Tätowierung im Auge: Risiken dieser Körpermodifikation

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Bei einer Tätowierung im Auge spritzt die Tätowiererin oder der Tätowierer Farbe unter die Bindehaut auf der Lederhaut, dem Weißen des Auges. Fachleute nennen das Verfahren episklerale oder Skleratätowierung. Augenärzte warnen eindringlich davor. Mögliche Folgen sind Blutungen, Infektionen, Narben, allergische Reaktionen und im schlimmsten Fall der Verlust des Augenlichts.

Kurzantwort: Eine Tätowierung im Auge birgt ein hohes Risiko für bleibende Schäden bis zum Sehverlust. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft warnt dringend vor dem Eingriff.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Farbe wird in das Gewebe über der Lederhaut gespritzt.
  • Motive sind nicht möglich, weil sich die Farbe unkontrolliert verteilt.
  • Langzeitfolgen sind medizinisch kaum erforscht.
  • Bei Rötung oder Schmerzen nach dem Eingriff gehört das Auge sofort in fachärztliche Hände.

Tätowierung im Auge: Was dabei passiert

Das Weiße des Auges heißt Lederhaut oder Sklera. Darüber liegt die dünne, durchsichtige Bindehaut. Beim Augentattoo sticht eine Nadel in diesen Bereich und bringt Farbe ein. Die Pigmente sollen die Lederhaut dauerhaft färben.

Die Wikipedia beschreibt, dass sich die Farbe dabei unkontrolliert zwischen Bindehaut und Lederhaut verteilt. Feine Motive lassen sich deshalb nicht stechen. Der Eingriff gilt zudem als deutlich schmerzhafter als ein gewöhnliches Hauttattoo.

Verbreitung und Hintergrund

Augentattoos zählen zu den extremen Formen der Körpermodifikation. Laut Wikipedia hat die Zahl solcher Tätowierungen in den letzten Jahren zugenommen, besonders in den USA. Der Eingriff dient ausschließlich dem Aussehen und hat keinen medizinischen Nutzen. Gerade deshalb sehen Fachleute jedes Risiko als vermeidbar an.

Die wichtigsten Risiken im Überblick

Das Auge reagiert empfindlicher als jedes andere Körperteil. Schon kleine Verletzungen können das Sehen beeinträchtigen. Laut Wikipedia sind folgende Komplikationen beschrieben:

Risiko Was dabei passiert
Blutung Durch die Nadel reißen kleine Gefäße ein. Blut sammelt sich unter der Bindehaut.
Infektion Keime gelangen mit der Nadel oder der Farbe ins Gewebe.
Narbenbildung Vernarbtes Gewebe kann Beweglichkeit und Sehen stören.
Allergie Der Körper reagiert auf Farbstoffe mit Entzündung.
Sehverlust Schwere Komplikationen können zur Erblindung führen.

Wie sich eine Blutung im Auge äußert, erklärt der Beitrag zur Einblutung im Auge.

Was Augenärzte dazu sagen

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) warnt dringend vor Skleratätowierungen. Professor Messmer berichtet in der Stellungnahme, dass nach dieser Form des Tattoos Verletzungen auftraten, die zum Verlust des Auges führten. Auch die American Academy of Ophthalmology warnt und dokumentiert Komplikationsfälle.

Die Langzeitwirkungen sind laut Wikipedia medizinisch noch nicht ausreichend erforscht. Niemand kann also sicher sagen, wie Pigmente nach Jahren im Gewebe wirken. Ärzte sehen darin einen weiteren Grund zur Vorsicht.

Kurzantwort: Augenärzte raten von jeder Tätowierung im Auge ab. Auch Lidstrich-Tattoos am Rand der Lider rät die DOG ebenfalls ab, weil sie Entzündungen und trockene Augen auslösen können.

Verwandte Risiken: Lidstrich-Tattoos

Auch Permanent-Make-up am Lidrand bringt Risiken mit sich. Die DOG rät ebenfalls ab. Mögliche Folgen sind allergische Reaktionen, Ekzeme und langwierige Entzündungen. Bei unhygienischer Arbeit kommen Infektionen mit Staphylokokken, Streptokokken oder Viren hinzu.

