Inhalt
Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Itraisdin 50 mg Hartkapseln enthalten den Wirkstoff Itraconazol. Sie sind für oberflächliche Pilzinfektionen zugelassen, zum Beispiel Haut- und Nagelpilz, wenn eine äußerliche Behandlung nicht wirkt oder nicht geeignet ist. Eine 50-mg-Kapsel entspricht einer herkömmlichen 100-mg-Kapsel.
Kurzantwort: Itraisdin 50 mg ist ein verschreibungspflichtiges Antimykotikum zum Einnehmen. Es hemmt die Ergosterol-Bildung der Pilze. Es ist nicht für systemische Pilzinfektionen zugelassen.
Das Wichtigste in Kürze
- Wirkstoff ist Itraconazol, jede Kapsel enthält 50 mg.
- Zugelassen ist Itraisdin bei Dermatomykosen und Pityriasis versicolor.
- Die Wirkung bei Nagelpilz zeigt sich erst 6 bis 9 Monate nach dem Absetzen.
- Zahlreiche Arzneimittel dürfen nicht gleichzeitig eingenommen werden.
Wirkstoff und Besonderheit der Formulierung
Jede Hartkapsel enthält 50 mg Itraconazol. Itraconazol gehört zu den Triazol-Antimykotika (ATC-Code J02AC02). Es hemmt die fungale 14-α-Demethylase. Dadurch sinkt die Ergosterol-Bildung. Die Pilzzelle kann ihre Membran nicht mehr aufbauen. Hilfsstoffe im Kapselinhalt sind Hypromellosephthalat, Natriumstärkeglykolat, Siliciumdioxid und Magnesiumstearat. Die Hülle besteht aus Gelatine und den Farbstoffen Brillantblau FCF und Titandioxid. Zulassungsinhaberin ist die ISDIN GmbH in München, die Zulassung stammt vom 16. August 2013.
Die Fachinformation (Stand April 2021) beschreibt den Unterschied zu herkömmlichen Kapseln. Eine 50-mg-Kapsel Itraisdin entspricht in ihrer therapeutischen Wirkung einer 100-mg-Kapsel der herkömmlichen Itraconazol-Hartkapseln. Die Dosis ist deshalb halb so hoch. Die relative Bioverfügbarkeit lag in einer Studie bei 181 % gegenüber der herkömmlichen 100-mg-Kapsel. Für die Freisetzung des Wirkstoffs ist keine saure Umgebung nötig. Die Kapseln lassen sich unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen. Wikipedia nennt für herkömmliche Itraconazol-Präparate ein saures Milieu im Verdauungstrakt als Voraussetzung. Magensäureblocker können dort die Aufnahme behindern.
Wofür Itraisdin zugelassen ist
Itraisdin 50 mg Hartkapseln sind für oberflächliche Pilzinfektionen zugelassen. Die Fachinformation nennt Dermatomykosen wie Tinea corporis, Tinea cruris, Tinea pedis, Tinea manus und Tinea unguium sowie Pityriasis versicolor. Sie werden angewendet, wenn eine äußerliche Behandlung nicht wirksam oder nicht geeignet ist. Gemeint sind Pilzinfektionen von Haut und Nägeln. Die offiziellen Richtlinien zur Anwendung von Antimykotika müssen berücksichtigt werden.
Systemische Pilzinfektionen sind kein Anwendungsgebiet von Itraisdin. Aufgrund der pharmakokinetischen Eigenschaften wird in der Fachinformation außerdem davon abgeraten, Itraconazol zur Einleitung der Behandlung bei einer unmittelbar lebensbedrohlichen systemischen Pilzinfektion einzusetzen. Bei Pilzinfektionen der Mundschleimhaut informiert der Beitrag zur Pilzinfektion der Zunge, bei Scheidenpilz der Beitrag zu Scheidenpilz.
Kurzantwort: Itraisdin ist ein verschreibungspflichtiges Mittel zum Einnehmen gegen Haut- und Nagelpilz. Es kommt zum Einsatz, wenn Cremes oder Lacke nicht wirken oder nicht geeignet sind.
