Aimovig Nebenwirkungen: Verstopfung, Juckreiz und Warnzeichen der Migräne-Spritze

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Die häufigsten Nebenwirkungen von Aimovig sind Verstopfung, Juckreiz, Muskelkrämpfe, allergische Reaktionen und Reaktionen an der Einstichstelle. Laut Packungsbeilage betrifft jede davon bis zu eine von zehn behandelten Personen. Meist fallen sie leicht bis mittelschwer aus. Ernst zu nehmen ist vor allem eine starke Verstopfung, denn sie führte in Einzelfällen zu Klinikaufenthalten und Operationen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aimovig enthält den Antikörper Erenumab gegen Migräne.
  • Die Spritze kommt einmal alle vier Wochen unter die Haut.
  • Häufig: Verstopfung, Juckreiz, Muskelkrämpfe, Hautreaktionen.
  • Starke Bauchschmerzen mit Erbrechen gehören sofort in ärztliche Hände.

Was ist Aimovig?

Aimovig ist ein Mittel zur Vorbeugung von Migräne. Es enthält den Wirkstoff Erenumab, einen monoklonalen Antikörper. Er blockiert die Andockstelle des Botenstoffs CGRP. Dieses Eiweiß spielt bei der Entstehung von Migräneattacken eine zentrale Rolle.

Zugelassen ist Aimovig für Erwachsene mit mindestens vier Migränetagen im Monat. Die Behandlung akuter Attacken übernimmt es nicht. Dafür bleiben Mittel wie Triptane zuständig, deren Risiken der Beitrag zu Sumatriptan-Nebenwirkungen beschreibt. Aimovig gibt es als Fertigpen mit 70 mg oder 140 mg. Wer 140 mg braucht, spritzt einen 140-mg-Pen oder zwei 70-mg-Pens direkt nacheinander.

Aimovig Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Packungsbeilage nennt nur wenige Nebenwirkungen. Die Tabelle fasst sie zusammen.

Häufigkeit Nebenwirkung
Häufig (bis 1 von 10) Verstopfung
Häufig (bis 1 von 10) Juckreiz
Häufig (bis 1 von 10) Muskelkrämpfe
Häufig (bis 1 von 10) Allergische Reaktionen wie Ausschlag, Schwellung, Nesselsucht, Atembeschwerden
Häufig (bis 1 von 10) Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
Nicht bekannt Hautausschlag, Haarausfall, wunde Stellen im Mund oder an den Lippen

„Nicht bekannt“ bedeutet: Die Meldungen stammen aus der Anwendung nach der Zulassung. Eine genaue Häufigkeit lässt sich daraus nicht berechnen.

Verstopfung: die wichtigste Nebenwirkung

Verstopfung ist die bekannteste Nebenwirkung von Aimovig. CGRP beeinflusst auch die Bewegung des Darms. Wird der Botenstoff gebremst, arbeitet der Darm bei manchen Menschen träger. Laut Packungsbeilage verläuft die Verstopfung meist leicht oder mittelschwer. Einige Betroffene hatten aber schwere Komplikationen. Sie kamen ins Krankenhaus, manche brauchten eine Operation.

Kurzantwort: Verstopfung unter Aimovig ist häufig und meist harmlos. Bei starken oder anhaltenden Bauchschmerzen, Erbrechen oder einem geblähten Bauch ist sofort ärztliche Hilfe nötig.

Im Alltag helfen die bekannten Grundregeln. Dazu zählen ausreichend Flüssigkeit, Ballaststoffe und Bewegung. Abführmittel sollten Betroffene vorher mit der Praxis abstimmen. Was etwa Bisacodyl selbst auslösen kann, zeigt der Artikel zu Dulcolax-Nebenwirkungen. Wer schon vor der Therapie oft verstopft ist, spricht das beim Arztgespräch offen an.

Reaktionen an der Einstichstelle

Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle kommen häufig vor. Sie klingen meist nach kurzer Zeit ab. Die Packungsbeilage gibt einige Regeln vor, die die Haut schonen:

  • Spritzen in den Bauch oder den Oberschenkel.
  • Den Oberarm nur nutzen, wenn eine andere Person spritzt.
  • Zwei Spritzen immer an verschiedenen Stellen setzen.
  • Keine empfindliche, verletzte, gerötete oder verhärtete Haut wählen.
  • Den Pen erst nach einer Schulung selbst verwenden.

