Macrogol HEXAL plus Elektrolyte: Abführmittel bei chronischer Verstopfung

Aktualisiert am 01.10.2026 · Lesezeit 6 Min.

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 7 Minuten

Macrogol HEXAL plus Elektrolyte ist ein osmotisches Abführmittel. Es enthält Macrogol 3350 mit Natrium, Kalium, Chlorid und Hydrogencarbonat. Zugelassen ist es für chronische Verstopfung bei Erwachsenen und Jugendlichen. Für Kinder unter 12 Jahren wird es nicht empfohlen.

Kurzantwort: Macrogol HEXAL plus Elektrolyte bindet Wasser im Darm und macht den Stuhl weicher. Ein Behandlungszyklus dauert normalerweise nicht länger als 2 Wochen. Eine Langzeitanwendung gehört in ärztliche Begleitung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wirkstoff ist Macrogol 3350 mit den Elektrolyten Natrium, Kalium, Chlorid und Hydrogencarbonat.
  • Zugelassen ist das Pulver bei chronischer Verstopfung ab 12 Jahren.
  • Ein Behandlungszyklus überschreitet normalerweise 2 Wochen nicht.
  • Bei Darmverschluss und schweren entzündlichen Darmerkrankungen ist es verboten.

Zusammensetzung und Wirkprinzip

Ein Beutel Macrogol HEXAL plus Elektrolyte enthält 13,125 g Macrogol 3350, 0,3507 g Natriumchlorid, 0,1785 g Natriumhydrogencarbonat und 0,0466 g Kaliumchlorid. Nach dem Auflösen in 125 ml Wasser enthält die Lösung 65 mmol/l Natrium, 53 mmol/l Chlorid, 17 mmol/l Hydrogencarbonat und 5 mmol/l Kalium. Hilfsstoffe sind unter anderem Siliciumdioxid, Saccharin-Natrium sowie Orangen- und Zitronen-Limetten-Aroma. Das Aroma enthält 0,8 mg Sorbitol je Beutel. Eine Packung gibt es mit 2 bis 100 Beuteln.

Macrogol 3350 bindet Wasser im Darm. Es wirkt osmotisch und erhöht das Stuhlvolumen. Das größere Volumen regt die Kolonbewegung über neuromuskuläre Wege an. Weicher Stuhl wandert leichter weiter, die Entleerung fällt leichter. Der ATC-Code lautet A06AD65. Macrogol 3350 passiert den Darm unverändert und wird so gut wie nicht aufgenommen. Die Elektrolyte tauschen sich mit den Elektrolyten im Blut aus. Der Körper scheidet sie mit dem Stuhlwasser ohne Nettogewinn oder -verlust von Natrium, Kalium und Wasser aus.

Der Hersteller Hexal AG hat das Präparat am 21. April 2011 zugelassen, zuletzt am 19. Januar 2018 verlängert. Es ist apothekenpflichtig, aber nicht verschreibungspflichtig. Wie sich die Wirkung von Macrogol im Detail erklärt, beschreibt der Beitrag zur Wirkung von Macrogol.

Anwendungsgebiet: chronische Verstopfung

Zugelassen ist das Mittel zur Behandlung der chronischen Obstipation bei Erwachsenen, Jugendlichen und älteren Patienten. Für Kinder unter 12 Jahren empfiehlt die Fachinformation es nicht. Wikipedia beschreibt Obstipation als erschwerte und unvollständige Darmentleerung mit verminderter Häufigkeit. Etwa 20 % der Menschen in Deutschland leiden zumindest gelegentlich darunter, rund drei Viertel davon sind Frauen. Eine plötzlich einsetzende Verstopfung gilt als akut und ist abklärungsbedürftig. Hinter ihr kann ein Darmverschluss stecken.

Hilfe bei der Einordnung des Stuhls bietet die Bristol-Stuhlskala. Einfache Maßnahmen ohne Medikamente beschreibt der Beitrag zu abführenden Hausmitteln. Ein Vergleich mit einem anderen Abführmittel steht im Beitrag zu Dulcolax.

