Knochen im Unterarm: Elle, Speiche und typische Brüche

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Der Unterarm besitzt zwei Knochen: die Elle (Ulna) und die Speiche (Radius). Sie laufen parallel zwischen Ellenbogen und Handgelenk und sind durch ein Band sowie eine bindegewebige Platte verbunden. Die Speiche liegt auf der Daumenseite, die Elle auf der Kleinfingerseite.

Kurzantwort: Die Knochen im Unterarm heißen Elle und Speiche. Beide ermöglichen gemeinsam das Drehen der Hand. Am häufigsten bricht die Speiche nahe am Handgelenk, meist nach einem Sturz auf die ausgestreckte Hand.

Das Wichtigste in Kürze

  • Elle und Speiche bilden das Skelett des Unterarms.
  • Zwei Gelenke zwischen beiden Knochen erlauben Drehbewegungen.
  • Die Speiche bricht am Handgelenk besonders oft.
  • Bruchverdacht gehört zügig in ärztliche Hände.

Knochen im Unterarm: Elle und Speiche im Überblick

Der Unterarm heißt in der Fachsprache Antebrachium. Er bildet den Abschnitt zwischen Ellenbogen und Handgelenk. Die beiden Röhrenknochen geben ihm Stabilität und zugleich Beweglichkeit. Die Muskulatur setzt an beiden Knochen an.

Die Elle bildet mit dem Oberarmknochen das Ellenbogengelenk. Ihr oberes Ende, das Olecranon, ist als Spitze des Ellenbogens tastbar. Die Speiche trägt dagegen den größeren Teil der Last am Handgelenk. Dort setzt sie an den Handwurzelknochen an. Einen Überblick zur Hand liefert der Beitrag Anatomie der Hand.

Aufbau im Vergleich: Was Elle und Speiche unterscheidet

  • Lage: Die Speiche liegt auf der Daumenseite, die Elle auf der Kleinfingerseite.
  • Ellenbogen: Die Elle ist der Hauptpartner des Oberarmknochens. Der Kopf der Speiche dreht sich im Gelenk.
  • Handgelenk: Die Speiche trägt die Handwurzel. Die Elle ist nur über eine Gelenkscheibe beteiligt.
  • Typischer Bruch: Die Speiche bricht nahe am Handgelenk, die Elle oft an der Spitze des Ellenbogens.

Wie die Unterarmknochen das Drehen der Hand ermöglichen

Zwischen Elle und Speiche liegen zwei kleine Gelenke, eines körpernah am Ellenbogen und eines körperfern am Handgelenk. Sie erlauben der Speiche, sich um die Elle zu drehen. Fachleute nennen die Bewegung nach innen Pronation und nach außen Supination. Ohne diese Drehung fielen Greifen, Schrauben oder Klettern deutlich schwerer.

Die Muskeln des Unterarms teilen sich in zwei Gruppen. Die Beuger liegen innen, die Strecker außen. Beide Gruppen bestehen aus je zwei Schichten. Wer Schmerzen beim Strecken am Ellenbogen spürt, findet Hinweise im Beitrag Ellenbogen-Schmerzen beim Strecken.

Typische Brüche an Elle und Speiche

Der Speichenbruch am handgelenknahen Ende, die distale Radiusfraktur, zählt zu den häufigsten Knochenbrüchen überhaupt. Je nach Quelle entfallen 10 bis 25 Prozent aller Brüche auf diese Stelle. Ursache ist meist ein Sturz auf die ausgestreckte Hand. Bei älteren Menschen trägt Osteoporose zum Bruch bei. Auch Sport und Arbeitsunfälle kommen vor.

Ein Bruch von Elle und Speiche zugleich kann durch direkte Gewalt entstehen, etwa bei einem Verkehrsunfall. Brüche der Ellenspitze am Ellenbogen folgen häufig auf einen Sturz direkt auf das Gelenk. Nicht jeder Bruch verschiebt die Knochenenden. Mehr zu Brüchen ohne Verschiebung steht im Beitrag Nicht dislozierte Fraktur.

