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Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Das Physikum ist die Zwischenprüfung im Medizinstudium. Amtlich heißt sie Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Sie besteht aus einem schriftlichen Teil mit 320 Fragen an zwei Tagen und einem mündlich-praktischen Teil in Anatomie, Biochemie und Physiologie. Wer beide Teile besteht, beendet die Vorklinik und geht in den klinischen Studienabschnitt über.
Kurzantwort: Das Physikum umfasst 320 Fragen an zwei Tagen und eine mündlich-praktische Prüfung in drei Fächern. Die schriftliche Prüfung ist bestanden, wenn mindestens 60 Prozent der Fragen richtig sind oder die Gleitklausel greift.
Das Wichtigste in Kürze
- Amtlich heißt das Physikum Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung.
- Der schriftliche Teil läuft an zwei Tagen mit je vier Stunden Bearbeitungszeit.
- Mündlich-praktisch geprüft werden Anatomie, Biochemie/Molekularbiologie und Physiologie.
- Jeder Prüfungsteil lässt sich bei Nichtbestehen höchstens zweimal wiederholen.
Physikum: Name, Rechtsgrundlage und Zeitpunkt
Der Begriff Physikum ist eine traditionelle Bezeichnung. Seit dem 1. Oktober 2003 lautet die offizielle Bezeichnung im Humanmedizinstudium Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Zuvor sprach man von der Ärztlichen Vorprüfung. Die Rechtsgrundlage ist die Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO). Die Prüfung findet nach vier Semestern Regelstudienzeit statt. Das Bestehen beendet den vorklinischen Teil des Studiums.
An einigen Universitäten mit Modell- und Reformstudiengängen wird das Physikum durch andere Prüfungen ersetzt. Wer sich zur Prüfung melden möchte, stellt den Antrag bei der zuständigen Landesstelle. Laut Verordnung muss er bis zum 10. Januar oder bis zum 10. Juni vorliegen. Beizufügen sind unter anderem Nachweise über die Teilnahme an einer Ausbildung in Erster Hilfe und über den Krankenpflegedienst.
Der schriftliche Teil: 320 Fragen in vier Stoffgebieten
Die schriftliche Prüfung findet bundeseinheitlich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt. An beiden Tagen stehen vier Stunden zur Verfügung. Das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) stellt die Fragen. Laut Wikipedia gibt es jährlich zwei Termine, im März und im August.
| Tag | Stoffgebiet | Fragen |
|---|---|---|
| 1 | Physik für Mediziner und Physiologie | 80 |
| 1 | Chemie für Mediziner und Biochemie/Molekularbiologie | 80 |
| 2 | Biologie für Mediziner und Anatomie | 100 |
| 2 | Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie | 60 |
| Summe | 320 |
Die Fragen sollen laut Verordnung auf die für Ärztinnen und Ärzte allgemein erforderlichen Kenntnisse abgestellt sein. Als Beispiele für Anatomiethemen dienen die Beiträge zur Anatomie der Hand und zur Anatomie des Knies.
Bestehensgrenze und Benotung
Die schriftliche Prüfung ist bestanden, wenn mindestens 60 Prozent der Fragen richtig beantwortet sind. Es genügt auch, wenn die Zahl der richtigen Antworten um höchstens 22 Prozent unter dem Durchschnitt der Erstteilnehmenden liegt. Diese Gleitklausel bezieht sich auf Prüflinge, die nach der Mindeststudienzeit von zwei Jahren erstmals teilnehmen.
Für die Note zählt, wie viele Fragen über der Bestehensgrenze richtig sind. Bei mindestens 75 Prozent der darüber hinaus gestellten Fragen lautet sie „sehr gut“. Mit mindestens 50 Prozent erhält man „gut“, mit mindestens 25 Prozent „befriedigend“, darunter „ausreichend“. Fehlerhafte Fragen werden nachträglich aus der Wertung genommen. Das darf keinem Prüfling schaden.
Kurzantwort: Für den schriftlichen Teil gelten zwei Wege zum Bestehen: mindestens 60 Prozent richtige Antworten oder höchstens 22 Prozent unter dem Durchschnitt der Erstteilnehmenden.
Der mündlich-praktische Teil
Im mündlich-praktischen Teil wird in Anatomie, Biochemie/Molekularbiologie und Physiologie geprüft. Die Prüfung dauert bei höchstens vier Prüflingen pro Gruppe mindestens 45 und höchstens 60 Minuten je Person. Sie enthält praktische Aufgaben und fächerübergreifende Fragen. Die Prüfungskommission soll vorab praktische Aufgaben stellen. Die Ergebnisse legen die Prüflinge dann mündlich oder in einem schriftlichen Bericht dar.
