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Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion
Kurzantwort: Pregabalin 25 mg ist die kleinste erhältliche Kapselstärke. Die Fachinformation nennt als Dosisbereich für Erwachsene 150 bis 600 mg pro Tag, verteilt auf zwei oder drei Gaben. Die 25-mg-Kapsel wird deshalb vor allem zum vorsichtigen Eindosieren gebraucht und bei eingeschränkter Nierenfunktion: Ab einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min sieht die Fachinformation Tagesdosen von 25 bis 50 mg vor.
Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Setze ein Medikament nie eigenmächtig ab und ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache. Bei starker Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Rachen, Blasenbildung auf der Haut oder Suizidgedanken gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.
Pregabalin gehört zu den Antiepileptika. Zugelassen ist es in der EU für drei
Anwendungsgebiete bei Erwachsenen: peripherer und zentraler neuropathischer Schmerz,
Epilepsie als Zusatztherapie bei fokalen Anfällen und die generalisierte Angststörung.
Die 25-mg-Kapsel wirft regelmäßig dieselbe Frage auf: Warum eine so kleine Dosis, wenn
die Fachinformation erst bei 150 mg pro Tag anfängt? Die Antwort steht in derselben
Fachinformation, und sie hat mit den Nieren zu tun.
Wofür Pregabalin zugelassen ist
Bei neuropathischen Schmerzen — also Schmerzen, die von geschädigten
Nerven ausgehen — ist Pregabalin für Erwachsene zugelassen, peripher wie zentral. Bei
Epilepsie nur als Zusatztherapie zu einer bestehenden Behandlung, nicht
allein. Bei der generalisierten Angststörung für Erwachsene, wobei die
Fachinformation ausdrücklich verlangt, den Bedarf regelmäßig neu zu prüfen.
Für Kinder unter zwölf Jahren und für Jugendliche zwischen zwölf und siebzehn sind
Sicherheit und Wirksamkeit nicht belegt. Die Fachinformation gibt für diese Altersgruppen
keine Dosierung an.
Was die Fachinformation zur Dosis sagt
Der Dosisbereich liegt bei 150 bis 600 mg pro Tag, aufgeteilt auf zwei oder drei
Einzelgaben. Bei neuropathischem Schmerz beginnt die Behandlung mit 150 mg täglich; nach
drei bis sieben Tagen kann auf 300 mg erhöht werden, nach einer weiteren Woche auf
höchstens 600 mg.
Bei Epilepsie und bei generalisierter Angststörung sind die Schritte jeweils eine
Woche lang. Welche Dosis für dich richtig ist, entscheidet deine Ärztin — die Zahlen oben
beschreiben nur, was das Zulassungsdokument als üblich nennt.
Warum es die 25-mg-Kapsel gibt
Pregabalin wird fast unverändert über die Niere ausgeschieden. Arbeitet die Niere
schlechter, bleibt mehr davon im Körper. Die Fachinformation gibt dafür eine Tabelle
vor, gestaffelt nach Kreatinin-Clearance:
- ab 60 ml/min: Startdosis 150 mg pro Tag, höchstens 600 mg
- 30 bis unter 60 ml/min: Startdosis 75 mg pro Tag, höchstens 300 mg
- 15 bis unter 30 ml/min: 25 bis 50 mg pro Tag, höchstens 150 mg
- unter 15 ml/min: 25 mg pro Tag, höchstens 75 mg
Nach jeder vierstündigen Dialyse ist zusätzlich eine Einzeldosis vorgesehen, laut
Tabelle 25 bis 100 mg. In diesen Bereichen ist die 25-mg-Kapsel die einzige Stärke, mit
der sich die vorgesehene Menge überhaupt abbilden lässt.
Auch bei älteren Menschen kann eine niedrigere Dosis nötig sein, weil die
Nierenleistung mit dem Alter nachlässt. Bei eingeschränkter Leberfunktion ist laut
Fachinformation keine Anpassung erforderlich.
