Inhalt
Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist als Entzündung selbst kaum ansteckend. Ansteckend sind die Viren, die sie meist auslösen, also Erkältungs- oder Grippeviren. Wer sich bei einem Menschen mit Sinusitis ansteckt, bekommt deshalb in der Regel eine Erkältung. Ob daraus wieder eine Nebenhöhlenentzündung wird, hängt vom eigenen Körper ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Übertragen werden die auslösenden Viren, nicht die Entzündung.
- Am ansteckendsten ist die frühe Erkältungsphase.
- Eine akute Sinusitis dauert typischerweise 8 bis 14 Tage.
- Allergische oder anatomisch bedingte Formen sind nicht ansteckend.
Ist eine Nasennebenhöhlenentzündung ansteckend?
Die Frage lässt sich in zwei Teile trennen. Die Entzündung der Schleimhaut in Kieferhöhle, Siebbein oder Stirnhöhle entsteht im eigenen Körper. Sie kann nicht auf andere Menschen überspringen. Die Erreger dahinter können es schon.
Laut HNO-Ärzte-im-Netz beginnt eine akute Sinusitis meist mit einem infektiösen Schnupfen. Die Schleimhaut schwillt an und verschließt die engen Ausgänge der Nebenhöhlen. Das Sekret staut sich. In dem warmen Schleim vermehren sich Viren und oft auch Bakterien. Die Entzündung ist also eine Folge der Infektion.
Kurzantwort: Die Entzündung selbst ist nicht ansteckend. Die Erkältungsviren, die sie auslösen, werden aber per Tröpfchen und über die Hände weitergegeben.
Wie werden die Erreger übertragen?
Gesundheitsinformation.de beschreibt zwei Hauptwege für Erkältungsviren:
- Tröpfchen: Beim Niesen oder Husten gelangen winzige virushaltige Tröpfchen in die Luft. Andere atmen sie ein.
- Schmierinfektion: Die Tröpfchen landen auf Türklinken, Tastaturen oder Gläsern. Von dort gelangen sie über die Hände an Mund und Nase.
Auch benutzte Taschentücher sind eine Quelle. Erwachsene erkranken im Schnitt zwei- bis viermal im Jahr an einer Erkältung. Kinder kommen auf sechs bis acht Infekte. Die häufigsten Auslöser sind Rhinoviren. Mehr zu diesen Erregern steht im Beitrag über das Rhinovirus.
Wie lange ist man ansteckend?
Eine feste Frist gibt es nicht. Das Risiko ist in den ersten Tagen der Erkältung am höchsten, wenn Schnupfen und Niesen einsetzen. Bei Grippe sind Erkrankte laut infektionsschutz.de schon einen Tag vor den ersten Symptomen ansteckend und bleiben es bis etwa eine Woche danach. Hat sich die Entzündung einige Tage später in den Nebenhöhlen festgesetzt, sinkt die Ansteckungsgefahr meist deutlich.
| Form | Auslöser | Ansteckend? |
|---|---|---|
| Akute virale Sinusitis | Erkältungs- oder Grippeviren | Die Viren ja, vor allem in den ersten Tagen |
| Bakterielle Sinusitis | Bakterien nach einem Virusinfekt | Kaum, die Bakterien leben meist ohnehin im Nasen-Rachen-Raum |
| Allergische Sinusitis | Heuschnupfen, Hausstaub | Nein |
| Dentogene Sinusitis | Entzündung an Zahnwurzeln | Nein |
| Chronische Sinusitis | Polypen, enge Ausgänge, Dauerreiz | Nein |
Dauer einer Nasennebenhöhlenentzündung
HNO-Ärzte-im-Netz nennt für die akute Form eine typische Dauer von 8 bis 14 Tagen. Halten die Beschwerden länger als zwölf Wochen an, gilt die Sinusitis als chronisch. Kehrt sie mehr als viermal im Jahr zurück und heilt dazwischen vollständig aus, sprechen Ärzte von einer wiederkehrenden Form.
Am häufigsten betroffen sind die Kieferhöhlen und die Siebbeinzellen. Die Stirnhöhlen erkranken seltener, die Keilbeinhöhle noch seltener. Sind alle Nebenhöhlen gleichzeitig entzündet, heißt das Pansinusitis. Mehr dazu erklärt der Artikel zur Pansinusitis.
Kurzantwort: Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung klingt meist nach 8 bis 14 Tagen ab. Ab zwölf Wochen Dauer gilt sie als chronisch.