Geprüft wird, ob die Grundlagen beherrscht werden und ob die Bedeutung für klinische Zusammenhänge erkannt wird. Ein weiteres Anatomiethema beschreibt der Beitrag zur Bauchmuskulatur.
Gesamtnote, Wiederholung und Quoten
Die Note für den Ersten Abschnitt ergibt sich aus dem Durchschnitt der Note der schriftlichen Aufsichtsarbeit und der Note des mündlich-praktischen Teils. Beide Teile zählen gleich. Wer einen Teil nicht besteht, wiederholt nur diesen Teil. Jeder Teil kann höchstens zweimal wiederholt werden. Eine weitere Wiederholung ist auch nach einem neuen Medizinstudium nicht zulässig. Ein bestandener Teil darf nicht wiederholt werden.
Wie viele Studierende bestehen, zeigt die Wikipedia anhand zurückliegender Termine. Im Frühjahr 2018 bestanden 79,3 Prozent die schriftliche Prüfung. Im Herbst 2018 waren es 90,7 Prozent. Diese Zahlen stammen aus einem früheren Stand. Aktuelle Quoten veröffentlichen das IMPP und die Landesprüfungsämter.
Vorbereitung auf das Physikum
Die Prüfungsinhalte sind in Gegenstandskatalogen festgelegt, die das IMPP herausgibt. Daran orientieren sich viele Lernpläne. Hilfreich ist ein Zeitplan mit festen Wiederholungsphasen vor den vier Fächergruppen. Fachbegriffe tauchen in jedem Fach auf. Eine Hilfe bietet die Liste medizinischer Abkürzungen. Den Weg danach beschreibt der Beitrag zum Facharzt für Innere Medizin.
Fazit
Das Physikum ist ein klar geregelter Prüfungsabschnitt mit zwei Teilen. Die schriftliche Prüfung umfasst 320 Fragen in vier Stoffgebieten. Der mündlich-praktische Teil deckt Anatomie, Biochemie und Physiologie ab. Beide Teile fließen gleich gewichtet in die Note ein. Bei Nichtbestehen gibt es zwei Wiederholungen je Teil.
FAQ – Häufige Fragen
Was ist das Physikum?
Die Zwischenprüfung im Medizinstudium. Amtlich heißt sie Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung.
Wann findet das Physikum statt?
Nach vier Semestern Regelstudienzeit. Die schriftliche Prüfung läuft laut Wikipedia im März und im August.
Aus welchen Teilen besteht das Physikum?
Aus einem schriftlichen Teil und einem mündlich-praktischen Teil.
Wie viele Fragen hat der schriftliche Teil?
320 Fragen, verteilt auf zwei Prüfungstage mit je vier Stunden Bearbeitungszeit.
Welche Fächer werden schriftlich geprüft?
Physik und Physiologie, Chemie und Biochemie, Biologie und Anatomie sowie Medizinische Psychologie und Soziologie.
Welche Fächer werden mündlich geprüft?
Anatomie, Biochemie/Molekularbiologie und Physiologie.
Wann ist die schriftliche Prüfung bestanden?
Bei mindestens 60 Prozent richtiger Antworten oder wenn die Leistung höchstens 22 Prozent unter dem Durchschnitt der Erstteilnehmenden liegt.
Wie wird die Physikumsnote berechnet?
Die Note der schriftlichen Prüfung und die Note des mündlich-praktischen Teils werden addiert und durch zwei geteilt.
Wie oft kann man das Physikum wiederholen?
Jeder nicht bestandene Teil kann zweimal wiederholt werden. Eine weitere Wiederholung ist auch nach einem neuen Medizinstudium nicht zulässig.
Wer stellt die Prüfungsfragen?
Das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP). Die Landesprüfungsämter melden an und führen die Prüfungen durch.
- Hand: Anatomie
- Anatomie des Knies
- Bauchmuskulatur: Anatomie
- Medizinische Abkürzungen
- Facharzt für Innere Medizin
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden klärt eine Ärztin oder ein Arzt die Ursache.
Quellen
- Approbationsordnung für Ärzte, § 22: Inhalt des Ersten Abschnitts
- Approbationsordnung für Ärzte, § 14: Schriftliche Prüfung
- Wikipedia: Physikum

Johanna interessiert sich für das, was der Körper einem sagen will. Sie schreibt über Symptome, Ursachen und wann man handeln sollte.
