Inhalt
Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Schmerzen in der Augenhöhle entstehen häufig durch eine Nasennebenhöhlenentzündung, Migräne oder Clusterkopfschmerz. Seltener steckt eine Entzündung des Sehnervs oder ein akuter Glaukomanfall dahinter. Kommen Sehstörungen, ein rotes Auge oder Übelkeit hinzu, gehört das Auge noch am selben Tag in ärztliche Hände.
Das Wichtigste in Kürze
- Häufig: Nebenhöhlen, Migräne, überanstrengte Augen.
- Clusterkopfschmerz sitzt einseitig um das Auge.
- Schmerz bei Augenbewegung spricht für eine Sehnerventzündung.
- Rotes Auge, Sehverlust und Übelkeit können ein Glaukomanfall sein.
Was ist die Augenhöhle?
Die Augenhöhle, fachlich Orbita, ist eine knöcherne Mulde im Schädel. Sie schützt den Augapfel, die Augenmuskeln, Nerven und Gefäße. Nach unten grenzt sie an die Kieferhöhle, nach innen an die Siebbeinzellen. Nach oben liegt die Stirnhöhle. Diese enge Nachbarschaft erklärt, warum Nebenhöhlen und Augen oft gemeinsam schmerzen.
Schmerzen in der Augenhöhle: Ursachen im Überblick
| Ursache | Typische Hinweise | Dringlichkeit |
|---|---|---|
| Nebenhöhlenentzündung | Druck um Augen und Stirn, schlimmer beim Bücken, Schnupfen | meist Hausarzt |
| Migräne | pochend, oft einseitig, Übelkeit, Lichtscheu | Hausarzt oder Neurologie |
| Clusterkopfschmerz | extrem stark, einseitig, tränendes rotes Auge | Neurologie |
| Sehnerventzündung | Schmerz bei Augenbewegung, Sehen wie durch Nebel | Augenarzt, zeitnah |
| Glaukomanfall | hartes rotes Auge, Sehverlust, Übelkeit | Notfall |
| Überanstrengung, trockene Augen | Brennen, Müdigkeit nach Bildschirmarbeit | meist harmlos |
Nasennebenhöhlen: der häufigste Grund
Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung folgt oft einer Erkältung. Laut Gesundheitsinformation.de treten die Schmerzen im Bereich von Stirn, Oberkiefer oder rund um die Augen auf. Beim Vorbeugen werden sie meist stärker. Dazu kommen eine verstopfte Nase und ein schwächerer Geruchssinn. Die Entzündung heilt meist nach ein bis zwei Wochen von selbst. Wenn alle Nebenhöhlen betroffen sind, spricht man von einer Pansinusitis.
Ernst wird es bei hohem Fieber, geschwollenem Augenlid, Rötung im Gesicht oder steifem Nacken. Dann kann sich die Entzündung auf die Augenhöhle ausgebreitet haben. Das braucht sofort ärztliche Hilfe.
Clusterkopfschmerz und Migräne
Clusterkopfschmerzen gehören zu den stärksten bekannten Schmerzen. Sie sitzen einseitig um das Auge oder an der Schläfe. Betroffene beschreiben sie als bohrend, stechend oder brennend. Eine Attacke dauert 15 Minuten bis 3 Stunden. Das Auge tränt und rötet sich, die Nase läuft oder ist verstopft. Etwa 1 von 1.000 Menschen ist betroffen, Männer dreimal so oft wie Frauen.
Normale Schmerzmittel helfen dabei nicht. Wirksam sind reiner Sauerstoff zum Einatmen oder Triptane als Spritze oder Nasenspray. Auch Migräne sitzt oft hinter einem Auge. Mehr dazu steht im Beitrag über Migräne mit Aura.
Kurzantwort: Ein extrem starker, einseitiger Schmerz um das Auge mit Tränen und laufender Nase spricht für Clusterkopfschmerz. Hier helfen Sauerstoff und Triptane, normale Schmerzmittel kaum.
Sehnerventzündung: Schmerz beim Blick zur Seite
Bei einer Sehnerventzündung verschlechtert sich das Sehen auf einem Auge innerhalb von Stunden oder Tagen. Alles wirkt wie durch Nebel. Laut dem Berufsverband der Augenärzte haben 90 Prozent der Betroffenen Schmerzen, wenn sie das Auge bewegen. Es ist die häufigste Erkrankung des Sehnervs bei jungen Erwachsenen.
Die Entzündung ist oft ein frühes Zeichen einer Multiplen Sklerose. Innerhalb von 15 Jahren entwickelt etwa die Hälfte der Betroffenen eine MS. Die Aussichten für das Sehen sind aber meist gut. Wichtig ist eine schnelle augenärztliche Untersuchung.
