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Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Fettstuhl (Steatorrhoe) bedeutet, dass der Stuhl krankhaft viel Fett enthält. Er sieht hell, weich, voluminös und fettig aus, riecht stark und schwimmt oft auf dem Wasser. Ursache ist eine gestörte Fettverdauung oder Fettaufnahme, etwa bei Bauchspeicheldrüsenschwäche, Zöliakie oder Gallenwegsproblemen. Anhaltende Fettstühle gehören ärztlich abgeklärt.
Kurzantwort: Fettstuhl liegt vor, wenn bei normaler Fettzufuhr mehr als 7 g Fett pro Tag im Stuhl ausgeschieden werden. Häufige Ursachen sind Bauchspeicheldrüsenschwäche, Zöliakie und Störungen der Galle.
Das Wichtigste in Kürze
- Typisch ist ein heller, weicher, voluminöser und übel riechender Stuhl.
- Er klebt an der Toilette oder schwimmt auf dem Wasser.
- Dahinter steckt eine Fettverdauungsstörung (Maldigestion) oder Aufnahmestörung (Malabsorption).
- Unbehandelt drohen Gewichtsverlust und ein Mangel an den Vitaminen A, D, E und K.
Fettstuhl: Merkmale und Definition
Als Steatorrhoe, Pankreasstuhl oder Fettstuhl bezeichnet man laut Wikipedia eine pathologische Erhöhung des Fettgehalts im Stuhl. Sie ist die Folge einer Fettverdauungsstörung. Der Stuhl ist voluminös, lehmfarben und schaumig mit penetrantem Geruch. Das MSD Manual beschreibt ihn als hell, weich, fettig und übel riechend. Er klebt an der Toilettenschüssel und lässt sich schwer wegspülen.
Von Steatorrhoe spricht man, wenn bei Erwachsenen unter normaler Fettzufuhr von 60 bis 80 g pro Tag die Gesamtfettausscheidung im 24-Stunden-Stuhl 7 g übersteigt. Häufige Begleitsymptome sind Blähungen, Völlegefühl, Durchfall und Bauchschmerzen.
Ursachen: Maldigestion und Malabsorption
Es gibt zwei grundlegende Formen. Bei der Maldigestion ist die Spaltung der Fette gestört. Bei der Malabsorption ist die Aufnahme oder der Abtransport der Spaltprodukte gestört. Die folgende Übersicht zeigt häufige Ursachen laut MSD Manual und Wikipedia.
| Ursache | Mechanismus |
|---|---|
| Exokrine Pankreasinsuffizienz | Lipase fehlt. Malabsorption tritt auf, wenn mehr als 90 Prozent der Funktion verloren sind. |
| Chronische Pankreatitis, Pankreaskarzinom, Pankreasresektion, Mukoviszidose | zu wenig Verdauungsenzyme |
| Gallengangsverschluss, Cholestase, Zirrhose | zu wenig Gallensalze im Zwölffingerdarm, Fette werden schlecht emulgiert |
| Zöliakie | geschädigte Dünndarmschleimhaut resorbiert Fette schlecht |
| Morbus Crohn | Entzündung der Darmwand stört die Aufnahme |
| Bakterielle Dünndarmüberwucherung (SIBO) | Bakterien begrenzen die Fettabsorption über Gallensalze |
| Zollinger-Ellison-Syndrom | saures Milieu hemmt die Lipase |
Nicht jede Ursache lässt sich auf den ersten Blick erkennen. Mehr zu den Mechanismen der Aufnahmestörung beschreibt der Beitrag Malabsorption. Zu den Enzymen der Verdauung informiert der Artikel Verdauungsenzyme. Die Folgen eines Gallensäureverlusts erklärt der Beitrag Gallensäureverlustsyndrom.
Kurzantwort: Fettstuhl ist ein Symptom und keine eigene Krankheit. Die Ursache liegt in Bauchspeicheldrüse, Galle oder Dünndarm. Anhaltende Fettstühle klärt die Ärztin mit Stuhl- und Bluttests.
Symptome und Folgen
Chronischer Durchfall ist laut MSD Manual das häufigste Symptom einer Malabsorption und der übliche Anlass für eine Abklärung. Hinzu kommen Blähungen und vermehrte Luft im Darm. Viele Patienten verlieren an Gewicht, obwohl sie ausreichend essen.
Nicht aufgenommenes Fett hält fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) und einige Mineralstoffe zurück. Das führt zu Mangelzuständen. Das MSD Manual ordnet sie bestimmten Beschwerden zu.
| Beschwerde | Fehlender Nährstoff |
|---|---|
| Nachtblindheit | Vitamin A |
| Blutungen, Blutergüsse | Vitamin K und C |
| Schmerzen in Gliedern und Knochen, Frakturen | Kalzium, Magnesium, Vitamin D |
| Mikrozytäre Anämie | Eisen |
| Makrozytäre Anämie | Vitamin B12, Folsäure |
Diagnose: Stuhltests und Blutwerte
Die Diagnose einer Malabsorption ist laut MSD Manual oft klinisch offensichtlich. Grundlage sind eine ausführliche Anamnese, Blutuntersuchungen zu den Folgen und Stuhluntersuchungen zur Bestätigung. Als Goldstandard gilt die Messung des Stuhlfetts im 72-Stunden-Sammelstuhl. Dabei nimmt die Person an diesen Tagen mindestens 100 g Fett pro Tag zu sich. Ein Fettgehalt von mehr als 7 g pro Tag ist pathologisch. Der Test ist nicht überall verfügbar.