Worauf während der Behandlung geachtet wird
Die Fachinformation hebt mehrere Punkte hervor. Es gab Berichte über schwere
Atemdepression, besonders bei eingeschränkter Atemfunktion, bei Nierenschwäche, bei
älteren Menschen und bei gleichzeitiger Einnahme dämpfender Mittel. Schwere Hautreaktionen
wie das Stevens-Johnson-Syndrom sind selten, können aber lebensbedrohlich verlaufen.
Für Antiepileptika insgesamt zeigte eine Metaanalyse ein leicht erhöhtes Risiko für
Suizidgedanken und suizidales Verhalten; eine epidemiologische Studie fand dies auch für
Pregabalin. Bei gleichzeitiger Einnahme von Opioiden nennt die Fachinformation Berichte
über Darmverschluss, Darmlähmung und Verstopfung.
Absetzen braucht Zeit
Pregabalin wird nicht von einem Tag auf den anderen beendet. Die Fachinformation
empfiehlt, über mindestens eine Woche auszuschleichen — unabhängig vom Anwendungsgebiet.
Beschrieben sind Entzugserscheinungen wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit,
Angst, Durchfall, Nervosität, Schwitzen und Schwindel. Sie können auf eine Abhängigkeit
hinweisen; die Fachinformation verlangt, dass darüber schon zu Behandlungsbeginn
gesprochen wird.
Krampfanfälle können während der Einnahme oder kurz nach dem Absetzen auftreten, auch
als Status epilepticus. Für die lange Anwendung deuten die Daten darauf hin, dass
Häufigkeit und Schwere der Entzugserscheinungen von der Dosis abhängen. Wer Pregabalin
beenden möchte, bespricht den Plan deshalb vorher in der Praxis, statt die Kapseln
einfach wegzulassen.
Bei einer Überdosierung beschreibt die Fachinformation vor allem Schläfrigkeit,
Verwirrtheit, Erregung und Unruhe, außerdem Krampfanfälle und in seltenen Fällen ein
Koma. Behandelt wird unterstützend, bei Bedarf mit einer Dialyse — Pregabalin lässt sich
damit gut aus dem Blut entfernen.
Häufige Fragen
Ist Pregabalin 25 mg eine übliche Erhaltungsdosis?
Für Erwachsene mit normaler Nierenfunktion nicht. Die Fachinformation nennt als Dosisbereich 150 bis 600 mg pro Tag. 25 mg täglich ist dort für eine Kreatinin-Clearance unter 15 ml/min vorgesehen.
Wie schnell wirkt Pregabalin?
Die Fachinformation nennt keinen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt. Sie beschreibt nur die Schritte, in denen die Dosis gesteigert werden kann.
Ist Pregabalin ein Schmerzmittel?
Es gehört zu den Antiepileptika und ist bei neuropathischem Schmerz zugelassen — also bei Schmerz, der von geschädigten Nerven ausgeht, nicht bei Schmerz allgemein.
Muss ich Pregabalin zu einer bestimmten Tageszeit nehmen?
Die Fachinformation gibt die Tagesdosis auf zwei oder drei Gaben verteilt an, nennt aber keine feste Uhrzeit. Den Einnahmeplan legt die Praxis fest.
Was ist bei eingeschränkter Leberfunktion zu beachten?
Laut Fachinformation ist bei eingeschränkter Leberfunktion keine Dosisanpassung erforderlich, weil Pregabalin überwiegend über die Niere ausgeschieden wird.
Kann ich Pregabalin einfach weglassen, wenn es nicht hilft?
Nein. Die Fachinformation verlangt ein schrittweises Beenden über mindestens eine Woche, weil sonst Entzugserscheinungen und Krampfanfälle auftreten können.
Quellen
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Lyrica (Pregabalin), Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Abschnitte 4.1, 4.2, 4.4, 4.8) — abgerufen am 10. September 2026
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Lyrica — Übersicht zum Arzneimittel — abgerufen am 10. September 2026
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Nebenwirkungen melden — abgerufen am 10. September 2026
Von Paul Tenner, Redaktion gesundheitscenter.net. Studienlage und Grenzen der Evidenz werden im Text benannt.

Paul liest Studien, bevor er schreibt, und übersetzt sie in Sätze für den Küchentisch. Seine Themen: Wirkstoffe, Dosierungen, Wechselwirkungen.
