Larva migrans (Wanderkrätze): Symptome, Ursachen und Therapie

Aktualisiert am 01.10.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Die Larva migrans cutanea, im Alltag Wanderkrätze, Hautmaulwurf oder Creeping Eruption genannt, ist eine Hauterkrankung durch Larven von Hunde- und Katzenhakenwürmern. Die Larven dringen meist beim Barfußlaufen auf kotverunreinigtem Sand oder Boden in die Haut ein. Es entstehen stark juckende, rötliche Gänge in Schlangenlinien. Die Krankheit heilt meist von selbst aus, lässt sich aber ärztlich behandeln.

Kurzantwort: Larva migrans cutanea zeigt sich als stark juckende, schlangenförmige Rötung, meist an den Füßen. Sie entsteht durch Hakenwurmlarven aus Hunde- und Katzenkot im Sand und ist die häufigste von Tropenreisenden mitgebrachte Hautkrankheit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erreger sind Larven von Hakenwürmern wie Ancylostoma braziliense und Ancylostoma caninum.
  • Der Mensch ist Fehlwirt. Die Larven werden in der Haut nicht zu erwachsenen Würmern.
  • Typisch sind Juckreiz und gewundene rötliche Gänge, oft an den Füßen.
  • Die Diagnose stellt die Ärztin klinisch anhand von Aussehen und Reiseanamnese.

Larva migrans: Was ist die Wanderkrätze?

Larva migrans, Creeping Eruption oder Hautmaulwurf ist laut Wikipedia eine Hauterkrankung, die durch Larven verschiedener Hakenwurm-Unterarten hervorgerufen wird. Sie zählt zu den häufigsten Hautkrankheiten in warmen Klimazonen und ist die häufigste Dermatose, die Reisende in den Tropen erwerben. Das MSD Manual bezeichnet sie als Hautmanifestation eines Hakenwurmbefalls.

Ursachen und Ansteckung

Erreger sind die Larven von Ancylostoma braziliense, Ancylostoma caninum, Ancylostoma tubaeforme, Uncinaria stenocephala und weiteren Hakenwürmern. Das MSD Manual nennt als häufigste Erreger die Hunde- und Katzenhakenwürmer Ancylostoma caninum und Ancylostoma braziliense. Der Mensch ist ein Fehlwirt. Die Larven entwickeln sich deshalb nicht zu erwachsenen Würmern.

Die Eier gelangen mit dem Kot von Hunden und Katzen in den Boden. In warmer, feuchter Erde oder warmem Sand entwickeln sie sich zu infektiösen Larven. Das MSD Manual beschreibt: Unter günstigen Bedingungen schlüpfen die Larven nach einem bis zwei Tagen. Nach 5 bis 10 Tagen sind sie infektiös und überleben dann 3 bis 4 Wochen. Menschen stecken sich bei direktem Hautkontakt mit kontaminierter Erde oder Sand an. Die Larven dringen meist an Füßen, Beinen, Gesäß oder Rücken ein. Wikipedia nennt als typische Situation das Barfußlaufen auf kotverunreinigten Böden und Stränden. Auch wer mit dem Rücken im Sand liegt, kann betroffen sein.

Wo kommt die Wanderkrätze vor?

Ancylostoma-Arten sind in warmen Ländern heimisch, nämlich in Afrika, Mittel- und Südamerika, der Karibik und Asien. In gemäßigten Regionen wie dem Mittelmeerraum können die Erreger bei hohen Temperaturen ebenfalls vorkommen. Das MSD Manual berichtet, dass die Erkrankung weltweit auftritt und zunehmend in gemäßigten Regionen gemeldet wird. Es führt dies auf veränderte Reisegewohnheiten und den Klimawandel zurück.

Symptome: Juckreiz und gewundene Gänge

Die ersten Symptome zeigen sich laut Wikipedia nach Stunden bis zu einigen Wochen. Typisch ist eine stark juckende, serpentinenartige Rötung mit sichtbaren Wanderungsgängen. Das MSD Manual beschreibt Erythem und Papeln an der Einstichstelle, gefolgt von einer gewundenen, rötlich-braunen Spur in der oberen Dermis. Die Gänge breiten sich täglich um bis zu wenige Zentimeter aus. Wikipedia spricht von einigen Millimetern pro Tag.

Merkmal Beschreibung
Beginn Stunden bis einige Wochen nach dem Hautkontakt
Hautbild serpentinenartige, rötlich-braune Gänge
Beschwerden starker Juckreiz
Typische Stellen Füße, oft die Fußsohlen, außerdem Beine, Gesäß, Rücken
Mögliche Begleitbilder Papeln und Bläschen wie bei einer Follikulitis

Kratzen kann die Haut öffnen. Dann drohen Superinfektionen mit Bakterien. Als seltene Komplikation nennt das MSD Manual ein selbstlimitierendes Löffler-Syndrom, eine Lungenreaktion mit fleckigen Infiltraten. Wer Atemnot oder Husten nach einer Reise bemerkt, sollte das ansprechen. Juckreiz am Körper kann viele Ursachen haben, einen Überblick gibt etwa der Beitrag Juckreiz in den Achseln.

