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Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Famenita 100 mg ist eine Weichkapsel mit 100 mg mikronisiertem Progesteron. Die Fachinformation nennt zwei Anwendungsgebiete bei Erwachsenen: Zyklusstörungen durch Progesteron-Insuffizienz und die Zusatztherapie zu einer Östrogensubstitution in der Menopause bei Frauen mit intaktem Uterus. Als Verhütungsmittel ist Famenita nicht geeignet. Die Dosierung legt die Frauenärztin oder der Frauenarzt fest.
Kurzantwort: Famenita enthält Progesteron, das Gelbkörperhormon. Die Kapsel mit 100 mg ist die kleinere von zwei Stärken. Die zweite Stärke enthält 200 mg. Eine Unterstützung der Schwangerschaft steht nicht unter den Anwendungsgebieten.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Weichkapsel Famenita 100 mg enthält 100 mg mikronisiertes Progesteron.
- Anwendungsgebiete sind Zyklusstörungen durch Progesteron-Insuffizienz und die Zusatztherapie zu Östrogenen in der Menopause.
- Die Einnahme erfolgt am besten abends, weil Benommenheit und Schläfrigkeit auftreten können.
- Famenita kann nicht als Verhütungsmittel angewendet werden.
Wirkstoff und Wirkweise
Progesteron ist der wichtigste Vertreter der Gestagene. Der Körper bildet es nach Wikipedia in der zweiten Zyklusphase im Gelbkörper und in der Schwangerschaft in der Plazenta. Das Hormon bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einbettung einer befruchteten Eizelle vor. Nach der Fachinformation ist der Wirkstoff von Famenita chemisch identisch mit dem Progesteron des Gelbkörpers.
Nach der Einnahme steigt die Progesteron-Konzentration im Blut signifikant an. Das Mittel gleicht damit einen Progesteron-Mangel aus. Progesteron wandelt eine aufgebaute Gebärmutterschleimhaut in ein sekretorisches Endometrium um. Bei Frauen in der Menopause vermindert die zusätzliche Gabe das östrogenbedingte Risiko für eine Endometriumhyperplasie deutlich, sofern die Gebärmutter nicht entfernt wurde.
Anwendungsgebiete laut Fachinformation
Famenita ist für Erwachsene zugelassen. Das erste Anwendungsgebiet sind Zyklusstörungen, die durch einen Progesteron-Mangel entstehen, insbesondere Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus. Zur Einordnung eines verspäteten Zyklus gibt es den Beitrag Periode verspätet. Das zweite Gebiet ist die Zusatztherapie im Rahmen einer Östrogensubstitution in der Menopause bei Frauen mit intaktem Uterus.
Gesundheitsinformation.de erklärt den Hintergrund. Eine Behandlung nur mit Östrogen führt sehr oft zu Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut. Gestagene können davor schützen. Hormonpräparate aus Östrogen und Gestagen sind derzeit die wirksamsten Mittel gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Eine langfristige Behandlung wird wegen ihrer Risiken heute nicht mehr empfohlen. Meistens genügt eine kurzfristige Therapie. Zu einem östrogenhaltigen Präparat informiert der Beitrag Estradiol-Gel.
Die Unterstützung einer Schwangerschaft und Fehlgeburtsprophylaxe stehen nicht im Abschnitt Anwendungsgebiete. Im Abschnitt Fertilität erwähnt die Fachinformation lediglich, dass das Mittel zur Unterstützung der Lutealphase von vermindert fruchtbaren oder unfruchtbaren Frauen angewendet wird. Für Kinder und Jugendliche gibt es keinen relevanten Gebrauch.
Einnahme, Zyklus und Verhütung
Die Kapseln sind nur zum Einnehmen bestimmt. Die Einnahme erfolgt unabhängig von Mahlzeiten, am besten abends vor dem Schlafengehen. Die Fachinformation sieht je nach Anwendungsgebiet unterschiedliche Einnahmetage im Zyklus vor. Die Menge und die Dauer legt die behandelnde Ärztin oder der Arzt fest.
