FSME-Risikogebiete 2026: alle 185 Landkreise nach Bundesland

Kurzantwort: Das Robert Koch-Institut weist für 2026 insgesamt 185 Land- und Stadtkreise als FSME-Risikogebiete aus (Stand 15. Januar 2026). Neu dazugekommen sind der Landkreis Nordsachsen und die Stadt Halle (Saale). Fast ganz Bayern (95 von 96 Kreisen) und Baden-Württemberg (43 von 44) gelten als Risikogebiet, dazu Teile von Thüringen, Sachsen, Hessen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie einzelne Kreise in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Die vollständige Liste steht unten nach Bundesland sortiert.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen. Wer in einem Risikogebiet wohnt, dort arbeitet oder Urlaub macht und sich viel im Grünen aufhält, sollte den eigenen Impfschutz kennen. Das RKI veröffentlicht jedes Jahr im Epidemiologischen Bulletin eine aktualisierte Karte der Risikogebiete. Die Ausgabe 9/2026 vom 26. Februar 2026 ist die Grundlage dieses Artikels. Sie können die Liste unten mit der Suchfunktion Ihres Browsers (Strg+F) nach Ihrem Landkreis durchsuchen.

Was sich 2026 geändert hat

Zwei Kreise kommen 2026 neu hinzu: in Sachsen der Landkreis Nordsachsen und in Sachsen-Anhalt die kreisfreie Stadt Halle (Saale). Damit steigt die Zahl der Risikogebiete von 183 auf 185. Alle bisherigen Risikogebiete bleiben bestehen. Kein Kreis ist aus der Liste gefallen. Das liegt an der Definition: Ein Kreis bleibt Risikogebiet, sobald ein einziger Fünfjahreszeitraum seit 2002 die Schwelle überschritten hat. Das RKI schreibt selbst, dass bei sinkender Inzidenz durch mehr Impfungen ergänzende Indikatoren nötig wären.

Übersicht: Risikogebiete je Bundesland

Bundesland Risikokreise Kreise gesamt Änderung 2026
Bayern 95 96 unverändert
Baden-Württemberg 43 44 unverändert
Thüringen 13 23 unverändert
Sachsen 11 13 +1 (LK Nordsachsen)
Hessen 10 26 unverändert
Brandenburg 5 18 unverändert
Sachsen-Anhalt 3 14 +1 (SK Halle (Saale))
Niedersachsen 2 46 unverändert
Nordrhein-Westfalen 1 53 unverändert
Rheinland-Pfalz 1 36 unverändert
Saarland 1 6 unverändert
Deutschland 185 400 +2

Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein haben kein Risikogebiet. Einzelne FSME-Fälle treten laut RKI trotzdem in allen Bundesländern auf. Bei Fieber und Kopfschmerzen nach einem Zeckenstich sollte deshalb überall in Deutschland an FSME gedacht werden.

Alle 185 FSME-Risikogebiete nach Bundesland

LK steht für Landkreis, SK für Stadtkreis (kreisfreie Stadt). Die Reihenfolge innerhalb eines Bundeslandes ist alphabetisch.

Bayern (95 von 96 Kreisen)

LK Aichach-Friedberg, LK Altötting, SK Amberg, LK Amberg-Sulzbach, SK Ansbach, LK Ansbach, SK Aschaffenburg, LK Aschaffenburg, LK Augsburg, SK Augsburg, LK Bad Kissingen, LK Bad Tölz-Wolfratshausen, SK Bamberg, LK Bamberg, SK Bayreuth, LK Bayreuth, LK Berchtesgadener Land, LK Cham, SK Coburg, LK Coburg, LK Dachau, LK Deggendorf, LK Dillingen a. d. Donau, LK Dingolfing-Landau, LK Donau-Ries, LK Ebersberg, LK Eichstätt, LK Erding, SK Erlangen, LK Erlangen-Höchstadt, LK Forchheim, LK Freising, LK Freyung-Grafenau, LK Fürstenfeldbruck, SK Fürth, LK Fürth, LK Garmisch-Partenkirchen, LK Günzburg, LK Haßberge, SK Hof, LK Hof, SK Ingolstadt, SK Kaufbeuren, LK Kelheim, SK Kempten, LK Kitzingen, LK Kronach, LK Kulmbach, LK Landsberg a. Lech, SK Landshut, LK Landshut, LK Lichtenfels, LK Lindau, LK Main-Spessart, SK Memmingen, LK Miesbach, LK Miltenberg, LK Mühldorf a. Inn, LK München, SK München, LK Neuburg-Schrobenhausen, LK Neumarkt i. d. OPf., LK Neustadt a. d. Waldnaab, LK Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, LK Neu-Ulm, SK Nürnberg, LK Nürnberger Land, LK Oberallgäu, LK Ostallgäu, SK Passau, LK Passau, LK Pfaffenhofen a. d. Ilm, LK Regen, SK Regensburg, LK Regensburg, LK Rhön-Grabfeld, SK Rosenheim, LK Rosenheim, LK Roth, LK Rottal-Inn, SK Schwabach, LK Schwandorf, LK Schweinfurt, LK Starnberg, SK Straubing, LK Straubing-Bogen, LK Tirschenreuth, LK Traunstein, LK Unterallgäu, SK Weiden i. d. OPf., LK Weilheim-Schongau, LK Weißenburg-Gunzenhausen, LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge, SK Würzburg, LK Würzburg. Einziger Kreis ohne Einstufung ist die Stadt Schweinfurt.

