Rosuvastatin 20 mg: Wirkung, Nebenwirkungen und Hinweise

Aktualisiert am 01.10.2026 · Lesezeit 6 Min.

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 7 Minuten

Rosuvastatin ist ein Statin, das die Cholesterinbildung in der Leber hemmt und das LDL-Cholesterin im Blut senkt. Die 20-mg-Filmtablette ist eine mittlere Stärke. Für den Behandlungsbeginn nennt die Fachinformation die niedrigeren Stärken 5 mg und 10 mg. Die Stärke 20 mg ist eine Folgestufe. Über Beginn und Steigerung entscheidet die behandelnde Ärztin oder der Arzt.

Kurzantwort: Rosuvastatin 20 mg dient der Behandlung erhöhter Cholesterinwerte und der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Ereignissen bei hohem Risiko. Die Tablette wirkt zusätzlich zu einer cholesterinsenkenden Ernährung. Muskelschmerzen und Leberwerte sind die wichtigsten Kontrollthemen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rosuvastatin hemmt die HMG-CoA-Reduktase und senkt LDL-Cholesterin, Gesamtcholesterin und Triglyceride.
  • Zugelassen ist es bei Hypercholesterinämie und zur Vorbeugung schwerwiegender Herz-Kreislauf-Ereignisse.
  • Leberwerte werden vor und drei Monate nach Behandlungsbeginn kontrolliert.
  • In Schwangerschaft und Stillzeit darf Rosuvastatin nicht angewendet werden.

Wie Rosuvastatin wirkt

Rosuvastatin gehört zu den HMG-CoA-Reduktase-Hemmern. Das Enzym steuert in der Leber einen frühen Schritt der Cholesterinbildung. Bei gehemmtem Enzym produzieren die Leberzellen weniger Cholesterin und nehmen mehr aus dem Blut auf. Laut Fachinformation senkt Rosuvastatin erhöhte Werte von LDL-Cholesterin, Gesamtcholesterin und Triglyceriden und erhöht das HDL-Cholesterin.

Gesundheitsinformation.de beschreibt Statine als gut untersuchte Wirkstoffgruppe. Sie senken demnach das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um ungefähr 30 Prozent. Neben dem LDL-Cholesterin wirken sie entzündungshemmend auf die Gefäßwände. Hintergrund zu Gefäßerkrankungen bieten die Beiträge PAVK-Stadien und verkalkte Blutgefäße.

Anwendungsgebiete und Stärken

Die Fachinformation nennt drei Anwendungsgebiete. Erstens die primäre Hypercholesterinämie einschließlich der heterozygoten familiären Form und die gemischte Dyslipidämie. Das gilt zusätzlich zu einer Diät, wenn Ernährung und andere nicht medikamentöse Maßnahmen nicht reichen. Zweitens die homozygote familiäre Hypercholesterinämie. Drittens die Vorbeugung schwerwiegender Herz-Kreislauf-Ereignisse bei Patienten mit erwartet hohem Risiko.

Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 6 Jahren sind in den ersten beiden Gebieten eingeschlossen. Die Anwendung bei Kindern soll nur durch Spezialisten erfolgen. Die Tabletten gibt es in mehreren Stärken. Für den Behandlungsbeginn nennt die Fachinformation 5 mg und 10 mg. Die Stärke 20 mg folgt, wenn eine Anpassung nötig ist. In der Studie zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Ereignissen kam 20 mg zum Einsatz. Eine Tagesdosis von 40 mg ist schwerer Hypercholesterinämie bei hohem Risiko vorbehalten.

Die Einnahme ist zu jeder Tageszeit mit einer Mahlzeit oder unabhängig davon möglich. Vor Beginn der Behandlung soll eine übliche cholesterinsenkende Diät stehen, die während der gesamten Behandlung fortgeführt wird. Die Filmtabletten von Rosuvastatin-ratiopharm enthalten Lactose. Eine 20-mg-Tablette enthält 190 mg Lactose.

Nutzen im Einzelfall

Wie stark die Behandlung hilft, hängt vom Ausgangsrisiko ab. Gesundheitsinformation.de rechnet Beispiele vor. Ein 50-jähriger Mann mit leicht erhöhtem Cholesterin, aber ohne weitere Risikofaktoren hat ein Zehn-Jahres-Risiko von 11 Prozent. Mit Statin sinkt es auf 8 Prozent. Bei einem 50-jährigen Mann mit deutlich erhöhtem Blutdruck und Rauchen sinkt das Risiko von 33 auf 23 Prozent.

