.

Kurzantwort: Neurodermitis verläuft in Schüben. Tägliche Hautpflege, das Meiden von Reizstoffen und bei Schüben ärztlich verordnete Salben bilden die Basis der Behandlung.

Kontaktekzem und seborrhoisches Ekzem

Ein Kontaktekzem entsteht, wenn die Haut auf Reizstoffe oder Allergene reagiert. Häufige Auslöser sind Nickel, Kobalt, Duftstoffe und Reinigungsmittel. Wer den Auslöser meidet, sieht oft rasche Besserung. Das seborrhoische Ekzem tritt dort auf, wo viele Talgdrüsen sitzen. Fachleute vermuten ein Zusammenspiel aus verstärkter Talgbildung, Hefepilzen auf der Haut, Stress und geschwächter Abwehr. Etwa 3 bis 10 von 100 Menschen sind betroffen, Männer häufiger. Bei Säuglingen verschwindet das Ekzem meist innerhalb eines Jahres von allein. Bei Erwachsenen verläuft es chronisch mit wechselnder Stärke. Im Winter und unter Stress verschlechtert es sich oft. Antipilzmittel, Shampoos mit Teer oder Salicylsäure und kurzzeitig Kortison kommen je nach Befund infrage. Die Kopfhaut ist häufig betroffen, wie die Beiträge zur Entzündung der Kopfhaut und zu juckender Kopfhaut zeigen.

Psoriasis und weitere Ursachen

Die Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit scharf begrenzten Herden. Informationen zu den Formen bieten die Beiträge zur Psoriasis vulgaris und zur Psoriasis pustulosa. Bakterielle Infektionen wie die Wundrose zeigen sich als schmerzhafte, überwärmte Rötung. Pilze verursachen Ausschläge in Hautfalten. Herpesviren lösen Bläschen aus. Auch Medikamente und Sonnenlicht können die Haut reizen. Bei einem Ausschlag mit Bläschen in einem Band auf einer Körperhälfte kommt eine Gürtelrose infrage. Sie gehört umgehend in ärztliche Hände. Flächige Rötungen mit Fieber und Blasen nach neuen Medikamenten ebenfalls.

Was bei Hautentzündungen hilft

Die Behandlung folgt der Ursache. Bei Ekzemen steht die Basispflege im Mittelpunkt. Fachleute empfehlen, rückfettende Cremes großzügig und mindestens zweimal täglich aufzutragen. Reizstoffe wie Duftstoffe und aggressive Seifen werden gemieden. Bei akuten Schüben verordnet die Praxis Kortisoncremes. Bei schweren Verläufen kommen Medikamente infrage, die das Immunsystem beeinflussen. Dosierung und Dauer legt stets die Ärztin oder der Arzt fest. Kratzen verschlimmert die Entzündung. Kurze Nägel und kühle Umschläge können den Juckreiz lindern.

Hautpflege im Alltag

Kleine Gewohnheiten entlasten entzündete Haut. Kurzes, lauwarmes Duschen schont die Hautbarriere. Milde, parfümfreie Waschlotionen reizen weniger als Seife. Nach dem Abtrocknen folgt die Pflegecreme. Kleidung aus glatter Baumwolle reibt weniger als Wolle. Neue Kleidung wird vor dem ersten Tragen gewaschen. Bei Kontaktekzemen lohnt ein Protokoll, welche Produkte und Materialien Hautkontakt hatten. So lässt sich der Auslöser leichter finden. Die Praxis kann mit einem Allergietest nachhelfen.

Wann ein Arztbesuch nötig ist

Dringend ärztliche Hilfe brauchen Menschen mit folgenden Zeichen:

  • Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl
  • rasch ausbreitende, schmerzhafte, überwärmte Rötung
  • Eiter, gelbe Krusten oder Blasenbildung
  • Beteiligung von Augen, Mund oder Schleimhäuten
  • Beschwerden, die trotz Pflege über Wochen nicht abklingen

Fazit

Hautentzündungen am Körper sind meist Ekzeme und damit nicht ansteckend. Pflege und das Meiden von Auslösern helfen bei den meisten Formen. Bei Fieber, Eiter oder rasch wachsender Rötung sowie bei anhaltenden Beschwerden gehört die Haut in ärztliche Hände.

FAQ – Häufige Fragen

Was ist ein Ekzem?

Ein Sammelbegriff für akute oder chronische Hautentzündungen mit Juckreiz. Ekzeme sind nicht ansteckend.

Ist eine Hautentzündung ansteckend?

Ekzeme nicht. Infektiöse Hautentzündungen durch Erreger können ansteckend sein.

Wie häufig ist Neurodermitis?

Etwa 10 bis 20 Prozent der Kinder und 2 bis 5 Prozent der Erwachsenen sind betroffen.

Wodurch entsteht ein Kontaktekzem?

Durch Reizstoffe oder Allergene wie Nickel, Kobalt, Duftstoffe oder Reinigungsmittel.

Wie unterscheiden sich Neurodermitis und Psoriasis?

Neurodermitis juckt stark und sitzt oft in Beugen. Psoriasis zeigt scharf begrenzte, silbrig schuppende Herde an Streckseiten.

Welche Rolle spielt die Hautpflege?

Eine zentrale. Rückfettende Cremes stärken die Hautbarriere und werden regelmäßig aufgetragen.

Wann ist Kortison sinnvoll?

Bei akuten Schüben nach ärztlicher Verordnung. Die Anwendung richtet sich nach den Vorgaben der Praxis.

Was hilft gegen Juckreiz?

Kühle Umschläge, kurze Nägel und konsequente Pflege. Bei starkem Juckreiz hilft die Praxis.

Kann Stress Hautentzündungen verschlimmern?

Stress gilt bei Neurodermitis und Psoriasis als möglicher Auslöser für Schübe.

Wann gehört eine Hautentzündung zum Arzt?

Bei Fieber, Eiter, rascher Ausbreitung, Schmerz oder wenn sie über Wochen nicht abklingt.

Mehr zum Thema

    Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.

    Quellen

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