Kurzantwort: Gewundene, stark juckende Gänge auf der Haut nach einem Urlaub am Strand deuten auf eine Larva migrans hin. Die Ärztin stellt die Diagnose meist allein anhand von Aussehen und Reiseanamnese.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt hauptsächlich klinisch. Die typischen Hautläsionen, die serpiginösen Exantheme, geben den Ausschlag. Hilfreich ist die Frage nach Reisen und Barfußkontakt. Ein Nachweis der Larven gelingt nur selten. Laboruntersuchungen sind laut MSD Manual in der Regel nicht hilfreich, eine Eosinophilie ist ungewöhnlich. Unter Umständen lässt sich ein Fortschreiten der Larven um einige Millimeter pro Tag beobachten.

Behandlung

Die Erkrankung ist selbstlimitierend. Sie endet in der Regel nach ein bis drei Monaten mit dem Absterben der Larve. Unbehandelt heilt sie gewöhnlich nach zwei bis acht Wochen aus, gelegentlich dauert sie bis zu zwei Jahre.

Gegen Juckreiz und Superinfektionen und bei starker psychischer Belastung empfiehlt die Deutsche Dermatologische Gesellschaft in einer S1-Leitlinie bei Erwachsenen und Jugendlichen eine Behandlung mit dem Wurmmittel Ivermectin zum Einnehmen. Bleibt der Erfolg aus oder ist es nicht verfügbar, kommt Albendazol in Frage. Auch Albendazol-haltige Salben können eingesetzt werden. Gegen den Juckreiz helfen kurzzeitig Cremes mit Glukokortikoiden oder Antihistaminika. Zu Cortisoncremes informiert der Beitrag Hydrocortison-Creme.

In Schwangerschaft und Stillzeit dürfen nur zugelassene symptomatische Therapien angewendet werden. Das Herausschneiden der Gänge oder Vereisen ist wenig effektiv. Für die früher übliche Lokaltherapie mit Thiabendazol besteht keine Zulassung. Welches Mittel und in welcher Menge, legen Hautärztin oder Tropenmedizin fest.

Vorbeugung

Die wirksamste Vorbeugung ist, auf möglicherweise kotbelasteten Sandflächen nicht barfuß zu laufen. Hunde und Katzen sollten konsequent von Stränden, Sandkästen und ähnlichen Flächen ferngehalten werden. Haustiere sollten regelmäßig entwurmt werden. Eine verwandte Hautreizung durch Larven beschreibt der Beitrag Erntekrätze.

Fazit

Die Wanderkrätze entsteht durch Hakenwurmlarven aus Hunde- und Katzenkot. Sie fällt durch stark juckende, schlangenförmige Gänge auf, meist an den Füßen. Die Diagnose ist klinisch. Die Erkrankung heilt in der Regel von selbst aus, kann aber behandelt werden. Wer nach einer Reise ein solches Hautbild bemerkt, spricht mit der Hausarztpraxis oder einer Hautärztin.

FAQ – Häufige Fragen

Was ist Larva migrans?

Eine Hauterkrankung durch Larven von Hakenwürmern. Sie heißt auch Wanderkrätze, Hautmaulwurf oder Creeping Eruption.

Wie steckt man sich an?

Meist beim Barfußlaufen oder Liegen auf Sand oder Erde, die mit Hunde- oder Katzenkot verunreinigt ist.

Welche Erreger verursachen sie?

Larven von Hakenwürmern wie Ancylostoma braziliense und Ancylostoma caninum.

Wie sehen die Symptome aus?

Stark juckende, serpentinenartige, rötlich-braune Gänge in der Haut. Sie zeigen sich Stunden bis einige Wochen nach der Ansteckung.

Wo tritt die Wanderkrätze am häufigsten auf?

Meist an den Füßen, oft an den Fußsohlen. Auch Beine, Gesäß und Rücken können betroffen sein.

Wo kommt die Erkrankung vor?

Vor allem in warmen Ländern in Afrika, Mittel- und Südamerika, der Karibik und Asien. Sie wird zunehmend auch in gemäßigten Regionen gemeldet.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Klinisch anhand der typischen Hautveränderungen und der Reiseanamnese. Laboruntersuchungen helfen in der Regel nicht.

Heilt die Larva migrans von selbst aus?

Ja. Sie endet meist nach ein bis drei Monaten mit dem Absterben der Larve. Selten dauert sie bis zu zwei Jahre.

Wie wird sie behandelt?

Die S1-Leitlinie nennt Ivermectin zum Einnehmen, bei fehlendem Erfolg Albendazol. Juckreiz lässt sich kurzzeitig mit Glukokortikoid-Cremes oder Antihistaminika lindern.

Wie lässt sie sich vermeiden?

Nicht barfuß auf möglicherweise kotbelastetem Sand laufen, Hunde und Katzen von Stränden und Sandkästen fernhalten und Haustiere regelmäßig entwurmen.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden klärt eine Ärztin oder ein Arzt die Ursache.

Quellen

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