Nagelpilz im Besonderen
Bei Nagelpilz werden die Nägel laut Gesundheitsinformation.de weißlich-gelblich bis bräunlich, brüchig und verdickt. Meist sind die Fußnägel betroffen, besonders die der großen Zehen. Die Therapie ist langwierig. Sie kann bis zu einem Jahr dauern, denn der Nagel muss auswachsen. Zur Behandlung kommen Cremes, medizinischer Nagellack und Tabletten infrage. Die Nagellacke enthalten in der Regel Amorolfin oder Ciclopirox. Ein Beispiel für einen Lack beschreibt der Beitrag zu Ciclopirox. Tabletten enthalten in der Regel Itraconazol oder Terbinafin.
Die Fachinformation sieht bei Nagelpilz eine kontinuierliche Behandlung oder eine Pulstherapie vor. Bei der Pulstherapie wechseln Einnahmewochen mit wirkstofffreien Wochen ab. Menge und Dauer legt die behandelnde Ärztin fest. Das klinische Ansprechen zeigt sich erst am Nachwachsen des Nagels nach dem Ende der Behandlung. Bei Hautinfektionen sind die besten Wirkungen laut Fachinformation 1 bis 4 Wochen nach dem Absetzen erreicht, bei Nagelpilz 6 bis 9 Monate danach. Itraconazol verlässt Haut, Nägel und Schleimhäute langsamer als das Blutplasma. Es reichert sich in Keratingewebe bis zu viermal stärker an als im Plasma. Wer sich über Nagelveränderungen informieren möchte, findet Hinweise im Beitrag zu weißen Fußnägeln und zum richtigen Schneiden der Zehennägel.
Nebenwirkungen
Am häufigsten nennt die Fachinformation Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Übelkeit. Gelegentlich treten Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Überempfindlichkeitsreaktionen und Infekte der oberen Atemwege auf. Selten sind unter anderem Leukopenie, Hypertriglyzeridämie, Missempfindungen, Geschmacksstörungen, Sehstörungen, Tinnitus und Hörverlust. Der Hörverlust geht gewöhnlich nach dem Ende der Behandlung zurück, kann aber bei einigen Patienten bleiben.
Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen sind schwere allergische Reaktionen, Herzversagen mit Lungenödem, Pankreatitis, schwere Lebertoxizität bis zu tödlichem akutem Leberversagen und schwere Hautreaktionen. Bei Behandelten ist deshalb eine Überwachung der Leberfunktion in Betracht zu ziehen. Patienten sollen Anzeichen einer Hepatitis sofort melden. Dazu zählen Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Erschöpfung, Bauchschmerzen und dunkler Urin. Dann wird die Behandlung umgehend abgesetzt. Bei Verdacht auf eine Neuropathie wird sie ebenfalls abgebrochen. Bei Erhöhung der Leberwerte, bestehender Lebererkrankung oder früherer Leberschädigung durch andere Mittel rät die Fachinformation von Itraisdin dringend ab, außer in schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Situationen.
Itraconazol wirkt negativ inotrop. Berichte über dekompensierte Herzinsuffizienz sind mit der Anwendung verbunden. Schwindel, Sehstörungen und Hörverlust können beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen eine Rolle spielen.
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
Nicht angewendet werden darf Itraisdin bei Überempfindlichkeit gegen Itraconazol oder einen Hilfsstoff. Auch bei Anzeichen einer ventrikulären Dysfunktion, etwa bei dekompensierter Herzinsuffizienz oder dekompensierter Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte, ist es nicht erlaubt. Ausnahmen gelten für lebensbedrohliche oder andere schwerwiegende Infektionen. In der Schwangerschaft darf es nur in lebensbedrohlichen Fällen angewendet werden. Frauen sollen eine Schwangerschaft bis zur nächsten Menstruation nach Ende der Behandlung vermeiden. Itraconazol geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Die Ärztin wägt Stillen und Therapie dann gegeneinander ab.
