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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Eine entzündete Tränendrüse zeigt sich als schmerzhafte Schwellung am äußeren oberen Rand des Augenlids. Das Lid rötet sich, hängt S-förmig herab und das Auge tränt. Ärzte sprechen von einer Dakryoadenitis. Bakterien behandeln sie mit Antibiotika, nicht-infektiöse Formen oft mit Kortison. Die meisten akuten Fälle heilen folgenlos ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Tränendrüse sitzt oben außen in der Augenhöhle, unter dem Knochenrand.
- Akute Entzündungen entstehen durch Bakterien oder Viren wie Mumps.
- Chronische Formen hängen oft mit Autoimmunerkrankungen oder Sarkoidose zusammen.
- Fieber, Sehstörungen oder schmerzhafte Augenbewegungen sind ein Fall für die Notaufnahme.
Wo die Tränendrüse sitzt und was sie tut
Die Tränendrüse liegt am oberen, äußeren Rand der Augenhöhle, also auf der Seite zum Ohr hin. Sie bildet den wässrigen Anteil des Tränenfilms. Die Tränen fließen über das Auge zum inneren Lidwinkel. Dort gelangen sie über kleine Öffnungen in den Tränensack und weiter in die Nase. Einen Überblick über den Aufbau des Sehorgans gibt der Beitrag über die Augen.
Symptome einer entzündeten Tränendrüse
Die akute Form beginnt meist rasch und betrifft fast immer nur ein Auge. Typisch sind:
- Schwellung und Rötung am äußeren Drittel des Oberlids
- Druckschmerz und Spannungsgefühl über der Drüse
- ein Oberlid in sogenannter Paragraphenform, das an ein liegendes S erinnert
- Tränenfluss und Absonderung von Sekret
- geschwollene Lymphknoten vor dem Ohr
- in schweren Fällen Fieber, Kopfschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl
Die chronische Form verläuft laut apotheken.de meist schmerzlos. Die Drüse vergrößert sich langsam über Wochen. Manche Betroffene bemerken nur ein schwereres Lid oder trockene Augen.
Kurzantwort: Eine entzündete Tränendrüse schwillt oben außen am Lid an und schmerzt. Das Lid hängt S-förmig, das Auge tränt und die Lymphknoten vor dem Ohr können anschwellen.
Ursachen: akute und chronische Entzündung
Laut DocCheck Flexikon lösen bei der akuten Form meist Bakterien die Entzündung aus. Dazu gehören Staphylokokken, Streptokokken und Pneumokokken. Auch Viren kommen infrage, allen voran das Mumpsvirus. Apotheken.de nennt zudem Masern und Grippe als Begleiterkrankungen. Bei Kindern und Jugendlichen tritt die Entzündung oft im Rahmen solcher Infekte auf.
Die chronische Form entsteht eher durch nicht-infektiöse Prozesse. DocCheck nennt die Sarkoidose und einen sogenannten Pseudotumor der Augenhöhle. Apotheken.de ergänzt Autoimmunerkrankungen sowie chronische Infekte wie Tuberkulose und Syphilis. Selten steckt ein Lymphom dahinter. Deshalb klären Ärzte eine dauerhaft vergrößerte Drüse gründlich ab.
Verwechslungsgefahr: ähnliche Beschwerden am Auge
| Erkrankung | Lage der Schwellung | Typisches Merkmal |
|---|---|---|
| Tränendrüsenentzündung | oben außen am Oberlid | S-förmiges Lid, Druckschmerz über der Drüse |
| Tränensackentzündung | innerer Lidwinkel an der Nase | Eiter aus dem Tränenpünktchen bei Druck |
| Gerstenkorn | direkt am Lidrand | kleiner, begrenzter Eiterpunkt |
| Allergie oder Insektenstich | ganzes Lid, oft beidseitig | Juckreiz, rasche Schwellung ohne Druckschmerz |
Die Entzündung am inneren Augenwinkel beschreibt der Artikel zur Tränensackentzündung genauer.
Diagnose beim Augenarzt
Die Augenärztin tastet die Drüse ab und hebt das Oberlid an. Mit der Spaltlampe prüft sie Bindehaut, Hornhaut und den Bindehautsack. Ein Abstrich zeigt den Erreger. Blutwerte geben Hinweise auf Entzündung, Viren oder eine Autoimmunerkrankung. Bei Verdacht auf Ausbreitung in die Augenhöhle folgen Ultraschall, CT oder MRT. Bleibt die Drüse lange vergrößert, entnimmt ein Chirurg eine Gewebeprobe.
