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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Die häufigsten Nebenwirkungen von Adalimumab sind Reaktionen an der Einstichstelle und Infektionen der Atemwege. Laut Packungsbeilage von Humira betreffen sie mehr als eine von zehn behandelten Personen. Dazu kommen häufig Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Hautausschlag sowie Muskel- und Knochenschmerzen. Seltener, aber ernst sind schwere Infektionen wie Tuberkulose. Deshalb gehört eine enge ärztliche Begleitung zur Therapie.
Das Wichtigste in Kürze
- Adalimumab ist ein Antikörper gegen den Botenstoff TNF-alpha.
- Sehr häufig: Reaktionen an der Einstichstelle, Atemwegsinfekte.
- Das Immunsystem wird gedämpft, Infekte verlaufen teils schwerer.
- Der Wirkstoff bleibt bis zu vier Monate im Körper.
Was ist Adalimumab?
Adalimumab ist ein monoklonaler Antikörper. Er bindet den Botenstoff Tumornekrosefaktor alpha, kurz TNF-alpha. Dieser Botenstoff treibt Entzündungen im Körper an. Adalimumab macht ihn unwirksam und bremst so die Entzündung.
Ärztinnen und Ärzte setzen das Mittel bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ein. Dazu zählen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, schwere Schuppenflechte und die Augenentzündung Uveitis. Bei Gelenkerkrankungen wird Adalimumab oft mit Methotrexat kombiniert. Das bekannteste Präparat heißt Humira. Daneben gibt es mehrere Biosimilars mit demselben Wirkstoff. Die Spritze setzen sich viele Betroffene nach einer Schulung selbst unter die Haut.
Die Halbwertszeit liegt bei etwa 14 Tagen. Bis der Wirkstoff ganz aus dem Körper verschwunden ist, können bis zu vier Monate vergehen. Das spielt bei Impfungen und einer geplanten Schwangerschaft eine Rolle.
Adalimumab Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Packungsbeilage ordnet die Nebenwirkungen nach Häufigkeit. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Gruppen zusammen.
| Häufigkeit | Beispiele |
|---|---|
| Sehr häufig (mehr als 1 von 10) | Reaktionen an der Einstichstelle, Atemwegsinfekte, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Muskel- und Knochenschmerzen |
| Häufig (bis 1 von 10) | schwere Infektionen bis zur Blutvergiftung, Magen-Darm- und Hautinfekte, allergische Reaktionen, Stimmungsschwankungen, Sehstörungen, erhöhter Blutdruck, Husten, gutartige Tumoren, Hautkrebs |
| Gelegentlich (bis 1 von 100) | Tuberkulose, opportunistische Infektionen, Lymphome, Melanom, Schlaganfall, Herzprobleme, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Lupus-ähnliche Beschwerden |
| Selten (bis 1 von 1.000) | Leukämie, schwere allergische Reaktion mit Schock, Multiple Sklerose, Lungenfibrose, Leberentzündung, Stevens-Johnson-Syndrom |
Kurzantwort: Am häufigsten sind Rötung, Schwellung oder Schmerz an der Einstichstelle und Infekte der Atemwege. Schwere Nebenwirkungen sind seltener, erfordern aber schnelle ärztliche Hilfe.
Reaktionen an der Einstichstelle
Nach der Spritze röten sich Bauch oder Oberschenkel oft leicht. Die Stelle kann jucken, schmerzen oder anschwellen. Solche Reaktionen gelten meist als harmlos. Sie klingen in der Regel nach einigen Tagen ab. Ein Wechsel der Einstichstelle kann helfen. Wer unsicher ist, wie die Spritze richtig gesetzt wird, findet Grundlagen im Beitrag Spritze.
Infektionen: das wichtigste Risiko
Adalimumab dämpft einen Teil der Immunabwehr. Infekte treten deshalb leichter auf. Meist sind es Erkältungen, Nasennebenhöhlen- oder Bronchialinfekte. Seltener kommt es zu Lungenentzündung, Gürtelrose oder einer Blutvergiftung. Gelegentlich treten Tuberkulose oder Infektionen mit Keimen auf, die Gesunden selten schaden.
Bei aktiver Tuberkulose oder anderen schweren Infektionen darf Adalimumab nicht gegeben werden. Die behandelnde Praxis prüft das vor Beginn. Während der Therapie gelten folgende Warnzeichen als Anlass für einen raschen Arztbesuch.
- Fieber, das nicht abklingt
- Wunden, die schlecht heilen
- starkes Krankheitsgefühl oder Abgeschlagenheit
- Zahnprobleme mit Schwellung
Ein Hinweis auf erhöhte Entzündungswerte kann ebenfalls wichtig sein. Mehr dazu steht unter Hohe Entzündungswerte: Symptome.
