MRSA Behandlung: Sanierung und Therapie

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Die Behandlung von MRSA hängt davon ab, ob der Keim nur auf der Haut sitzt oder eine Infektion auslöst. Bei einer reinen Besiedlung wird der Körper saniert: mit Nasensalbe, antiseptischer Mundspülung und desinfizierenden Waschungen über meist drei bis fünf Tage. Eine Infektion behandeln Ärzte mit speziellen Antibiotika, die gegen MRSA noch wirken.

Das Wichtigste in Kürze

  • MRSA ist ein Staphylococcus aureus, der gegen viele gängige Antibiotika resistent ist.
  • Bei Besiedlung folgt eine Sanierung über meist drei bis fünf Tage.
  • Infektionen brauchen Reserveantibiotika nach ärztlicher Verordnung.
  • Kontrollabstriche zeigen, ob die Sanierung erfolgreich war.

Was ist MRSA?

MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Staphylococcus aureus ist ein weit verbreitetes Bakterium. Laut Robert Koch-Institut tragen ihn 15 bis 40 Prozent der gesunden Erwachsenen auf Haut und Schleimhaut, meist im vorderen Nasenbereich. Die resistente Form MRSA spricht auf viele Standardantibiotika nicht mehr an.

Solange der Keim nur auf der Haut sitzt, spricht man von Besiedlung oder Kolonisation. Sie macht nicht krank. Gefährlich wird es, wenn MRSA über Wunden, Katheter oder Operationen in den Körper gelangt. Dann drohen Abszesse, Wundinfektionen, Lungenentzündung oder eine Blutvergiftung.

Wer ein höheres Risiko hat

  • Menschen mit offenen Wunden, Kathetern oder Implantaten.
  • Dialysepatienten und Menschen mit Diabetes.
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
  • Patienten auf der Intensivstation.
  • Beschäftigte im Gesundheitswesen mit häufigem Kontakt.

Übertragen wird MRSA vor allem über die Hände. Auch direkter Hautkontakt und verunreinigte Flächen spielen eine Rolle.

Kurzantwort: Bei MRSA-Besiedlung wird saniert, bei einer MRSA-Infektion mit Reserveantibiotika behandelt. Beides gehört in ärztliche Hand.

MRSA Behandlung bei Besiedlung: die Sanierung

Ziel der Sanierung ist, den Keim von Haut und Schleimhäuten zu entfernen. Der Arzt bespricht die Maßnahmen und verordnet die nötigen Mittel. Die Behandlung dauert je nach Fall drei bis fünf Tage. Viele Kliniken arbeiten mit einem Fünf-Tage-Plan.

Jeden Tag gehören diese Schritte dazu:

  • Nase: Beide Nasenvorhöfe werden mehrmals täglich mit einer verordneten Nasensalbe behandelt. Häufig kommt Mupirocin zum Einsatz, alternativ ein antiseptisches Nasengel.
  • Mund und Rachen: Nach jedem Zähneputzen wird mit einer antiseptischen Lösung gespült und gegurgelt.
  • Haut und Haare: Mindestens einmal täglich eine Ganzkörperwaschung mit antiseptischer Waschlotion, Haare eingeschlossen.
  • Wunden: Sie werden mit einem geeigneten Präparat mitbehandelt.

Wie oft und wie viel angewendet wird, legt der behandelnde Arzt fest.

Hygiene zu Hause während der Sanierung

Die größte Gefahr ist, sich über Alltagsgegenstände erneut anzustecken. Deshalb gilt während der Sanierungstage:

  • Täglich frische Unterwäsche, Schlafanzug, Bettwäsche, Handtücher und Waschlappen verwenden.
  • Textilien mit mindestens 60 Grad waschen.
  • Die Zahnbürste am besten täglich wechseln.
  • Brille, Kamm, Haarbürste, Hörgerät, Zahnprothese und Rasierer täglich desinfizieren.
  • Geöffnete Cremes, Puderdosen, Seifenstücke und Deo-Roller ersetzen.
  • Taschentücher sofort nach Gebrauch entsorgen.

Parfüm und Haarwasser auf Alkoholbasis gelten als eher unkritisch. Der Keim überlebt in hochprozentigen Lösungsmitteln kaum.

