Augendruck hoch: Ursachen, Symptome und Behandlung

Aktualisiert am 01.10.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Ist der Augendruck hoch, liegt der Augeninnendruck dauerhaft über etwa 21 mmHg. Normal sind Werte zwischen 10 und 21 mmHg. Der Druck bleibt lange unbemerkt, kann aber den Sehnerv schädigen und zum Grünen Star führen. Deshalb gehört er regelmäßig gemessen.

Kurzantwort: Der normale Augeninnendruck liegt bei 10 bis 21 mmHg. Dauerhaft höhere Werte heißen okuläre Hypertension und erhöhen das Risiko für einen Grünen Star. Schäden am Sehnerv lassen sich nicht rückgängig machen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Normal sind 10 bis 21 mmHg.
  • Etwa 4 von 100 Menschen über 40 Jahre haben einen erhöhten Augeninnendruck.
  • Ein hoher Druck bleibt zunächst oft ohne Symptome.
  • Augentropfen, Laser oder Operation senken den Druck, heilen den Grünen Star aber nicht.

Augendruck hoch: Was der Augeninnendruck ist

Der Augeninnendruck ist der Druck, der auf der Innenwand des Auges lastet. Er hält die Hornhaut gewölbt und den Augapfel in Kugelform. Entstehen und Abfluss des Kammerwassers bestimmen seine Höhe.

Der Ziliarkörper produziert das Kammerwasser. Es fließt durch die Pupille in die Vorderkammer. Von dort läuft es über das Trabekelwerk und den Schlemmschen Kanal in das Venensystem ab. Staut sich der Abfluss, steigt der Druck. Mehr zum Aufbau des Organs steht im Beitrag über das Auge und seine Anatomie.

Normalwerte und Messung des Augeninnendrucks

Als normal gelten Werte zwischen 10 und 21 mmHg. Ein dauerhafter Anstieg über etwa 21 mmHg heißt okuläre Hypertension. Der Druck schwankt im Tagesverlauf. Deshalb sind manchmal mehrere Messungen über den Tag verteilt sinnvoll.

Das Standardverfahren heißt Applanationstonometrie nach Goldmann. Die Hornhaut wird mit einem Tropfen betäubt. Ein Messkörper plättet sie leicht ab. Das Gerät misst die dafür nötige Kraft. Alternativ misst die Non-Contact-Tonometrie berührungslos mit einem Luftstoß.

Ursachen und Risikofaktoren für erhöhten Augendruck

Meist behindert ein Abflusshindernis das Kammerwasser. Risikofaktoren für den Grünen Star sind höheres Alter, familiäre Vorbelastung, Kurzsichtigkeit, Diabetes und dunkle Hautfarbe. Etwa 4 von 100 Menschen über 40 Jahre haben einen erhöhten Augeninnendruck.

Hoher Druck ist nicht gleich Glaukom. Ein erhöhter Druck kann in Verbindung mit weiteren Risikofaktoren den Sehnerv schädigen. Umgekehrt entsteht ein Glaukom manchmal ohne Druckanstieg. Fachleute sprechen dann vom Normaldruckglaukom.

Symptome: Warum hoher Augendruck oft unbemerkt bleibt

Die Erkrankung entwickelt sich schleichend. Es entstehen blinde Flecken im Gesichtsfeld. Das zentrale Sehen bleibt lange erhalten, deshalb bemerken Betroffene die Ausfälle zunächst nicht.

Anders verläuft das Engwinkelglaukom. Es kann akut zu starken Augenschmerzen, einer Rötung und Übelkeit führen. Das ist ein Notfall und braucht sofortige augenärztliche Hilfe. Sehstörungen allgemein ordnet der Beitrag Sehstörungen ein.

Kurzantwort: Ein hoher Augendruck verursacht lange keine Beschwerden. Akute Schmerzen mit Rötung und Übelkeit deuten auf ein Engwinkelglaukom hin und sind ein Notfall.

Engwinkelglaukom: Wenn es schnell gehen muss

Beim Engwinkelglaukom kann der Druck rasch steigen. Betroffene bekommen starke Augenschmerzen, ein gerötetes Auge und Übelkeit. Auch die Sehschärfe kann nachlassen. In dieser Lage zählt jede Stunde, denn der Sehnerv nimmt Schaden.

