Milben- und Bettwanzenstiche: So lassen sie sich unterscheiden

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Bettwanzenstiche zeigen sich als kleine, juckende, oft rötliche Pusteln, häufig in einer Reihe. Milbenstiche im engeren Sinn gibt es bei Hausstaubmilben nicht, denn diese Tiere stechen nicht. Juckende Hautstellen durch Milben stammen meist von Krätzmilben oder von Herbstgrasmilben. Die Anordnung der Stiche, die Körperstellen und der Zeitpunkt des Juckreizes helfen bei der Unterscheidung.

Kurzantwort: Mehrere Stiche in einer Reihe auf frei liegender Haut nach der Nacht sprechen für Bettwanzen. Nächtlicher Juckreiz mit Gängen in Fingerzwischenräumen spricht für Krätzmilben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bettwanzen hinterlassen oft Stiche in Reihen.
  • Krätzmilben graben Gänge und jucken vor allem nachts.
  • Hausstaubmilben stechen nicht.
  • Eine sichere Diagnose stellt die Praxis.

So sehen Bettwanzenstiche aus

Die meisten Menschen reagieren auf Bettwanzenstiche mit kleinen, blutunterlaufenen Pusteln und Juckreiz. Die Stärke der Reaktion fällt sehr unterschiedlich aus. Manche Menschen zeigen kaum eine Reaktion.

Ein typisches Merkmal sind mehrere Stiche in einer Reihe dicht nebeneinander. Der Grund: Eine einzelne Wanze saugt mehrmals hintereinander. Fachleute sprechen von einer Bettwanzenstraße. Bei starkem Befall verwischt dieses Muster.

So erkennt man Bettwanzen selbst

Die Tiere sind mit 5 bis 6 Millimetern gut sichtbar. Der Körper wirkt stark abgeflacht und rot-braun. Nach dem Blutsaugen schwellen sie auf bis zu 9 Millimeter an und färben sich dunkelrot bis schwarz.

Tagsüber verstecken sie sich an vielen Orten:

  • im Bett, vor allem in Matratzennähten
  • hinter Bildern und abstehenden Tapetenrändern
  • in Scheuerleisten, Möbelfugen und Ritzen
  • hinter Lichtschaltern

Auf Befall deuten schwarze Punkte hin. Es sind Kottropfen, die besonders um die Verstecke zu sehen sind. Auch ein süßlicher, penetranter Geruch verrät oft einen starken Befall.

Krätzmilben: Juckreiz durch Milbengänge

Krätze entsteht durch die Krätzmilbe Sarcoptes scabiei. Sie bohrt sich in die Oberhaut und legt dort in Gängen Eier und Kot ab. Die Hautreaktion darauf wirkt wie ein Stich. Das wichtigste Zeichen ist ein intensiver Juckreiz, der nachts zunimmt.

Bevorzugte Stellen sind Fingerzwischenräume, Handgelenke, Ellbogen, Achseln, Gesäß und Genitalbereich. Nach der ersten Ansteckung vergehen zwei bis fünf Wochen ohne Beschwerden. Erst dann reagiert das Immunsystem. Bläschen, Papeln, Pusteln und Krusten können folgen.

Die Übertragung erfolgt durch engen Hautkontakt. Außerhalb des Körpers verlieren die Milben bei Zimmertemperatur innerhalb von 48 Stunden ihre Ansteckungsfähigkeit. Einen ähnlichen Juckreiz an anderer Stelle beschreibt der Beitrag Juckreiz in den Achseln.

Herbstgrasmilben und Hausstaubmilben

Im Spätsommer und Herbst verursachen die Larven der Herbstgrasmilbe juckende Quaddeln. Sie sitzen meist an Knöcheln, Kniekehlen und unter enger Kleidung. Diese Erscheinung heißt Erntekrätze. Mehr dazu steht im Beitrag Erntekrätze. Eine verwandte Form beschreibt der Artikel Wanderkrätze.

Hausstaubmilben stechen nicht. Sie leben in Matratzen und Polstern. Ihr Kot löst bei Allergikern Niesen, Augenjucken oder Asthma aus. Stiche im Bett gehen deshalb nicht auf Hausstaubmilben zurück.

Bettwanze, Krätzmilbe und Herbstgrasmilbe im Vergleich

Merkmal Bettwanze Krätzmilbe Herbstgrasmilbe
Muster Stiche in Reihen Gänge, Bläschen, Papeln einzelne Quaddeln
Körperstellen frei liegende Haut Fingerzwischenräume, Handgelenke, Achseln Knöchel, Kniekehlen
Zeitpunkt nach der Nacht Juckreiz nachts stärker nach Aufenthalt im Gras
Hinweise in der Wohnung Kotpunkte, Geruch keine keine

Kurzantwort: Wer Kotpunkte oder lebende Tiere am Bett findet, hat Bettwanzen. Fehlen solche Spuren, kommen eher Krätzmilben oder Erntekrätze infrage.

