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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Giardia lamblia ist ein einzelliger Darmparasit. Er löst beim Menschen die Giardiose oder Giardiasis aus, mit wässrigem Durchfall, Blähungen und Bauchkrämpfen. Die Ansteckung erfolgt über verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder Kontakt mit Stuhl infizierter Personen. Ein Stuhltest sichert die Diagnose.
Kurzantwort: Giardien infizieren den Dünndarm und verursachen oft mehrere Wochen Durchfall. Behandelt wird mit antiparasitären Medikamenten, die ein Arzt verschreibt. Vorbeugung gelingt mit sauberem Trinkwasser und guter Handhygiene.
Das Wichtigste in Kürze
- Erreger ist der Einzeller Giardia lamblia im Dünndarm.
- Typisch sind Durchfall, Blähungen, Krämpfe und Appetitlosigkeit.
- Die Diagnose stützt sich auf Stuhlproben, teils mehrfach.
- Der Nachweis ist in Deutschland meldepflichtig.
Was ist Giardiose?
Die Giardiose ist eine Infektion des Dünndarms. Giardia lamblia setzt sich dort an der Schleimhaut fest. Die Krankheitsform des Parasiten heißt Trophozoit. Zysten dienen als widerstandsfähige Dauerform und gelangen mit dem Stuhl nach außen.
Die Infektion verläuft oft mild und klingt von selbst ab. Sie kann aber auch schwer oder chronisch werden. Dann belastet sie Darm und Körper über längere Zeit.
Wie steckt man sich mit Giardien an?
Die Übertragung läuft fäkal-oral. Zysten gelangen über Wasser, Lebensmittel oder direkten Kontakt in den Mund.
- Trinkwasser: Verunreinigtes Wasser ist ein wichtiger Weg. Gefährdet sind Reisende in Ländern mit schwachen Hygienestandards sowie Wanderer, die aus Bächen trinken.
- Lebensmittel: Ungewaschenes Obst und Gemüse kann Zysten tragen.
- Kontakt: Kleinkinder in Kindergärten stecken sich und andere leicht an.
- Haushalt: Schmierinfektion über Hände, Toiletten und Windeln.
Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 25 Tage, meist 7 bis 10 Tage.
Symptome: Woran erkennt man Giardiose?
Typisch sind Bauchkrämpfe, Blähungen, Aufstoßen und wässriger, übel riechender Durchfall. Dazu kommen häufig Übelkeit, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Der Stuhl kann hellgelb und fettig wirken. Mehr zu diesem Symptom beschreibt der Beitrag über Fettstuhl.
Ohne Behandlung hält der Durchfall mitunter wochenlang an. Manche Betroffene haben kaum Beschwerden. Sie scheiden die Zysten trotzdem aus und können andere anstecken.
Diagnose: Stuhlprobe als Standard
Zuerst fragt die Praxis nach Reisen, Trinkwasserquellen und Kontakt zu Erkrankten. Diese Angaben lenken die Suche nach dem Erreger. Dann folgt die Laboruntersuchung. Dafür wird Stuhl auf Antigene oder Erbgut von Giardia lamblia untersucht. Auch die Mikroskopie kommt zum Einsatz. Weil Zysten nicht ständig ausgeschieden werden, braucht es manchmal mehrere Proben an verschiedenen Tagen.
Der direkte oder indirekte Erregernachweis bei akuter Infektion ist laut Infektionsschutzgesetz namentlich an das Gesundheitsamt zu melden. Die Meldung übernimmt das Labor oder die Arztpraxis.
Behandlung bei Giardiose
Giardien lassen sich mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Nitroimidazole behandeln. Genannt werden Tinidazol, Metronidazol und Secnidazol. Auch Nitazoxanid kommt infrage. Die Wahl und die Dauer bestimmt die behandelnde Ärztin. Die Präparate sind verschreibungspflichtig. Eine Selbstbehandlung ist nicht ratsam.
Bei starkem Durchfall geht viel Flüssigkeit verloren. Ausreichend Trinken und Elektrolyte sind dann wichtig. Bei Kindern, Schwangeren und älteren Menschen sollte früh ärztlicher Rat eingeholt werden.
Kurzantwort: Wer nach einer Reise oder nach Trinken aus Naturgewässern länger als wenige Tage Durchfall hat, sollte eine Stuhluntersuchung veranlassen. Gegen Giardien stehen antiparasitäre Medikamente zur Verfügung.