Die Stuhlelastase hilft bei der Abgrenzung. Niedrige Werte weisen auf eine Pankreasinsuffizienz hin. Bei Verdacht auf eine Darmerkrankung kommen Blutbild, Ferritin, Vitamin B12, Folsäure, Kalzium, Albumin und Cholesterin als Screening in Frage. Bei Verdacht auf eine chronische Pankreatitis bestätigen bildgebende Verfahren wie die MRCP die Diagnose. Ob im Darm eine Entzündung vorliegt, hilft der Calprotectin-Wert einzuschätzen. Die Beschaffenheit des Stuhls ordnet die Bristol-Stuhl-Skala ein.
Behandlung richtet sich nach der Ursache
Die Therapie zielt auf die Grundkrankheit. Bei Zöliakie ist laut Wikipedia die einzige gesicherte Behandlung eine lebenslange glutenfreie Ernährung. Bei exokriner Pankreasinsuffizienz ersetzt die Ärztin die fehlenden Enzyme durch Pankreatin, das zu den Mahlzeiten eingenommen wird. Die enthaltene Lipase spaltet Nahrungsfette. Das verbessert die Aufnahme und vermindert die Fettausscheidung. Das MSD Manual nennt als Ergebnis eine Gewichtszunahme, weniger Stuhlgänge und keine Fetttropfen mehr im Stuhl. Die Beschwerden verschwinden aber selten völlig.
Bei Gallensteinen im Gallengang muss die Ursache behandelt werden, also die Steine entfernt. Bei Morbus Crohn kann ein teilweiser Ersatz des üblichen Nahrungsfetts durch leicht verdauliche mittelkettige Triglyzeride (MCT-Fette) hilfreich sein. Bei chronischer Pankreatitis gehören Verzicht auf Alkohol und Zigaretten sowie 4 bis 5 fettarme Mahlzeiten täglich zum Konzept, um die Schmerzen zu verringern. Wann Enzympräparate angezeigt sind und wie sie genommen werden, entscheidet die Ärztin. Bei Gallenbeschwerden informiert der Beitrag Gallenkolik: Symptome.
Wann zur Ärztin?
Anhaltende fettige, helle, übel riechende Stühle sollten abgeklärt werden. Das gilt besonders bei Gewichtsverlust, chronischem Durchfall, Bauchschmerzen oder Zeichen eines Vitaminmangels wie Nachtblindheit oder Blutergüssen. Die Ärztin klärt dann mit Stuhl- und Bluttests, woher die Beschwerden kommen.
Wenn der Darm Nährstoffe schlecht aufnimmt, kann ein B12-Mangel entstehen, zur Behandlung zeigt ein Ratgeber die Nebenwirkungen einer Vitamin-B12-Spritze.
Fazit
Fettstuhl zeigt eine gestörte Fettverdauung oder Fettaufnahme an. Häufige Ursachen sind Bauchspeicheldrüsenschwäche, Zöliakie und Störungen der Galle. Mit Stuhlfett-Messung, Stuhlelastase und Blutwerten lässt sich die Ursache eingrenzen. Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Wer über Wochen fettige Stühle hat oder an Gewicht verliert, vereinbart einen Termin in der Praxis.
FAQ – Häufige Fragen
Was ist Fettstuhl?
Ein Stuhl mit krankhaft hohem Fettgehalt. Fachleute sprechen von Steatorrhoe. Er ist hell, weich, voluminös und riecht stark.
Woran erkennt man Fettstuhl?
Der Stuhl ist fettig und blass, klebt an der Toilette oder schwimmt auf dem Wasser und lässt sich schlecht wegspülen.
Ab welcher Fettmenge spricht man von Fettstuhl?
Wenn bei normaler Fettzufuhr im 24-Stunden-Stuhl mehr als 7 g Fett ausgeschieden werden.
Welche Ursachen hat Fettstuhl?
Bauchspeicheldrüsenschwäche, Zöliakie, Morbus Crohn, Gallengangsverschluss, Leberzirrhose und bakterielle Dünndarmüberwucherung gehören dazu.
Welche Rolle spielt die Bauchspeicheldrüse?
Sie bildet die Lipase. Fehlt sie, werden Fette nicht gespalten. Eine Malabsorption tritt auf, wenn mehr als 90 Prozent der Funktion verloren sind.
Welche Begleitsymptome treten auf?
Blähungen, Völlegefühl, Durchfall, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust trotz ausreichender Nahrungsaufnahme.
Welche Vitamine fehlen bei Fettstuhl?
Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Mangelzustände können sich zum Beispiel als Nachtblindheit, Blutergüsse oder Knochenschmerzen zeigen.
Wie wird Fettstuhl diagnostiziert?
Mit Anamnese, Blutuntersuchungen und Stuhltests. Der Goldstandard ist die Fettmessung im 72-Stunden-Sammelstuhl. Die Stuhlelastase hilft bei der Pankreasdiagnostik.
Wie wird Fettstuhl behandelt?
Die Grundkrankheit wird behandelt. Bei Zöliakie hilft glutenfreie Ernährung, bei Pankreasinsuffizienz ein Ersatz der Verdauungsenzyme zu den Mahlzeiten.
Wann sollte man mit Fettstuhl zur Ärztin?
Bei anhaltenden Fettstühlen, Gewichtsverlust, chronischem Durchfall, Bauchschmerzen oder Zeichen eines Vitaminmangels.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden klärt eine Ärztin oder ein Arzt die Ursache.
Quellen

Katrin hat lange in einer Apotheke gearbeitet und erklärt hier Blutwerte, Wirkstoffe und Nebenwirkungen in ruhigen Worten. Wenn etwas in die Praxis gehört, sagt sie das.
