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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Eine Schleimbeutelentzündung an der Ferse verursacht stechende oder drückende Schmerzen im Bereich der Achillessehne, die sich beim Tragen von Schuhen verstärken. Auslöser sind meist Druckstellen durch enges Schuhwerk, eine Achillessehnenreizung oder eine Haglund-Ferse. Mit Entlastung, kühlenden Maßnahmen und entzündungshemmenden Mitteln bessern sich die Beschwerden bei den meisten Betroffenen innerhalb weniger Wochen.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Schleimbeutel an der Ferse können betroffen sein, einer oberflächlich und einer tief zwischen Sehne und Knochen.
- Typisch sind Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Rückseite der Ferse.
- Enge oder hohe Schuhe zählen zu den häufigsten Auslösern.
- Die Behandlung ist meist konservativ, eine Operation bleibt seltenen Fällen vorbehalten.
Was ist eine Schleimbeutelentzündung an der Ferse
An der Ferse liegen zwei kleine Schleimbeutel, die als Polster zwischen Knochen, Sehne und Haut dienen. Der oberflächliche Schleimbeutel sitzt zwischen Achillessehne und Haut, der tiefere zwischen Sehne und Fersenbein. Reizen Druck oder wiederholte Bewegung diese Strukturen, entzünden sie sich und füllen sich mit Flüssigkeit. Mediziner sprechen dann von einer schmerzhaften Achillobursitis oder Bursitis calcanea.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Auslöser unterscheiden sich je nachdem, welcher der beiden Schleimbeutel betroffen ist.
| Form | Typische Ursache |
|---|---|
| Oberflächliche Bursitis | Druck durch enge, hochhackige oder harte Fersenkappen |
| Tiefe (subachilläre) Bursitis | Achillessehnenreizung, rheumatoide Arthritis, Gicht, Überlastung beim Laufen |
Auch eine Haglund-Ferse, eine knöcherne Ausziehung am Fersenbein, begünstigt die Entzündung, weil sie den Schleimbeutel zusätzlich reibt. Läuferinnen, Läufer sowie Fußball- und Handballspieler zählen wegen der wiederholten Belastung zur Risikogruppe. Auch ein plötzlicher Wechsel des Untergrunds, etwa von weichem Waldboden auf harten Asphalt, kann die Reizung auslösen, weil die Ferse dabei stärkeren Stoßbelastungen ausgesetzt ist, ähnlich wie bei einer akuten Verstauchung am Fuß durch plötzliche Fehlbelastung.
Symptome erkennen
Die Beschwerden treten meist schleichend auf und verstärken sich zu Beginn einer Belastung.
Kurzantwort: Schmerzen hinten an der Ferse, die beim Anziehen von Schuhen zunehmen und beim Barfußlaufen nachlassen, sprechen für eine Schleimbeutelentzündung.
Bei der oberflächlichen Form bildet sich häufig ein tastbarer, druckempfindlicher Knoten über der Achillessehne. Die tiefe Form zeigt sich eher durch diffuse Schwellung, Wärme und Schmerzen beim Gehen, ohne dass ein klarer Knoten sichtbar wird.
Diagnose beim Arzt
Orthopädinnen und Orthopäden stellen die Diagnose meist anhand von Krankengeschichte und Tastbefund. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder MRT kommen nur zum Einsatz, wenn eine Begleiterkrankung wie eine Achillessehnenruptur ausgeschlossen werden soll oder die Beschwerden trotz Behandlung anhalten. Der Ultraschall zeigt dabei besonders zuverlässig, ob Flüssigkeit im Schleimbeutel eingelagert ist.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie richtet sich nach Schwere und Verlauf der Entzündung.
| Maßnahme | Wirkung |
|---|---|
| Schuhwechsel, Fersenpolster | Nimmt Druck von der gereizten Stelle |
| Kühlen, Hochlagern | Lindert akute Schwellung |
| Nichtsteroidale Schmerzmittel | Reduziert Schmerz und Entzündung, Einnahme laut Beipackzettel |
| Kortison-Injektion | Bei anhaltenden Beschwerden durch die Ärztin oder den Arzt |
| Stoßwellentherapie | Unterstützt die Heilung bei chronischen Verläufen |
Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika helfen kurzfristig, die genaue Dosierung und Anwendungsdauer legt aber die Ärztin, der Arzt oder die Apotheke anhand des Beipackzettels fest. Eine Operation zur Entfernung des Schleimbeutels oder zur Korrektur einer Haglund-Ferse bleibt Fällen vorbehalten, die auf konservative Maßnahmen nicht ansprechen.