Wie lange ist man ansteckend?
Solange Zysten im Stuhl sind, besteht Ansteckungsgefahr. Das kann auch nach dem Ende der Beschwerden der Fall sein. Für Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas und Schulen gelten Regeln zur Wiederzulassung. Das zuständige Gesundheitsamt gibt sie vor.
Wichtige Hygieneregeln im Haushalt:
- Hände nach dem Toilettengang und vor dem Essen gründlich waschen.
- Handtücher und Wäsche getrennt nutzen.
- Windeln sicher entsorgen.
- Toilette und Waschbecken regelmäßig reinigen.
Vorbeugung auf Reisen und in der Natur
Abgekochtes Wasser gilt als die sicherste Methode. Auch spezielle Filter helfen. Rohes Obst und Gemüse sollten Reisende schälen oder gründlich waschen. Wer in der Natur unterwegs ist, trinkt nicht ungefiltert aus Bächen.
Giardien sind nicht der einzige Erreger bei Reisedurchfall. Ähnliche Beschwerden verursachen zum Beispiel Campylobacter oder Noroviren. Ein Stuhltest klärt den Auslöser.
Mögliche Folgen und Abgrenzung
Bei langem Verlauf nimmt der Darm Nährstoffe schlechter auf. Fachleute sprechen dann von einer Malabsorption. Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen können folgen.
Andere Parasiten wirken ähnlich. Wie Wurmerkrankungen bei Kindern und Erwachsenen übertragen werden, erklärt der Beitrag Würmer bei Kindern: ansteckend für Erwachsene?.
Fazit
Giardiose ist eine Darminfektion mit einem Einzeller. Sie verursacht meist wässrigen Durchfall, Blähungen und Bauchkrämpfe. Die Ansteckung verläuft über Wasser, Lebensmittel und Kontakt. Ein Stuhltest sichert die Diagnose. Ärzte behandeln mit antiparasitären Medikamenten. Sauberes Wasser und Handhygiene schützen am besten. Wer über Wochen Durchfall hat, sollte die Ursache abklären lassen.
FAQ – Häufige Fragen
Wie erkennt man Giardien beim Menschen?
Durch Stuhlproben. Das Labor sucht Antigene oder Erbgut des Erregers oder wertet Proben unter dem Mikroskop aus.
Wie lange dauert die Inkubationszeit?
Sie beträgt 3 bis 25 Tage. In den meisten Fällen vergehen 7 bis 10 Tage bis zu den ersten Beschwerden.
Sind Giardien gefährlich?
Oft verläuft die Erkrankung mild. Schwere oder chronische Verläufe sind möglich. Kinder und ältere Menschen brauchen besondere Aufmerksamkeit.
Wie lange hält der Durchfall an?
Ohne Behandlung mitunter mehrere Wochen. Nach passender Therapie bessern sich die Beschwerden meist schneller.
Welche Medikamente helfen?
Ärzte setzen Wirkstoffe wie Tinidazol, Metronidazol, Secnidazol oder Nitazoxanid ein. Sie sind verschreibungspflichtig.
Wer ist besonders gefährdet?
Kinder in Kindergärten, Reisende in Ländern mit schwachen Hygienestandards sowie Wanderer, die aus Bächen trinken.
Wie lässt sich eine Ansteckung vermeiden?
Durch Hände waschen, sauberes Trinkwasser und gewaschene Lebensmittel. Auf Reisen empfiehlt sich abgekochtes Wasser.
Muss Giardiose gemeldet werden?
Ja. Der Nachweis bei akuter Infektion ist namentlich an das Gesundheitsamt zu melden. Labor und Praxis übernehmen das.
Darf ein Kind mit Giardien in die Kita?
Dafür gelten Regeln zur Wiederzulassung in Gemeinschaftseinrichtungen. Das Gesundheitsamt und die Kinderarztpraxis klären den Zeitpunkt.
Geht Giardiose von selbst weg?
Bei mildem Verlauf ist das möglich. Bei länger anhaltendem Durchfall braucht es eine Untersuchung und meist eine Therapie.
Hinweis: Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Medikamente gegen Giardien sind verschreibungspflichtig. Dosierung und Dauer legt die Arztpraxis fest.
Quellen

Sebastian schreibt über Vorsorge und Alltagsgesundheit, ohne Alarm zu schlagen. Seine Beiträge enden mit einem klaren nächsten Schritt.
