Lotricomb Creme: Wirkstoffe, Anwendung und Nebenwirkungen

Aktualisiert am 01.10.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Lotricomb Creme ist ein verschreibungspflichtiges Kombinationsarzneimittel für die Haut. Es enthält das Antimykotikum Clotrimazol gegen Pilze und das Kortikosteroid Betamethasondipropionat gegen Entzündung. Ärztinnen und Ärzte setzen es innerhalb der ersten Tage bei entzündlichen oder ekzematösen Pilzerkrankungen der Haut ein. Auslöser sind Dermatophyten, Hefen oder Schimmelpilze. Für eine reine Pilzinfektion ohne Entzündung genügen meist rezeptfreie Mittel.

Kurzantwort: Lotricomb Creme kombiniert Clotrimazol (gegen Pilze) mit Betamethason (gegen Entzündung und Juckreiz). Sie ist verschreibungspflichtig und soll nur kurz und nicht großflächig angewendet werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pro Gramm Creme sind 10 mg Clotrimazol und 0,64 mg Betamethasondipropionat enthalten.
  • Die Creme eignet sich vor allem für nässende Pilzerkrankungen mit Entzündung.
  • Nach einer Woche ohne Besserung gehört die Haut zur ärztlichen Kontrolle.
  • Gegenanzeigen sind unter anderem Windpocken und der Augenbereich.

Wirkstoffe und Wirkung

Clotrimazol ist ein Breitspektrum-Antimykotikum aus der Gruppe der Imidazole. Es hemmt den Aufbau von Ergosterol, einem wichtigen Baustein der Pilzzellwand. Die Zellwand wird geschädigt. Die Pilzzelle stirbt ab. In niedriger Konzentration hemmt Clotrimazol das Pilzwachstum, in höherer tötet es Pilze ab. Es wirkt außerdem gegen grampositive Bakterien. Laut Fachinformation dringt es gut in die Haut ein. Die Verweildauer in der Haut beträgt 36 Stunden. Nach dem Auftragen gelangen nur äußerst geringe Mengen in den Körper.

Betamethasondipropionat ist ein stark wirksames Kortikosteroid. Es wirkt auf der Haut entzündungshemmend, juckreizlindernd und gefäßverengend. Die Kombination beider Stoffe bekämpft also Pilz und Entzündung zugleich. Zu weiteren Cremes mit einem Kortikosteroid informiert der Beitrag zu Decoderm tri Creme.

Wann Lotricomb zum Einsatz kommt

Die Fachinformation (Stand Juni 2022) nennt als Anwendungsgebiet die örtliche Behandlung entzündlicher oder ekzematöser Pilzerkrankungen. Die Anwendung ist auf die ersten Tage der Behandlung ausgelegt. Die Creme eignet sich für nässende Hautstellen, die Salbe für trockene Formen. In der Fachinformation werden als Beispiele Tinea cruris (Leistenpilz), Tinea corporis (Körperpilz) und Candidiasis (Hefepilzbefall) genannt.

Für einfachen Fußpilz reichen laut gesundheitsinformation.de meist rezeptfreie Cremes, Gels oder Sprays. Clotrimazol allein ist laut Wikipedia in Deutschland für die äußerliche Anwendung rezeptfrei erhältlich. Zum Thema Nagelpilz informiert der Beitrag zu Nagelpilz-Mitteln. Nagelpilz zählt allerdings nicht zu den Anwendungsgebieten von Lotricomb. Bei Windeldermatitis rät die Fachinformation von der Anwendung ab.

Anwendung: Was die Fachinformation vorgibt

Menge und Häufigkeit legt die verschreibende Praxis fest. Die Packungsbeilage beschreibt die Anwendung. Folgende Vorgaben stehen in der Fachinformation.

  • Die Haut wird vor dem Auftragen gewaschen und gründlich abgetrocknet.
  • Handtücher und Wäsche sollten täglich gewechselt werden, um eine Wiederansteckung zu vermeiden.
  • Die Behandlung läuft, bis die Begleitentzündung abgeklungen ist.
  • Rötung und Juckreiz bessern sich bei Leistenpilz, Körperpilz und Hefepilzbefall meist innerhalb der ersten 3 bis 5 Tage.
  • Tritt nach einer Woche keine Besserung ein, gehört die Haut in ärztliche Hand.
  • Die Creme ist nicht für luftdicht abschließende Verbände gedacht.

Großflächig und über einen längeren Zeitraum von etwa 4 Wochen sollte die Creme nach Möglichkeit nicht angewendet werden. Im Gesicht ist Vorsicht geboten. Im Bereich der Augen darf sie nicht verwendet werden.