Behandlung einer entzündeten Tränendrüse
Die Therapie richtet sich nach der Ursache:
- Bakterien: Antibiotika als Tropfen, Salbe oder Tabletten. Ein Beispiel für antibiotische Augentropfen sind Floxal Augentropfen. Schwere Verläufe behandeln Kliniken mit Infusionen.
- Viren: Kühle Umschläge und Schmerzmittel lindern die Beschwerden, bis der Infekt abklingt.
- Nicht-infektiöse Ursachen: Kortisonpräparate dämpfen die Entzündung. Zusätzlich behandelt das Team die Grunderkrankung.
- Abszess: Eine Eiteransammlung öffnet der Arzt chirurgisch.
Laut DocCheck heilt die Dakryoadenitis in der Regel komplikationslos aus. Der Verlauf dauert etwa 7 bis 11 Tage. Wichtig ist eine rasche Behandlung. Laut DocCheck kann sich eine schwere Entzündung zu einer Orbitaphlegmone ausweiten, also einer Entzündung der gesamten Augenhöhle.
Kurzantwort: Bakterielle Entzündungen der Tränendrüse brauchen Antibiotika, virale meist nur Kühlen und Schonung. Fieber, Sehstörungen oder hervortretende Augen erfordern sofort ärztliche Hilfe.
Was Betroffene selbst tun können
Kühle, saubere Kompressen lindern Schwellung und Schmerz. Kontaktlinsen bleiben bis zur Abheilung im Etui. Das Auge nicht reiben und die Hände vor dem Tropfen gründlich waschen. Eigene Handtücher verhindern bei Infekten eine Übertragung auf andere Familienmitglieder. Hausmittel wie Kamillenaufgüsse gehören nicht ans Auge, weil sie reizen können.
Hilfreich ist ein kurzes Tagebuch mit Fotos der Schwellung. Es zeigt der Ärztin, ob die Behandlung anschlägt. Nimmt die Schwellung nach zwei bis drei Tagen Antibiotikum nicht ab, ist eine erneute Kontrolle sinnvoll. Kinder mit geschwollenem Lid und Fieber sollten noch am selben Tag untersucht werden.
Fazit
Eine entzündete Tränendrüse fällt durch Schwellung, Rötung und Schmerz oben außen am Lid auf. Akute Formen gehen meist auf Bakterien oder Viren zurück und heilen mit passender Behandlung meist in 7 bis 11 Tagen ab. Chronische, schmerzlose Vergrößerungen brauchen eine gründliche Suche nach der Ursache.
FAQ – Häufige Fragen
Wie erkennt man eine entzündete Tränendrüse?
An einer schmerzhaften Schwellung oben außen am Oberlid, oft mit S-förmigem Lidrand und tränendem Auge.
Ist eine Tränendrüsenentzündung ansteckend?
Die Entzündung selbst nicht direkt. Auslöser wie Mumpsviren oder Bakterien können aber übertragen werden.
Wie lange dauert eine Tränendrüsenentzündung?
Akute Formen dauern laut DocCheck etwa 7 bis 11 Tage. Chronische Verläufe ziehen sich über Wochen bis Monate.
Welcher Arzt ist zuständig?
Die erste Anlaufstelle ist die Augenarztpraxis. Bei Grunderkrankungen kommen Internisten oder Rheumatologen hinzu.
Welche Rolle spielt Mumps?
Das Mumpsvirus zählt zu den bekannten viralen Auslösern, besonders bei Kindern ohne Impfschutz.
Hilft Wärme oder Kälte?
Bei akuter Schwellung empfinden die meisten kühle Kompressen als angenehmer.
Kann eine Tränendrüsenentzündung gefährlich werden?
Selten breitet sie sich in die Augenhöhle aus. Dann drohen Abszesse und Sehstörungen.
Was bedeutet Paragraphenform?
Das geschwollene Oberlid hängt außen stärker herab und bildet eine S-Kurve wie das Paragraphenzeichen.
Warum ist die Tränendrüse dauerhaft geschwollen?
Dahinter können Sarkoidose, Autoimmunerkrankungen oder selten Tumoren stecken. Das klärt eine ärztliche Untersuchung.
Darf man mit Kontaktlinsen weitermachen?
Nein. Bis zur Abheilung ist eine Brille die bessere Wahl.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Quellen

Paul liest Studien, bevor er schreibt, und übersetzt sie in Sätze für den Küchentisch. Seine Themen: Wirkstoffe, Dosierungen, Wechselwirkungen.