Beginnt die Einnahme zu früh im Zyklus, besonders vor dem 15. Zyklustag, kann sich der Zyklus verkürzen oder es können Blutungen auftreten. Famenita ist kein Kontrazeptivum. Entwickelt sich während der Behandlung eine Amenorrhoe, muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Treten Benommenheit oder Schwindel auf, kann die Ärztin die Dosis senken oder die Einnahme auf den Abend legen. Bei verkürztem Zyklus oder Schmierblutungen kann der Beginn später im Zyklus liegen.
Gegenanzeigen und Warnhinweise
Famenita darf nicht angewendet werden bei nicht abgeklärten Vaginalblutungen, Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen Bestandteil, schwerer Leberfunktionsstörung, Lebertumoren, vermuteten oder bekannten bösartigen Tumoren von Brust oder Genitalorganen, früheren oder bestehenden thromboembolischen Erkrankungen, Hirnblutungen und Porphyrie.
Kurzantwort: Die Einnahme soll beendet werden bei Augenerkrankungen wie verschlechtertem Sehen, Doppeltsehen und Läsionen der Netzhautgefäße. Dasselbe gilt bei venösen thromboembolischen Ereignissen und bei starken Kopfschmerzen. Grund sind metabolische Risiken und Risiken von Thromboembolien.
Vor Beginn einer Hormontherapie erhebt die Ärztin die Eigen- und Familienanamnese und untersucht die Patientin einschließlich Unterleib und Brust. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind während der Behandlung vorgesehen. Frauen sollen wissen, welche Veränderungen der Brüste sie melden müssen. Durchbruch- und Schmierblutungen in den ersten Monaten können vorkommen. Bei Blutungen später im Verlauf oder nach Therapieende muss die Ursache geklärt werden.
Nebenwirkungen im Überblick
Die Fachinformation nennt Änderungen im Menstruationszyklus, Amenorrhoe, Zwischenblutungen, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit und vorübergehendes Schwindelgefühl. Weitere aufgeführte Reaktionen sind Brustschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Depression, Nesselsucht, Juckreiz, Akne, Chloasma und eine cholestatische Gelbsucht. Allergische Reaktionen kommen sehr selten vor.
Benommenheit und Schwindel zeigen sich vor allem bei gleichzeitigem Östrogenmangel. Sie verschwinden, wenn die Dosis reduziert oder die Östrogenisierung verstärkt wird. Frauen, die Auto fahren oder Maschinen bedienen, sollten darauf achten. Eine Einnahme vor dem Schlafengehen mindert das Problem.
Im Zusammenhang mit einer Östrogen-Gestagen-Behandlung beschreibt die Fachinformation weitere Risiken. Dazu zählen östrogenabhängige Tumoren wie das Endometriumkarzinom, venöse Thromboembolien, Herzinfarkt und Schlaganfall, Erkrankungen der Gallenblase, Hauterkrankungen und wahrscheinliche Demenz. Eine Gewichtszunahme oder Stimmungsschwankungen führt die Fachinformation nicht als Nebenwirkung auf.
Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit
Wirkstoffe, die das Leberenzym CYP450-3A4 anregen, beschleunigen den Abbau von Progesteron. Dazu zählen Barbiturate, Antikonvulsiva wie Phenytoin und Carbamazepin, Rifampicin, Phenylbutazon, Spironolacton, Griseofulvin, bestimmte Antiinfektiva und Johanniskraut-Präparate. Ketoconazol und andere Hemmstoffe dieses Enzyms können die Bioverfügbarkeit erhöhen. Progesteron kann Laborwerte wie Lebertests verfälschen und die Glukosetoleranz verringern. Zu Progesteron-Präparaten gibt es auch den Beitrag Progestan.
Zur Schwangerschaft zeigen umfangreiche Daten laut Fachinformation keine zu Missbildungen führende oder den Fetus schädigende Toxizität von Progesteron. In der Stillzeit soll Famenita nicht verwendet werden, weil Informationen zum Übergang in die Muttermilch fehlen. Eine Anwendung in der Schwangerschaft gehört in ärztliche Hand. Zu Famenita gibt es einen weiteren Beitrag: Famenita 100.
