Durchblutungsstörung am Fuß: Symptome, Ursachen, Therapie

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Eine Durchblutungsstörung am Fuß entsteht meist durch verengte Arterien in den Beinen. Die häufigste Ursache ist die Arteriosklerose, bei der sich Ablagerungen an den Gefäßwänden bilden. Typische Zeichen sind kalte, blasse Füße und Wadenschmerzen beim Gehen. Die Fachbezeichnung lautet periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK.

Kurzantwort: Kalte, blasse Füße und Schmerzen in der Wade beim Gehen deuten auf verengte Beinarterien hin. Die Ursache ist in rund 95 Prozent der Fälle eine Arteriosklerose. Ein Messwert am Knöchel klärt die Diagnose.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland leben rund 4,5 Millionen Menschen mit pAVK.
  • Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren.
  • Der Knöchel-Arm-Index von 0,9 oder weniger spricht für eine pAVK.
  • Gehtraining und die Behandlung der Risikofaktoren bilden die Basis der Therapie.

Ursachen und Risikofaktoren

Rund 95 Prozent der Fälle gehen auf eine Arteriosklerose zurück. Fett, Kalk und Bindegewebe lagern sich an den Gefäßwänden ab und verengen die Arterie. Das Blut erreicht dann den Fuß nur noch eingeschränkt.

Zu den Risikofaktoren zählen Rauchen, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, höheres Alter und männliches Geschlecht. Bei über 65-Jährigen liegt die Häufigkeit bei etwa 20 Prozent. Wie sich Gefäße durch Ernährung und Lebensstil schützen lassen, beschreiben die Beiträge zu Blutgefäße reinigen und verkalkten Blutgefäßen.

Symptome am Fuß und am Bein

Die Beschwerden entwickeln sich schleichend. Anfangs bemerken viele Betroffene nichts. Später zwingen belastungsabhängige Wadenschmerzen zu Gehpausen. Nach kurzer Ruhe lassen die Schmerzen nach. Der Weg lässt sich dann fortsetzen, bis die Schmerzen zurückkehren. Mit der Zeit verkürzt sich die Gehstrecke. Diese Form heißt Schaufensterkrankheit.

Bei fortgeschrittener Erkrankung treten weitere Zeichen auf.

  • Kalte, blasse Haut am Fuß
  • Ruheschmerz, vor allem nachts im Liegen
  • Schlecht heilende Wunden an Zehen oder Ferse
  • Dunkle Verfärbungen an den Zehen

Kurzantwort: Kalte, blasse Füße und Wadenschmerzen beim Gehen, die in Ruhe abklingen, sind typische Zeichen einer Durchblutungsstörung. Anhaltende Beschwerden gehören in die ärztliche Abklärung.

Die vier Stadien der pAVK

Die Einteilung nach Fontaine beschreibt den Verlauf.

Stadium Kennzeichen
I Keine Beschwerden
II Schmerzen beim Gehen, Gehpausen nötig
III Schmerzen auch in Ruhe
IV Absterbendes Gewebe (Nekrose oder Gangrän)

Jedes Stadium erfordert ein anderes Vorgehen. Was die einzelnen Stufen bedeuten, erklärt der Beitrag zu den pAVK-Stadien.

Diagnose: Knöchel-Arm-Index und Bildgebung

Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Die Ärztin tastet zunächst die Fußpulse und betrachtet Haut und Zehen. Danach misst sie den Blutdruck am Arm und am Knöchel. Aus beiden Werten ergibt sich der Knöchel-Arm-Index. Ein gesunder Wert liegt bei etwa 1,0. Ein Wert von 0,9 oder weniger deutet auf eine pAVK hin.

Bei unklaren Befunden folgen Ultraschall der Gefäße oder eine bildgebende Untersuchung. So lässt sich erkennen, an welcher Stelle die Arterie verengt ist.

Diabetes und Durchblutung: das diabetische Fußsyndrom

Bei Zuckerkrankheit schädigen zwei Vorgänge die Füße. Die Neuropathie vermindert das Schmerzgefühl. Verletzungen bleiben dann unbemerkt. Die Angiopathie schädigt die Gefäße und verschlechtert die Durchblutung. In Deutschland sind bis zu 800.000 Menschen vom diabetischen Fußsyndrom betroffen. Etwa 15 Prozent der Diabetiker entwickeln im Leben Fußwunden.