Allergische Reaktionen erkennen

Allergische Reaktionen zählen ebenfalls zu den häufigen Nebenwirkungen. Typisch sind Ausschlag, Nesselsucht und Schwellungen. Schwellungen im Gesicht, im Mund, an der Zunge oder im Rachen gelten als Notfall. Das gilt auch für Atemnot. Solche Reaktionen treten oft innerhalb von Minuten auf. Manche zeigen sich laut Packungsbeilage erst mehr als eine Woche nach der Spritze.

Aimovig enthält zudem Polysorbat 80. Dieser Hilfsstoff kann selbst Allergien auslösen. Frühere allergische Reaktionen gehören deshalb vor Therapiebeginn auf den Tisch.

Wer bei Aimovig vorsichtig sein sollte

Einige Gruppen brauchen eine besonders genaue Abwägung:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Aimovig wurde bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht untersucht.
  • Kinder und Jugendliche: Unter 18 Jahren darf Aimovig nicht gegeben werden.
  • Schwangerschaft: Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob die Therapie pausiert.
  • Stillzeit: In den ersten Tagen nach der Geburt gehen Antikörper in die Muttermilch über. Danach ist eine Anwendung nach Absprache möglich.

Die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt Aimovig nach Angaben des Herstellers voraussichtlich nicht. Menschen mit Migräne mit Aura sprechen Besonderheiten ihrer Attacken vorab in der Praxis an.

Wirkung prüfen und richtig lagern

Aimovig wirkt vorbeugend. Der Effekt baut sich über Wochen auf. Zeigt sich nach drei Monaten keine Besserung, sollten Betroffene die Praxis informieren. Dort fällt dann die Entscheidung über eine Fortsetzung.

Kurzantwort: Aimovig lagert im Kühlschrank. Außerhalb darf der Pen bis zu sieben Tage bei höchstens 25 Grad liegen.

Eine vergessene Dosis holen Betroffene nach, sobald es ihnen auffällt. Den neuen Termin legen sie danach mit der Praxis fest. Ein eigenmächtiger Abbruch ist nicht vorgesehen. Die Migräne kann danach zurückkehren.

Fazit

Aimovig gilt als gut verträglich. Die Liste der Nebenwirkungen ist kurz. Verstopfung, Juckreiz, Muskelkrämpfe und Hautreaktionen stehen im Vordergrund. Ernst wird es bei starker Verstopfung mit Bauchschmerzen und bei allergischen Reaktionen mit Schwellungen oder Atemnot. Wer diese Warnzeichen kennt, kann früh reagieren.

FAQ – Häufige Fragen

Was ist die häufigste Nebenwirkung von Aimovig?

Verstopfung ist die bekannteste Nebenwirkung. Sie betrifft bis zu eine von zehn Personen.

Kann Aimovig eine schwere Verstopfung auslösen?

Ja. In Einzelfällen führte sie zu Klinikaufenthalten und Operationen.

Macht Aimovig Haarausfall?

Haarausfall steht mit unbekannter Häufigkeit in der Packungsbeilage.

Verursacht Aimovig Muskelkrämpfe?

Muskelkrämpfe gelten als häufige Nebenwirkung.

Wie oft wird Aimovig gespritzt?

Einmal alle vier Wochen unter die Haut.

Wo wird Aimovig gespritzt?

In den Bauch oder den Oberschenkel. Der Oberarm eignet sich nur, wenn eine andere Person spritzt.

Wann tritt eine allergische Reaktion auf?

Meist innerhalb von Minuten. Manche Reaktionen zeigen sich erst nach über einer Woche.

Dürfen Jugendliche Aimovig bekommen?

Nein. Das Mittel ist erst ab 18 Jahren vorgesehen.

Wann sollte die Wirkung spürbar sein?

Ohne Besserung nach drei Monaten entscheidet die Praxis über das weitere Vorgehen.

Wann muss man sofort zum Arzt?

Bei starken Bauchschmerzen mit Erbrechen, geblähtem Bauch, Atemnot oder Schwellungen im Gesicht.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Fragen zur eigenen Therapie klären Betroffene bitte mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt.

Quellen

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