Kieferschmerzen bei Erkältung: Zusammenhang mit den Nebenhöhlen

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Kieferschmerzen bei Erkältung stammen meist von einer entzündeten Kieferhöhle. Sie liegt direkt über den Wurzeln der oberen Backenzähne. Deshalb fühlt sich eine Nasennebenhöhlenentzündung oft wie Zahnschmerz im Oberkiefer an. In den meisten Fällen heilt sie nach ein bis zwei Wochen von selbst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kieferhöhle reicht bis an die oberen Zahnwurzeln.
  • Typisch: Druck im Oberkiefer, schlimmer beim Bücken.
  • Die akute Entzündung heilt meist in 1 bis 2 Wochen.
  • Antibiotika sind nur selten nötig.

Warum tut der Kiefer bei einer Erkältung weh?

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädel. Es gibt Stirnhöhlen, Kieferhöhlen, Siebbeinzellen und Keilbeinhöhlen. Die Kieferhöhlen sind die größten. Sie liegen unter den Augen in den Wangen. Ihr Boden grenzt an die Wurzeln der oberen Backenzähne.

Bei einer Erkältung schwillt die Schleimhaut in der Nase an. Die kleinen Öffnungen zu den Nebenhöhlen verstopfen. Sekret staut sich. Der Druck steigt. Dieser Druck reizt die Nerven der Zahnwurzeln. So entsteht ein Schmerz, der sich wie Zahnweh anfühlt.

Kieferschmerzen bei Erkältung: typische Anzeichen

Laut Gesundheitsinformation.de verursacht eine Nasennebenhöhlenentzündung drückende Schmerzen im Gesicht. Sie sitzen an der Stirn, im Oberkiefer oder rund um die Augen. Beim Vorbeugen werden sie oft stärker. Weitere Zeichen sind:

  • verstopfte Nase und erschwerte Nasenatmung
  • eitriger oder zäher Schnupfen
  • schwächerer Geruchssinn
  • Druckgefühl in den Wangen
  • Schmerz in mehreren oberen Backenzähnen gleichzeitig

Kurzantwort: Kieferschmerzen bei einer Erkältung kommen meist von der Kieferhöhle. Sie drückt auf die Wurzeln der oberen Backenzähne und verursacht so zahnschmerzähnliche Beschwerden.

Nebenhöhle oder Zahn? So lässt sich das unterscheiden

Merkmal Eher Nebenhöhle Eher Zahn
Ort mehrere obere Backenzähne, beide Seiten möglich ein bestimmter Zahn
Bücken oder Hüpfen Schmerz nimmt deutlich zu kaum Veränderung
Kälte und Wärme kaum Einfluss oft stark empfindlich
Schnupfen fast immer dabei meist nicht
Unterkiefer selten betroffen möglich

Auch der umgekehrte Weg ist möglich. Eine entzündete Zahnwurzel im Oberkiefer kann die Kieferhöhle anstecken. Heilt eine einseitige Nebenhöhlenentzündung nicht ab, lohnt sich deshalb ein Blick durch die Zahnarztpraxis.

Weitere Gründe für Kieferschmerzen bei Erkältung

  • Geschwollene Lymphknoten: Am Unterkiefer und Hals tasten sie sich oft druckempfindlich an.
  • Ohrenentzündung: Schmerzen aus dem Ohr strahlen leicht ins Kiefergelenk aus. Tipps zum Druckausgleich gibt der Beitrag Ohren frei bekommen bei Erkältung.
  • Mundatmung und Pressen: Mit verstopfter Nase schlafen viele mit offenem Mund. Manche pressen nachts die Zähne. Beides belastet Kiefermuskeln und Kiefergelenk.
  • Vorbestehende Kieferprobleme: Eine craniomandibuläre Dysfunktion kann sich im Infekt verstärken.

Was bei Kieferschmerzen durch die Nebenhöhlen hilft

Gesundheitsinformation.de hat die Mittel gegen akute Nebenhöhlenentzündung verglichen. Das Ergebnis im Überblick:

  • Kortisonhaltige Nasensprays: Sie hemmen die Entzündung. In Studien ging es nach 2 bis 3 Wochen 73 von 100 Menschen deutlich besser. Mit Scheinmedikament waren es 66 von 100.
  • Schmerzmittel: Ibuprofen, Paracetamol oder ASS lindern die Beschwerden. Sie sollten nur wenige Tage eingenommen werden.
  • Abschwellende Nasensprays: Sie wirken schnell. Bei längerer Anwendung droht aber eine erneute Schwellung der Schleimhaut.
  • Salzwasser: Spülungen lösen Sekret. Leicht höher konzentrierte Lösungen wirken etwas besser, reizen aber empfindliche Schleimhaut eher.

