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Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion
Kurzantwort: Fusicutan Salbe enthält Fusidinsäure, ein Antibiotikum zum Auftragen auf die Haut. Die Fachinformation nennt als Anwendungsgebiet oberflächliche infizierte Hauterkrankungen durch Fusidinsäure-empfindliche Bakterien, als Anwendung dreimal täglich und als Dauer sechs bis acht Tage. Nebenwirkungen traten insgesamt bei weniger als einem Prozent der Behandelten auf, am häufigsten als Hautreaktion an der aufgetragenen Stelle.
Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Setze ein Medikament nie eigenmächtig ab und ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache. Bei einer Schwellung von Gesicht, Lippen oder Zunge, Nesselsucht, Atemnot, einer sich ausbreitenden Entzündung, hinzukommendem Fieber oder rot verlaufenden Streifen von der Stelle weg gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.
Fusidinsäure ist ein Antibiotikum, das vor allem gegen Staphylokokken wirkt — die
Bakterien, die hinter den meisten oberflächlichen Hautinfektionen stecken. Als Salbe
bleibt der Wirkstoff dort, wo er gebraucht wird; die Aufnahme in den Körper ist laut
Fachinformation vernachlässigbar.
Ein Gramm Salbe enthält 20,3 mg Fusidinsäure als Halbhydrat. Die Salbe ist hellgelb
und glänzend und verschreibungspflichtig.
Wofür die Salbe zugelassen ist
Die Fachinformation beschreibt das Anwendungsgebiet knapp: die lokale Behandlung
oberflächlicher infizierter Hauterkrankungen, die durch Fusidinsäure-empfindliche
Bakterien hervorgerufen werden. Zwei Punkte stecken darin. Erstens: Es geht um
oberflächliche Infektionen, nicht um tiefe. Zweitens: Der Erreger muss empfindlich sein
— gegen Viren und Pilze richtet das Mittel nichts aus.
Ob eine gerötete, nässende oder verkrustete Stelle bakteriell infiziert ist, lässt
sich von außen nicht immer sicher sagen. Ein Ekzem, eine Pilzinfektion und eine
bakterielle Superinfektion können sich ähnlich zeigen, brauchen aber verschiedene
Mittel. Deshalb gehört die Entscheidung in die Praxis, und deshalb ist die Salbe
verschreibungspflichtig.
Zur Wirksamkeit gegen einzelne Erreger verweist die Fachinformation auf den Abschnitt
zu den pharmakodynamischen Eigenschaften. Eine Aussage darüber, welcher Keim bei dir
vorliegt, kann sie naturgemäß nicht treffen — dafür gibt es im Zweifel einen Abstrich.
Wie oft und wie lange sie aufgetragen wird
Die Fachinformation nennt eine Anwendung dreimal täglich, zum Beispiel morgens,
mittags und abends. Die vorgesehene Dauer beträgt sechs bis acht Tage. Über eine
eventuell längere Behandlung entscheidet die behandelnde Ärztin.
Sechs bis acht Tage sind eine kurze Spanne, und das ist Absicht. Bessert sich die
Stelle in dieser Zeit nicht oder verschlechtert sie sich sogar, ist das ein Grund, noch
einmal vorstellig zu werden — dann stimmt womöglich die Diagnose nicht oder der Erreger
ist unempfindlich. Wer die Salbe dagegen von sich aus wochenlang weiterbenutzt, tut sich
keinen Gefallen. Der Grund dafür steht im selben Dokument, ein paar Absätze weiter.
Warum die Behandlung nicht länger laufen soll als nötig
Unter topischen Fusidinsäure-Präparaten wurden Fälle von Resistenzbildung bei
Staphylococcus aureus berichtet. Die Fachinformation formuliert die Regel allgemein: Wie
bei allen Antibiotika kann auch bei Fusidinsäure eine lange oder wiederholte Anwendung
das Risiko einer Antibiotikaresistenz erhöhen.
