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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Ein Onkologe ist ein Facharzt oder eine Fachärztin für Innere Medizin mit Spezialisierung auf Krebserkrankungen. Er stellt Diagnosen, plant die Therapie und begleitet Patientinnen und Patienten durch die gesamte Behandlung. Wer eine Krebsdiagnose erhält, trifft in der Regel zuerst auf diese Fachrichtung.
Das Wichtigste in Kürze
- Onkologen sind Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie.
- Die Facharztweiterbildung dauert nach dem Studium rund sechs Jahre.
- Zu den Aufgaben gehören Diagnose, Therapieplanung und Begleitung während der Behandlung.
- Onkologen arbeiten eng mit Strahlentherapie, Chirurgie und Pathologie zusammen.
Was ist ein Onkologe?
Ein Onkologe befasst sich mit der Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von Tumorerkrankungen. Die volle Bezeichnung lautet Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie. Manche Onkologinnen und Onkologen spezialisieren sich zusätzlich auf einzelne Krebsarten, etwa Lungenkrebs oder Brustkrebs. Andere behandeln ein breites Spektrum an Tumorerkrankungen und Erkrankungen des Blutes.
Ausbildung zum Facharzt für Onkologie
Der Weg beginnt mit einem abgeschlossenen Medizinstudium und der Approbation. Danach folgt eine Facharztweiterbildung von etwa sechs Jahren. Ein großer Teil davon findet in der Inneren Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie statt. Ergänzend durchlaufen angehende Onkologinnen und Onkologen Stationen in Notfallaufnahme und Intensivmedizin. Während der Weiterbildung lernen sie Verfahren wie Chemotherapie-Planung, Knochenmarkpunktionen und die Auswertung bildgebender Untersuchungen.
Kurzantwort: Bis zur Facharztanerkennung als Onkologe vergehen nach dem Studium rund sechs weitere Jahre gezielter Weiterbildung.
Aufgaben im Klinikalltag
Im Alltag führt ein Onkologe zunächst ein ausführliches Gespräch zur Krankheitsvorgeschichte. Anschließend wertet er Befunde aus und ordnet weitere Untersuchungen an. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die interdisziplinäre Abstimmung in Tumorkonferenzen, bei denen mehrere Fachrichtungen gemeinsam über die beste Therapie beraten. Onkologen erklären Patientinnen und Patienten zudem die Diagnose und begleiten sie über den gesamten Krankheitsverlauf.
Diagnoseverfahren, die Onkologen einsetzen
Zur Diagnostik gehören Bluttests, bildgebende Verfahren wie CT oder MRT sowie Gewebeproben, sogenannte Biopsien. Eine Biopsie zeigt unter dem Mikroskop, ob und welche Art von Tumor vorliegt. Zusätzlich kommt heute häufig eine molekulare Diagnostik zum Einsatz, die genetische Merkmale des Tumors bestimmt. Diese Informationen helfen dabei, die Therapie gezielt auf den einzelnen Fall abzustimmen. Bei Blutkrebs-Erkrankungen ergänzt eine Knochenmarkpunktion die Untersuchung, weil sich viele Veränderungen zuerst im Knochenmark zeigen. Auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen während einer laufenden Therapie gehören zum festen Ablauf, damit sich das Ansprechen auf die Behandlung verfolgen lässt.
Behandlungsmethoden im Überblick
Onkologen setzen je nach Krebsart und Stadium unterschiedliche Methoden ein. Dazu zählen Chemotherapie, Strahlentherapie, Operationen sowie neuere Ansätze wie Immuntherapie und zielgerichtete Therapien. Häufig kombinieren Ärztinnen und Ärzte mehrere Verfahren, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen. Welche Kombination sinnvoll ist, entscheidet meist ein interdisziplinäres Tumorboard gemeinsam.
