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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Kopfschmerzen an der Schläfe gehen meist auf einen Spannungskopfschmerz oder eine Migräne zurück. Auch Zähneknirschen, müde Augen, eine Erkältung der Nebenhöhlen oder zu wenig Trinken kommen infrage. Bei Menschen über 50 mit neuen, starken Schläfenschmerzen muss eine Entzündung der Schläfenarterie rasch ausgeschlossen werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Häufigste Ursache: Spannungskopfschmerz, meist beidseitig und drückend
- Einseitig und pochend: oft Migräne
- Ab 50 Jahren mit Kauschmerz oder Sehstörung: sofort zum Arzt
- Wärme, Pausen, Trinken und Pfefferminzöl helfen oft
Kopfschmerzen an der Schläfe: die häufigsten Ursachen
Die Schläfe ist ein typischer Ort für Kopfschmerzen. Hier verlaufen Kaumuskeln, Nerven und die Schläfenarterie. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Ursachen und ihre Merkmale.
| Ursache | Typische Merkmale |
|---|---|
| Spannungskopfschmerz | beidseitig, drückend, wie ein Band um den Kopf |
| Migräne | oft einseitig, pochend, Übelkeit, Licht stört |
| Clusterkopfschmerz | einseitig an Auge und Schläfe, extrem stark, tränendes Auge |
| Zähneknirschen | Schmerz am Morgen, verspannte Kiefermuskeln |
| Nebenhöhlen | Druck an Stirn und Wangen, Schnupfen |
| Überanstrengte Augen | nach langer Bildschirmarbeit, brennende Augen |
| Riesenzellarteriitis | ab 50 Jahren, Kauschmerz, Sehstörung, Notfall |
Spannungskopfschmerz
Der Spannungskopfschmerz ist die häufigste Form von Kopfschmerzen. Laut dem Informationsportal kopfschmerzen.de betrifft er nach Daten des Robert Koch-Instituts 10,3 Prozent der Frauen und 6,5 Prozent der Männer in Deutschland. Der Schmerz drückt oder zieht. Er sitzt oft an beiden Schläfen, an der Stirn oder im Nacken. Bewegung macht ihn nicht schlimmer. Übelkeit fehlt meist.
Auslöser sind häufig Stress, wenig Schlaf, langes Sitzen und verspannte Schultern. Auch wer zu wenig trinkt oder Mahlzeiten auslässt, bekommt leichter Kopfweh.
Kurzantwort: Drückende Kopfschmerzen an beiden Schläfen sind meist ein Spannungskopfschmerz. Stress, Verspannungen und zu wenig Trinken sind typische Auslöser.
Migräne und Clusterkopfschmerz
Eine Migräne beginnt oft einseitig an Schläfe und Stirn. Der Schmerz pocht und wird bei Bewegung stärker. Viele Betroffene reagieren empfindlich auf Licht und Geräusche. Übelkeit und Erbrechen sind häufig. Manche erleben vorher Sehstörungen, die sogenannte Aura. Mehr dazu steht im Beitrag zur Migräne mit Aura.
Der Clusterkopfschmerz ist selten und betrifft vor allem Männer. Er sitzt streng einseitig um das Auge und die Schläfe. Die Attacken sind extrem heftig. Oft tränt das Auge auf der betroffenen Seite, und die Nase läuft. Die Anfälle kommen in Phasen, häufig nachts.
Zähneknirschen, Augen und Nebenhöhlen
Wer nachts mit den Zähnen knirscht, beansprucht die Kaumuskeln stark. Ein Teil davon liegt direkt an der Schläfe. Am Morgen schmerzen dann Schläfe und Kiefer. Eine Aufbissschiene vom Zahnarzt kann entlasten.
Langes Arbeiten am Bildschirm strengt die Augen an. Auch eine nicht korrigierte Sehschwäche führt zu Kopfschmerzen an Stirn und Schläfen. Ein Sehtest schafft Klarheit. Bei einer Erkältung können entzündete Nebenhöhlen auf die Schläfen ausstrahlen. Starke Formen beschreibt der Artikel zur Pansinusitis.
Riesenzellarteriitis: die ernste Ursache ab 50
Die Riesenzellarteriitis heißt auch Arteriitis temporalis. Dabei entzündet sich die Schläfenarterie. Laut dem Portal DEXIMED erkranken in Deutschland pro Jahr etwa 18,6 von 100.000 Menschen neu. Die Krankheit tritt typischerweise nach dem 50. Lebensjahr auf. Frauen sind häufiger betroffen.
