Xylocain: Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen von Lidocain

Aktualisiert am 01.10.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Xylocain ist ein örtliches Betäubungsmittel mit dem Wirkstoff Lidocainhydrochlorid. Es blockiert Natriumkanäle in Nervenzellen, sodass Schmerzreize nicht mehr weitergeleitet werden. Ärztinnen, Ärzte und Zahnärzte setzen es als Spritze für lokale Nervenblockaden ein. Als Gel dient es der Betäubung von Schleimhäuten.

Kurzantwort: Xylocain betäubt einen begrenzten Körperbereich, indem Lidocain die Reizweiterleitung in den Nerven blockiert. Es wird von Fachpersonal gespritzt oder als Gel auf Schleimhäute aufgetragen und wirkt nach wenigen Minuten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Wirkstoff Lidocain ist ein Lokalanästhetikum vom Säureamidtyp.
  • Die Injektionslösung dient der lokalen und regionalen Nervenblockade, das Gel der Schleimhautbetäubung.
  • Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Schwindel, Kribbeln sowie niedriger oder hoher Blutdruck.
  • Bei Überempfindlichkeit gegen Lokalanästhetika vom Säureamidtyp darf Xylocain nicht angewendet werden.

Wirkung: Wie Lidocain Schmerzen ausschaltet

Lidocain blockiert spannungsabhängige Natriumkanäle in der Membran von Nervenzellen. Ohne den Natriumeinstrom entsteht kein Aktionspotenzial. Der Reiz erreicht das Gehirn nicht. Das Mittel wirkt nur dort, wo es hingelangt.

Dünne Nervenfasern fallen zuerst aus. Die Empfindungen verschwinden daher in einer festen Reihenfolge: zuerst Schmerz, dann Temperatur, Berührung und Druck. Zuletzt lässt die Muskelbewegung im betäubten Gebiet nach. Der Wirkeintritt liegt laut Wikipedia bei ein bis drei Minuten. Die Wirkdauer hängt von der Menge ab und beträgt ein bis drei Stunden.

Anwendungsgebiete der Injektionslösung

Xylocain 1 % ist laut Fachinformation für Erwachsene und Kinder ab 1 Jahr zur lokalen und regionalen Nervenblockade angezeigt. Xylocain 2 % ist für Erwachsene zugelassen. Dazu zählen die Infiltrationsanästhesie für ein kleines Areal und die Leitungsanästhesie. Dabei wird die Spritze nahe an einen Nerv gesetzt, damit dessen gesamtes Versorgungsgebiet unempfindlich wird.

Typische Beispiele sind das Nähen einer Platzwunde und kleine Eingriffe. In der Zahnheilkunde ist Lidocain das am häufigsten eingesetzte Betäubungsmittel. Es hat eine geringe Rate unerwünschter Wirkungen und ein geringes Allergiepotenzial. Ein Zusatz von Epinephrin (Adrenalin) verlängert die Wirkung.

Kurzantwort: Xylocain wird für lokale und regionale Nervenblockaden eingesetzt, in der Zahnmedizin und bei kleinen Eingriffen. Das Gel betäubt Schleimhäute bei Intubation, Endoskopie und Katheterisierung.

Xylocain Gel zur Schleimhautbetäubung

Xylocain Gel 2 % betäubt laut Fachinformation Schleimhäute und dient zugleich als Gleitmittel. Anwendungsbeispiele sind die Intubation, die Endoskopie und das Legen eines Katheters. Die Einwirkzeit beträgt je nach Einsatz 1 bis 5 Minuten. Die Betäubung hält ungefähr 20 bis 30 Minuten an.

Der Wirkstoff gelangt über die Schleimhaut gut ins Gewebe. Deshalb gibt es Lidocain auch als Spray und Salbe für die Oberflächenbetäubung. Ein Beispiel für eine Kombination ist die Mischung mit Prilocain in Cremes für die Haut. Auf Pflaster mit Lidocain geht der Beitrag zum Lidocain-Pflaster ein.

Nebenwirkungen und Risiken

Die Fachinformation nennt als häufige Nebenwirkungen Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kribbeln, Bradykardie sowie niedrigen und hohen Blutdruck. Selten treten allergische Reaktionen bis hin zum Schock, Herzrhythmusstörungen und Atemdepression auf. Auch Doppeltsehen kommt selten vor.

Gelangt zu viel Lidocain ins Blut, drohen Zeichen einer Vergiftung des Nervensystems. Dazu zählen Kribbeln um den Mund, Taubheit der Zunge, Seh- und Hörstörungen, Zittern und im schlimmsten Fall Krampfanfälle. Deshalb darf Xylocain nur von Personen angewendet werden, die das Anästhesieverfahren beherrschen. Die Wirkung muss ärztlich überwacht werden.

Wer nach der Betäubung Kribbeln um den Mund, Schwindel oder Herzrasen bemerkt, sagt das sofort dem Behandlungsteam.