Warnzeichen: Wann sofort zum Arzt?
Die Packungsbeilage nennt klare Signale. Bei ihnen sollten Betroffene sofort ärztliche Hilfe holen.
- Allergische Reaktion: starker Ausschlag, Nesselsucht, Schwellung von Gesicht, Händen oder Füßen, Atemnot.
- Herzschwäche: Kurzatmigkeit bei Belastung oder im Liegen, geschwollene Füße.
- Blutbildstörung: anhaltendes Fieber, blaue Flecken, Blutungen, auffällige Blässe.
Bei mittelschwerer bis schwerer Herzschwäche ist Adalimumab nicht zugelassen. Wer eine Herzerkrankung hat, sollte das vor Therapiebeginn offen ansprechen.
Kurzantwort: Atemnot, Schwellungen im Gesicht, anhaltendes Fieber, blaue Flecken oder geschwollene Füße sind Warnzeichen. Dann gilt: sofort ärztliche Hilfe holen.
Impfungen, Schwangerschaft und Stillzeit
Lebendimpfstoffe sind während der Behandlung tabu. Empfohlen ist, den Impfschutz möglichst vor Therapiebeginn aufzufrischen. Frauen sollten bis fünf Monate nach der letzten Gabe sicher verhüten. Kinder, die im Mutterleib Adalimumab ausgesetzt waren, sollen fünf Monate lang keine Lebendimpfstoffe erhalten. In der Stillzeit darf Adalimumab laut Packungsbeilage angewendet werden.
Wechselwirkungen und praktische Hinweise
Die Kombination mit dem Wirkstoff Anakinra gilt als ungünstig. Sie erhöht das Risiko schwerer Infektionen. Andere Biologika mit ähnlichem Ansatz sollten ebenfalls nicht parallel laufen. Ein Vergleich mit einem anderen Immunmodulator steht im Beitrag Rinvoq: Nebenwirkungen.
Einige praktische Punkte erleichtern den Alltag.
- Fertigspritzen im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad lagern und nicht einfrieren.
- Eine einzelne Spritze darf bis zu 14 Tage bei höchstens 25 Grad aufbewahrt werden.
- Den Patientenpass immer bei sich tragen und bei jedem Arztbesuch zeigen.
- Vor Operationen und Zahneingriffen auf die Therapie hinweisen.
Fazit
Adalimumab ist ein etabliertes Mittel bei chronischen Entzündungen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Reaktionen an der Einstichstelle und Infekte. Ernste Risiken betreffen vor allem schwere Infektionen, allergische Reaktionen und selten Tumoren. Regelmäßige Kontrollen und ein offenes Auge für Warnzeichen machen die Therapie sicherer.
FAQ – Häufige Fragen
Was ist die häufigste Nebenwirkung von Adalimumab?
Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, Schwellung, Juckreiz oder Schmerz.
Macht Adalimumab anfälliger für Infekte?
Ja. Atemwegsinfekte gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen.
Kann Adalimumab Tuberkulose auslösen?
Eine Tuberkulose tritt gelegentlich auf. Bei aktiver Tuberkulose ist das Mittel nicht erlaubt.
Verursacht Adalimumab Kopfschmerzen?
Kopfschmerzen zählen laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen.
Erhöht Adalimumab das Krebsrisiko?
Hautkrebs ist als häufig, Lymphome und Melanom als gelegentlich gelistet. Regelmäßige Hautkontrollen sind sinnvoll.
Wie lange bleibt Adalimumab im Körper?
Die Halbwertszeit beträgt etwa 14 Tage. Ganz ausgeschieden ist es nach bis zu vier Monaten.
Darf man mit Adalimumab impfen lassen?
Lebendimpfstoffe sind während der Therapie nicht erlaubt. Andere Impfungen stimmen Betroffene mit der Praxis ab.
Darf man Adalimumab in der Stillzeit anwenden?
Laut Packungsbeilage ja.
Wie lange darf die Spritze außerhalb des Kühlschranks liegen?
Bis zu 14 Tage bei höchstens 25 Grad.
Wann sollte man sofort zum Arzt?
Bei Atemnot, Schwellungen, anhaltendem Fieber, Blutungen oder geschwollenen Füßen.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Fragen zur eigenen Therapie klären Betroffene bitte mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt.
Quellen

Sebastian schreibt über Vorsorge und Alltagsgesundheit, ohne Alarm zu schlagen. Seine Beiträge enden mit einem klaren nächsten Schritt.
