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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Beim Quaddeln spritzt die Ärztin ein örtliches Betäubungsmittel direkt in die Haut. Es entsteht eine kleine, blasse Erhebung, die Quaddel. Das Verfahren gehört zur Neuraltherapie. Laut Wikipedia sind Wirkung und Wirkmechanismus bislang wissenschaftlich nicht belegt.
Kurzantwort: Beim Quaddeln spritzt eine Ärztin ein Lokalanästhetikum in die oberste Hautschicht. Der Nutzen ist wissenschaftlich nicht belegt. Mögliche Risiken sind allergische Reaktionen und selten Verletzungen von Nerven oder Gefäßen.
Das Wichtigste in Kürze
- Quaddeln sind kleine Hautdepots eines Betäubungsmittels, meist mit Procain oder Lidocain.
- Die Injektion erfolgt in die Haut, häufig in sogenannten Headschen Zonen über inneren Organen.
- Wirksamkeit und Wirkmechanismus der Neuraltherapie sind laut Wikipedia nicht wissenschaftlich belegt.
- Mögliche Komplikationen reichen von Allergien bis zu Nervenverletzungen.
Quaddeln spritzen: Was dahintersteckt
Der Begriff Quaddelung stammt aus der Neuraltherapie. Dabei setzt die Ärztin mehrere kleine Depots eines Lokalanästhetikums in die Haut. Jede Injektion hinterlässt eine flache, helle Erhebung. Sie gab dem Verfahren den Namen.
Die Anwendung richtet sich meist an Menschen mit chronischen Schmerzen, die nach Alternativen zu Tabletten suchen. Hinweise zu Nervenschmerzen allgemein liefert der Beitrag zur Neuralgie.
Ablauf: So läuft die Quaddelung ab
Zuerst fragt die Praxis nach Beschwerden, Vorerkrankungen und Allergien. Dann markiert sie die Stelle. Die Haut wird desinfiziert, danach folgt die Injektion mit einer sehr feinen Nadel. Die Nadel bleibt dicht unter der Hautoberfläche.
Meist entstehen mehrere Quaddeln nebeneinander. Die Injektionen sind schnell gesetzt. Kontrolle und Nachsorge richten sich nach dem Befund. Ob und wann Wiederholungen sinnvoll sind, bespricht die Praxis im Einzelfall.
Welche Mittel kommen zum Einsatz
Laut Wikipedia werden die Quaddeln typischerweise mit Procain gefüllt. Ebenso kommen Lidocain, Mepivacain und Prilocain zum Einsatz. Alle vier betäuben örtlich. Lidocain kennen viele auch als Pflaster, mehr dazu steht im Beitrag zum Lidocain-Pflaster.
Die Wahl des Mittels trifft die Ärztin nach Verträglichkeit und Erfahrung. Allergien müssen vorher bekannt sein.
Wofür wird das Verfahren genutzt
Die Injektionen erfolgen oft im Bereich der Headschen Zonen. Das sind Hautareale, die nach der Lehre mit inneren Organen verbunden sind. Die Neuraltherapie setzt sie gegen chronische Schmerzen ein, etwa am Rücken oder an den Gelenken.
Die Wikipedia urteilt kritisch. Weder Wirksamkeit noch Wirkmechanismus seien wissenschaftlich belegt. Auch die angenommenen Störfelder und das sogenannte Sekundenphänomen, eine schlagartige Besserung, ließen sich nicht nachweisen.
Kurzantwort: Quaddeln sind kleine Hautdepots mit Lokalanästhetikum. Wirksamkeit und Wirkmechanismus der Neuraltherapie sind nicht belegt. Risiken bleiben bei jeder Injektion bestehen.
Risiken und Nebenwirkungen
Jede Injektion bringt Risiken mit. Bei Quaddeln sind sie gering, aber vorhanden.
- Allergische Reaktionen auf das Betäubungsmittel.
- Verletzungen von Nerven.
- Verletzungen von Organen.
- Selten Hirnblutungen, wenn die Injektion in ein Blutgefäß gelangt.
Procain wird im Körper zu Paraaminobenzoesäure abgebaut. Darauf reagieren einige Menschen allergisch. Wer Allergien kennt, sagt das vorab. Nach der Behandlung sind leichte Rötungen und kurzzeitige Schmerzen an der Einstichstelle möglich.