Was im Alltag hilft
Wer zu Schleimbeutelentzündungen neigt, sollte auf gut sitzendes Schuhwerk mit weicher Fersenkappe achten und Sport schrittweise steigern statt die Belastung abrupt zu erhöhen. Auch Dehnübungen für die Wadenmuskulatur entlasten die Achillessehne und damit indirekt die Schleimbeutel.
Kurzantwort: Passendes Schuhwerk, schrittweise Belastungssteigerung und regelmäßiges Dehnen senken das Risiko für eine erneute Entzündung deutlich.
Wann zum Arzt
Halten die Schmerzen trotz Schonung länger als zwei Wochen an, kommen Fieber oder starke Rötung hinzu oder lässt sich die Ferse kaum noch belasten, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Das gilt besonders, wenn zusätzlich eine bekannte rheumatische Erkrankung oder Gicht vorliegt, da diese Erkrankungen die Entzündung verstärken können. Auch bei Diabetes empfiehlt sich eine frühzeitige Vorstellung, weil Wundheilung und Immunabwehr dann oft eingeschränkt sind und sich Entzündungen langsamer zurückbilden.
Vorbeugen
Regelmäßiger Schuhwechsel, das Vermeiden von dauerhaftem Druck durch harte Fersenkappen und ein moderater Trainingsaufbau senken das Rückfallrisiko. Bei bekannter Haglund-Ferse helfen individuell angepasste Einlagen, die den Druck von der Ferse nehmen. Wer neue Laufschuhe kauft, sollte auf eine ausreichend weiche Fersenkappe und eine passende Weite achten, statt allein nach Optik zu entscheiden.
Fazit
Eine Schleimbeutelentzündung an der Ferse ist meist gut behandelbar, wenn Druck und Reizung frühzeitig reduziert werden. Anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden gehören in ärztliche Abklärung, um Begleiterkrankungen wie eine Achillessehnenschädigung auszuschließen.
FAQ – Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Schleimbeutelentzündung an der Ferse?
Mit konsequenter Entlastung bessern sich die Beschwerden häufig innerhalb von zwei bis sechs Wochen.
Welche Schuhe sollten bei einer Bursitis vermieden werden?
Enge, hochhackige oder harte Fersenkappen sollten gemieden werden, da sie den Schleimbeutel zusätzlich reizen.
Hilft Kühlen bei der Schleimbeutelentzündung?
Ja, Kühlen lindert akute Schwellung und Schmerz besonders in den ersten Tagen.
Ist Sport bei einer Schleimbeutelentzündung erlaubt?
Belastende Sportarten sollten pausiert werden, bis die Entzündung abgeklungen ist, schonende Bewegung wie Schwimmen ist meist möglich.
Kann eine Schleimbeutelentzündung von selbst ausheilen?
Bei konsequenter Entlastung heilt die Entzündung oft ohne weitere Maßnahmen ab.
Wann ist eine Operation nötig?
Nur wenn konservative Maßnahmen über mehrere Monate keine Besserung bringen oder eine Haglund-Ferse die Ursache ist.
Welche Rolle spielt Übergewicht?
Zusätzliches Körpergewicht erhöht den Druck auf die Ferse und kann eine Entzündung begünstigen.
Kommt eine Schleimbeutelentzündung häufig bei Läuferinnen und Läufern vor?
Ja, durch die wiederholte Belastung der Achillessehne zählen sie zur Risikogruppe.
Wie unterscheidet sich die Bursitis von einer Achillessehnenentzündung?
Bei der Bursitis ist der Schleimbeutel betroffen, bei der Sehnenentzündung die Sehne selbst, beide Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf.
Helfen Einlagen dauerhaft?
Individuell angepasste Einlagen können den Druck auf die Ferse dauerhaft senken und Rückfällen vorbeugen.
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Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei anhaltenden Schmerzen an der Ferse sollte fachärztlicher Rat eingeholt werden.
Quellen

Johanna interessiert sich für das, was der Körper einem sagen will. Sie schreibt über Symptome, Ursachen und wann man handeln sollte.