Bei einer 50-jährigen Frau ohne Risikofaktoren liegt das natürliche Risiko innerhalb von 10 Jahren unter 1 Prozent. Dann ist der Nutzen klein. Die Entscheidung für ein Statin hängt daher von weiteren Risikofaktoren ab und von der persönlichen Abwägung. Mehr zu Herzinfarkt-Befunden erklärt der Beitrag STEMI.

Gegenanzeigen

Rosuvastatin darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, aktiver Lebererkrankung, schwerer Nierenfunktionsstörung mit einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml pro Minute und bei Myopathie. Auch die gleichzeitige Behandlung mit Ciclosporin oder mit der Kombination Sofosbuvir, Velpatasvir und Voxilaprevir ist ausgeschlossen. Dazu kommen Schwangerschaft und Stillzeit sowie Frauen im gebärfähigen Alter ohne geeignete Verhütung.

Zur aktiven Lebererkrankung zählt eine ungeklärte, dauerhafte Erhöhung der Transaminasen sowie jeder Anstieg auf mehr als das Dreifache des oberen Normwerts. Was Leberwerte bedeuten, erläutert der Beitrag GPT-Wert.

Kurzantwort: Die Tagesdosis von 40 mg ist bei Risikofaktoren für eine Myopathie nicht vorgesehen. Dazu zählen mittelschwere Nierenfunktionsstörung, Schilddrüsenunterfunktion, erbliche Muskelerkrankungen, frühere Muskelschäden unter Fibraten oder Statinen und Alkoholmissbrauch. Bei Patienten asiatischer Abstammung beginnt die Behandlung mit 5 mg, weil die Bioverfügbarkeit höher ist.

Nebenwirkungen im Überblick

Die Fachinformation nennt als häufige Nebenwirkungen Kopfschmerzen, Schwindel, Verstopfung, Übelkeit, Bauchschmerzen, Muskelschmerzen und Schwäche. Ein Diabetes mellitus trat ebenfalls häufig auf. Seine Häufigkeit hängt von Risikofaktoren wie erhöhtem Nüchternblutzucker, Übergewicht, hohen Triglyceriden und Bluthochdruck ab. Gelegentlich kommen Juckreiz, Hautausschlag und Nesselsucht vor. Die Nebenwirkungen sind laut Fachinformation meist leicht und vorübergehend. In kontrollierten Studien brachen weniger als 4 Prozent die Behandlung deswegen ab.

Seltener sind Muskelerkrankungen. Die Fachinformation beschreibt Myalgie, Myopathie einschließlich Myositis und selten eine Rhabdomyolyse mit und ohne akutes Nierenversagen. Das Risiko steigt vor allem bei Dosierungen über 20 mg. Bei einer CK-Erhöhung auf mehr als das Fünffache des oberen Normwerts soll die Behandlung unterbrochen werden. Der Transaminasen-Anstieg ist dosisabhängig und meist geringfügig und vorübergehend.

Gesundheitsinformation.de ordnet die Muskelbeschwerden ein. In großen Studien über fünf Jahre klagten unter Scheinmedikament 95 von 1000 Menschen über Muskelbeschwerden. Unter Statin waren es 101 von 1000. Beschwerden sind also auch ohne Statin häufig. Muskelschäden traten bei etwa 1 von 10.000 Menschen auf, die Statine ein Jahr nahmen. Rötlich oder dunkel verfärbter Urin, schmerzende oder schwache Muskeln sind Warnzeichen. Dann ist die Einnahme zu unterbrechen und umgehend ärztlicher Rat einzuholen.

Wechselwirkungen und Kontrollen

Mit Gemfibrozil wird die Kombination nicht empfohlen, weil das Myopathie-Risiko steigt. Bei anderen Fibraten und bei hoch dosierter Nikotinsäure ist das Risiko sorgfältig abzuwägen. Ein erhöhtes Risiko für Myositis und Myopathie wurde zudem unter Azol-Antimykotika, Proteasehemmern und Makrolid-Antibiotika beobachtet. Systemische Fusidinsäure darf nicht zusammen mit Rosuvastatin angewendet werden. Nach Ende der Fusidinsäure-Behandlung vergehen mindestens 7 Tage bis zum Beginn. Wechselwirkungen mit weiteren Mitteln klärt die Apotheke. Zum Beispiel bietet der Beitrag Amlodipin eine Einordnung von Blutdrucksenkern.