Wichtig ist die tägliche Kontrolle der Füße. Empfohlen werden lauwarmes Waschen, harnstoffhaltige Cremes, das Feilen statt Schneiden der Nägel und bequeme Schuhe. Stabile Blutzuckerwerte entlasten die Gefäße zusätzlich. Orientierung bieten die Blutzuckerwerte nach dem Essen.

Kurzantwort: Bei Diabetes bleiben Fußverletzungen oft unbemerkt, weil das Schmerzgefühl nachlässt. Tägliche Kontrolle der Füße und gute Fußpflege beugen schweren Wunden vor.

Behandlung: Risiken senken, Gehen trainieren

Die Therapie beginnt mit der Ausschaltung der Risikofaktoren. Der Rauchstopp zählt zu den wichtigsten Schritten. Dazu kommen die Einstellung von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten sowie ein regelmäßiges Gehtraining. Die Ärztin oder der Arzt verordnet bei Bedarf Medikamente wie Acetylsalicylsäure oder Statine. Menge und Dauer legt die Praxis fest.

In schweren Fällen öffnen Fachleute die Engstelle mit einem Katheter oder legen einen Umgehungsweg, einen sogenannten Bypass. Bei Gewebetod bleibt als letzte Maßnahme die Amputation. Sie lässt sich durch frühe Behandlung oft vermeiden. Deshalb lohnt es sich, Warnzeichen ernst zu nehmen und regelmäßig zur Kontrolle zu gehen. Durchblutungsfördernde Salben können die Haut pflegen, ersetzen aber keine Behandlung der Ursache. Wirkstoffe und Anwendung beschreibt der Beitrag zur durchblutungsfördernden Schmerzsalbe.

Wann sofort gehandelt werden muss

Ein plötzlich kalter, blasser und stark schmerzender Fuß kann auf einen akuten Gefäßverschluss hindeuten. Das ist ein Notfall. Der Rettungsdienst unter 112 sollte sofort gerufen werden. Auch Wunden, die nicht heilen, dunkle Zehen oder Ruheschmerzen in der Nacht gehören zeitnah in ärztliche Hände.

Fazit

Durchblutungsstörungen am Fuß entstehen meist durch verengte Arterien infolge von Arteriosklerose. Früh erkannt, lassen sie sich mit Gehtraining, Rauchstopp und Medikamenten gut bremsen. Bei Diabetes braucht der Fuß besonders sorgfältige Pflege. Ein plötzlich kalter und schmerzender Fuß ist ein Notfall.

FAQ – Häufige Fragen

Woran lässt sich eine Durchblutungsstörung am Fuß erkennen?

Kalte, blasse Haut, Wadenschmerzen beim Gehen und schlecht heilende Wunden sind typische Zeichen.

Was ist die häufigste Ursache?

In rund 95 Prozent der Fälle steckt eine Arteriosklerose hinter den verengten Arterien.

Wer ist besonders gefährdet?

Raucher, Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen sowie ältere Menschen.

Was ist die Schaufensterkrankheit?

Schmerzen in der Wade beim Gehen, die zum Stehenbleiben zwingen und in Ruhe abklingen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Mit Pulstasten, Knöchel-Arm-Index und bei Bedarf Gefäßultraschall.

Welcher Wert spricht für eine pAVK?

Ein Knöchel-Arm-Index von 0,9 oder weniger.

Hilft Gehtraining wirklich?

Ja, regelmäßiges Gehtraining gehört zur Basistherapie und fördert die Durchblutung.

Wie oft kommt pAVK vor?

Rund 4,5 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen. Bei über 65-Jährigen sind es etwa 20 Prozent.

Warum sind Füße bei Diabetes besonders gefährdet?

Die Nerven nehmen Schmerz schlechter wahr. Die Gefäße sind oft geschädigt. Wunden bleiben unbemerkt.

Wann ist es ein Notfall?

Bei plötzlich kaltem, blassem, stark schmerzendem Fuß. Dann gilt der Notruf 112.

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Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Medikamenten hilft die Hausarztpraxis oder die Apotheke weiter.

Quellen

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