Zahlreiche Wirkstoffe dürfen nicht gleichzeitig mit Itraconazol angewendet werden. Sie können erhöhte Konzentrationen erreichen, mit Risiken wie QT-Verlängerung und Torsade de pointes. Genannt sind unter anderem Simvastatin, Lovastatin, Pimozid, Chinidin, Mutterkornalkaloide, Dabigatran, Ticagrelor und Eplerenon. Zu Letzterem informiert der Beitrag Eplerenon-Nebenwirkungen. Weitere Wechselwirkungen betreffen Arzneimittel für Herz, Blut, Kreislauf, Atemwege und Transplantationen. Die Ärztin und die Apotheke prüfen deshalb die gesamte Medikation.
Bei Kindern und Jugendlichen gibt es nur begrenzte Daten. Eine Anwendung ist nicht empfohlen, bis der Nutzen das Risiko übersteigt. Bei älteren Patienten, bei Nieren- und Leberschäden ist Vorsicht geboten. Bei einigen immunsupprimierten Patienten kann die Bioverfügbarkeit verringert sein.
Fazit
Itraisdin ist ein Antimykotikum für oberflächliche Pilzinfektionen. Die Formulierung ist auf eine bessere Aufnahme ausgelegt. Eine 50-mg-Kapsel entspricht einer herkömmlichen 100-mg-Kapsel. Wegen der Wechselwirkungen und möglicher Leber- und Herzprobleme gehören Verordnung und Kontrolle in ärztliche Hände.
FAQ – Häufige Fragen
Welcher Wirkstoff steckt in Itraisdin?
Itraconazol, ein Triazol-Antimykotikum. Eine Hartkapsel enthält 50 mg.
Wofür ist Itraisdin zugelassen?
Für oberflächliche Pilzinfektionen. Das sind Dermatomykosen wie Tinea corporis, cruris, pedis, manus und unguium sowie Pityriasis versicolor.
Hilft Itraisdin bei Nagelpilz?
Ja, Tinea unguium zählt zu den Anwendungsgebieten. Das Ansprechen zeigt sich erst am Nachwachsen des Nagels, 6 bis 9 Monate nach dem Ende der Behandlung.
Ist Itraisdin bei Aspergillose oder anderen Systemmykosen zugelassen?
Nein. Die Anwendungsgebiete der Fachinformation beschränken sich auf oberflächliche Pilzinfektionen.
Was bedeutet 50 mg im Vergleich zu 100 mg?
Die therapeutische Wirkung einer 50-mg-Kapsel Itraisdin entspricht der einer herkömmlichen 100-mg-Kapsel. Die Dosis ist deshalb halb so hoch.
Muss Itraisdin zu den Mahlzeiten eingenommen werden?
Nein. Die Kapseln können laut Fachinformation unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Für die Freisetzung ist keine saure Umgebung nötig.
Welche Nebenwirkungen sind häufig?
Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Übelkeit. Selten sind schwere Reaktionen an Leber, Herz und Haut.
Auf welche Warnzeichen sollte man achten?
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Erschöpfung, Bauchschmerzen und dunkler Urin können auf eine Hepatitis hinweisen. Dann folgt sofort die ärztliche Abklärung.
Darf Itraisdin in der Schwangerschaft eingenommen werden?
Nur in lebensbedrohlichen Fällen. Frauen sollen eine Schwangerschaft bis zur nächsten Menstruation nach Ende der Behandlung vermeiden.
Mit welchen Mitteln darf Itraisdin nicht kombiniert werden?
Unter anderem mit Simvastatin, Lovastatin, Pimozid, Chinidin, Mutterkornalkaloiden, Dabigatran, Ticagrelor und Eplerenon. Die Apotheke prüft die gesamte Medikation.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Medikamenten klären Ärztin, Arzt oder Apotheke die Ursache und das weitere Vorgehen.
Quellen
- Fachinformation Itraisdin 50 mg Hartkapseln (Stand April 2021)
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Nagelpilz
- Wikipedia: Itraconazol

Paul liest Studien, bevor er schreibt, und übersetzt sie in Sätze für den Küchentisch. Seine Themen: Wirkstoffe, Dosierungen, Wechselwirkungen.