Baden-Württemberg (43 von 44 Kreisen)

LK Alb-Donau-Kreis, SK Baden-Baden, LK Biberach, LK Böblingen, LK Bodenseekreis, LK Breisgau-Hochschwarzwald, LK Calw, LK Emmendingen, LK Enzkreis, LK Esslingen, SK Freiburg i. Breisgau, LK Freudenstadt, LK Göppingen, SK Heidelberg, LK Heidenheim, LK Heilbronn, LK Hohenlohekreis, SK Karlsruhe, LK Karlsruhe, LK Konstanz, LK Lörrach, LK Ludwigsburg, LK Main-Tauber-Kreis, SK Mannheim, LK Neckar-Odenwald-Kreis, LK Ortenaukreis, LK Ostalbkreis, SK Pforzheim, LK Rastatt, LK Ravensburg, LK Rems-Murr-Kreis, LK Reutlingen, LK Rhein-Neckar-Kreis, LK Rottweil, LK Schwäbisch Hall, LK Schwarzwald-Baar-Kreis, LK Sigmaringen, SK Stuttgart, LK Tübingen, LK Tuttlingen, SK Ulm, LK Waldshut, LK Zollernalbkreis. Einziger Kreis ohne Einstufung ist die Stadt Heilbronn.

Thüringen (13 von 23 Kreisen)

LK Altenburger Land, SK Gera, LK Greiz, LK Hildburghausen, LK Ilm-Kreis, SK Jena, LK Saale-Holzland-Kreis, LK Saale-Orla-Kreis, LK Saalfeld-Rudolstadt, LK Schmalkalden-Meiningen, LK Sonneberg, SK Suhl, LK Weimarer Land.

Sachsen (11 von 13 Kreisen)

LK Bautzen, SK Chemnitz, SK Dresden, LK Erzgebirgskreis, LK Görlitz, LK Meißen, LK Mittelsachsen, LK Nordsachsen (neu 2026), LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, LK Vogtlandkreis, LK Zwickau.

Hessen (10 von 26 Kreisen)

LK Bergstraße, SK Darmstadt, LK Darmstadt-Dieburg, LK Fulda, LK Groß-Gerau, LK Main-Kinzig-Kreis, LK Marburg-Biedenkopf, LK Odenwaldkreis, SK Offenbach, LK Offenbach.

Brandenburg (5 von 18 Kreisen)

LK Elbe-Elster, SK Frankfurt (Oder), LK Oberspreewald-Lausitz, LK Oder-Spree, LK Spree-Neiße.

Sachsen-Anhalt (3 von 14 Kreisen)

LK Anhalt-Bitterfeld, SK Dessau-Roßlau, SK Halle (Saale) (neu 2026).

Niedersachsen (2 von 46 Kreisen)

LK Celle, LK Emsland.

Nordrhein-Westfalen (1 von 53 Kreisen)

SK Solingen.

Rheinland-Pfalz (1 von 36 Kreisen)

LK Birkenfeld.

Saarland (1 von 6 Kreisen)

LK Saarpfalz-Kreis.

Wie das RKI ein Risikogebiet festlegt

Ein Kreis gilt als FSME-Risikogebiet, wenn die gemeldeten Erkrankungen in mindestens einem Fünfjahreszeitraum seit 2002 deutlich über dem Erwartungswert liegen. Der Erwartungswert entspricht einer Erkrankung pro 100.000 Einwohner. Das RKI prüft dabei nicht nur den Kreis selbst, sondern auch die Kreisregion, also den Kreis plus alle angrenzenden Kreise. Deshalb können auch Kreise mit wenigen eigenen Fällen als Risikogebiet gelten, wenn die Nachbarkreise hohe Zahlen melden. Der aktuelle Berechnungszeitraum reicht bis 2021 bis 2025.

FSME-Zahlen 2025 in Deutschland

Im Jahr 2025 wurden dem RKI 693 FSME-Erkrankungen gemeldet. Das ist die dritthöchste Zahl seit Beginn der Erfassung 2001. Im Vorjahr 2024 waren es 695 Fälle, der Höchstwert stammt aus dem Jahr 2020 mit 718 Fällen. Todesfälle gab es 2025 keine, 2024 dagegen drei.

