Ohrenschmerzen bei Erkältung: Ursachen, Hilfe und Warnzeichen

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Ohrenschmerzen bei einer Erkältung entstehen meist, weil Keime aus dem Nasen-Rachen-Raum über die Ohrtrompete ins Mittelohr wandern. Dort entzündet sich die Schleimhaut. Die meisten akuten Mittelohrentzündungen heilen innerhalb weniger Tage von selbst ab. Schmerzmittel, abschwellende Nasentropfen und Schonung lindern die Beschwerden.

Kurzantwort: Die Ohrtrompete verbindet Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum. Bei einer Erkältung schwillt sie zu. Keime dringen ins Mittelohr vor. Das führt zu stechenden Schmerzen, Druckgefühl und dumpfem Hören.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ohrtrompete leitet Erkältungskeime ins Mittelohr.
  • Typisch sind stechende oder klopfende Schmerzen, Fieber und dumpfes Hören.
  • Die meisten Mittelohrentzündungen heilen innerhalb weniger Tage von selbst.
  • Über 80 Prozent der Kinder erkranken in den ersten Lebensjahren mindestens einmal.

Wie kommen Ohrenschmerzen durch eine Erkältung zustande?

Das Mittelohr liegt hinter dem Trommelfell. Es ist über die Eustachische Röhre mit dem Nasen-Rachen-Raum verbunden. Diese Ohrtrompete gleicht den Druck im Ohr aus. Bei einer Erkältung schwillt die Schleimhaut an. Die Röhre verengt sich. Sekret staut sich im Mittelohr. Viren und Bakterien gelangen über denselben Weg ins Ohr.

So entwickelt sich aus dem Schnupfen eine Mittelohrentzündung. Sie zeigt sich durch stechende oder klopfende Schmerzen im Ohr. Manchmal kommen Fieber, Kopfschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl dazu. Auch Schwindel und Appetitlosigkeit können auftreten.

Bei Erwachsenen läuft der Mechanismus gleich ab. Die Ohrtrompete ist bei ihnen jedoch länger und enger, deshalb trifft es sie seltener als Kinder. Wer trotz Erkältung Ohrenschmerzen bekommt, sollte die Entwicklung über ein bis zwei Tage beobachten und bei Verschlechterung ärztlichen Rat einholen.

Mittelohrentzündung oder Gehörgangsentzündung?

Nicht jeder Ohrschmerz hat dieselbe Ursache. Die Stelle der Entzündung bestimmt die Beschwerden.

Merkmal Mittelohrentzündung Gehörgangsentzündung
Auslöser Erkältung, verstopfte Nase Ohrenstäbchen, Badewasser, feuchte Ohren
Schmerz stechend oder klopfend, tief im Ohr beim Kauen und beim Berühren des Ohrs
Weitere Zeichen Fieber, dumpfes Hören, Ohrausfluss möglich Juckreiz, Rötung, eventuell Hörminderung
Behandlung Schonung, Schmerzmittel, abschwellende Nasentropfen Salben und Ohrentropfen

Wer Ohrentropfen verwenden möchte, findet Hintergründe im Beitrag Ohrenschmerzen und Ohrentropfen.

Kurzantwort: Ohrenschmerzen durch eine Erkältung heilen meist von selbst innerhalb weniger Tage. Schmerzmittel und abschwellende Nasentropfen lindern die Beschwerden. Hohes Fieber, Ausfluss oder Hörverlust gehören in ärztliche Hände.

Was hilft bei Ohrenschmerzen mit Erkältung?

Bei den meisten Betroffenen reichen einfache Maßnahmen. Die Erkrankung heilt meist von selbst. Die Behandlung zielt darauf, Schmerzen und Fieber zu lindern und den Druck im Ohr zu senken.

  • Schmerz- und Fiebermittel nach Absprache mit der Ärztin, dem Arzt oder der Apotheke
  • Abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays, um die Ohrtrompete zu öffnen, nur wenige Tage lang wegen des Gewöhnungseffekts
  • Körperliche Schonung und ausreichend Flüssigkeit
  • Den Kopf beim Liegen leicht erhöhen

Viele Menschen empfinden Wärme als angenehm. Ein Nutzen für die Heilung ist nicht belegt, mehr dazu im Beitrag Ohrenschmerzen und Rotlicht. Tipps für den Druckausgleich bietet der Text Ohren frei bekommen bei Erkältung.

Wann sind Antibiotika nötig?

Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Viele Mittelohrentzündungen verlaufen viral oder heilen von selbst. Ärztinnen und Ärzte setzen Antibiotika gezielt ein. Sie kommen bei bakteriellen Infektionen infrage, etwa bei eitriger Entzündung. Bei Kindern unter zwei Jahren mit beidseitiger Entzündung gilt diese Regel ebenfalls.

Die Entscheidung trifft die Praxis nach der Untersuchung des Trommelfells. Wer ein Antibiotikum verordnet bekommt, nimmt es genau nach Anweisung ein. Ein eigenmächtiger Abbruch sollte vorher abgesprochen werden.

Warum Kinder besonders betroffen sind

Kinder bis zum sechsten Lebensjahr erkranken besonders häufig. Über 80 Prozent haben in den ersten Lebensjahren mindestens eine akute Mittelohrentzündung. Bei ihnen ist die Ohrtrompete kürzer und weiter. Keime gelangen dadurch leichter ins Mittelohr.

Häufige Entzündungen können Narben am Trommelfell und Schwerhörigkeit verursachen. Bei Kleinkindern droht dann eine verzögerte Sprachentwicklung. Deshalb sollten Eltern wiederkehrende Ohrenschmerzen ärztlich abklären lassen.

Wann zum Arzt?

Ärztlichen Rat brauchen Betroffene bei starken Schmerzen, hohem Fieber, Ohrausfluss, Hörverlust oder Schwindel. Dasselbe gilt, wenn die Beschwerden nach wenigen Tagen nicht nachlassen. Bei Babys und Kleinkindern gilt eine niedrige Schwelle.

Schwellung oder Rötung hinter dem Ohr, Nackensteife und starke Benommenheit sind Notfallzeichen. Dann hilft der Notruf 112. Erkältungsbeschwerden im Nacken stehen im Beitrag Erkältung und Nackenschmerzen.

Vorbeugung

Schutz bieten Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Pneumokokken und Influenza. Auch Stillen senkt das Risiko bei Babys. Wer schwimmen war, trocknet die Ohren danach gut. Auf Ohrenstäbchen sollte man verzichten, weil sie Entzündungen des Gehörgangs begünstigen.

Fazit

Ohrenschmerzen bei Erkältung sind ein häufiges Problem, besonders bei Kindern. Meist steckt eine Mittelohrentzündung dahinter, die von selbst ausheilt. Linderung bringen Schmerzmittel, abschwellende Nasentropfen und Schonung. Bei Warnzeichen wie hohem Fieber, Ohrausfluss oder Schwindel ist eine ärztliche Untersuchung nötig. Vorbeugung gelingt mit Impfungen, trockenen Ohren und dem Verzicht auf Ohrenstäbchen.

FAQ – Häufige Fragen

Warum tun die Ohren bei einer Erkältung weh?

Die Ohrtrompete schwillt zu, Sekret staut sich im Mittelohr. Keime lösen dort eine Entzündung aus.

Wie äußert sich eine Mittelohrentzündung?

Mit stechenden oder klopfenden Ohrenschmerzen, Druckgefühl, Fieber und dumpfem Hören.

Wie lange dauern Ohrenschmerzen bei Erkältung?

Die meisten akuten Mittelohrentzündungen heilen innerhalb weniger Tage von selbst ab.

Was hilft sofort gegen den Schmerz?

Schmerz- und Fiebermittel nach ärztlicher oder pharmazeutischer Beratung sowie abschwellende Nasentropfen.

Sind Antibiotika nötig?

Nur bei bakterieller Ursache, etwa bei eitriger Entzündung. Das entscheidet die Praxis.

Warum haben Kinder öfter Ohrenschmerzen?

Ihre Ohrtrompete ist kürzer und weiter. Keime dringen leichter ins Mittelohr ein.

Wie häufig erkranken Kinder?

Über 80 Prozent haben in den ersten Lebensjahren mindestens eine akute Mittelohrentzündung.

Wann ist ein Arztbesuch nötig?

Bei starken Schmerzen, hohem Fieber, Ohrausfluss, Hörverlust, Schwindel oder ausbleibender Besserung.

Können häufige Ohrentzündungen schaden?

Ja. Sie können das Trommelfell vernarben und zu Schwerhörigkeit führen.

Wie lässt sich vorbeugen?

Mit Impfungen, Stillen bei Babys, trockenen Ohren nach dem Baden und ohne Ohrenstäbchen.

Mehr zum Thema

Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden hilft die Hausarztpraxis oder der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Quellen

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