Praktisch heißt das: Eine angebrochene Tube ist kein Hausmittel für die nächste
gerötete Stelle. Die Salbe ist nach dem Öffnen ohnehin nur begrenzt haltbar. Und je öfter
ein Antibiotikum ohne klare Indikation zum Einsatz kommt, desto größer ist die Chance,
dass es beim nächsten Mal — wenn es wirklich gebraucht wird — nicht mehr anschlägt.
Wechselwirkungsstudien wurden laut Fachinformation nicht durchgeführt.
Wechselwirkungen mit Medikamenten, die über den ganzen Körper wirken, gelten als gering,
weil kaum Wirkstoff aus der Salbe in den Blutkreislauf gelangt.
Welche Nebenwirkungen die Fachinformation nennt
Insgesamt traten Nebenwirkungen bei weniger als einem Prozent der Behandelten auf. Am
häufigsten waren Hautreaktionen wie Juckreiz und Ausschlag sowie Beschwerden an der
aufgetragenen Stelle wie Schmerzen und Reizungen.
Gelegentlich, also bei bis zu einer von hundert behandelten Personen:
Dermatitis einschließlich Kontaktdermatitis und Ekzemen, Hautausschlag, Juckreiz,
Hautrötung sowie Schmerzen und Reizungen an der Auftragestelle, einschließlich eines
Brennens der Haut.
Selten, also bei bis zu einer von tausend Personen:
Überempfindlichkeitsreaktionen, Bindehautentzündung, ein Angioödem, Nesselsucht und
eine Blasenbildung der Haut. Für Kinder und Jugendliche geht die Fachinformation davon aus, dass Häufigkeit, Art
und Schweregrad der Nebenwirkungen mit denen bei Erwachsenen vergleichbar sind.
Worauf du beim Auftragen achten solltest
Die Salbe darf nicht in Augennähe angewendet werden — das steht ausdrücklich unter den
Gegenanzeigen, ebenso wie eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der
sonstigen Bestandteile.
Zu diesen Bestandteilen gehören Cetylalkohol und Wollwachs, die örtliche
Hautreizungen wie eine Kontaktdermatitis auslösen können. Das im Wollwachs enthaltene
Butylhydroxytoluol kann Haut, Augen und Schleimhäute reizen. Bei einer Anwendung im
Genital- oder Analbereich ist zu beachten, dass Paraffin und Vaselin die Reißfestigkeit
von Latexkondomen vermindern können. Für Kinder unter zwei Jahren liegen laut
Fachinformation keine klinischen Erfahrungen vor.
Häufige Fragen
Ist Fusicutan rezeptfrei?
Nein. Fusicutan Salbe ist ein Antibiotikum und verschreibungspflichtig.
Was ist der Unterschied zwischen Salbe und Creme?
Beide enthalten Fusidinsäure, unterscheiden sich aber in der Grundlage. Die Auswahl richtet sich nach Hautzustand und Stelle und gehört in die Praxis.
Darf ich die Stelle abdecken?
Dazu trifft die Fachinformation keine Aussage. Ob ein Verband sinnvoll ist, klärst du beim Verordnen ab.
Wie lange ist eine geöffnete Tube haltbar?
Nach dem Öffnen ist Fusicutan Salbe laut Herstellerangabe sechs Monate haltbar und soll nicht über 30 Grad Celsius gelagert werden.
Wirkt Fusicutan gegen Pilzinfektionen?
Nein. Fusidinsäure ist ein Antibiotikum und wirkt gegen empfindliche Bakterien, nicht gegen Pilze.
Quellen
- Fachinformation Fusicutan Salbe, Dermapharm AG (Abschnitte 4.1 bis 4.8) — abgerufen am 10. September 2026
- Gebrauchsinformation Fusicutan Salbe — abgerufen am 10. September 2026
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Pharmakovigilanz — Nebenwirkungen melden — abgerufen am 10. September 2026
Redaktion gesundheitscenter.net — hier wird zusammengetragen, was Fachinformationen, Leitlinien und Behörden zu einem Thema sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