Viel trinken, Wärme auf den Wangen und ein erhöhtes Kopfteil in der Nacht empfinden viele zusätzlich als angenehm. Ob eine Nebenhöhlenentzündung ansteckend ist, erklärt der Beitrag Ist eine Nasennebenhöhlenentzündung ansteckend?

Nasenspülung Schritt für Schritt

  • Eine Nasendusche aus der Apotheke mit lauwarmem, abgekochtem Wasser füllen.
  • Ein Salzpäckchen passend zur Füllmenge darin auflösen.
  • Über dem Waschbecken den Kopf leicht zur Seite neigen und durch den Mund atmen.
  • Die Lösung langsam in das obere Nasenloch laufen lassen. Sie fließt aus dem anderen wieder heraus.
  • Danach die Seite wechseln und die Nase sanft ausschnauben.
  • Die Nasendusche nach jeder Anwendung reinigen und trocknen lassen.

Ein- bis zweimal am Tag reicht meist aus. Viele Hersteller empfehlen dafür abgekochtes Wasser statt Wasser direkt aus dem Hahn.

Wann ist ein Antibiotikum nötig?

Die meisten Nebenhöhlenentzündungen entstehen durch Viren. Antibiotika helfen dann nicht. Laut Gesundheitsinformation.de kommen sie nur bei schweren Beschwerden oder langem Verlauf infrage. Das ist selten der Fall. Halten die Beschwerden länger als drei Monate an, spricht man von einer chronischen Entzündung.

Kurzantwort: Bei hohem Fieber, geschwollenem Auge, starker Gesichtsrötung oder steifem Nacken sofort ärztliche Hilfe holen. Diese Zeichen können auf eine Ausbreitung der Entzündung hindeuten.

Warnzeichen: Wann zum Arzt?

  • sehr starke Schmerzen im Gesicht
  • hohes Fieber
  • Schwellung oder Rötung um das Auge
  • Lichtempfindlichkeit oder steifer Nacken
  • Beschwerden länger als zwei Wochen oder immer wiederkehrend
  • Schwierigkeiten, den Mund zu öffnen, wie bei einer Kieferklemme

Fazit

Kieferschmerzen bei Erkältung sind meist ein Zeichen einer Kieferhöhlenentzündung. Die Nähe zu den oberen Zahnwurzeln erklärt den zahnschmerzähnlichen Druck. Salzwasser, kortisonhaltige Nasensprays und kurzzeitig Schmerzmittel helfen. Nach ein bis zwei Wochen ist es meist vorbei. Bei hohem Fieber oder geschwollenem Auge braucht es rasch ärztliche Hilfe.

FAQ – Häufige Fragen

Kann eine Erkältung Zahnschmerzen machen?

Ja. Eine entzündete Kieferhöhle drückt auf die Wurzeln der oberen Backenzähne.

Welche Zähne schmerzen bei Nebenhöhlenentzündung?

Meist mehrere obere Backenzähne auf einer oder beiden Seiten.

Warum wird der Schmerz beim Bücken stärker?

Beim Vorbeugen steigt der Druck in den gestauten Nebenhöhlen.

Wie lange dauern Kieferschmerzen bei Erkältung?

Meist so lange wie die Nebenhöhlenentzündung, also etwa 1 bis 2 Wochen.

Kann auch der Unterkiefer wehtun?

Seltener. Dann stecken eher geschwollene Lymphknoten, ein Zahn oder verspannte Kiefermuskeln dahinter.

Helfen Antibiotika gegen Kieferschmerzen bei Erkältung?

Meist nicht, weil Viren die Ursache sind. Nur bei schweren oder langen Verläufen.

Was hilft schnell gegen den Druck?

Salzwasserspülung, abschwellendes Nasenspray für kurze Zeit und ein Schmerzmittel.

Wann sollte der Zahnarzt draufschauen?

Wenn nur ein Zahn schmerzt, er auf Kälte reagiert oder die Beschwerden nach der Erkältung bleiben.

Kann eine Nebenhöhlenentzündung chronisch werden?

Ja. Ab drei Monaten Dauer gilt sie als chronisch. Sind alle Nebenhöhlen betroffen, spricht man von einer Pansinusitis.

Hilft Wärme bei Kieferschmerzen?

Viele empfinden Wärme auf den Wangen als angenehm. Bei starker Schwellung ist Kühlen oft besser.

Mehr zum Thema

Dieser Text dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder zahnärztliche Beratung.

Quellen

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