Typische Zeichen sind neue, starke Schläfenschmerzen, eine empfindliche Kopfhaut und Schmerzen beim Kauen. Dazu kommen oft leichtes Fieber, Gewichtsverlust und Sehstörungen. Unbehandelt droht eine Erblindung. Eine rasche Behandlung mit Kortison kann das verhindern. Im Blut sind die Entzündungswerte meist deutlich erhöht. Ultraschall oder MRT bestätigen die Diagnose.
Kurzantwort: Neue Schläfenschmerzen ab 50 mit Kauschmerz oder Sehstörungen gehören noch am selben Tag ärztlich abgeklärt.
Was bei Kopfschmerzen an der Schläfe hilft
Bei Spannungskopfschmerzen helfen oft einfache Mittel:
- Pfefferminzöl dünn auf Schläfen und Nacken auftragen, nicht in die Augen bringen.
- Ein warmes Kirschkernkissen auf Nacken und Schultern legen.
- Ein großes Glas Wasser trinken und regelmäßig nachtrinken.
- Bei Bildschirmarbeit alle 60 Minuten kurz aufstehen und in die Ferne schauen.
- Einen Spaziergang an der frischen Luft machen.
- Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung lernen.
Rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder ASS lindern akute Beschwerden. Sie sollten nicht an mehr als zehn Tagen im Monat eingenommen werden. Sonst droht ein Kopfschmerz durch Schmerzmittel. Hinweise zur Tageshöchstmenge stehen im Beitrag Wie viel Ibuprofen am Tag und im Beipackzettel.
Warnzeichen: Wann sofort zum Arzt?
Die meisten Schläfenschmerzen sind harmlos. Einige Zeichen verlangen jedoch schnelles Handeln:
- plötzlicher, extrem starker Kopfschmerz wie ein Donnerschlag
- Lähmungen, Sprachstörungen oder Bewusstseinsstörungen
- Kopfschmerz mit Fieber und steifem Nacken
- neue Schläfenschmerzen ab 50 mit Kauschmerz oder Sehstörungen
- Kopfschmerzen nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf
In diesen Fällen den Notruf 112 wählen oder sofort eine Notaufnahme aufsuchen. Kopfschmerzen, die häufiger werden oder sich im Charakter ändern, gehören in die Hausarztpraxis. Ein Kopfschmerztagebuch hilft dort bei der Einordnung. Auch ein erhöhter Blutdruck kann Kopfschmerzen fördern. Den eigenen Wert ordnet der Blutdruck-Rechner ein.
Fazit
Kopfschmerzen an der Schläfe sind meist ein Spannungskopfschmerz oder eine Migräne. Wärme, Pfefferminzöl, Pausen und genug Wasser helfen oft schon. Wer über 50 ist und plötzlich starke Schläfenschmerzen mit Kauschmerz oder Sehstörungen hat, braucht schnell ärztliche Hilfe.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeuten Kopfschmerzen an beiden Schläfen?
Meist steckt ein Spannungskopfschmerz dahinter, oft durch Stress oder Verspannung.
Was bedeuten Kopfschmerzen nur an der rechten Schläfe?
Einseitige Schmerzen passen häufig zu Migräne oder Clusterkopfschmerz.
Kann Zähneknirschen Schläfenschmerzen auslösen?
Ja. Die belasteten Kaumuskeln reichen bis an die Schläfe.
Was hilft schnell gegen Kopfschmerzen an der Schläfe?
Pfefferminzöl, Wärme im Nacken, frische Luft und ein Glas Wasser.
Wann sind Schläfenschmerzen gefährlich?
Bei plötzlichem, extremem Schmerz, Lähmungen oder bei neuen Schmerzen ab 50 mit Sehstörungen.
Was ist eine Arteriitis temporalis?
Eine Entzündung der Schläfenarterie, die meist nach dem 50. Lebensjahr auftritt.
Können die Augen Kopfschmerzen an der Schläfe verursachen?
Ja. Bildschirmarbeit oder eine unkorrigierte Sehschwäche strengen die Augen an.
Kann Flüssigkeitsmangel Schläfenschmerzen auslösen?
Ja. Zu wenig Trinken ist ein häufiger Auslöser für Kopfweh.
Wie oft darf man Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen nehmen?
Höchstens an zehn Tagen im Monat, sonst drohen Kopfschmerzen durch die Mittel selbst.
Welcher Arzt ist bei Schläfenschmerzen zuständig?
Zuerst die Hausarztpraxis. Je nach Ursache folgt eine Überweisung zu Neurologie, Augen- oder Zahnarzt.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Quellen

Katrin hat lange in einer Apotheke gearbeitet und erklärt hier Blutwerte, Wirkstoffe und Nebenwirkungen in ruhigen Worten. Wenn etwas in die Praxis gehört, sagt sie das.