Glaukomanfall: ein echter Notfall
Beim akuten Glaukomanfall steigt der Druck im Auge plötzlich stark an. Typisch sind heftige Augen- und Kopfschmerzen, ein rotes Auge, akute Sehstörungen und Übelkeit. Manche Betroffene erbrechen. Gesundheitsinformation.de warnt: Ohne schnelle Behandlung drohen innerhalb von Stunden bis Tagen bleibende Sehschäden. Mehr zum Druck im Auge steht im Beitrag zum Augeninnendruck.
Kurzantwort: Starke Augenschmerzen mit rotem Auge, Sehverlust und Übelkeit sind ein Notfall. Dann sofort in eine Augenklinik oder die Notaufnahme.
Müde und trockene Augen
Nicht jeder Druck im Auge hat eine ernste Ursache. Lange Bildschirmarbeit strengt die Augenmuskeln an. Wer auf einen Monitor schaut, blinzelt seltener. Die Augen trocknen aus, brennen und fühlen sich schwer an. Auch eine unkorrigierte Sehschwäche kann dumpfe Schmerzen hinter den Augen auslösen.
Hier helfen einfache Schritte. Regelmäßige Pausen entlasten die Augen. Viele nutzen die 20-20-20-Regel: alle 20 Minuten für 20 Sekunden in etwa 6 Meter Entfernung schauen. Tränenersatzmittel aus der Apotheke befeuchten die Oberfläche. Ein Sehtest klärt, ob eine neue Brille nötig ist.
Wann sofort zum Arzt?
- plötzliche Sehstörungen oder Sehverlust
- ein hartes, rotes und sehr schmerzhaftes Auge
- Übelkeit und Erbrechen zusammen mit Augenschmerzen
- geschwollenes Lid mit Fieber
- Doppelbilder oder ein hervortretendes Auge
- Schmerzen nach einem Schlag auf das Auge
Leichtere Beschwerden ohne diese Zeichen können zunächst beobachtet werden. Halten sie länger als einige Tage an, ist die Hausarzt- oder Augenarztpraxis die richtige Adresse.
Fazit
Schmerzen in der Augenhöhle haben viele Ursachen. Meist stecken Nebenhöhlen, Migräne oder müde Augen dahinter. Einseitige, heftigste Attacken mit tränendem Auge deuten auf Clusterkopfschmerz. Schmerz beim Bewegen des Auges und verschwommenes Sehen sprechen für eine Sehnerventzündung. Ein rotes Auge mit Sehverlust und Übelkeit ist ein Notfall.
FAQ – Häufige Fragen
Warum tut die Augenhöhle bei Erkältung weh?
Die Nebenhöhlen liegen direkt neben der Augenhöhle. Entzünden sie sich, drückt der Schmerz oft rund um das Auge.
Was hilft bei Schmerzen in der Augenhöhle durch Sinusitis?
Salzwasserspülungen, kortisonhaltige Nasensprays und kurzzeitig Schmerzmittel wie Ibuprofen.
Kann Migräne hinter dem Auge schmerzen?
Ja. Migräne sitzt oft einseitig hinter dem Auge oder an der Schläfe.
Wie lange dauert eine Clusterattacke?
Zwischen 15 Minuten und 3 Stunden.
Was bedeutet Schmerz beim Bewegen des Auges?
Er kann auf eine Sehnerventzündung hinweisen, besonders mit verschwommenem Sehen.
Ist ein Glaukomanfall gefährlich?
Ja. Ohne rasche Behandlung drohen bleibende Sehschäden.
Können trockene Augen Schmerzen machen?
Ja. Sie brennen, drücken und ermüden, besonders nach langer Bildschirmarbeit.
Welcher Arzt ist zuständig?
Bei Sehstörungen die Augenarztpraxis. Bei Schnupfen und Druck die Hausarztpraxis oder HNO.
Kann ein entzündeter Tränensack die Augenhöhle reizen?
Er schmerzt am inneren Augenwinkel. Mehr dazu im Beitrag zur Tränensackentzündung.
Wann sind Schmerzen in der Augenhöhle harmlos?
Wenn sie leicht sind, mit Schnupfen oder Müdigkeit zusammenhängen und bald nachlassen.
Dieser Text dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Behandlung.
Quellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Cluster-Kopfschmerzen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Nasennebenhöhlenentzündung
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Grüner Star
- Berufsverband der Augenärzte: Wenn der Sehnerv entzündet ist

Katrin hat lange in einer Apotheke gearbeitet und erklärt hier Blutwerte, Wirkstoffe und Nebenwirkungen in ruhigen Worten. Wenn etwas in die Praxis gehört, sagt sie das.