Fazit
Famenita 100 mg ergänzt oder ersetzt das Gelbkörperhormon bei Zyklusstörungen durch Progesteron-Mangel und schützt in der Menopause als Zusatz zu Östrogenen die Gebärmutterschleimhaut. Gegenanzeigen, Kontrollen und der Abend als Einnahmezeit gehören zur sicheren Anwendung. Dosis und Dauer legt die Frauenärztin oder der Frauenarzt fest.
FAQ – Häufige Fragen
Wofür wird Famenita 100 mg verwendet?
Für Zyklusstörungen durch Progesteron-Insuffizienz, insbesondere Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus. Zweites Anwendungsgebiet ist die Zusatztherapie zu einer Östrogensubstitution in der Menopause bei Frauen mit intaktem Uterus.
Ist Famenita 100 mg eine hohe Dosierung?
Nein. Die Stärke 100 mg ist die kleinere von zwei Stärken. Die Fachinformation behandelt Famenita 100 mg und 200 mg gemeinsam. Menge und Einnahmetage bestimmt die behandelnde Ärztin.
Verhütet Famenita?
Nein. Famenita kann laut Fachinformation nicht als Kontrazeptivum angewendet werden.
Wann am Tag werden die Kapseln eingenommen?
Unabhängig von Mahlzeiten, am besten abends vor dem Schlafengehen. Die Einnahme am Abend verhindert Probleme durch Benommenheit und Schläfrigkeit.
Warum macht Famenita müde?
Nach oraler Einnahme kann Progesteron Benommenheit und Schläfrigkeit verursachen. Wer Auto fährt oder Maschinen bedient, sollte darauf achten. Die Einnahme vor dem Schlafengehen mindert das Problem.
Welche Nebenwirkungen sind typisch?
Änderungen im Menstruationszyklus, Amenorrhoe, Zwischenblutungen, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit und vorübergehendes Schwindelgefühl. Zu den weiteren Reaktionen zählen Brustschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Hautreaktionen.
Wer darf Famenita nicht einnehmen?
Frauen mit nicht abgeklärten Vaginalblutungen, schwerer Leberfunktionsstörung, Lebertumoren, bösartigen Tumoren von Brust oder Genitalorganen, früheren oder bestehenden thromboembolischen Erkrankungen, Hirnblutungen oder Porphyrie sowie bei Überempfindlichkeit.
Ist Famenita zur Unterstützung einer Schwangerschaft zugelassen?
Die Unterstützung der Schwangerschaft nennt die Fachinformation nicht unter den Anwendungsgebieten. Im Abschnitt Fertilität steht die Unterstützung der Lutealphase bei vermindert fruchtbaren Frauen. Die Entscheidung trifft die Frauenärztin.
Welche Medikamente beeinflussen die Wirkung?
Wirkstoffe, die CYP450-3A4 anregen, etwa Barbiturate, Phenytoin, Carbamazepin, Rifampicin und Johanniskraut, beschleunigen den Abbau. Ketoconazol kann die Bioverfügbarkeit erhöhen.
Wann soll die Einnahme beendet werden?
Bei verschlechtertem Sehen, Doppeltsehen, Läsionen der Netzhautgefäße, venösen thromboembolischen Ereignissen oder starken Kopfschmerzen. Dann folgt die ärztliche Abklärung.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Medikamenten klären Ärztin, Arzt oder Apotheke die Ursache und das weitere Vorgehen.
Quellen
- Fachinformation Famenita 100 mg/200 mg Weichkapseln (Stand Januar 2019)
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Hormontherapie gegen Wechseljahrsbeschwerden
- Wikipedia: Progesteron

Sebastian schreibt über Vorsorge und Alltagsgesundheit, ohne Alarm zu schlagen. Seine Beiträge enden mit einem klaren nächsten Schritt.