Wo Onkologen arbeiten
Die meisten Onkologinnen und Onkologen arbeiten in Kliniken, spezialisierten Krebszentren oder eigenen Praxen. Größere Krankenhäuser verfügen oft über eigene onkologische Abteilungen oder Tumorzentren mit angeschlossenen Ambulanzen. In der ambulanten Versorgung übernehmen niedergelassene Onkologen die Weiterbehandlung, etwa Chemotherapien, die nicht stationär erfolgen müssen. Manche Praxen sind zusätzlich an ein zertifiziertes Krebszentrum angebunden, sodass Patientinnen und Patienten von kurzen Wegen zwischen Diagnostik, Behandlung und Nachsorge profitieren.
Kurzantwort: Onkologen arbeiten vor allem in Kliniken, Tumorzentren und spezialisierten Praxen, oft in enger Abstimmung mit Strahlentherapie und Chirurgie.
Wann eine Überweisung zum Onkologen sinnvoll ist
Eine Überweisung erfolgt meist, wenn der Hausarzt oder eine andere Fachrichtung einen Krebsverdacht feststellt oder eine Diagnose bereits vorliegt. Auch bei auffälligen Blutwerten, etwa im Zusammenhang mit Blutkrebs, leitet der Hausarzt häufig an einen Onkologen weiter. Wie lange eine Überweisung gültig bleibt, hängt vom Quartal und der jeweiligen Praxis ab. Wer unsicher ist, sollte direkt in der Praxis nachfragen, denn die Regeln unterscheiden sich je nach Krankenkasse und Bundesland leicht.
Fazit
Ein Onkologe begleitet Patientinnen und Patienten von der ersten Diagnose bis zur Nachsorge. Die lange Facharztausbildung sorgt dafür, dass er Diagnostik, Therapieplanung und die Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen sicher beherrscht. Wer eine Überweisung erhält, trifft auf eine Fachrichtung, die auf genau diesen Krankheitsverlauf spezialisiert ist.
FAQ – Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Onkologe und Hämatologe?
Beide Fachgebiete werden meist gemeinsam ausgebildet, die Hämatologie befasst sich zusätzlich mit Erkrankungen des Blutes, die nicht immer bösartig sind.
Muss man für einen Onkologen überwiesen werden?
In der Regel ja, die Überweisung kommt meist vom Hausarzt oder einer anderen Fachrichtung, die einen Verdacht festgestellt hat.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Onkologen?
Nach dem Medizinstudium folgt eine Facharztweiterbildung von etwa sechs Jahren mit Schwerpunkt Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie.
Behandelt ein Onkologe auch gutartige Tumoren?
Der Schwerpunkt liegt auf bösartigen Erkrankungen, gutartige Befunde werden häufiger von anderen Fachrichtungen weiterbetreut.
Arbeitet ein Onkologe allein oder im Team?
Meist im Team, wichtige Entscheidungen fallen in Tumorkonferenzen gemeinsam mit Strahlentherapie, Chirurgie und Pathologie.
Welche Untersuchungen führt ein Onkologe durch?
Dazu gehören Bluttests, bildgebende Verfahren wie CT oder MRT sowie die Auswertung von Gewebeproben aus Biopsien.
Gibt es Onkologen, die sich auf eine Krebsart spezialisieren?
Ja, manche konzentrieren sich etwa auf Lungenkrebs, Brustkrebs oder Blutkrebs, andere behandeln ein breiteres Spektrum.
Was passiert beim ersten Termin bei einem Onkologen?
Zunächst folgt ein ausführliches Gespräch zur Krankengeschichte, danach werden vorliegende Befunde besprochen und weitere Schritte geplant.
Kann ein Onkologe auch in einer Praxis niedergelassen sein?
Ja, viele Onkologinnen und Onkologen arbeiten ambulant in eigenen Praxen und übernehmen dort Behandlungen wie Chemotherapien.
Wie eng arbeitet ein Onkologe mit der Strahlentherapie zusammen?
Sehr eng, viele Behandlungspläne kombinieren beide Fachrichtungen, um die Erfolgsaussichten der Therapie zu erhöhen.
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Fragen zu Diagnose oder Behandlung sollte immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt gefragt werden.
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Quellen

Johanna interessiert sich für das, was der Körper einem sagen will. Sie schreibt über Symptome, Ursachen und wann man handeln sollte.
