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Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion
Kurzantwort: Diprogenta Creme kombiniert das stark wirksame Kortison Betamethasondipropionat mit dem Antibiotikum Gentamicin. Zugelassen ist sie für kleinflächige Hauterkrankungen, die ein starkes Kortison brauchen und zugleich mit gentamicin-empfindlichen Bakterien infiziert sind. Die Fachinformation begrenzt die Anwendung auf 7 bis 10 Tage und höchstens 10 % der Körperoberfläche. Nebenwirkungen wurden sehr selten berichtet; Gentamicin ist ein Kontaktallergen mit einer Sensibilisierungsrate von etwa 1,4 %. In der Schwangerschaft ist Diprogenta kontraindiziert.
Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Setze ein Medikament nie eigenmächtig ab und ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache. Bei zunehmender Rötung, Eiter oder Fieber trotz Behandlung, Sehstörungen oder Anzeichen einer allergischen Reaktion mit Schwellung und Atemnot gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.
Diprogenta gibt es als Creme und als Salbe, beide verschreibungspflichtig, mit je
0,64 mg Betamethasondipropionat und 1 mg Gentamicin pro Gramm. Die Angaben unten stammen
aus der Fachinformation von Organon Healthcare (Oktober 2025).
Was die beiden Wirkstoffe machen
Betamethasondipropionat ist ein synthetisches Glukokortikoid mit hoher
Kortisonwirkung und geringer Mineralokortikoidwirkung. Auf der Haut wirkt es
entzündungshemmend, juckreizlindernd und gefäßverengend. Die Fachinformation ordnet es
den stark wirksamen Kortikoiden zu; im Vasokonstriktionstest blasste die Haut stärker ab
als unter Fluocinolon oder Betamethasonvalerat.
Gentamicin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside. Es stört die
Eiweißsynthese der Bakterien an den Ribosomen und wirkt dadurch bakterizid. Die
Kombination ist für Hautstellen gedacht, an denen eine Entzündung und eine bakterielle
Superinfektion gleichzeitig behandelt werden müssen.
Wofür Diprogenta zugelassen ist
Die Fachinformation nennt ein einziges Anwendungsgebiet: lokalisierte, kleinflächige
Hauterkrankungen, die ein stark wirksames Glukokortikoid erfordern, bei gleichzeitiger
Superinfektion mit gentamicin-empfindlichen Erregern. Typisch sind infizierte Ekzeme.
Gentamicin-haltige Präparate sollen laut Fachinformation sorgfältig ausgewählt werden.
Sie kommen erst infrage, wenn antiseptische Maßnahmen nicht rechtzeitig wirken, nicht
ausreichen oder nicht möglich sind. Sobald entweder die Entzündung oder die Infektion
abgeklungen ist, soll mit einem reinen Kortison, gegebenenfalls einem schwächeren, oder
einem reinen Antibiotikum weiterbehandelt werden.
Was die Fachinformation zur Anwendung sagt
Soweit nicht anders verordnet, wird Diprogenta ein- bis zweimal täglich dünn
aufgetragen und leicht eingerieben, bei Kindern einmal täglich. Die behandelte Fläche
soll 10 % der Körperoberfläche nicht überschreiten. Wegen des Gentamicins soll die
Behandlung 7 bis 10 Tage, bei Kindern 7 Tage, nicht überschreiten. Wie lange bei dir,
entscheidet die Ärztin.
Die Creme ist für fettige oder nässende Haut vorgesehen, die Salbe für trockene Haut.
Luftdicht abschließende Verbände sollen nicht verwendet werden, weil sie die Aufnahme
des Kortisons in den Körper erhöhen. Diprogenta gehört nicht ins Auge, in den Gehörgang,
auf Schleimhäute, auf Wunden oder auf offene Beine (Ulcus cruris). Im Gesicht ist
besondere Vorsicht geboten.
Nebenwirkungen
Für Diprogenta selbst wurde laut Fachinformation sehr selten über
Nebenwirkungen berichtet, genannt werden Überempfindlichkeit und Hautverfärbung. Für
topische Kortikosteroide allgemein, besonders unter Verbänden, listet die
Fachinformation ohne Häufigkeitsangabe: Brennen, Jucken, Reizung, Trockenheit,
Follikulitis, vermehrte Behaarung, Steroidakne, Pigmentveränderungen, periorale
Dermatitis, allergische Kontaktdermatitis, erweiterte Äderchen, Hautatrophie,
Dehnungsstreifen und Sekundärinfektionen.