Kurzantwort: Macrogol HEXAL plus Elektrolyte ist für Erwachsene und Jugendliche bei chronischer Verstopfung zugelassen. Für Kinder unter 12 Jahren wird es nicht empfohlen. Bei plötzlicher Verstopfung gehört die Ursache in ärztliche Hände.

Anwendung und Dauer

Der Inhalt eines Beutels wird in 125 ml Wasser aufgelöst. Die fertige Lösung ist 24 Stunden haltbar. Sie wird zugedeckt im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C aufbewahrt. Nicht verbrauchte Lösung wird nach 24 Stunden verworfen. Die Beutel selbst lagern nicht über 25 °C und halten 3 Jahre. Die Menge der Beutel pro Tag stellt die Ärztin oder die Apotheke individuell ein. Laut Fachinformation lässt sich die Menge bei langer Anwendung häufig verringern.

Ein Behandlungszyklus überschreitet 2 Wochen normalerweise nicht. Er kann bei Bedarf wiederholt werden. Eine länger dauernde Anwendung wird wie bei allen Abführmitteln normalerweise nicht empfohlen. Nötig sein kann sie bei schwerer oder therapieresistenter Obstipation. Das gilt auch bei Verstopfung durch Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson und bei Verstopfung durch Medikamente, besonders durch Opioide und Anticholinergika. Bei Niereninsuffizienz ist keine Änderung der Menge nötig.

Die Lösung ersetzt die normale Flüssigkeitszufuhr nicht. Trinken bleibt wichtig. Wer andere Arzneimittel einnimmt, hält laut Fachinformation einen Abstand ein. Eine Stunde vor bis eine Stunde nach Macrogol HEXAL plus Elektrolyte sollten keine anderen Arzneimittel eingenommen werden. Das Mittel kann ihre Aufnahme vorübergehend verringern. Vereinzelt wurde das bei Antiepileptika berichtet. Zum Verhältnis zu den Mahlzeiten informiert der Beitrag Macrogol vor oder nach dem Essen.

Nebenwirkungen

Am häufigsten treten Reaktionen im Magen-Darm-Trakt auf. Die Fachinformation nennt Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Dyspepsie, Blähungen, Darmgeräusche und Beschwerden im Anorektalbereich. Sie entstehen durch das größere Darmvolumen und die stärkere Bewegung. Leichter Durchfall spricht meist auf eine Verringerung der Menge an. Auch Kopfschmerzen sind beschrieben. Was Darmgeräusche bedeuten, erklärt der Beitrag zu Darmgeräuschen.

Selten kommen Allergien vor, bis hin zu anaphylaktischen Reaktionen, Atemnot, Nesselsucht, Juckreiz und Angioödem. Dehydrierung und Elektrolytverschiebungen mit zu hohem oder zu niedrigem Kalium und zu niedrigem Natrium sind möglich. Auch periphere Ödeme stehen in der Liste. Die Häufigkeit ist laut Fachinformation nicht bekannt.

Bei Durchfall ist Vorsicht geboten, vor allem bei älteren Menschen, bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion und bei Einnahme von Diuretika. Dann wird eine Kontrolle der Elektrolytwerte erwogen. Zeigen sich Ödeme, Kurzatmigkeit, zunehmende Müdigkeit, Austrocknung oder Zeichen von Herzversagen, wird das Mittel sofort abgesetzt. Eine länger dauernde Anwendung empfiehlt die Fachinformation normalerweise nicht.

Gegenanzeigen und besondere Hinweise

Nicht angewendet werden darf Macrogol HEXAL plus Elektrolyte bei Perforation oder Verschluss des Darms durch Störungen der Darmwand. Gleiches gilt bei Ileus und bei toxischem Megakolon. Auch schwere entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind Gegenanzeigen. Bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen Hilfsstoff darf es ebenfalls nicht eingesetzt werden.

