ellaOne Nebenwirkungen: Häufigkeit, Zyklus und Wechselwirkungen

Aktualisiert am 01.10.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

ellaOne ist eine Pille danach mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Bauch- und Unterleibsschmerzen. Auch Schwindel, Müdigkeit und Brustspannen kommen häufig vor. Die nächste Regelblutung kann früher oder später einsetzen als erwartet. Die Einnahme ist bis 120 Stunden (5 Tage) nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr zugelassen. In Deutschland gibt es ellaOne ohne Rezept in der Apotheke.

Kurzantwort: Häufigste Nebenwirkungen von ellaOne sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauch- und Unterleibsschmerzen. Die nächste Regelblutung kommt bei 74,6 von 100 Frauen im Zeitraum von plus oder minus 7 Tagen um den erwarteten Termin.

Das Wichtigste in Kürze

  • ellaOne enthält 30 mg Ulipristalacetat pro Tablette.
  • Das Zeitfenster beträgt 120 Stunden (5 Tage).
  • Bei 18,5 von 100 Frauen verzögert sich die Blutung um mehr als 7 Tage.
  • Johanniskraut und bestimmte Antiepileptika können die Wirkung stark senken.

Wirkstoff und Wirkweise

Jede ellaOne-Tablette enthält 30 Milligramm Ulipristalacetat. Der Stoff hemmt oder verzögert den Eisprung. Hat der Eisprung bereits stattgefunden, wirkt er nicht mehr. Deshalb soll die Tablette so bald wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Ulipristalacetat führt nicht zum Abbruch einer bestehenden Schwangerschaft.

Zugelassen ist die Notfallverhütung innerhalb von 120 Stunden (5 Tagen) nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder nach Versagen der Verhütung. Nach mehr als 120 Stunden liegen keine Daten zur Wirksamkeit vor. Laut Bundesapothekerkammer ist die Pille danach in Deutschland ohne ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Abgabe erfolgt mit Beratung in der Apotheke.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Fachinformation (EMA, Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels) stützt sich auf Studien mit 4.718 Frauen. Das Phase-III-Programm umfasste 2.637 Frauen. Häufig sind folgende Nebenwirkungen.

  • Kopfschmerzen und Schwindelgefühl.
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Unwohlsein in der Bauchgegend.
  • Dysmenorrhö (Regelschmerzen), Unterleibsschmerzen und Spannungen in der Brust.
  • Muskelschmerzen und Rückenschmerzen.
  • Stimmungsschwankungen und Müdigkeit.

Gelegentlich treten Angst, Schlaflosigkeit, Libidoveränderungen, Schläfrigkeit, Migräne, Sehstörungen, Durchfall, Mundtrockenheit, Akne, Zwischenblutungen, Hitzewallungen und ein prämenstruelles Syndrom auf. Selten sind Tremor, Aufmerksamkeitsstörungen, Ohnmacht und eine rupturierte Ovarialzyste beschrieben. Selten treten Überempfindlichkeitsreaktionen mit Ausschlag, Nesselsucht oder Angioödem auf.

Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen können auch auf eine nicht erkannte Schwangerschaft zurückgehen. Bei Beschwerden dieser Art nach der Einnahme ist ein Schwangerschaftstest sinnvoll.

Die nächste Regelblutung

Nach der Einnahme kann die folgende Regelblutung einige Tage früher oder später kommen. In den Phase-III-Studien setzte sie bei 74,6 Prozent der Frauen im Zeitraum von plus oder minus 7 Tagen um den erwarteten Termin ein. Bei 6,8 Prozent kam sie mehr als 7 Tage früher. Bei 18,5 Prozent verzögerte sie sich um mehr als 7 Tage, bei 4 Prozent um mehr als 20 Tage.

Zwischenblutungen traten bei 8,7 Prozent auf. Sie dauerten im Mittel 2,4 Tage. In 88,2 Prozent der Fälle waren es Schmierblutungen. Bleibt die Regelblutung länger als 7 Tage aus oder verläuft sie ungewöhnlich, sollte ein Schwangerschaftstest erfolgen. Mehr zu Verschiebungen erklärt der Beitrag zur verspäteten Periode.

Erbrechen nach der Einnahme

Erbrechen kann die Wirkung beeinträchtigen. Tritt es innerhalb von 3 Stunden nach der Tablette auf, sollte sofort die Apotheke oder eine Ärztin um Rat gefragt werden. Die Bundesapothekerkammer empfiehlt, vor der Einnahme etwas zu essen. Das kann Übelkeit und Erbrechen vermindern. Bei anhaltendem Erbrechen ist ärztliche Hilfe nötig.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Bestimmte Arzneimittel senken die Wirkung von ellaOne deutlich. Dazu gehören Mittel, die das Enzym CYP3A4 anregen. Die Fachinformation nennt Barbiturate wie Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Rifampicin, Rifabutin, Griseofulvin, Efavirenz, Nevirapin und Ritonavir bei dauerhafter Anwendung. Auch pflanzliche Mittel mit Johanniskraut zählen dazu. Wer in den letzten 4 Wochen solche Mittel genommen hat, für den wird ellaOne nicht empfohlen. Dann kommt eine Kupferspirale als nicht hormonale Notfallverhütung infrage.