Bei großflächiger, langer oder verbandgedeckter Anwendung kann das Kortison in den
Körper gelangen und wie eine Tabletteneinnahme wirken, bis hin zur Unterdrückung der
Nebennierenrinde. Kinder sind wegen des größeren Verhältnisses von Hautoberfläche zu
Körpergewicht empfindlicher; bei ihnen wurden Cushing-Syndrom, Wachstumsverzögerung und
Hirndrucksteigerung beobachtet. Verschwommenes Sehen ist als Nebenwirkung von
Kortikosteroiden mit nicht bekannter Häufigkeit aufgeführt. Nach äußerlicher Anwendung
von Gentamicin auf großen Wundflächen kann es laut Fachinformation zu Schäden an Gehör,
Gleichgewicht und Niere kommen.
Gentamicin-Allergie und Resistenz
Gentamicin ist laut Fachinformation ein Kontaktallergen mit einer individuellen
Sensibilisierungshäufigkeit von etwa 1,4 % mit steigender Tendenz. Die Gefahr wächst mit
der Behandlungsdauer. Es besteht Gruppenallergie zu anderen Aminoglykosiden wie Neomycin
und Kanamycin. Eine über die Haut erworbene Gentamicin-Allergie schließt eine spätere
Anwendung von Gentamicin und anderen Aminoglykosiden als Infusion aus, etwa bei schweren
Infektionen.
Längere oder ausgedehnte Anwendung kann zur Besiedelung mit unempfindlichen Erregern
einschließlich Pilzen führen. Dann soll die Behandlung mit Gentamicin abgebrochen werden.
Die Creme enthält außerdem Chlorocresol und Cetylstearylalkohol, die selbst allergische
Reaktionen und Hautreizungen auslösen können.
Gegenanzeigen: Schwangerschaft, Kinder, Gesicht
Diprogenta ist in der Schwangerschaft kontraindiziert. Gentamicin passiert die
Plazenta, und Betamethason zeigte im Tierversuch fruchtschädigende Wirkungen; beim
Menschen wird ein erhöhtes Risiko für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten bei systemischer
Kortisongabe im ersten Trimenon diskutiert. In der Stillzeit soll es nicht großflächig
oder lang angewendet werden; der Säugling darf die behandelten Stellen nicht berühren.
Weitere Gegenanzeigen sind Virusinfektionen der Haut wie Herpes oder Windpocken,
Impfreaktionen, Hauttuberkulose, Rosacea und rosacea-artige Dermatitis, Pilzinfektionen,
fortgeschrittene Niereninsuffizienz, gleichzeitige Aminoglykosid-Infusionen und ein Alter
unter einem Jahr. Vorsicht gilt bei Myasthenia gravis und Parkinson, weil aufgenommenes
Gentamicin die Muskelübertragung blockieren kann. Im Genital- oder Analbereich können
Vaseline und Paraffin aus der Grundlage Latexkondome undicht machen.
Häufige Fragen
Wie lange darf ich Diprogenta anwenden?
Laut Fachinformation 7 bis 10 Tage, bei Kindern 7 Tage, wegen des Gentamicins. Danach wird bei Bedarf mit einem reinen Kortison oder einem reinen Antibiotikum weiterbehandelt.
Darf ich Diprogenta im Gesicht anwenden?
Nur mit besonderer Vorsicht und nicht bei Rosacea oder perioraler Dermatitis, die beide Gegenanzeigen sind. Ob es bei dir infrage kommt, entscheidet die Ärztin.
Ist Diprogenta in der Schwangerschaft erlaubt?
Nein, die Fachinformation führt die Schwangerschaft als Gegenanzeige. Ist ein Kortison zwingend nötig, nennt sie Hydrocortison, Prednison oder Prednisolon als Alternativen.
Was ist der Unterschied zwischen Diprogenta und Diprosone?
Diprosone enthält nur Betamethasondipropionat. Diprogenta enthält zusätzlich das Antibiotikum Gentamicin und ist nur bei nachgewiesener bakterieller Superinfektion gedacht.
Warum keine Verbände über der Creme?
Luftdichte Verbände erhöhen laut Fachinformation die Aufnahme des Kortisons in den Körper und begünstigen Hautschäden.
Kann ich auf Gentamicin allergisch werden?
Ja. Die Fachinformation nennt eine Sensibilisierungsrate von etwa 1,4 %, die mit der Anwendungsdauer steigt. Eine solche Allergie schließt spätere Aminoglykosid-Infusionen aus.
Quellen
- Fachinformation Diprogenta Creme/Salbe (Organon Healthcare, Stand Oktober 2025), Abschnitte 4.1 bis 4.9 und 5.1 — abgerufen am 10. September 2026
- Fachinformation Diprosone Creme/Salbe/Lösung (Betamethasondipropionat ohne Antibiotikum) — abgerufen am 10. September 2026
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Nebenwirkungen melden — abgerufen am 10. September 2026
Redaktion gesundheitscenter.net — hier wird zusammengetragen, was Fachinformationen, Leitlinien und Behörden zu einem Thema sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