Kontrollabstriche nach der Sanierung

Nach Abschluss wird geprüft, ob der Keim verschwunden ist. Das Robert Koch-Institut empfiehlt drei negative Abstriche, die an verschiedenen Tagen nacheinander entnommen werden. Untersucht werden mindestens Nase und Rachen sowie Wunden und zuvor besiedelte Stellen. Manche Kliniken nehmen die drei Abstriche am selben Tag in Abständen von einigen Stunden.

Während der Sanierung oder einer laufenden Antibiotikatherapie gegen MRSA sind Kontrollabstriche nicht sinnvoll. Sie können ein falsch negatives Ergebnis liefern.

Was die Sanierung erschwert

Nicht jede Sanierung gelingt beim ersten Versuch. Neben der Nase besiedelt MRSA viele weitere Stellen. Der Keim findet sich im Rachen, in großen Hautfalten, unter den Achseln, in der Leiste und am Haaransatz. Besonders hartnäckig ist er auf Ekzemen, Hautpickeln und chronischen Wunden.

Solange solche Stellen bestehen oder ein Katheter liegt, kann der Keim immer wieder zurückkehren. Dann behandeln Ärzte zuerst die Wunde oder die Hauterkrankung. Oft folgt danach ein zweiter Sanierungsversuch. Geduld und genaue Einhaltung aller Schritte erhöhen die Chancen deutlich.

Kurzantwort: Eine MRSA-Sanierung gilt als erfolgreich, wenn drei Kontrollabstriche nach der Behandlung negativ sind.

Behandlung einer MRSA-Infektion

Liegt eine echte Infektion vor, reicht die Sanierung nicht. Dann braucht es Antibiotika, die gegen MRSA noch wirksam sind. Dazu zählen laut RKI Glykopeptide wie Vancomycin und Teicoplanin, außerdem Linezolid, Daptomycin und Tigecyclin. Welches Mittel passt, zeigt ein Antibiogramm im Labor. Dosis und Dauer bestimmen die Ärzte nach den Leitlinien der Fachgesellschaften.

Abszesse werden oft zusätzlich eröffnet und entleert. Bei schweren Verläufen erfolgt die Behandlung im Krankenhaus, meist mit Infusionen.

Was Angehörige wissen sollten

Für gesunde Angehörige ist MRSA in der Regel kein großes Risiko. Wichtig sind gründliches Händewaschen und eigene Handtücher. Wer selbst Wunden hat oder pflegt, sollte das mit dem Arzt besprechen. Bei wiederholtem Nachweis kann es sinnvoll sein, auch enge Kontaktpersonen zu untersuchen.

Fazit

Die MRSA-Behandlung richtet sich nach dem Befund. Bei einer Besiedlung folgt eine Sanierung von Nase, Rachen und Haut über wenige Tage mit strenger Hygiene zu Hause. Kontrollabstriche prüfen den Erfolg. Eine Infektion behandeln Ärzte mit Reserveantibiotika, bei Bedarf im Krankenhaus.

FAQ – Häufige Fragen

Was bedeutet MRSA?

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, ein Bakterium mit Resistenz gegen viele Antibiotika.

Muss MRSA immer behandelt werden?

Eine Besiedlung wird oft saniert, vor allem vor Operationen oder in Pflegesituationen. Das entscheidet der Arzt.

Wie lange dauert eine MRSA-Sanierung?

Meist drei bis fünf Tage.

Welche Nasensalbe wird bei MRSA verwendet?

Häufig Mupirocin. Alternativ kommen antiseptische Nasengele zum Einsatz.

Wie oft muss die Bettwäsche gewechselt werden?

Während der Sanierung täglich, gewaschen bei mindestens 60 Grad.

Wann gilt eine Sanierung als erfolgreich?

Wenn drei Kontrollabstriche nach der Behandlung negativ sind.

Welche Antibiotika wirken gegen MRSA?

Unter anderem Vancomycin, Teicoplanin, Linezolid, Daptomycin und Tigecyclin.

Ist MRSA für Familienmitglieder gefährlich?

Für Gesunde meist nicht. Händehygiene und eigene Handtücher sind trotzdem wichtig.

Kann MRSA zurückkommen?

Ja, eine erneute Besiedlung ist möglich. Deshalb sind Hygiene und Kontrollabstriche wichtig.

Wie wird MRSA übertragen?

Vor allem über die Hände, außerdem über Hautkontakt und verunreinigte Flächen.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Behandlung.

Quellen

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