Weitere Hinweise der Fachinformation gelten hormonellen Verhütungsmitteln. Ulipristalacetat kann deren empfängnisverhütende Wirkung vermindern. Die Pille darf aber weiter eingenommen werden. Bis zur nächsten Regelblutung sollte eine zuverlässige Barrieremethode wie das Kondom genutzt werden. Zusammen mit levonorgestrelhaltigen Notfallmitteln wird ellaOne nicht empfohlen. Bei schwerem Asthma mit oralen Glucocorticoiden wird es ebenfalls nicht empfohlen.

Kurzantwort: Die Pille danach verhindert nicht in jedem Fall eine Schwangerschaft. Bleibt die Regelblutung länger als 7 Tage aus oder treten Schwangerschaftszeichen auf, hilft ein Schwangerschaftstest.

Stillzeit, Körpergewicht und Straßenverkehr

Ulipristalacetat geht in die Muttermilch über. Nach der Einnahme ist das Stillen für eine Woche auszusetzen. Währenddessen sollte die Milch abgepumpt und verworfen werden. Mehr zu Stillthemen gibt der Beitrag Halsschmerzen in der Stillzeit.

Begrenzte und nicht eindeutige Daten deuten an, dass bei höherem Körpergewicht oder Body-Mass-Index die Wirksamkeit geringer sein kann. Die Einnahme soll trotzdem schnellstmöglich erfolgen.

Nach der Einnahme treten häufig leichter bis mäßiger Schwindel, gelegentlich Schläfrigkeit und verschwommenes Sehen auf. Wer solche Symptome bemerkt, sollte kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.

Fazit

ellaOne ist für den Notfall gedacht und kein Ersatz für Verhütung. Die Nebenwirkungen sind meist mild und betreffen Kopf, Magen, Unterleib und den Zyklus. Wichtig sind das Zeitfenster von 120 Stunden, die Wechselwirkungen und die Barrieremethode bis zur nächsten Blutung. Bei Unsicherheit helfen Apotheke und Frauenarztpraxis. Zu Brustspannen beschreibt der Beitrag zu Nippelschmerzen mögliche Ursachen.

FAQ – Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat ellaOne?

Häufig Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Bauchschmerzen, Regelschmerzen, Brustspannen und Müdigkeit. Allergische Reaktionen sind selten.

Wie lange nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr wirkt ellaOne?

Bis 120 Stunden, also 5 Tage. Je früher die Einnahme erfolgt, desto besser.

Ist ellaOne rezeptfrei?

Ja. In Deutschland ist die Pille danach ohne ärztliche Verschreibung in der Apotheke erhältlich. Die Abgabe erfolgt mit Beratung.

Wann kommt die Periode nach ellaOne?

Bei 74,6 von 100 Frauen im Zeitraum von plus oder minus 7 Tagen. Bei 18,5 von 100 verzögert sie sich um mehr als 7 Tage.

Was gilt bei Erbrechen nach der Einnahme?

Tritt Erbrechen innerhalb von 3 Stunden auf, kann die Wirkung beeinträchtigt sein. Dann sofort Rat in Apotheke oder Praxis einholen.

Sind Zwischenblutungen normal?

Sie kommen bei 8,7 von 100 Frauen vor, meist als Schmierblutung von etwa 2,4 Tagen. Starke Zwischenblutungen sind mit 0,4 Prozent selten.

Wirkt ellaOne bei höherem Körpergewicht schwächer?

Begrenzte und nicht eindeutige Daten deuten darauf hin. Die Einnahme soll bei allen Frauen schnellstmöglich erfolgen.

Welche Medikamente stören die Wirkung?

Enzyminduktoren wie Johanniskraut, Carbamazepin, Phenytoin, Barbiturate, Rifampicin und Efavirenz sowie levonorgestrelhaltige Notfallmittel. Auch Glucocorticoide bei schwerem Asthma sind ein Hinweis.

Darf ellaOne in der Stillzeit eingenommen werden?

Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über. Nach der Einnahme ist das Stillen eine Woche auszusetzen, die Milch wird abgepumpt und verworfen.

Schützt ellaOne bei weiterem Geschlechtsverkehr?

Nein. Bis zur nächsten Regelblutung ist eine zuverlässige Barrieremethode nötig.

Mehr zum Thema

    Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Maßgeblich sind Packungsbeilage und Fachinformation.

    Quellen

    Nach oben scrollen
    Gelistet bei TopBlogs