Hilfe bieten der augenärztliche Notdienst, die Notaufnahme oder der Notruf 112. Selbstbehandlung mit Mitteln aus der Hausapotheke ist nicht ratsam. Hornhautverletzungen und Infektionen verursachen ebenfalls rote Augen, die ein Arzt unterscheiden muss.

Behandlung: Augentropfen, Laser und Operation

Eine Heilung des Grünen Stars gibt es nicht. Bereits entstandene Schäden sind nicht umkehrbar. Ziel der Behandlung ist es, den Druck zu senken und das Fortschreiten zu bremsen.

Meist beginnt die Therapie mit Augentropfen. Verwendet werden unter anderem Prostaglandine, Betablocker und Carboanhydrasehemmer. Reichen Tropfen nicht aus, kommen Laserverfahren wie die selektive Lasertrabekuloplastik oder Operationen wie die Trabekulektomie infrage. Eine Übersicht bietet der Beitrag Glaukom-Augentropfen im Überblick. Anwendung und Häufigkeit legt immer die Augenärztin fest.

Früherkennung: Wer den Augendruck messen lassen sollte

Eine Untersuchung prüft Sehnerv, Augeninnendruck und mit der Spaltlampe die vorderen Augenabschnitte. Gesetzliche Krankenkassen zahlen sie nur bei begründetem Verdacht oder bei Risikofaktoren. Andere Menschen tragen die Kosten selbst.

Besonders sinnvoll ist die Kontrolle ab dem 40. Lebensjahr, bei Grünem Star in der Familie, bei Kurzsichtigkeit und bei Diabetes. Je nach Befund entscheidet die Augenärztin, ob sie sofort behandelt oder zunächst nur beobachtet.

Fazit

Ein hoher Augendruck liegt bei dauerhaft über 21 mmHg. Er bleibt lange unbemerkt und schädigt langsam den Sehnerv. Typische Folge sind blinde Flecken im Gesichtsfeld. Messung und Früherkennung bei der Augenärztin entscheiden darüber, ob rechtzeitig behandelt wird. Tropfen, Laser und Operation senken den Druck, doch verlorene Sehkraft kehrt nicht zurück. Menschen über 40 mit Risikofaktoren sollten die Untersuchung deshalb nicht aufschieben.

FAQ – Häufige Fragen

Welcher Augeninnendruck ist normal?

Als normal gelten Werte zwischen 10 und 21 mmHg.

Ab wann ist der Augendruck hoch?

Ein dauerhafter Anstieg über etwa 21 mmHg heißt okuläre Hypertension.

Wie wird der Augeninnendruck gemessen?

Meist per Applanationstonometrie nach Goldmann nach einem betäubenden Tropfen. Alternativ per Luftstoß ohne Berührung.

Schwankt der Augendruck am Tag?

Ja. Der Druck schwankt im Tagesverlauf. Deshalb können mehrere Messungen über den Tag verteilt sinnvoll sein.

Woran erkennt man einen hohen Augendruck?

Oft an gar nichts. Blinde Flecken im Gesichtsfeld fallen erst spät auf. Nur das Engwinkelglaukom verursacht akute Schmerzen.

Wer hat ein erhöhtes Risiko?

Ältere Menschen, Familien mit Grünem Star, Kurzsichtige, Diabetiker und Menschen mit dunkler Hautfarbe.

Ist hoher Augendruck gleich Grüner Star?

Nein. Ein Glaukom entsteht erst, wenn der Sehnerv Schaden nimmt. Es kann auch bei normalem Druck auftreten.

Wie wird hoher Augendruck behandelt?

Mit Augentropfen, Laser oder Operation. Die Augenärztin wählt das Verfahren aus.

Ist ein Grüner Star heilbar?

Nein. Entstandene Schäden am Sehnerv bleiben bestehen. Die Behandlung senkt den Druck und bremst das Fortschreiten.

Zahlt die Krankenkasse die Messung?

Nur bei begründetem Verdacht oder Risikofaktoren. Reine Vorsorge ohne Anlass zahlen Betroffene meist selbst. Die Praxis nennt vorab die Kosten.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden klärt eine Ärztin oder ein Arzt die Ursache.

Quellen

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