Was bei Bettwanzenbefall zu tun ist

Bettwanzen werden meist passiv verschleppt. Sie reisen versteckt in Reisegepäck, gebrauchten Möbeln oder ähnlichen Gegenständen in die Wohnung. Nach derzeitigem Kenntnisstand spielen Bettwanzen als Überträger von Krankheitserregern keine Rolle. Durch Kratzen können jedoch Sekundärinfektionen der Haut entstehen.

Die Bekämpfung gilt als äußerst schwierig. Sie gehört in die Hände einer professionellen Schädlingsbekämpfungsfirma. Eine Möglichkeit ist das Aufheizen der Räume mit Spezialöfen auf 50 bis 60 Grad Celsius. Dabei muss sichergestellt sein, dass die Tiere nicht in Nachbarräume abwandern.

Auf Reisen lohnt ein kurzer Blick in das Hotelzimmer. Matratzennähte, Kopfteil und Steckdosen verraten einen Befall früh. Das Gepäck steht am besten auf einem Gepäckständer. Nach der Heimkehr hilft es, Kleidung bei hoher Temperatur zu waschen.

Was bei Krätze geschieht

Krätze braucht eine ärztliche Behandlung. Erste Wahl ist eine Creme mit 5 Prozent Permethrin. Alternativ kommen Ivermectin-Tabletten infrage. Alle Mittel und ihre Anwendung bestimmt die Ärztin oder der Arzt. Behandelt werden alle Haushaltsmitglieder. Wäsche wird bei mindestens 50 Grad gewaschen oder in Plastiksäcken gelagert.

Nach dem Infektionsschutzgesetz dürfen Betroffene Gemeinschaftseinrichtungen wie Schule oder Kita nicht besuchen. Das Gesundheitsamt ist zu informieren.

Juckreiz lindern und wann zum Arzt

Kühle Umschläge mildern den Juckreiz kurzfristig. Kratzen sollte vermieden werden, weil Keime in die Haut gelangen können. Ein Arztbesuch ist ratsam bei starkem Juckreiz über mehrere Tage, bei nächtlichem Juckreiz mit Gängen, bei Eiter oder Fieber. Auch unklare Hautveränderungen gehören in ärztliche Hand.

Fazit

Bettwanzenstiche erscheinen oft in Reihen und gehen mit Kotpunkten am Bett einher. Krätze juckt vor allem nachts und zeigt sich in Fingerzwischenräumen. Hausstaubmilben stechen nicht. Wer unsicher ist, lässt die Haut untersuchen. Bettwanzen müssen professionell bekämpft werden, Krätze braucht eine verordnete Behandlung.

FAQ – Häufige Fragen

Wie sehen Bettwanzenstiche aus?

Kleine, blutunterlaufene und juckende Pusteln, oft in einer Reihe nebeneinander.

Was ist eine Bettwanzenstraße?

Eine Reihe von Stichen, die entsteht, weil eine Wanze mehrmals hintereinander saugt.

Stechen Milben im Bett?

Hausstaubmilben stechen nicht. Der Juckreiz im Bett stammt eher von Bettwanzen oder Krätzmilben.

Woran erkennt man einen Bettwanzenbefall?

An schwarzen Kotpunkten, süßlichem Geruch und den Tieren selbst in Matratzennähten oder hinter Leisten.

Wie groß sind Bettwanzen?

Erwachsene Tiere messen 5 bis 6 Millimeter. Nach dem Saugen erreichen sie bis zu 9 Millimeter.

Übertragen Bettwanzen Krankheiten?

Nach heutigem Kenntnisstand nicht. Durch Kratzen sind aber Hautinfektionen möglich.

Wie kommen Bettwanzen in die Wohnung?

Meist versteckt in Reisegepäck, gebrauchten Möbeln und ähnlichen Gegenständen.

Wie werden Bettwanzen bekämpft?

Durch eine Fachfirma. Eine Möglichkeit ist das Aufheizen der Räume auf 50 bis 60 Grad.

Woran erkennt man Krätze?

An starkem nächtlichem Juckreiz, Milbengängen und Hautveränderungen an Fingerzwischenräumen, Handgelenken und Achseln.

Wie lange bleiben Krätzmilben außerhalb des Körpers ansteckend?

Bei Zimmertemperatur etwa 48 Stunden.

Mehr zum Thema

Hinweis: Dieser Text informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Medikamente gegen Krätze dürfen nur nach ärztlicher Verordnung angewendet werden.

Quellen

Nach oben scrollen