Nebenwirkungen auf der Haut

Allergische Hautreaktionen sind selten. Bei Kortikosteroiden auf der Haut sind örtlich Brennen, Jucken, Reizung und Trockenheit beschrieben. Dazu kommen Haarbalgentzündung, Abblassung der Haut, Steroid-Akne, erweiterte kleine Hautgefäße und verstärkter Haarwuchs. Auch periorale Dermatitis, Hautverdünnung, Hautstreifen und Sekundärinfektionen sind aufgeführt. Clotrimazol kann Rötung, Nesselsucht, Bläschen, Abschuppung, Ödeme und Juckreiz auslösen.

Reizt die Haut oder bildet sich eine Sensibilisierung, wird die Behandlung abgebrochen. Eine geeignete Therapie legt die Praxis fest. Tritt zusätzlich eine bakterielle Infektion auf, ist zu prüfen, ob ein Antibiotikum nötig ist.

Kurzantwort: Wer Lotricomb anwendet, sollte Menge und Dauer streng nach ärztlicher Vorgabe einhalten. Starke Kortikosteroide können über die Haut in den Körper gelangen.

Wirkung auf den ganzen Körper

Kortikosteroide gelangen auch durch die Haut in den Körper. Bei großen Mengen, großen Flächen oder langer Dauer kann dies die Hormonachse von Hypothalamus, Hirnanhangdrüse und Nebennieren hemmen. Die Folgen können ein Cushing-Syndrom, erhöhter Blutzucker und Zucker im Urin sein. Die Regeneration erfolgt in der Regel schnell nach dem Absetzen. Selten treten Entzugssymptome auf. Mehr dazu liefert der Beitrag zu Cortison-Entzug.

Unter Kortikosteroiden wurde außerdem verschwommenes Sehen berichtet. Die Häufigkeit ist nicht bekannt. Bei Sehstörungen sollte eine Augenärztin oder ein Augenarzt die Ursache klären. Genannt werden unter anderem Katarakt oder Glaukom.

Fazit

Lotricomb vereint Pilzbekämpfung und Entzündungshemmung in einer Creme. Die Fachinformation grenzt die Anwendung klar ein. Gemeint sind entzündliche Pilzerkrankungen in den ersten Tagen. Die Anwendung soll kurz bleiben und möglichst kleine Flächen betreffen. Wegen des starken Kortikosteroids gehört die Verordnung in ärztliche Hand. Eine Alternative ohne Kortikosteroid bei einfachem Pilz bespricht die Apotheke. Zu Cortison-Cremes ohne Pilzwirkstoff gibt der Beitrag zu Hydrocortison-Creme einen Überblick.

FAQ – Häufige Fragen

Wofür wird Lotricomb Creme eingesetzt?

Für die örtliche Behandlung entzündlicher oder ekzematöser Pilzerkrankungen der Haut in den ersten Tagen. Auslöser können Dermatophyten, Hefen oder Schimmelpilze sein.

Welche Wirkstoffe enthält Lotricomb?

Pro Gramm 10 mg Clotrimazol und 0,64 mg Betamethasondipropionat. Hinzu kommen Cetylstearylalkohol, Propylenglycol und Benzylalkohol als Hilfsstoffe.

Ist Lotricomb rezeptpflichtig?

Ja. Die Fachinformation führt die Verkaufsabgrenzung „verschreibungspflichtig“ auf.

Wie lange darf Lotricomb angewendet werden?

Bis die Begleitentzündung abgeklungen ist. Nach Möglichkeit nicht großflächig und nicht über einen längeren Zeitraum von etwa 4 Wochen.

Was tun, wenn keine Besserung eintritt?

Nach einer Woche ohne Besserung oder bei Hautreizungen die Praxis aufsuchen. Dann sind mikrobiologische Untersuchungen zur Sicherung der Diagnose sinnvoll.

Darf Lotricomb im Gesicht angewendet werden?

Nur mit Vorsicht. Im Bereich der Augen ist die Anwendung ausgeschlossen.

Wann darf Lotricomb nicht angewendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe, bei spezifischen Hautprozessen, Windpocken, Impfreaktionen und im Augenbereich.

Ist Lotricomb in der Schwangerschaft erlaubt?

Nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abschätzung und auf ausdrückliche Anweisung der Ärztin oder des Arztes. Aussagekräftige Studien fehlen.

Wie wirkt sich Lotricomb auf Kinder aus?

Kinder sind empfindlicher für Kortikosteroid-Wirkungen. Bei Kindern im Wachstumsalter sollte die Behandlung ärztlich kontrolliert werden. Eine chronische Anwendung kann Wachstum und Entwicklung beeinträchtigen.

Beeinflusst Lotricomb Kondome?

Im Genital- und Analbereich können die Bestandteile weißes Vaselin und Paraffin die Reißfestigkeit von Latexkondomen verringern.

Mehr zum Thema

Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Maßgeblich sind Packungsbeilage und Fachinformation.

Quellen

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