Wer nach einer Ansteckung eher eine Sinusitis bekommt
Nicht jede Erkältung wandert in die Nebenhöhlen. HNO-Ärzte-im-Netz nennt mehrere Risikofaktoren. Dazu zählen ein geschwächtes Immunsystem, eine schiefe Nasenscheidewand und enge Ausgänge der Nebenhöhlen. Auch Heuschnupfen, Druckwechsel beim Fliegen oder Tauchen und entzündete Zähne im Oberkiefer spielen eine Rolle.
So schützen sich Angehörige und Kollegen
- Hände waschen: Gründlich mit Seife, besonders nach dem Naseputzen.
- In die Armbeuge niesen: So landen weniger Tröpfchen auf den Händen.
- Taschentücher entsorgen: Einmal benutzen und direkt in den Müll werfen.
- Abstand halten: In den ersten Tagen engen Kontakt meiden.
- Lüften: Regelmäßiges Stoßlüften senkt die Zahl der Viren in der Raumluft.
- Nicht teilen: Gläser, Handtücher und Besteck getrennt nutzen.
Wer stark erkältet ist, bleibt am besten zu Hause. Das schont den eigenen Körper und schützt andere.
Wann zum Arzt?
Die meisten Nasennebenhöhlenentzündungen heilen von selbst aus. Laut gesundheitsinformation.de sind Antibiotika nur selten sinnvoll. Bestimmte Warnzeichen erfordern aber sofort ärztliche Hilfe. Dazu zählen hohes Fieber, Schwellungen oder Rötungen rund um die Augen, sehr starke Gesichtsschmerzen, Lichtempfindlichkeit und ein steifer Nacken. Sie können auf seltene, ernste Komplikationen hinweisen.
Auch wer nach zehn Tagen keine Besserung spürt oder nach anfänglicher Besserung wieder schlechter wird, sollte die Hausarztpraxis aufsuchen. Hinweise zum richtigen Messen der Temperatur stehen im Beitrag Fieber messen unter der Achsel.
Fazit
Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist nicht direkt ansteckend. Die auslösenden Erkältungsviren sind es aber, besonders in den ersten Tagen. Wer sich ansteckt, bekommt meist eine Erkältung. Händewaschen, Niesen in die Armbeuge und Abstand senken das Risiko. Allergische, zahnbedingte und chronische Formen sind nicht übertragbar.
FAQ – Häufige Fragen
Kann man sich mit einer Sinusitis anstecken?
Mit der Entzündung nicht, mit den auslösenden Viren schon. Daraus entsteht meist eine Erkältung.
Wie lange ist man bei einer Nasennebenhöhlenentzündung ansteckend?
Am stärksten in den ersten Tagen der Erkältung. Danach sinkt das Risiko meist deutlich.
Ist eine bakterielle Sinusitis ansteckend?
Kaum. Die typischen Bakterien leben bei vielen Menschen ohnehin im Nasen-Rachen-Raum.
Ist eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung ansteckend?
Nein. Sie beruht meist auf Polypen, engen Ausgängen oder einem Dauerreiz.
Darf man mit Sinusitis arbeiten gehen?
Das hängt vom Befinden ab. Bei Fieber und starken Beschwerden ist Ruhe zu Hause sinnvoll.
Können Kinder sich bei Erwachsenen mit Sinusitis anstecken?
Mit den Erkältungsviren ja. Kinder haben ohnehin sechs bis acht Infekte im Jahr.
Wie lange dauert eine akute Nasennebenhöhlenentzündung?
Typischerweise 8 bis 14 Tage.
Welche Nebenhöhlen sind am häufigsten betroffen?
Die Kieferhöhlen und die Siebbeinzellen.
Braucht man bei einer Sinusitis Antibiotika?
Nur selten. Die meisten Entzündungen heilen von selbst aus. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt.
Welche Warnzeichen sind ernst?
Hohes Fieber, Schwellung um die Augen, starke Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und Nackensteife.
Hinweis: Dieser Text informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Quellen
- HNO-Ärzte-im-Netz: Akute Nasennebenhöhlenentzündung
- Gesundheitsinformation.de: Nasennebenhöhlenentzündung
- Gesundheitsinformation.de: Erkältung
- Infektionsschutz.de: Grippe (Influenza)

Sebastian schreibt über Vorsorge und Alltagsgesundheit, ohne Alarm zu schlagen. Seine Beiträge enden mit einem klaren nächsten Schritt.