Gegenanzeigen und besondere Vorsicht

Xylocain darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Lokalanästhetika vom Säureamidtyp, gegen Methyl- und Propylparaben oder deren Abbauprodukt PAB. Weitere Gegenanzeigen sind schwere Störungen der Herz-Reizleitung, eine akut dekompensierte Herzinsuffizienz, ein kardiogener oder hypovolämischer Schock und die Geburtshilfe. Wegen des Konservierungsmittels ist keine Injektion in den Rückenmarkskanal oder hinter das Auge erlaubt.

Besondere Vorsicht gilt bei Nieren- und Lebererkrankungen, Myasthenia gravis, entzündetem Gewebe und älteren Menschen. Auch bei akuter Porphyrie nutzen Ärzte Xylocain nur bei zwingender Indikation. Bei Leber- und Nierenschwäche werden kleinere Mengen gewählt.

Kurzantwort: Wer auf Lokalanästhetika vom Säureamidtyp allergisch reagiert, darf kein Xylocain erhalten. Vor jeder Betäubung gehören Allergien, Vorerkrankungen und Medikamente ins Gespräch.

Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Straßenverkehr

Gefäßverengende Mittel wie Epinephrin verlängern die Wirkdauer. Zusammen mit Mutterkornalkaloiden oder Epinephrin kann der Blutdruck stark schwanken. Mittel, die den Abbau von Lidocain bremsen, etwa Cimetidin, Verapamil oder Betablocker, können bei hoher Dosierung über längere Zeit toxische Spiegel erzeugen. Blutverdünner erhöhen das Blutungsrisiko bei der Injektion.

In der Schwangerschaft soll Lidocain laut Fachinformation nur angewendet werden, wenn es unbedingt nötig ist. Es geht in geringer Menge in die Muttermilch über. Eine Gefahr für den Säugling erscheint bei therapeutischen Mengen unwahrscheinlich. Nach zahnärztlichen, operativen oder großflächigen Eingriffen entscheidet die Ärztin im Einzelfall, ob Autofahren erlaubt ist.

Zu Schmerzen nach Eingriffen informiert der Beitrag über Schmerzmittel nach einer Weisheitszahn-OP.

Rezeptpflicht und Alternativen

Lidocain zum Spritzen ist laut Wikipedia bis auf wenige Ausnahmen verschreibungspflichtig. Bei Nervenschmerzen kommt auch Capsaicin in Frage, das der Beitrag zur Capsaicin-Salbe beschreibt. Wer eine Vollnarkose vor sich hat, findet im Beitrag Narkose-Nebenwirkungen weitere Informationen.

Fazit

Xylocain ist ein bewährtes Lokalanästhetikum. Es blockiert die Schmerzleitung dort, wo es gespritzt oder aufgetragen wird. Die Wirkung setzt nach wenigen Minuten ein und hält Minuten bis Stunden an. Wegen möglicher Nebenwirkungen auf Nerven und Herz bleibt die Anwendung in der Hand von Fachpersonal. Allergien und Vorerkrankungen sollten vor der Behandlung bekannt sein.

FAQ – Häufige Fragen

Was ist Xylocain?

Ein Lokalanästhetikum mit dem Wirkstoff Lidocainhydrochlorid. Es betäubt Nerven örtlich begrenzt.

Wie schnell wirkt Xylocain?

Die Wirkung setzt laut Wikipedia nach ein bis drei Minuten ein. Beim Gel liegt die Einwirkzeit bei 1 bis 5 Minuten.

Wie lange hält die Betäubung an?

Bei der Injektion hängt die Dauer von der Menge ab und beträgt ein bis drei Stunden. Beim Gel sind es etwa 20 bis 30 Minuten.

Ab welchem Alter ist Xylocain zugelassen?

Xylocain 1 % ist ab 1 Jahr zugelassen, Xylocain 2 % für Erwachsene.

Wofür wird Xylocain Gel verwendet?

Zur Schleimhautbetäubung und als Gleitmittel bei Intubation, Endoskopie und Katheterisierung.

Welche Nebenwirkungen sind häufig?

Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kribbeln, Bradykardie sowie niedriger und hoher Blutdruck.

Wann darf Xylocain nicht angewendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Lokalanästhetika vom Säureamidtyp, bei schweren Reizleitungsstörungen des Herzens und im Schock. Auch in der Geburtshilfe ist es nicht vorgesehen.

Ist Xylocain in der Schwangerschaft erlaubt?

Nur wenn es unbedingt erforderlich ist. Kontrollierte Studien an Schwangeren fehlen.

Was bewirkt der Zusatz von Epinephrin?

Epinephrin verengt die Gefäße. Das Mittel wird langsamer abtransportiert und wirkt länger.

Braucht man für Xylocain ein Rezept?

Lidocain zum Spritzen ist bis auf wenige Ausnahmen verschreibungspflichtig. Die Apotheke klärt, welche Form frei erhältlich ist.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden klärt eine Ärztin oder ein Arzt die Ursache.

Quellen

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