Symptome und Diagnose eines Unterarmbruchs

Typisch sind starke Schmerzen, Schwellung und eine eingeschränkte Beweglichkeit der Hand. Eine auffällige Formveränderung am Handgelenk nennen Ärzte Bajonettstellung. Dabei verschiebt sich die Handwurzel zur Streckseite. Kribbeln oder Taubheit in den Fingern kann auf ein begleitendes Karpaltunnelsyndrom hinweisen.

Zur Diagnose genügt meist ein Röntgenbild. Bei komplizierten Brüchen mit Beteiligung der Gelenkfläche hilft eine Computertomografie, die Stellung der Fragmente genauer zu beurteilen.

Kurzantwort: Bei Schwellung, Fehlstellung oder starken Schmerzen nach einem Sturz bleibt der Arm ruhig gelagert. Ein Röntgenbild in einer Praxis oder Notaufnahme klärt, ob ein Bruch vorliegt.

Behandlung und Heilung: Gips oder Operation

Einfache, unverschobene Brüche behandeln Ärzte mit einem Gips- oder Kunststoffverband. Bei verschobenen Fragmenten oder Beteiligung des Gelenks kommen meist Titanplatten mit Schrauben zum Einsatz. Die Nachbehandlung dauert typischerweise drei bis vier Monate. Krankengymnastik unterstützt die Rückkehr der Beweglichkeit.

Als mögliche Folgen nennt die Handchirurgie Sehnenabrisse, eine Dystrophie mit dem Namen Morbus Sudeck und später Arthrose bei verbleibender Fehlstellung. Darum lohnt sich die regelmäßige Kontrolle. Knochenveränderungen ohne Bruch erklärt der Beitrag Knochenödem.

Fazit

Elle und Speiche bilden ein eingespieltes Paar. Sie tragen die Hand und drehen sie. Der Speichenbruch am Handgelenk ist die häufigste Bruchform. Mit Gips oder Operation, Nachbehandlung und Geduld heilt er in den meisten Fällen gut aus. Wer Beschwerden im Alltag bemerkt, lässt sie früh abklären. So lassen sich Spätfolgen oft vermeiden.

FAQ – Häufige Fragen

Welche Knochen liegen im Unterarm?

Im Unterarm liegen die Elle und die Speiche. Beide verlaufen parallel zwischen Ellenbogen und Handgelenk.

Welcher Knochen liegt auf der Daumenseite?

Die Speiche liegt auf der Daumenseite. Die Elle verläuft auf der Seite des kleinen Fingers.

Wie heißen Elle und Speiche auf Latein?

Die Elle heißt Ulna, die Speiche Radius. Der gesamte Unterarm trägt den Namen Antebrachium.

Wie dreht sich der Unterarm?

Die Speiche dreht sich um die Elle. Die Bewegung nach innen heißt Pronation, die nach außen Supination.

Welcher Unterarmknochen bricht am häufigsten?

Die Speiche bricht am häufigsten, vor allem nahe am Handgelenk. Ein Sturz auf die ausgestreckte Hand ist die typische Ursache.

Woran erkennt man einen Unterarmbruch?

Starke Schmerzen, Schwellung, eingeschränkte Bewegung und manchmal eine sichtbare Fehlstellung sprechen für einen Bruch. Ein Röntgenbild sichert die Diagnose.

Wie lange dauert die Heilung?

Die Nachbehandlung dauert typischerweise drei bis vier Monate. Der Verlauf hängt von Bruchform, Alter und Behandlung ab.

Wann ist eine Operation nötig?

Bei verschobenen Bruchstücken oder Beteiligung des Gelenks setzen Ärzte meist Platten und Schrauben ein. Einfache Brüche heilen häufig im Gips.

Welche Folgen kann ein Speichenbruch haben?

Mögliche Spätfolgen sind Sehnenabrisse, Morbus Sudeck und Arthrose bei Fehlstellung. Eine gute Nachbehandlung senkt das Risiko.

Was tun bei Schmerzen in der Hand ohne Unfall?

Anhaltende Schmerzen gehören in eine Praxis. Hinweise zu Beschwerden beim Greifen bietet der Beitrag Schmerzen in der Hand beim Greifen.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Quellen

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