Ein Beutel enthält 188 mg Natrium. Das entspricht 9,4 % der von der WHO empfohlenen maximalen Natriumzufuhr für Erwachsene von 2 g am Tag. Bei natriumarmer Diät ist das zu beachten. Auch der Kaliumgehalt von 24,4 mg je Beutel ist bei kontrollierter Kaliumdiät zu berücksichtigen. Das Mittel beeinflusst die Verkehrstüchtigkeit nicht.

In Schwangerschaft und Stillzeit kann das Präparat angewendet werden. Die Aufnahme von Macrogol 3350 in den Körper ist vernachlässigbar. Bei Menschen mit Schluckstörungen, die verdickte Getränke brauchen, ist eine Wechselwirkung zu beachten. Macrogol wirkt dem Verdickungsmittel auf Stärkebasis entgegen und verflüssigt die Speise.

Fazit

Macrogol HEXAL plus Elektrolyte hilft bei chronischer Verstopfung, indem es den Stuhl mit Wasser aufweicht. Die Elektrolyte halten den Haushalt im Gleichgewicht. Für Kinder unter 12 Jahren ist es nicht vorgesehen. Dauer und Menge richten sich nach der ärztlichen oder pharmazeutischen Beratung. Plötzlich einsetzende Verstopfung und Warnzeichen wie starke Bauchschmerzen verlangen eine ärztliche Abklärung.

FAQ – Häufige Fragen

Wofür wird Macrogol HEXAL plus Elektrolyte angewendet?

Zur Behandlung chronischer Obstipation bei Erwachsenen, Jugendlichen und älteren Patienten.

Wie wirkt Macrogol 3350?

Es bindet Wasser im Darm, erhöht das Stuhlvolumen und regt so die Bewegung des Dickdarms an. Es wird kaum aufgenommen und verlässt den Körper mit dem Stuhl.

Warum enthält das Pulver Elektrolyte?

Natrium, Kalium, Chlorid und Hydrogencarbonat gleichen den Salzhaushalt aus. Sie werden mit dem Stuhlwasser ohne Nettogewinn oder -verlust ausgeschieden.

Wie wird das Pulver zubereitet?

Der Inhalt eines Beutels wird in 125 ml Wasser aufgelöst. Die Lösung hält 24 Stunden, zugedeckt im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C.

Wie lange darf Macrogol HEXAL plus Elektrolyte angewendet werden?

Ein Zyklus überschreitet normalerweise 2 Wochen nicht. Er kann wiederholt werden. Bei schwerer chronischer Verstopfung kann eine längere Anwendung nötig sein, dann unter ärztlicher Aufsicht.

Ist es für Kinder geeignet?

Für Kinder unter 12 Jahren wird es laut Fachinformation nicht empfohlen. Die Behandlung bei Kindern entscheidet die Ärztin.

Darf es in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden?

Ja, laut Fachinformation kann es angewendet werden. Die systemische Aufnahme von Macrogol 3350 ist vernachlässigbar.

Was ist mit anderen Arzneimitteln?

Eine Stunde vor bis eine Stunde nach Macrogol HEXAL plus Elektrolyte sollten keine anderen Arzneimittel eingenommen werden. Ihre Aufnahme kann vorübergehend sinken.

Wann darf es nicht angewendet werden?

Bei Darmperforation, Darmverschluss, Ileus, schweren entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, toxischem Megakolon und Überempfindlichkeit.

Welche Warnzeichen verlangen sofortiges Absetzen?

Ödeme, Kurzatmigkeit, zunehmende Müdigkeit, Austrocknung oder Zeichen von Herzversagen. Dann wird das Mittel abgesetzt und die Elektrolyte werden gemessen.

Mehr zum Thema

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Medikamenten klären Ärztin, Arzt oder Apotheke die Ursache und das weitere Vorgehen.

Quellen

Nach oben scrollen
Gelistet bei TopBlogs