Augenkrankheiten Liste: Die wichtigsten Erkrankungen im Überblick

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 7 Minuten

Zu den häufigsten Augenkrankheiten zählen grauer Star, grüner Star, altersbedingte Makuladegeneration, diabetische Retinopathie, das trockene Auge und Schielen. Die meisten entwickeln sich schleichend und verursachen erst in fortgeschrittenem Stadium spürbare Sehprobleme. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen erkennen viele dieser Erkrankungen, bevor sie das Sehvermögen dauerhaft schädigen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Grauer Star, grüner Star und Makuladegeneration zählen zu den häufigsten Augenkrankheiten im höheren Alter.
  • Diabetes und Bluthochdruck erhöhen das Risiko für Netzhauterkrankungen deutlich.
  • Viele Augenkrankheiten verlaufen lange ohne Beschwerden und werden erst bei Vorsorgeuntersuchungen entdeckt.
  • Eine frühe Behandlung kann bei den meisten Formen den Verlust von Sehkraft verhindern oder verlangsamen.

Grauer Star (Katarakt)

Beim grauen Star trübt sich die ursprünglich klare Augenlinse allmählich ein, meist als Folge des natürlichen Alterungsprozesses. Betroffene berichten von verschwommenem Sehen, blassen Farben und einer erhöhten Blendempfindlichkeit, etwa nachts im Gegenverkehr. Die einzige wirksame Behandlung ist eine Operation, bei der die getrübte Linse gegen eine Kunstlinse ausgetauscht wird. Der Eingriff zählt zu den häufigsten Operationen überhaupt und gilt als risikoarm.

Grüner Star (Glaukom)

Der grüne Star bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen ein erhöhter Augeninnendruck den Sehnerv nach und nach schädigt. Das Tückische daran: Das Gesichtsfeld schrumpft zunächst von außen nach innen, ohne dass Betroffene es bemerken. Unbehandelt kann ein Glaukom zur Erblindung führen. Augentropfen, die den Augeninnendruck senken, sind die häufigste Therapie, in fortgeschrittenen Fällen kommen Laser- oder OP-Verfahren hinzu.

Kurzantwort: Grauer Star trübt die Augenlinse, grüner Star schädigt durch erhöhten Druck den Sehnerv. Beide zählen zu den häufigsten Augenkrankheiten im Alter.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Die AMD betrifft die Makula, den Bereich des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut. Sie tritt in einer trockenen und einer selteneren, aber aggressiveren feuchten Form auf. Betroffene bemerken zunächst verzerrte Linien und später einen grauen Fleck im zentralen Blickfeld, während das Umfeld sichtbar bleibt. Die feuchte Form lässt sich mit Medikamenten, die direkt ins Auge gespritzt werden, oft aufhalten, die trockene Form bislang nur begrenzt behandeln.

Diabetische Retinopathie

Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt die feinen Blutgefäße der Netzhaut. Diese diabetische Retinopathie zählt weltweit zu den häufigsten Ursachen für Erblindung im erwerbsfähigen Alter. Da die Erkrankung lange keine Beschwerden verursacht, gehört eine jährliche augenärztliche Kontrolle zur Standardbetreuung bei Diabetes. Eine gute Blutzuckereinstellung senkt das Risiko erheblich, in fortgeschrittenen Stadien helfen Lasertherapie oder Injektionen.

Trockenes Auge

Das trockene Auge ist eines der häufigsten Krankheitsbilder in der Augenheilkunde überhaupt und entsteht durch eine gestörte Zusammensetzung oder Menge des Tränenfilms. Typische Beschwerden sind ein Fremdkörpergefühl, Brennen, Rötung und paradoxerweise auch verstärkter Tränenfluss. Bildschirmarbeit, trockene Raumluft und bestimmte Medikamente begünstigen die Beschwerden. Künstliche Tränen und eine bewusste Anpassung der Umgebung lindern die Symptome bei den meisten Betroffenen deutlich.

Weitere häufige Augenerkrankungen

Erkrankung Kurzbeschreibung
Schielen (Strabismus) Fehlstellung der Augenachsen, betrifft in Deutschland rund zwei Millionen Menschen.
Netzhautablösung Die Netzhaut löst sich von ihrer Unterlage, ein augenärztlicher Notfall.
Uveitis Entzündung der mittleren Augenhaut, oft im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen.
Retinitis pigmentosa Erbliche, fortschreitende Degeneration der Netzhaut.
Bindehautentzündung Häufig durch Viren, Bakterien oder Allergien ausgelöste Rötung und Reizung des Auges.

