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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Der MRSA-Keim ist ein Staphylococcus aureus, der gegen viele gängige Antibiotika unempfindlich ist. MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Gesunde tragen ihn selten, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen kommt er häufiger vor. Übertragen wird er vor allem über die Hände. Wer nur Träger ist, bleibt meist gesund. Gefährlich wird der Keim bei Wunden, Kathetern und geschwächter Abwehr.
Kurzantwort: MRSA ist ein resistenter Hautkeim, der sich über Hände und Kontakt verbreitet. Gute Händehygiene ist die wichtigste Schutzmaßnahme. Besiedlung macht nicht krank, eine Infektion schon.
Das Wichtigste in Kürze
- MRSA ist gegen alle Beta-Laktam-Antibiotika unempfindlich.
- Gesunde Menschen tragen MRSA in Mitteleuropa selten.
- Die Übertragung läuft meist über die Hände.
- Händedesinfektion ist die wichtigste Vorsorge.
Was ist der MRSA-Keim?
Staphylococcus aureus ist ein weit verbreitetes Bakterium. Bei gesunden Erwachsenen tragen 15 bis 40 Prozent einen meist antibiotikaempfindlichen Stamm auf Haut oder Schleimhaut, oft im Nasenvorhof. Das ist normal und harmlos.
MRSA sind Stämme, die gegen alle bisher marktüblichen Beta-Laktam-Antibiotika resistent sind. Dazu zählen Penicilline und viele verwandte Mittel. Verantwortlich ist ein Resistenzgen namens mecA. Es verändert ein Eiweiß in der Bakterienwand, an dem die Antibiotika ansetzen.
Besiedlung und Infektion: der Unterschied
Wer MRSA auf der Haut oder in der Nase trägt, ist besiedelt. Die Besiedlung verursacht keine Krankheitszeichen. Der Mensch ist trotzdem ansteckend und kann den Keim weitergeben.
Eine Infektion entsteht, wenn der Keim in den Körper eindringt. Das geschieht über Wunden, Katheter oder nach Operationen. Mögliche Folgen sind:
- Furunkel und Abszesse
- Wundinfektionen
- Lungenentzündung
- Blutvergiftung (Sepsis)
- Herzinnenhautentzündung
Bei Verdacht auf eine Blutvergiftung entnehmen Ärzte Blutkulturen. Wie das abläuft, beschreibt der Beitrag Blutkultur abnehmen. Wie MRSA behandelt wird, steht im Artikel MRSA-Behandlung.
Wie wird MRSA übertragen?
Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über die Hände. Im Krankenhaus sind das oft die Hände von Pflegenden und Ärzten. Weitere Wege sind:
- direkter Hautkontakt mit besiedelten Menschen
- verunreinigte Flächen
- gemeinsam benutzte Gegenstände wie Badetücher
- Kontakt mit Nutztieren, vor allem Schweinen
Auch rohes Fleisch kann den Erreger tragen. Gründliches Erhitzen und Händewaschen nach dem Umgang mit rohem Fleisch schützen davor.
Wer hat ein erhöhtes Risiko?
Ein höheres Risiko für eine MRSA-Infektion haben Menschen mit bestimmten Bedingungen. Besonders betroffen sind:
| Gruppe | Grund |
|---|---|
| Menschen mit Diabetes | Die Abwehr ist eingeschränkt. |
| Dialysepatienten | Zugänge und Kontakte erhöhen die Gefahr. |
| Patienten mit Kathetern oder Implantaten | Fremdkörper bieten dem Keim eine Eintrittspforte. |
| Menschen mit Hautverletzungen | Die Hautbarriere ist geschwächt. |
| Menschen mit Immunschwäche | Der Körper wehrt Keime schlechter ab. |
Höhere Besiedlungsraten finden sich bei Beschäftigten im Gesundheitswesen, bei Patienten mit großflächigen Wunden und bei pflegebedürftigen Menschen. Bei chronischen Hautproblemen lohnt ein Blick auf den Beitrag Entzündungen und Pickel.
Kurzantwort: Gesunde Menschen ohne Wunden und Katheter haben ein sehr niedriges Risiko. Erhöht ist es bei Klinikaufenthalt, Pflegebedürftigkeit, Dialyse und chronischen Wunden.
Wie häufig ist MRSA in Deutschland?
In Krankenhäusern ist etwa jeder vierte Staphylococcus-aureus-Stamm ein MRSA. Die Werte schwanken regional stark. Einzelne Regionen erreichen deutlich höhere Anteile. Bei etwa 2,6 Prozent der Krankenhausaufnahmen findet sich eine MRSA-Besiedlung. In der gesunden Bevölkerung Mitteleuropas ist MRSA dagegen noch selten.