Langfristig drohen trockene Augen. Der Grund: Die Nadel kann die Talgdrüsen am Lidrand zerstören, die den Tränenfilm stabilisieren. Die Tinten enthalten laut DOG teils bedenkliche Pigmente wie Antimon, Cadmium, Arsen und Nickel. Wer Schuppenflechte oder Neurodermitis hat, riskiert zudem eine Verschlechterung. Für den Bindehautraum selbst beschreibt der Beitrag zum Bindehautsack den Aufbau.

Warnzeichen nach dem Eingriff

Nach einem Augentattoo können rasch Probleme auftreten. Die DOG empfiehlt, bei Rötung, Schmerzen oder Sehbeeinträchtigungen, die über wenige Tage anhalten, sofort zur Augenärztin oder zum Augenarzt zu gehen.

  • anhaltende oder zunehmende Rötung
  • starke Schmerzen im Auge
  • Lichtempfindlichkeit oder Tränenfluss
  • Schleier, verschwommenes Sehen oder Sehverlust
  • Eiter oder Schwellung am Lid

Bei plötzlichem Sehverlust oder starken Schmerzen ist ein Notfall gegeben. Dann hilft der augenärztliche Notdienst oder die Notaufnahme. Wie lange nach einem Tattoo Wasser und Schwimmen tabu sind, steht im Beitrag über Schwimmen nach dem Tattoo.

Was vor einem Eingriff zu bedenken ist

Jede Tätowierung ist auf Dauer angelegt. Wer dennoch über einen Eingriff nachdenkt, sollte vorab eine Augenärztin oder einen Augenarzt sprechen. Wichtig sind auch Fragen an das Studio, etwa nach Ausbildung, Hygiene und sterilen Einmalnadeln.

Risikoärmere Alternativen

Wer das Aussehen der Augen verändern möchte, findet sicherere Wege. Make-up und ärztlich angepasste Kontaktlinsen lassen sich jederzeit wieder entfernen. Eine Tätowierung bleibt dagegen ein Leben lang. In der Augenheilkunde nutzen Fachkräfte Pigmente in Einzelfällen medizinisch, etwa zur Abdeckung von Narben auf der Hornhaut. Das geschieht im Operationssaal mit sterilen Verfahren und hat einen medizinischen Anlass.

Fazit

Eine Tätowierung im Auge färbt die Lederhaut dauerhaft und belastet das empfindliche Organ stark. Blutungen, Infektionen, Narben und Sehverlust sind beschriebene Risiken. Die Augenheilkunde rät klar ab. Wer bereits ein Augentattoo hat und Beschwerden bemerkt, lässt die Augen zeitnah untersuchen.

FAQ – Häufige Fragen

Was ist eine Tätowierung im Auge?

Dabei wird Tätowierfarbe unter die Bindehaut über der Lederhaut gespritzt. Das Weiße des Auges erscheint dann gefärbt.

Wie gefährlich ist ein Augentattoo?

Es gilt als riskant. Beschrieben sind Blutungen, Infektionen, Narben, Allergien und Erblindung.

Kann man bei einer Augentätowierung erblinden?

Ja. Die DOG verweist auf Fälle, in denen Verletzungen zum Verlust des Auges führten.

Lässt sich ein Motiv ins Auge tätowieren?

Nein. Die Farbe verteilt sich unkontrolliert zwischen Bindehaut und Lederhaut. Es entsteht nur eine flächige Färbung.

Tut eine Tätowierung im Auge weh?

Ja. Laut Wikipedia ist der Eingriff schmerzhafter als eine gewöhnliche Tätowierung.

Wie lange halten die Farben im Auge?

Dazu liegen kaum gesicherte Daten vor. Die Langzeitwirkungen sind nicht ausreichend erforscht.

Ist ein Lidstrich-Tattoo sicherer?

Die DOG rät auch davon ab. Es drohen Entzündungen, Allergien und trockene Augen.

Was tun bei Schmerzen nach dem Eingriff?

Bei Rötung, Schmerz oder Sehstörung über wenige Tage sollte sofort ein Augenarzt aufgesucht werden.

Gibt es medizinische Tätowierungen am Auge?

In Einzelfällen färben Fachleute Narben auf der Hornhaut ein. Das geschieht aus medizinischen Gründen unter sterilen Bedingungen.

Welche Ärzte sind Ansprechpartner?

Augenärztinnen und Augenärzte sind zuständig. Bei Notfällen hilft die Notaufnahme.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Quellen

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