Quaddeln auf der Haut: ein anderes Thema
Oft suchen Menschen nach Quaddeln, weil sie welche auf der Haut haben. Nach der Wikipedia sind Quaddeln flache Erhebungen der Haut. Sie sind oft blasser als ihre Umgebung und von einem roten Hof umgeben. Häufig jucken sie.
Auslöser sind Pflanzengifte wie bei der Brennnessel, Insektenstiche, Nesselsucht oder Allergien. Zur Linderung hilft Kühlen, Kratzen sollte vermieden werden. Mehr zur Pflanze steht im Beitrag zur Brennnessel-Wirkung. Antihistaminika verordnet die Ärztin bei stärkeren Beschwerden.
Alternativen bei chronischen Schmerzen
Chronische Schmerzen haben selten eine einzelne Ursache. Nach ärztlicher Abklärung kommen häufig Bewegungstherapie, Physiotherapie, Schmerzmittel oder psychologische Verfahren infrage. Die passende Kombination hängt vom Beschwerdebild ab.
Wer Quaddeln als Ergänzung probieren möchte, führt sie am besten neben einer bewährten Therapie durch. Wichtig ist ein offenes Gespräch mit der behandelnden Praxis. Dort lassen sich Nutzen, Kosten und Risiken abwägen, bevor eine Serie von Injektionen beginnt.
Worauf Patientinnen und Patienten achten sollten
Vor einer Behandlung lohnt die Frage nach Ausbildung und Nutzen. Wer chronische Schmerzen hat, profitiert meist von einer gründlichen Diagnose. Sie klärt, ob eine Ursache behandelbar ist. Die Quaddelung ersetzt keine Abklärung und keine bewährte Therapie.
Sinnvolle Fragen an die Praxis vor dem ersten Termin:
- Welches Betäubungsmittel kommt zum Einsatz?
- Gibt es Erfahrungen mit Allergien darauf?
- Wie viele Sitzungen sind geplant?
- Woran lässt sich erkennen, dass die Behandlung nichts bringt?
- Welche Kosten trägt die Krankenkasse?
Klare Antworten zeigen, ob die Praxis offen mit dem fehlenden Wirksamkeitsnachweis umgeht.
Fazit
Das Quaddeln gehört zur Neuraltherapie und gilt als Verfahren der Alternativmedizin. Ein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis fehlt. Wer es ausprobieren möchte, sollte Allergien und Risiken vorab mit der Ärztin klären. Bei Quaddeln auf der Haut durch Stiche oder Nesselsucht genügt oft schon Kühlen. Bei starken Beschwerden hilft die hausärztliche Praxis weiter.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet Quaddeln spritzen?
Die Ärztin setzt kleine Depots eines Lokalanästhetikums in die Haut. Jede Injektion bildet eine flache Erhebung, die Quaddel.
Welche Mittel werden zum Quaddeln verwendet?
Typisch sind Procain, außerdem Lidocain, Mepivacain und Prilocain.
Wo werden Quaddeln gesetzt?
Häufig im Bereich der Headschen Zonen, also über Hautarealen, die mit inneren Organen in Verbindung gebracht werden.
Ist die Wirkung wissenschaftlich belegt?
Nein. Laut Wikipedia sind weder Wirksamkeit noch Wirkmechanismus der Neuraltherapie belegt.
Was sind Störfelder?
Störfelder sind in der Neuraltherapie angenommene Krankheitsherde im Körper. Ihre Existenz ist wissenschaftlich nicht belegt.
Tut Quaddeln spritzen weh?
Die Injektion in die Haut sticht kurz. Viele empfinden sie als leicht bis mäßig unangenehm.
Welche Risiken gibt es?
Allergien, Nervenverletzungen, Organverletzungen und selten Hirnblutungen bei Injektion in ein Blutgefäß.
Warum reagieren manche auf Procain allergisch?
Procain wird zu Paraaminobenzoesäure abgebaut. Darauf reagieren einige Menschen allergisch.
Was tun gegen Quaddeln auf der Haut?
Kühlen und nicht kratzen. Bei stärkerem Juckreiz verordnet die Ärztin Antihistaminika.
Wann gehört eine Quaddel zum Arzt?
Bei Atemnot, Schwellung im Gesicht oder am Hals und bei Kreislaufproblemen sofort den Notruf wählen.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Quellen

Katrin hat lange in einer Apotheke gearbeitet und erklärt hier Blutwerte, Wirkstoffe und Nebenwirkungen in ruhigen Worten. Wenn etwas in die Praxis gehört, sagt sie das.