MRSA-Varianten: Klinik, Alltag, Nutztiere
- HA-MRSA: im Krankenhaus erworben, die klassische Form.
- CA-MRSA: ambulant erworben, also außerhalb von Kliniken. Einige Stämme verhalten sich besonders aggressiv.
- LA-MRSA: mit Nutztieren verbunden. Er wurde bei Schweinen, Mastkälbern und Mastputen nachgewiesen. Bei Beschäftigten in Schweinezucht liegt die Besiedlung bei etwa 12 Prozent.
Schutz: Hygiene als wichtigste Maßnahme
Die hygienische Händedesinfektion gilt als wichtigste Maßnahme gegen die Ausbreitung multiresistenter Erreger. Im Krankenhaus sind Schutzkittel, Einmalhandschuhe und Mundschutz üblich. Betroffene werden oft in einem Einzelzimmer betreut.
Für zu Hause gelten einfache Regeln:
- Hände regelmäßig und gründlich waschen.
- Handtücher und Waschlappen nicht teilen.
- Wunden sauber abdecken.
- Antibiotika nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen und vollständig beenden, wie der Beitrag Antibiotika-Dauer erklärt.
Screening und Klinikaufenthalt
Vor manchen Klinikaufenthalten wird ein Abstrich aus Nase und Rachen genommen. Das Robert Koch-Institut empfiehlt ein Screening für bestimmte Gruppen, etwa für pflegebedürftige Menschen oder Patienten mit Kathetern. In den Niederlanden werden alle Aufnahmen untersucht. Dort liegen die MRSA-Raten deutlich niedriger.
Was nach einem positiven Befund geschieht
Ein positiver Abstrich bedeutet zunächst nur eine Besiedlung. Die Ärztin oder der Arzt bespricht das weitere Vorgehen. Bei Klinikpatienten folgen oft Hygienemaßnahmen und eine Sanierung. Angehörige erhalten Hinweise zu Händehygiene und Wäsche. Besuche bleiben in der Regel möglich. Sie laufen mit Händedesinfektion und, je nach Klinik, mit Schutzkittel ab.
Fazit
Der MRSA-Keim ist ein resistenter Staphylococcus aureus. Gesunde tragen ihn selten, Risikogruppen häufiger. Besiedlung ist ungefährlich für den Träger, eine Infektion braucht ärztliche Behandlung. Die Hände sind der wichtigste Übertragungsweg, Händedesinfektion die wichtigste Vorsorge. Wer unsicher ist, spricht mit Hausarzt oder Klinikpersonal.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet MRSA?
Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Die Bakterien sind gegen viele Antibiotika unempfindlich.
Ist MRSA gefährlicher als normale Staphylokokken?
Die Krankheiten sind ähnlich. Bei MRSA wirken aber viele Standardantibiotika nicht, daher ist die Behandlung schwieriger.
Wie wird der MRSA-Keim übertragen?
Vor allem über die Hände, außerdem über direkten Hautkontakt, Flächen und gemeinsam benutzte Gegenstände.
Ist eine MRSA-Besiedlung gefährlich?
Für gesunde Träger meist nicht. Sie kann aber zur Infektion führen und an andere weitergegeben werden.
Wer hat ein erhöhtes MRSA-Risiko?
Menschen mit Katheter, chronischen Wunden, Diabetes, Dialyse, Immunschwäche oder Pflegebedürftigkeit.
Wie häufig ist MRSA in Krankenhäusern?
Etwa jeder vierte Staphylococcus-aureus-Stamm ist ein MRSA. Regional gibt es starke Unterschiede.
Was ist LA-MRSA?
Eine Variante bei Nutztieren, vor allem bei Schweinen. Sie kann auf Menschen mit engem Tierkontakt übergehen.
Wie schützt man sich vor MRSA?
Mit gründlicher Händehygiene, sauber abgedeckten Wunden und getrennten Handtüchern.
Wird bei jedem Klinikaufenthalt auf MRSA getestet?
Nein. In Deutschland wird gezielt bei Risikogruppen untersucht, etwa bei Pflegebedürftigkeit oder Kathetern.
Kann man MRSA wieder loswerden?
Ja. Eine Sanierung mit antiseptischen Mitteln kann den Keim von Haut und Schleimhaut entfernen. Das Vorgehen legt das Behandlungsteam fest.
Hinweis: Dieser Text informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Antibiotika gehören nur nach ärztlicher Verordnung in die Anwendung.
Quellen
- Wikipedia: Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
- Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Staphylokokken und MRSA

Johanna interessiert sich für das, was der Körper einem sagen will. Sie schreibt über Symptome, Ursachen und wann man handeln sollte.