  • 98 Prozent der Erkrankten waren gar nicht oder unvollständig geimpft.
  • Das Erkrankungsrisiko steigt ab 40 Jahren deutlich an.
  • Männer erkranken häufiger als Frauen: 2,6 gegenüber 1,7 Fälle je 100.000 Einwohner.
  • Die meisten Fälle treten zwischen Mai und Oktober auf. Der Höhepunkt liegt im Juni, ein zweiter Gipfel im Oktober.
  • Bei 543 Fällen war Deutschland das einzige mögliche Infektionsland.

Das RKI weist außerdem auf Infektionen durch rohe Ziegenmilch hin. 2022 gab es eine Häufung mit fünf Fällen, zwei davon mit Beteiligung des Nervensystems. Wer Rohmilch aus Risikogebieten trinkt, sollte das wissen.

Impfempfehlung der STIKO

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die FSME-Impfung allen Menschen, die in einem Risikogebiet leben oder dorthin reisen und Kontakt zu Zecken haben können. Das betrifft Gartenarbeit, Wandern, Radfahren, Camping und Berufe im Freien. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten in diesen Fällen. Außerhalb der Risikogebiete ist eine Impfung möglich, die Kostenübernahme sollte vorher mit der Kasse geklärt werden.

Für die Grundimmunisierung sind drei Impfdosen nötig. Danach folgen Auffrischungen. Die beiden zugelassenen Impfstoffe unterscheiden sich in den Abständen:

Impfung FSME-Immun (Standard) Encepur (Standard)
1. Dosis Tag 0 Tag 0
2. Dosis 1 bis 3 Monate später 14 Tage bis 3 Monate später
3. Dosis 5 bis 12 Monate später 9 bis 12 Monate später
1. Auffrischung nach 3 Jahren nach 3 Jahren
weitere Auffrischungen alle 5 Jahre (unter 60), alle 3 Jahre (ab 60) alle 5 bis 10 Jahre (unter 50), alle 3 Jahre (ab 50)

Beide Hersteller bieten Schnellschemata an, wenn eine Reise kurz bevorsteht. Bei Encepur liegen die drei Dosen im Expressschema an Tag 0, Tag 7 und Tag 21. Wer die Abstände überschritten hat, muss nicht von vorn beginnen: Nach Angaben des RKI wird eine unterbrochene Grundimmunisierung mit den fehlenden Dosen abgeschlossen. Bei einer letzten Impfung vor weniger als zehn Jahren lag der Schutz in Studien noch bei 91 Prozent.

Was Sie in Risikogebieten zusätzlich tun können

Die Impfung schützt vor FSME, nicht vor Borreliose. Diese Bakterieninfektion kommt bundesweit vor. Gegen beide hilft der Schutz vor Zeckenstichen. Das RKI rät zu langer Kleidung mit in die Socken gesteckten Hosenbeinen, zu Repellentien auf Haut und Kleidung und zum Absuchen des Körpers nach dem Aufenthalt im Freien. Zecken stechen bevorzugt an geschützten Stellen: Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich und Kniekehle. Eine gefundene Zecke greifen Sie mit Pinzette oder Zeckenkarte nahe der Haut an den Mundwerkzeugen und ziehen sie langsam heraus, ohne Öl oder Klebstoff. Treten 7 bis 14 Tage nach einem Stich in einem Risikogebiet Fieber, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen auf, gehört der Zeckenstich in die Anamnese beim Arzt.

Häufige Fragen

Ist mein Landkreis ein FSME-Risikogebiet?

Suchen Sie oben in der Liste Ihres Bundeslandes. Fehlt der Kreis dort, ist er 2026 kein Risikogebiet. Die Liste enthält alle 185 vom RKI ausgewiesenen Kreise.

Welche Kreise sind 2026 neu dazugekommen?

Der Landkreis Nordsachsen in Sachsen und die Stadt Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt. Alle anderen 183 Kreise waren schon 2025 Risikogebiet.

Gibt es FSME auch außerhalb der Risikogebiete?

Ja. Das RKI dokumentiert seit 2002 Fälle mit Infektionsort in Kreisen ohne Einstufung, auch in Bundesländern ohne ein einziges Risikogebiet. Die Zahl ist klein, aber nicht null.

Zahlt die Krankenkasse die FSME-Impfung?

Für Menschen, die in Risikogebieten leben oder dorthin reisen und Zecken ausgesetzt sind, ja. Außerhalb der Risikogebiete fragen Sie vorher bei Ihrer Kasse nach.

Wann ist die beste Zeit für die Impfung?

Im Winter oder frühen Frühjahr, damit die ersten beiden Dosen vor der Zeckensaison ab Mai wirken. Für kurzfristige Reisen gibt es Schnellschemata.

Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob eine FSME-Impfung für Sie sinnvoll ist, klären Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.

Quellen

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