Kurzantwort: Neben den großen Volkskrankheiten des Auges zählen Schielen, Netzhautablösung und Uveitis zu den wichtigsten Augenerkrankungen mit eigenem Behandlungsbedarf.

Warnzeichen, die eine schnelle Abklärung brauchen

Manche Symptome sollten unabhängig von der genauen Diagnose sofort augenärztlich oder in einer Augenklinik abgeklärt werden. Dazu zählen ein plötzlicher Schleier oder Vorhang im Sichtfeld, ein plötzlicher, schmerzloser Sehverlust, stark gerötete und schmerzende Augen mit Sehverschlechterung sowie das Sehen vieler neuer schwarzer Punkte oder Blitze. Diese Anzeichen können auf eine Netzhautablösung, einen akuten Glaukomanfall oder eine schwere Entzündung hindeuten.

Vorsorge und regelmäßige Kontrollen

Viele Augenkrankheiten verlaufen über Jahre unbemerkt. Eine augenärztliche Vorsorgeuntersuchung ab dem 40. Lebensjahr, bei familiärer Vorbelastung oder bestehendem Diabetes auch früher, erkennt Veränderungen an Linse, Sehnerv und Netzhaut oft lange bevor Beschwerden auftreten. Rauchen, unbehandelter Bluthochdruck und starke UV-Belastung ohne Sonnenschutz gelten als vermeidbare Risikofaktoren für mehrere der genannten Erkrankungen.

Fazit

Die Liste der häufigsten Augenkrankheiten reicht von grauem und grünem Star über die Makuladegeneration bis zum trockenen Auge. Die meisten davon entwickeln sich langsam und lassen sich bei früher Erkennung gut behandeln. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind der wirksamste Schutz vor bleibenden Sehschäden.

FAQ – Häufige Fragen

Welche Augenkrankheiten sind am häufigsten?

Grauer Star, grüner Star, altersbedingte Makuladegeneration, diabetische Retinopathie und das trockene Auge zählen zu den häufigsten Diagnosen.

Was ist der Unterschied zwischen grauem und grünem Star?

Grauer Star trübt die Augenlinse, grüner Star schädigt durch erhöhten Augeninnendruck den Sehnerv.

Welche Augenkrankheit führt am häufigsten zur Erblindung?

Weltweit zählt die diabetische Retinopathie zu den häufigsten Ursachen für Erblindung im erwerbsfähigen Alter.

Wie erkenne ich eine Netzhautablösung?

Typisch sind ein plötzlicher Schatten oder Vorhang im Sichtfeld, oft begleitet von Lichtblitzen und neuen schwarzen Punkten.

Was hilft gegen ein trockenes Auge?

Künstliche Tränen, regelmäßige Bildschirmpausen und ausreichend Luftfeuchtigkeit lindern die Beschwerden meist deutlich.

Ab welchem Alter sollte man zur augenärztlichen Vorsorge?

Empfohlen wird eine erste umfassende Kontrolle ab dem 40. Lebensjahr, bei Risikofaktoren wie Diabetes früher.

Ist Schielen nur ein kosmetisches Problem?

Nein, unbehandelt kann Schielen im Kindesalter zu einer dauerhaften Sehschwäche des betroffenen Auges führen.

Welche Symptome sind ein augenärztlicher Notfall?

Plötzlicher schmerzloser Sehverlust, starke Augenschmerzen mit Sehverschlechterung und ein Schatten im Gesichtsfeld gehören sofort abgeklärt.

Kann man einer Makuladegeneration vorbeugen?

Nicht rauchen, eine ausgewogene Ernährung und UV-Schutz senken das Risiko, eine sichere Vorbeugung gibt es aber nicht.

Wie oft sollte der Augeninnendruck gemessen werden?

Ab 40 Jahren empfehlen Fachleute eine Kontrolle etwa alle ein bis zwei Jahre, bei familiärer Glaukom-Vorbelastung häufiger.

Mehr zum Thema

Dieser Text ersetzt keine augenärztliche Untersuchung. Bei Sehveränderungen oder Warnzeichen klärt eine augenärztliche Praxis die Ursache zeitnah ab.

Quellen

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