Leberfunktionstests sind vor und drei Monate nach Behandlungsbeginn vorgesehen. Rosuvastatin wird abgesetzt oder in der Dosis reduziert, wenn die Transaminasen auf mehr als das Dreifache des oberen Normwerts steigen. Erheblicher Alkoholkonsum und Lebererkrankungen in der Vorgeschichte verlangen Vorsicht. Bei Muskelschwäche, Muskelschmerz oder Druckempfindlichkeit gehören die Beschwerden umgehend in ärztliche Hand.

Fazit

Rosuvastatin 20 mg senkt das LDL-Cholesterin und beugt bei hohem Risiko Herz-Kreislauf-Ereignissen vor. Ernährung, Leberwerte und Muskelbeschwerden verdienen Aufmerksamkeit. Die Stärke 20 mg folgt laut Fachinformation auf niedrigere Stärken zum Behandlungsbeginn. Beginn, Steigerung und Kontrollen gehören in ärztliche Hand.

FAQ – Häufige Fragen

Wofür wird Rosuvastatin 20 mg eingesetzt?

Zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte zusätzlich zu einer Diät und zur Vorbeugung schwerwiegender Herz-Kreislauf-Ereignisse bei Patienten mit erwartet hohem Risiko.

Ist 20 mg die übliche Anfangsstärke?

Nein. Die Fachinformation nennt für den Behandlungsbeginn die niedrigeren Stärken 5 mg und 10 mg. 20 mg ist eine Folgestufe. Die Entscheidung trifft die behandelnde Ärztin oder der Arzt.

Zu welcher Tageszeit wird Rosuvastatin eingenommen?

Die Einnahme kann laut Fachinformation zu jeder Tageszeit erfolgen, mit einer Mahlzeit oder unabhängig davon.

Welche Nebenwirkungen sind häufig?

Kopfschmerzen, Schwindel, Verstopfung, Übelkeit, Bauchschmerzen, Muskelschmerzen und Schwäche. Auch ein Diabetes mellitus wurde häufig berichtet.

Wann sind Muskelschmerzen ein Warnzeichen?

Bei schmerzenden, schwachen oder geschwollenen Muskeln und bei rötlich oder dunkel verfärbtem Urin. Dann wird die Einnahme unterbrochen und sofort ärztlicher Rat eingeholt.

Welche Kontrollen sind vorgesehen?

Leberfunktionstests vor und drei Monate nach Behandlungsbeginn. Die CK-Konzentration wird nicht nach schwerer körperlicher Anstrengung gemessen. Die Ärztin ordnet weitere Kontrollen an.

Darf Rosuvastatin in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden?

Nein. Beides gilt als Gegenanzeige. Auch Frauen im gebärfähigen Alter ohne geeignete Verhütung dürfen Rosuvastatin nicht anwenden.

Welche Medikamente vertragen sich schlecht mit Rosuvastatin?

Ciclosporin ist eine Gegenanzeige. Gemfibrozil wird nicht empfohlen. Fusidinsäure darf nicht gleichzeitig angewendet werden. Vorsicht gilt auch bei Fibraten, Niacin, Azol-Antimykotika, Proteasehemmern und Makrolid-Antibiotika.

Senkt Rosuvastatin auch das HDL-Cholesterin?

Nein. Laut Fachinformation erhöht Rosuvastatin das HDL-Cholesterin. Gesenkt werden LDL-Cholesterin, Gesamtcholesterin, Triglyceride, ApoB und non-HDL-Cholesterin.

Wie hilfreich ist ein Statin bei niedrigem Risiko?

Der Nutzen ist kleiner. Bei einer 50-jährigen Frau ohne Risikofaktoren liegt das Zehn-Jahres-Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall unter 1 Prozent. Die Entscheidung trifft man gemeinsam mit der Ärztin.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Medikamenten klären Ärztin, Arzt oder Apotheke die Ursache und das weitere Vorgehen.

Quellen

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