Opipramol hat mir geholfen? Typische Erfahrungen und Studienlage

Aktualisiert am 01.10.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Opipramol hilft vielen Menschen mit generalisierter Angststörung und somatoformen Störungen. In einer Studie mit 307 Patienten besserte sich der Zustand bei 63 Prozent unter Opipramol und bei 47 Prozent unter Placebo. Der beruhigende Effekt setzt oft früh ein. Die Stimmung hellt sich meist nach ein bis zwei Wochen auf. Müdigkeit und Mundtrockenheit gehören zu Beginn zu den typischen Begleitern.

Kurzantwort: Opipramol wirkt bei Angst und Anspannung zuerst beruhigend und nach ein bis zwei Wochen leicht stimmungsaufhellend. Studien zeigen einen Vorteil gegenüber Placebo. Anfangs sind Müdigkeit und Mundtrockenheit häufig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zugelassen ist Opipramol bei generalisierter Angststörung und somatoformen Störungen.
  • Die Wirkung kommt laut Fachinformation nicht schlagartig und braucht mindestens 2 Wochen regelmäßige Einnahme.
  • In einer Studie mit 307 Patienten lag die globale Besserung bei 63 Prozent gegenüber 47 Prozent unter Placebo.
  • Opipramol sollte nicht abrupt abgesetzt werden.

Was Opipramol ist und wann es verordnet wird

Opipramol zählt zur Gruppe der trizyklischen Antidepressiva, unterscheidet sich aber deutlich von ihrer üblichen Wirkweise. Laut Wikipedia hemmt es anders als die meisten Vertreter nicht die Wiederaufnahme von Serotonin oder Noradrenalin. Es aktiviert vor allem den Sigma-1-Rezeptor und blockiert schwach Serotonin-, Dopamin- und Histaminrezeptoren.

Die Fachinformation nennt als Anwendungsgebiete die generalisierte Angststörung und somatoforme Störungen. Bei Letzteren spüren Menschen körperliche Beschwerden, für die sich keine ausreichende organische Ursache findet. Die Behandlung steht unter ärztlicher Aufsicht. Opipramol ist trotz des Namens kein Opioid.

Wirkungseintritt: Wann Betroffene etwas merken

Die beruhigende Wirkung tritt zuerst ein und kann schon bei der ersten Einnahme spürbar sein. Nach etwa ein bis zwei Wochen kommt laut Wikipedia eine stimmungsaufhellende Komponente hinzu. Die Fachinformation betont, dass die Wirkung nicht schlagartig in Erscheinung tritt. Das Medikament soll mindestens 2 Wochen regelmäßig eingenommen werden. Eine durchschnittliche Behandlungsdauer von 1 bis 2 Monaten wird als ratsam beschrieben.

Wer nach wenigen Tagen noch wenig spürt, muss das Mittel nicht abschreiben. Wer sich schlechter fühlt, spricht zeitnah mit der Praxis.

Kurzantwort: Die Beruhigung kommt oft früh, die Stimmungsaufhellung folgt nach ein bis zwei Wochen. Opipramol wird mindestens zwei Wochen regelmäßig eingenommen, bevor die Wirkung beurteilt wird.

Studienlage: Hilft Opipramol wirklich?

Eine placebokontrollierte Studie mit 307 ambulanten Patienten mit generalisierter Angststörung dauerte 28 Tage. Verglichen wurden Opipramol, das Benzodiazepin Alprazolam und Placebo. Beide Wirkstoffe schnitten besser ab als Placebo. Die globale Besserung lag bei 47 Prozent unter Placebo, bei 63 Prozent unter Opipramol und bei 64 Prozent unter Alprazolam. Die Zahl der Nebenwirkungen unterschied sich nicht wesentlich. Die Sedierung schien unter Alprazolam stärker als unter Opipramol.

Eine zweite placebokontrollierte Studie lief 42 Tage bei somatoformen Störungen. Hier zeigten sich Vorteile für Opipramol bei Körpersymptomen, Angst und Depressivität. Die Forschenden bezeichneten Opipramol als erstes Psychopharmakon mit belegter Wirksamkeit bei dieser Störung. Beide Studien stammen aus den Jahren 2000 und 2001.

Typische Nebenwirkungen und Erfahrungen am Anfang

Besonders zu Beginn der Behandlung treten häufig Müdigkeit, Mundtrockenheit und eine verstopfte Nase auf. Gelegentlich kommen Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen, Zittern, Herzklopfen, ein beschleunigter Puls, niedriger Blutdruck beim Aufstehen und Verstopfung vor. Wikipedia nennt außerdem Übelkeit und sexuelle Funktionsstörungen. Die Fachinformation führt auch Gewichtszunahme (vor allem bei älteren Menschen) und Sehstörungen bei der Scharfstellung auf.

Die meisten Nebenwirkungen treten in den ersten Tagen bis Wochen auf und sind meist schwach ausgeprägt. Selten verändert sich das Blutbild. Die Fachinformation empfiehlt Blutbildkontrollen bei Fieber, grippalen Infekten und Angina. Bei Langzeitbehandlung werden die Leberwerte kontrolliert. Auch das Herz spielt eine Rolle, denn Opipramol kann das QT-Intervall im EKG verlängern.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

Opipramol darf unter anderem nicht eingenommen werden bei akuten Vergiftungen mit Alkohol, Schlaf-, Schmerz- oder Psychopharmaka, bei akutem Harnverhalt, akuten Delirien, unbehandeltem Engwinkelglaukom, Prostatahyperplasie mit Restharn, paralytischem Ileus und höhergradigen Herzblockaden. Die Kombination mit MAO-Hemmern ist verboten. Zwischen beiden Mitteln muss ein Abstand von mindestens 14 Tagen liegen.

Vorsicht verlangt die Fachinformation bei Leber- und Nierenerkrankungen, erhöhter Krampfbereitschaft, Blutbildstörungen, Bradykardie, Kaliummangel und angeborenem langen QT-Syndrom. Alkohol kann zu Benommenheit führen. Mit Buprenorphin droht ein Serotoninsyndrom. Mit Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen verstärken sich dämpfende Effekte. Der Einfluss auf das Autofahren ist gering bis mäßig und besonders zu Behandlungsbeginn größer. Einen Vergleich bietet der Beitrag zu Tranxilium.

Kurzantwort: Opipramol darf nicht mit MAO-Hemmern kombiniert werden. Bei Blutbildveränderungen, Herzrhythmusstörungen oder Leberbeschwerden zählt der Gang zur Praxis.

Schwangerschaft, Absetzen und Alternativen

In der Schwangerschaft soll Opipramol insbesondere im ersten Trimenon nur bei zwingender Indikation verordnet werden. In der Stillzeit soll es nicht angewendet werden. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird es nicht empfohlen.

Abrupt abgesetzt werden darf es nicht. Besonders nach längerer, hoch dosierter Therapie drohen Unruhe, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen. Wikipedia beschreibt Opipramol als nicht körperlich abhängig machend. Trotzdem wird es kontrolliert und langsam abgesetzt.

Andere Wirkstoffe bei Anspannung und Depression erklären die Beiträge zu Amitriptylin, Escitalopram und Lorazepam. Welche Stärke Opipramol in Tabletten hat, beschreibt der Beitrag Opipramol 50 mg.

Fazit

Wenn Betroffene sagen, Opipramol habe ihnen geholfen, passt das zur Studienlage. Das Mittel beruhigt bei Angst und Anspannung und hellt die Stimmung nach ein bis zwei Wochen leicht auf. Müdigkeit, Mundtrockenheit und Schwindel stehen am Anfang. Mit ärztlicher Begleitung, Kontrollen und langsamem Absetzen bleibt die Behandlung gut steuerbar.

FAQ – Häufige Fragen

Wofür ist Opipramol zugelassen?

Für die generalisierte Angststörung und somatoforme Störungen.

Wann wirkt Opipramol?

Die Beruhigung kann früh einsetzen, die Stimmungsaufhellung folgt nach etwa ein bis zwei Wochen. Die Fachinformation nennt mindestens zwei Wochen regelmäßige Einnahme.

Wie lange wird Opipramol meist genommen?

Die Fachinformation nennt eine durchschnittliche Behandlungsdauer von 1 bis 2 Monaten als ratsam. Die Ärztin entscheidet im Einzelfall.

Gibt es Studien zur Wirkung?

Ja. In einer 28-Tage-Studie bei generalisierter Angststörung lag die Besserung bei 63 Prozent gegenüber 47 Prozent unter Placebo.

Welche Nebenwirkungen treten am Anfang auf?

Müdigkeit, Mundtrockenheit, verstopfte Nase, Schwindel und Benommenheit. Sie klingen oft nach Tagen bis Wochen ab.

Macht Opipramol abhängig?

Laut Wikipedia gilt es als nicht körperlich abhängig machend. Es sollte trotzdem langsam abgesetzt werden.

Was passiert beim plötzlichen Absetzen?

Möglich sind Unruhe, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen.

Darf man Alkohol trinken?

Alkohol kann zu Benommenheit führen. Bei akuten Alkoholvergiftungen darf Opipramol nicht eingenommen werden.

Kann Opipramol die Fahrtüchtigkeit beeinflussen?

Ja, gering bis mäßig, besonders zu Behandlungsbeginn und zusammen mit Alkohol oder anderen dämpfenden Mitteln.

Ist Opipramol in der Schwangerschaft erlaubt?

Nur bei zwingender Indikation, besonders im ersten Trimenon. In der Stillzeit soll es nicht angewendet werden.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden klärt eine Ärztin oder ein Arzt die Ursache.

Quellen

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